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Britta Nord
Britta Nord (* 1969 in Heidelberg) ist eine deutsche Übersetzungswissenschaftlerin. Sie lehrt unter anderem an der Internationalen Hochschule des Sprachen …
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Einordnung und Tätigkeit
Britta Nord (* 1969 in Heidelberg) ist eine deutsche Übersetzungswissenschaftlerin. Sie lehrt unter anderem an der Internationalen Hochschule des Sprachen & Dolmetscher Institut München. Außerdem arbeitet sie freiberuflich als Übersetzerin, Übersetzungsrevisorin, Lexikographin und Lektorin.
Für das Verständnis ihres Arbeitsfeldes sind mehrere Begriffe wichtig: Übersetzungswissenschaft untersucht, wie Übersetzen funktioniert, wie Übersetzungen bewertet werden und wie Übersetzerinnen und Übersetzer ausgebildet werden. Übersetzungsrevision bedeutet die fachliche Überprüfung und Verbesserung von Übersetzungen. Lexikographie ist die Arbeit an Wörterbüchern und ähnlichen Nachschlagewerken. Nords beruflicher Schwerpunkt liegt damit sowohl in der Theorie als auch in der praktischen Arbeit mit Sprachen, besonders Italienisch, Englisch und Französisch.
Ausbildung und wissenschaftlicher Werdegang
Nach dem Abitur im Jahr 1988 begann Britta Nord ein Studium am Institut für Übersetzen und Dolmetschen (IÜD) der Universität Heidelberg. Dieses Studium schloss sie 1993 mit dem Diplom ab. Im Studienjahr 1994/1995 lehrte sie an der Sprachen- und Dolmetscherschule Englisches Institut Heidelberg.
Von 1994 bis 1996 arbeitete sie am Projekt Wörterbuch italienischer Verben der Universitäten Heidelberg und Stuttgart mit. Seit 1996 ist sie freiberuflich als Übersetzerin für Italienisch, Englisch und Französisch und als Lexikographin tätig. Im Studienjahr 2000/2001 lehrte sie am Fachbereich Fachkommunikation der Hochschule Magdeburg-Stendal, der heute Fachbereich Kommunikation und Medien heißt.
2001 promovierte Nord am Fachbereich Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz in Germersheim, der heute Fachbereich Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft heißt. Das Thema ihrer Dissertation lautete: „Hilfsmittel beim Übersetzen: Eine empirische Studie zum Rechercheverhalten professioneller Übersetzer“. Seit 2002 lehrt sie an der Hochschule des Sprachen & Dolmetscher Instituts München SDI. Von 2010 bis 2016 war sie außerdem Lehrbeauftragte, auf Italienisch „professore a contratto“, an der Università degli Studi Mailand.
Britta Nord lebt mit ihrer Familie in Sesto San Giovanni bei Mailand. Sie ist die Tochter der deutschen Übersetzungswissenschaftlerin Christiane Nord.
Mitgliedschaften
Britta Nord ist Mitglied im Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ). Der BDÜ ist ein Berufsverband für Menschen, die professionell dolmetschen oder übersetzen.
Außerdem gehört sie dem Freundeskreis des Fachbereichs Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft (FTSK) der Universität Mainz an. Sie ist zudem Altstipendiatin der Konrad-Adenauer-Stiftung.
Wissenschaftliche Veröffentlichungen
Zu Nords ausgewählten Buchpublikationen gehört ihre Dissertation „Hilfsmittel beim Übersetzen. Eine empirische Studie zum Rechercheverhalten professioneller Übersetzer“, die 2002 bei Peter Lang erschien. Darin geht es um Hilfsmittel beim Übersetzen und um das Rechercheverhalten professioneller Übersetzerinnen und Übersetzer.
Daneben war sie an mehreren Sammelbänden als Herausgeberin beteiligt. Mit Peter A. Schmitt gab sie 2003 „Traducta Navis. Festschrift zum 60. Geburtstag von Christiane Nord“ heraus. Mit Regina Freudenfeld folgte 2007 „Professionell kommunizieren. Neue Berufsfelder – Neue Vermittlungskonzepte“. Mit Felix Mayer gab sie 2013 „Aus Tradition in die Zukunft. Perspektiven der Translationswissenschaft. Festschrift für Christiane Nord“ heraus.
Ihre Aufsätze behandeln zentrale Fragen der Translationswissenschaft und Translationsdidaktik, also der Lehre des Übersetzens und Dolmetschens. Beispiele sind „Wer nicht fragt, bleibt dumm – Recherchekompetenz als Teil der Translationskompetenz“ von 2004, „Übersetzen im Fremdsprachenunterricht: Überlegungen zu einem ‚Übersetzungsportfolio’“ von 2007, „Der Übersetzungsauftrag – Schikane oder Chance?“ von 2012 und „Die Übersetzungsrevision – ein Werkstattbericht“ von 2018. Weitere Themen sind Fachübersetzen, Bilingualität und Translation, Sprachmittlung, die Bologna-Reform in der Übersetzungsdidaktik sowie die Inhalte von Einführungsvorlesungen im Bachelor-Studiengang.
Nord veröffentlichte außerdem Rezensionen, also fachliche Besprechungen von Büchern und Nachschlagewerken. Diese erschienen vor allem in der Zeitschrift MDÜ, einer Fachzeitschrift für Dolmetscher und Übersetzer. Besprochen wurden unter anderem Werke zu maschineller Übersetzung in der juristischen Fachübersetzung, Best Practices im Übersetzen und Dolmetschen, Berufszielen im Übersetzen und Dolmetschen sowie Fachwörterbücher und Hilfsmittel zur Translation.
Wörterbücher, Sprachführer und Übersetzungen
Ein wichtiger Teil von Nords Arbeit ist die Mitarbeit an Wörterbüchern und Sprachführern. Dazu gehören zweisprachige Werke für Deutsch, Französisch und Italienisch, etwa „Larousse Schule. Dictionnaire Français-Allemand. Allemand-Français“ von 2003, „Rizzoli Larousse Dizionario Compatto Italiano-Tedesco. Tedesco-Italiano“ von 2004 und mehrere Langenscheidt-Wortschätze für Italienisch. Sie arbeitete auch an englisch-deutschen und französisch-deutschen Wörterbüchern mit, etwa am „Collins German Dictionary“ von 2013 sowie an „Le Robert & Collins Maxi plus allemand-français, français-allemand“ und „Le Robert & Collins Mini plus allemand-français, français-allemand“, beide von 2014.
Als Übersetzerin oder Mitwirkende an Übersetzungen war Nord an mehreren Buchprojekten beteiligt. Dazu zählen Sachbücher und Nachschlagewerke zu Wein, Spirituosen, Whisky, Fotografie, Slow Food und Philosophie. Beispiele sind „Michael Jackson: Whisky. Die Marken und Destillerien der Welt“ von 2005, „Jancis Robinson: Das Oxford Weinlexikon“ von 2007, „Weine und Spirituosen. Alles über Stile und Qualitäten“ von 2011 und „Der kleine Johnson 2023“ von 2022. Auch hier zeigt sich ihre Verbindung von Sprachpraxis, Fachwissen und redaktioneller Arbeit.