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Coco (Musik)
Daneben spielt Bodypercussion eine große Rolle, im Coco sind Tanz und Musik nur schwer voneinander zu trennen. Die Texte sind einfach und werden oft …
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Überblick und Formen
Coco, auch Côco oder Samba de Coco genannt, ist sowohl ein Rhythmus der brasilianischen Musik als auch ein Tanz. Er gehört zur música nordestina, der Regionalmusik des brasilianischen Nordostens, und ist mit dem Baião verwandt. Erstmals erwähnt wurde Coco in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
Es gibt verschiedene regionale und tänzerische Varianten, darunter Coco de sertão aus dem Sertão, dem Hinterland, Coco de praia von der Küste und Coco de roda als Straßentanz.
Ungeklärte Ursprünge
Die genaue Herkunft des Coco ist unklar. Nach einer verbreiteten Theorie entstand er unter Sklaven aus Angola, die afrikanische Rhythmen mit lokaler indigener Musik verbanden. Die Lieder sollen als Arbeitslieder bei Bau- und Feldarbeiten gesungen worden sein. Dabei traten die Arbeitenden den Boden mit Holzschuhen fest; daraus soll sich das charakteristische Stampfen des Tanzes entwickelt haben.
Eine andere Vermutung führt Coco auf Kokosnussplantagen zurück. Dort hätten Sklaven Kokosnüsse für ihre Herren aufbrechen müssen, wobei der Rhythmus entstanden sei. Auch die Bedeutung des Namens ist umstritten: Er könnte von der Kokosnuss stammen oder darauf hinweisen, dass die Texte aus dem Kopf kommen, also improvisiert werden.
Musikalische Gestaltung
Typische Begleitinstrumente sind Pífano, Pandeiro, Triangel, Zabumba oder Surdo und Ganzá; gelegentlich kommt ein Akkordeon hinzu, das auch Sanfona genannt wird. Eine wichtige Rolle spielt außerdem Bodypercussion, also das Erzeugen von Rhythmen mit dem eigenen Körper. Besonders die stampfenden Füße und das Klatschen verbinden Musik und Tanz eng miteinander.
Die Liedtexte sind einfach und werden häufig improvisiert. Im traditionellen Coco wird oft das Call-and-Response-Prinzip verwendet: Ein Vorsänger oder eine Gruppe trägt einen Ruf vor, auf den andere mit einer festgelegten oder wiederholten Antwort reagieren.
Tanzweise und Tanzkreis
Coco wird paarweise oder im Kreis getanzt und weist einen starken afrikanischen Einfluss auf. Kennzeichnend ist das rhythmische Aufstampfen. Traditionell verstärken Holzsandalen den Klang, sodass die Fußtechnik selbst wie ein Schlaginstrument zur Musik beiträgt.
Es gibt viele Stile, aber keine festen Tanzschritte. Entscheidend sind Improvisation und Ausdruckskraft. Auch Elemente anderer brasilianischer Tänze oder der Capoeira können eingebaut werden.
In Tanzkreisen stampft und klatscht die Menge zur Musik, während einzelne Tänzer oder Gruppen in die Mitte treten, ihr Können zeigen und sich gegenseitig herausfordern. Eine typische Einladung ist die Umbigada, abgeleitet vom portugiesischen „umbigo“ für „Nabel“: Ein Tänzer streckt einem anderen den Bauch oder Bauchnabel entgegen und fordert ihn so zum Tanz im Kreis auf. Dabei können sich die Bäuche berühren.
Verbreitung und heutige Künstler
Coco war zunächst vor allem für den Nordosten Brasiliens typisch. Einem breiteren Publikum wurde die Musik durch Jackson do Pandeiro bekannt, der 1953 das Coco-Lied „Sebastiana“ aufnahm. Später verwendeten unter anderem Gal Costa, Gilberto Gil und Alceu Valença Coco-Elemente in ihrer Musik.
Heute sind Gruppen wie Samba de Coco Raízes de Arcoverde, Samba de Coco Irmãs Lopes und Samba de Coco Trupé de Arcoverde mit traditionellem Coco kommerziell erfolgreich. Renata Rosa ist mit modernem Coco auch international erfolgreich.