Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Carl Hermann Hesse

Carl Hermann Hesse, auch Karl Hermann Hesse (* 16. Februar 1802 in Dorpat, Gouvernement Livland; † 8. November 1896 in Weissenstein/Paide, Gouvernement Estland) …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ausbildung und ärztliche Laufbahn
  3. 3. Glaube und Familie
  4. 4. Auszeichnung und Schriften

Überblick

Carl Hermann Hesse, auch Karl Hermann Hesse, wurde am 16. Februar 1802 in Dorpat im Gouvernement Livland geboren und starb am 8. November 1896 in Weissenstein/Paide im Gouvernement Estland. Er war ein deutsch-baltischer Mediziner. Bekannt ist er auch als Großvater des Schriftstellers Hermann Hesse und als literarisches Thema des Romans „Mein Onkel Hermann“ von Monika Hunnius.

Ausbildung und ärztliche Laufbahn

Hesse war der vierte Sohn von Barthold Joachim Hesse und Christine Elisabeth Hesse, geborene Sengbusch. Sein Vater war ein aus Lübeck ins Baltikum eingewanderter Kaufmann und Kantor der deutschen lutherischen Gemeinde in Dorpat. Carl Hermanns älterer Bruder Conrad Eduard Hesse wurde Pastor und Superintendent der Insel Ösel.

Von 1816 bis 1821 besuchte Carl Hermann Hesse das Gymnasium in Dorpat. Ab 1821 studierte er Humanmedizin an der Kaiserlichen Universität Dorpat. Im Jahr 1822 gehörte er dort zu den Stiftern der Baltischen Corporation Livonia Dorpat. 1827 wurde er zum Dr. med. promoviert. Anschließend ging er für ein Jahr zu weiteren Studien an die Universität Berlin.

Von 1829 bis 1831 war Hesse Kirchspielarzt in Märjamaa und lebte auf dem Gut Paenküll/Paeküla. Ab 1831 arbeitete er als Kreisarzt in Weissenstein/Paide. 1885 ging er in den Ruhestand, den er ebenfalls in Weissenstein verbrachte.

Glaube und Familie

Seit einem Erweckungserlebnis im Jahr 1830 stand Carl Hermann Hesse dem Pietismus nahe, der im Baltikum herrnhuterisch geprägt war. Pietismus ist eine religiöse Strömung im Protestantismus, die persönliche Frömmigkeit und ein bewusstes Glaubensleben betont. Hesse hielt in seinem Haus Erbauungsstunden ab, also religiöse Zusammenkünfte zur geistlichen Stärkung.

Carl Hermann Hesse war dreimal verheiratet und hatte insgesamt zehn Kinder. Mit seiner ersten Ehefrau Jenny Agnes, geborene Laß, hatte er fünf Kinder. Das jüngste dieser Kinder war Johannes Hesse, der spätere Vater Hermann Hesses. Nach Jennys Tod heiratete Carl Hermann Hesse Lina, geborene Müller; aus dieser kurzen Ehe stammten zwei Kinder. In dritter Ehe war er mit Adele, geborene von Berg, verheiratet und hatte mit ihr drei Kinder.

Seine Nichte Monika Hunnius verbrachte die Sommer auf dem Doktorhof in Weissenstein. Sie setzte ihrem Onkel mit dem Werk „Mein Onkel Hermann“ ein literarisches Denkmal.

Auszeichnung und Schriften

Carl Hermann Hesse trug den Titel Staatsrat.

Zu seinen Werken gehört die medizinische Dissertation „De immutationibus lienis pathologicis earumque causis“, die 1827 in Dorpat bei J. C. Schünmann erschien. Posthum erschienen seine „Lebenserinnerungen“ mit einem Beitrag seines Enkels Hermann Hesse, herausgegeben und mit einem Vorwort versehen von Fritz Widmer, Frankfurt am Main: Insel 2006, ISBN 3458349162.

Weiterlesen