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App Inventor
Die verwendete grafische Schnittstelle ermöglicht es Anwendern, per Drag and Drop grafische Blöcke (grafische Programmiersprache) zu einer Anwendung für …
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Zweck und Arbeitsweise
App Inventor ist eine ursprünglich von Google Inc. entwickelte integrierte Entwicklungsumgebung (IDE) zum Programmieren von Anwendungen für Android. Später wurde sie vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) übernommen. Sie soll das Erstellen von Smartphone-Apps vereinfachen: Statt Programmcodes zu tippen, werden grafische Blöcke per Drag and Drop zusammengestellt. Die Programmierung ist ereignisorientiert und imperativ. Ereignisorientiert bedeutet, dass ein Programm etwa auf einen Tastendruck oder eine Sensoränderung reagieren kann; imperativ bedeutet, dass Anweisungen in einer festgelegten Reihenfolge ausgeführt werden. App Inventor ist dynamisch typisiert und läuft im Webbrowser. Als Einflüsse werden Scratch und Snap! (BYOB) genannt.
Zwei Ebenen der Entwicklung
App Inventor besteht aus dem Design Editor und dem Blocks Editor. Beide Ebenen gehören zusammen: Zuerst werden Bestandteile und Aussehen einer App ausgewählt, anschließend wird ihr Verhalten programmiert.
Im Design Editor wird das Layout gestaltet. Es stehen Kategorien mit Komponenten zur Verfügung, darunter einfache Eingabefelder und vorkonfigurierte Social-Media-Komponenten. Auch Hardware-Bestandteile eines Smartphones können ausgewählt werden, zum Beispiel Lautsprecher oder ein Gyroskop-Sensor. Diese Komponenten lassen sich danach in der App verwenden.
Programmierung mit Blöcken und Tests
Im Blocks Editor werden die im Design Editor ausgewählten Komponenten programmiert. Ihre Blöcke werden miteinander verbunden und durch Parameter sowie Kontrollstrukturen in eine logische Ordnung gebracht. Parameter sind Werte oder Angaben, die das Verhalten einer Funktion beeinflussen.
Jede Komponente besitzt eine Auswahl eigener Blöcke. Zusätzlich gibt es allgemeine Programmblöcke, etwa logische und mathematische Funktionen sowie Kontrollstrukturen. Dazu gehören while-Schleifen, die Anweisungen wiederholen, solange eine Bedingung erfüllt ist, und for-Schleifen, die Wiederholungen in einer vorgegebenen Abfolge ermöglichen. Ein Emulator erlaubt es, eine noch entwickelte Anwendung auch ohne tatsächlich vorhandenes Android-Gerät zu testen.
Entwicklung und Verbreitung
App Inventor wurde am 12. Juli 2010 zunächst als geschlossene Beta für registrierte Nutzer bereitgestellt und ist seit dem 15. Dezember 2010 öffentlich zugänglich. Google beendete den Support am 31. Dezember 2011 im Zuge der Auflösung von Google Labs. Nachdem das MIT das System zunächst als geschlossene Beta für ausgewählte Nutzer betrieb, war es seit dem 4. März 2012 wieder öffentlich verfügbar.
Im Dezember 2013 veröffentlichte das MIT mit dem Start der Hour of Code den App Inventor 2; die ursprüngliche Version wurde in „App Inventor Classic“ umbenannt. Der Compiler übersetzt die grafischen Blöcke für die Umsetzung auf Android. Dabei werden die Entwicklungsumgebung Kawa und eine Kawa-spezifische Abwandlung der Programmiersprache Scheme verwendet. Der Block-Editor nutzt die Open-Blocks-Java-Bibliothek.
2015 hatte der MIT App Inventor fast 3 Millionen Benutzer aus 195 Ländern. Mehr als 100.000 Benutzer pro Woche erstellten zusammen über 7 Millionen Android-Apps.
Einsatz, Voraussetzungen und Kritik
Die Anwendung soll vor allem den Einstieg in die Programmierung von Smartphone-Apps erleichtern. Ein leichterer Zugang zum Entwickeln eigener Apps soll insbesondere junge Menschen stärker an Mobiltelefone mit dem Android-Betriebssystem binden. Die Roberta-Initiative nutzt App Inventor, um Kinder und besonders Mädchen für die MINT-Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu begeistern und zu fördern.
Für die Nutzung sind eine Internetverbindung und ein Google-Konto erforderlich. Außerdem ist eine Offline-Version als Freeware erhältlich, für 32- oder 64-Bit-Systeme und auch als Portable; ihr letzstes genanntes Update ist Version 4.6 vom 6. Juni 2018. Im April 2018 wurden Vorwürfe bekannt, dass App Inventor „standardmäßig private Krypto-Schlüssel fest in den Quellcode verbaut“ würden.