Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand
Antonius Liedhegener
Antonius Liedhegener (* 1963 in Arnsberg, Westfalen) ist ein deutscher Politikwissenschaftler und Zeithistoriker. Er ist Professor für Politik und Religion …
Person und akademischer Werdegang
Antonius Liedhegener (* 1963 in Arnsberg, Westfalen) ist ein deutscher Politikwissenschaftler und Zeithistoriker. Er ist Professor für Politik und Religion am Zentrum für Religion, Wirtschaft und Politik (ZRWP) der Universität Luzern in der Schweiz.
Er studierte Geschichte und Katholische Theologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster sowie an der University of Southampton. 1996 promovierte er mit der Arbeit „Christentum und Urbanisierung. Katholiken und Protestanten in Münster und Bochum 1830–1933“. Nach seiner Tätigkeit am Institut für Politikwissenschaft der Friedrich-Schiller-Universität Jena habilitierte er sich dort 2005. Seine Habilitationsschrift „Macht, Moral und Mehrheiten. Der politische Katholizismus in der Bundesrepublik Deutschland und den USA seit 1960“ erhielt 2007 den Förderpreis der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft (DVPW). Seit 2008 lehrt er an der Universität Luzern, seit 2012 als Professor.
Forschung und zentrale Veröffentlichungen
Liedhegener erforscht das Verhältnis von Politik und Religion in liberalen Demokratien. Weitere Schwerpunkte sind Zivilgesellschaft, also gesellschaftliches Engagement außerhalb des Staates, Religion und gesellschaftliche Integration. Hinzu kommen empirische politische Theorie, Vergleichende Politikwissenschaft, Katholizismusforschung sowie neue und neueste Religionsgeschichte.
Im vom Schweizer Nationalfonds (SNF) geförderten Projekt Swiss Metadatabase of Religious Affiliation in Europe (SMRE) untersucht er gemeinsam mit Anastas Odermatt religiöse Vielfalt in Europa. Er war außerdem Gründungsmitglied des Forschungsschwerpunkts „Religion und gesellschaftliche Integration in Europe (REGIE)“ an der Universität Luzern und leitet den Joint Degree Master Religion – Wirtschaft – Politik (MA RWP).
Seine Veröffentlichungen behandeln unter anderem politischen Katholizismus, den Einfluss von Religionen, christdemokratische Parteien, Religion in Bürgergesellschaft und Politik sowie Säkularisierung als Entkirchlichung. Wichtige eigenständige Bücher sind „Christentum und Urbanisierung“ (1997) und „Macht, Moral und Mehrheiten“ (2006). Spätere Arbeiten untersuchen beispielsweise Religionspolitik in Deutschland und der Schweiz seit 1990 sowie religiöse Pluralität und umstrittene Religionszugehörigkeit in Europa.