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Christian Wilhelm Flügge
Christian Wilhelm Flügge (* 7. Dezember 1772 zu Winsen; † 21. Juni 1828 in Salzhausen) war ein deutscher lutherischer Theologe, Privatdozent, Prediger und …
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Gegenstand und Bedeutung
Christian Wilhelm Flügge (7. Dezember 1772 in Winsen; † 21. Juni 1828 in Salzhausen) war ein deutscher lutherischer Theologe, Privatdozent, Prediger und Superintendent. Seine Bedeutung liegt vor allem in seinen Beiträgen zur Religions- und theologischen Literaturgeschichte. Er untersuchte die Geschichte des Glaubens, der theologischen Wissenschaften sowie des Kirchen- und Predigtwesens.
Flügges Arbeiten standen unter dem Einfluss der Kantischen Philosophie und zugleich in der überwiegend historischen und literaturgeschichtlichen Richtung der Göttinger Theologie am Ende des 18. Jahrhunderts. Seine Vorlesungen und Schriften galten weniger als besonders tief oder originell, zeichneten sich aber durch Klarheit, sprachliche Gewandtheit und vielseitige Belesenheit aus. Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit war Flügge praktisch orientiert und galt als erfahrener Ratgeber und Helfer in amtlichen und privaten Angelegenheiten.
Ausbildung und kirchliche Ämter
Flügge wurde 1772 zu Winsen an der Luhe im Lüneburgischen als Sohn eines Bürgers geboren. Zunächst sollte er das Gewerbe seines Vaters übernehmen. Ab 1790 studierte er in Göttingen Philosophie und Theologie an der Georg-August-Universität. Dort wurde er 1794 Repetent, 1797 Privatdozent und 1798 zweiter Universitätsprediger.
Im Jahr 1801 verließ Flügge Göttingen, nachdem er kurz zuvor die Tochter des Consistorialrates Illing aus Alfeld (Leine) geheiratet hatte. Ab 1801 wirkte er als Prediger in Scharnebeck, ab 1806 in seiner Geburtsstadt Pattensen (Winsen). 1823 wurde er Superintendent in Salzhausen. In diesem Amt war er durch zahlreiche Pastoral- und Amtsgeschäfte stark beansprucht. Als Superintendent und später zusätzlich durch Krankheit gehindert, konnte er seine wissenschaftliche und literarische Arbeit nicht mehr fortsetzen. Er starb 1828 in Salzhausen.
Flügge verfasste außerdem viele Beiträge für Zeitschriften, darunter für Schleußners und Stäudlins theologische Bibliothek. Sein Sohn Ludwig Flügge (1808–1883) war Pastor in Hannover und Mitstifter des Missionsvereins.
Schriften und Forschungsschwerpunkte
Flügges Veröffentlichungen behandeln vor allem historische Entwicklungen in Religion, Theologie und Kirche. Zu seinen wichtigsten Schriften gehören:
- Geschichte des Glaubens an die Unsterblichkeit, Leipzig 1794–1800.
- Versuch einer Geschichte der theologischen Wissenschaften, Hannover 1796–98; der 3. Teil erschien 1799 in Halle.
- Historisch-kritische Darstellung des Einflusses der kantischen Philosophie auf die Theologie, Hannover 1796–98.
- Beiträge zur Geschichte der Religion und Theologie, Hannover 1797.
- Einleitung in die Geschichte der theologischen Wissenschaften, Halle 1799.
- Geschichte des deutschen Kirchen- und Predigtwesens, Bremen 1800, mit einem ersten Band und einem zweiten Teil.
- Einleitung in das Studium der Religions- und Kirchengeschichte, Göttingen 1801.
- Geschichte der kirchlichen Einsegnung und Copulation der Ehe, 1805.
Insgesamt verband Flügge die Untersuchung religiöser und theologischer Themen mit einer geschichtlichen Betrachtungsweise. Besonders wichtig war dabei die Frage, wie philosophische Entwicklungen, vor allem die Kantische Philosophie, die Theologie beeinflussten.