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Anja Community Reserve
Anja Community Reserve ist ein Schutzgebiet auf Madagaskar mit Waldungen und einem Süßwasser-See am Fuße eines imposanten Kliffs. Das Reservat entstand aus …
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Überblick und Entstehung
Die Anja Community Reserve ist ein Schutzgebiet bei Ambalavao auf Madagaskar. Es umfasst eine Fläche von 0,3 und wurde 2001 eingerichtet. Verwaltet und gepflegt wird es von der Association Anja Miray, einer örtlichen Gemeinschaftsinitiative. Das Reservat schützt Waldungen, einen Süßwassersee und ein Gebiet mit großen Steinen und Felsblöcken, die durch Steinschläge entstanden sind. Zwei kleine Höhlen bieten Fledermäusen und Eulen Lebensraum.
Die Einrichtung wurde vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) unterstützt. Neben dem Naturschutz soll das Reservat zusätzliche Arbeitsplätze und Einkommen für die örtliche Gemeinschaft schaffen. Der Ökotourismus finanziert Gemeinschaftsprojekte für Bildung und Gesundheit; außerdem entstanden Fischfarmen und Baumschulen.
Das Gebiet gilt als weltweit größtes Schutzgebiet für Makis auf Basis einer örtlichen Gemeinschaft. Die Bevölkerung isst Lemuren aus Glaubensgründen nicht, verkaufte sie früher jedoch häufig an Auswärtige. Nachdem die Gemeinschaft feststellte, dass 95 % der Makis in Madagaskar bereits ausgestorben sind, begann sie, das Naturreservat zu schützen. Wegen seiner biologischen, kulturellen und landschaftsschützerischen Bedeutung wurde eine Aufnahme in die UNESCO-Welterbeliste vorgeschlagen.
Lage und Landschaft
Das Reservat liegt am Ostrand des Gemeindegebietes von Anja, zwischen Fianarantsoa und Ihosy an der National Route 7 (NR7). Seine geografische Lage wird mit 21° 51′ S und 46° 51′ O angegeben.
Die Landschaft wird von drei Felsklippen zwischen Iarintsena, Mandrarano und Manambolo geprägt. Sie steigen vom Talgrund auf etwa 1000 m Höhe auf über 1400 m an. Westlich des Kliffs liegt ein kleiner See. Blockfelder und die zugehörigen Haine bieten zahlreiche Verstecke. Das Reservat ist ein beliebtes Touristenziel auf dem Weg nach Süd-Madagaskar.
Tierwelt
In der Anja Community Reserve leben etwa 300 Kattas (Lemur catta), auch Makis genannt. Das Reservat weist die höchste Populationsdichte von Kattas in ganz Madagaskar auf. Die Tiere sind an Besucher gewöhnt und lassen Menschen bis auf wenige Meter heran. Füttern ist inzwischen wieder verboten.
Zu den drei besonders genannten Eidechsenarten gehören die Madagaskar-Ringel-Schildechse „Androngo“ (Zonosaurus madagascariensis), Barbours Tag-Gecko „Katasataka“ (Phelsuma barbouri) und Chalarodon „Dangalia“ (Chalarodon madagascariensis).
Beachtete Insektenarten sind Flatida rosea und der Malagasy Lantern Bug (Zanna madagascariensis). Letzterer besitzt eine vergrößerte orangefarbene „Schnauze“.
Besuch und Auszeichnung
Für Besucher werden geführte Touren angeboten. Besonders ausgebaut sind zwei Wanderwege. Die Touren dauern zwischen zwei und sechs Stunden und führen bis zum Gipfel des Kliffs.
Das Projekt wurde durch die Globale Umweltfazilität (Global Environment Facility) finanziert. 2012 erhielt es den mit 5000 Dollar dotierten Equator Prize, den Umwelt- und Nachhaltigkeitspreis der Vereinten Nationen.