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An Essay Concerning Humane Understanding

An Essay Concerning Humane Understanding (deutsch „Eine Abhandlung über den menschlichen Verstand“) des englischen Philosophen John Locke, in erster Auflage …

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Werk und zentrale These
  2. 2. Aufbau und Erkenntnislehre
  3. 3. Erscheinung, Wirkung und Ausgaben

Werk und zentrale These

An Essay Concerning Humane Understanding (deutsch: „Eine Abhandlung über den menschlichen Verstand“) ist ein Werk des englischen Philosophen John Locke. Es erschien in erster Auflage 1690 in London und wurde zu einem klassischen Titel der empiristischen Erkenntnistheorie. Diese fragt danach, wie menschliches Wissen entsteht und welche Grenzen es hat.

Locke wendet sich gegen die Annahme eingeborener Ideen, also Vorstellungen oder Erkenntnisse, die Menschen bereits unabhängig von jeder Erfahrung besitzen sollen. Seine Grundthese lautet: „Nihil est in intellectu quod non (prius) fuerit in sensibus“ – „Nichts ist im Verstand, was nicht vorher in den Sinnen gewesen wäre.“ Erkenntnis beginnt demnach mit Erfahrung.

Als Motto steht ein Satz aus Ciceros De natura deorum: „Wie schön ist es, lieber sein Nichtwissen einzugestehen, als dergleichen herauszuschwätzen und sich selbst zu missfallen.“ Auf dem Titelblatt der ersten Ausgabe stand der Autor noch nicht; Lockes Unterschrift folgte aber bereits der Widmung.

Aufbau und Erkenntnislehre

Lockes Überlegungen knüpfen einerseits an seine scholastische Ausbildung in Oxford und den in England vorherrschenden Nominalismus an. Andererseits setzte er sich während seines vierjährigen Aufenthalts in Frankreich intensiv mit René Descartes und dessen Vorstellung eingeborener Ideen auseinander.

Das erste Buch untersucht den Ursprung der Ideen und führt pragmatische Argumente gegen eingeborene Ideen an. Im zweiten Buch erklärt Locke den Zusammenhang von Ideen und Erfahrung. Das Bewusstsein des Menschen ist bei der Geburt eine tabula rasa, also eine unbeschriebene Tafel, auf die erst Erfahrung schreibt. Ausgangspunkt aller Erkenntnis ist die sinnliche Wahrnehmung.

Locke war jedoch kein Sensualist, also kein Denker, der Erkenntnis ausschließlich aus äußerer Sinneswahrnehmung ableitet. Er unterschied zwei Arten der Wahrnehmung: äußere Wahrnehmungen, sensations, und innere Wahrnehmungen, reflections. Zu den inneren Wahrnehmungen gehören damit Vorgänge des Bewusstseins selbst.

Das dritte Buch behandelt Sprache: ihren Zusammenhang mit Ideen und ihre Bedeutung für Wissen. Locke zufolge haben Wortbedeutungen notwendige und hinreichende Bedingungen. Die Bedeutung eines Wortes ist die Idee, die Sprecher bei seiner Verwendung haben und die Hörer beim Aufnehmen des Wortes haben. Das vierte Buch befasst sich mit komplexen, also zusammengefassten, Ideen, mit den Grenzen des Wissens sowie mit dem Verhältnis von Begründung und Glauben. Locke kritisiert dabei den ausschließlichen Ansatz des Ex praecognitis et praeconcessis.

Erscheinung, Wirkung und Ausgaben

Die erste Ausgabe kam im Dezember 1689 auf den Markt; weil dies ein später Publikationstermin war, wurde – wie üblich – das kommende Jahr 1690 als Druckjahr angegeben. Der unmittelbare Achtungserfolg zeigt sich in weiteren Auflagen von 1690, 1694, 1695, 1700 und 1706 sowie in der Werkausgabe von 1714.

Europäischen Einfluss erhielt das Werk besonders durch die von Locke selbst betreute französische Ausgabe von Pierre Coste (1668–1747). Sie erschien erstmals 1700 und erneut 1729. Eine deutsche Ausgabe folgte erst einige Jahrzehnte später: Heinrich Engelhard Poley veröffentlichte 1757 in Altenburg Versuch vom menschlichen Verstande. Aus dem Englischen übersetzt und mit Anmerkungen versehen.

Beispiele für spätere Ausgaben sind die von Peter H. Nidditch herausgegebene Ausgabe An Essay concerning Humane Understanding (Clarendon, Oxford 1975, ISBN 0-19-824386-3) sowie Carl Winklers Übersetzung Über den menschlichen Verstand (Berlin 1968, Philosophische Bibliothek, Band 75–76).

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