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Alois Edenhofer
Alois Edenhofer (* 1820 in Deggendorf; † 29. März 1896 in Straubing) war Seminarlehrer für Musik an der Lehrerbildungsanstalt in Straubing, …
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Alois Edenhofer: Kirchenmusiker und Lehrer
Alois Edenhofer (* 1820 in Deggendorf; † 29. März 1896 in Straubing) war ein deutscher Kirchenmusiker, Komponist und Seminarlehrer für Musik an der Lehrerbildungsanstalt in Straubing. Sein Werk ist vor allem für die kirchliche Praxis bedeutsam: Er schrieb Musik, die auch unter einfachen Bedingungen, etwa mit einer Singstimme und Orgelbegleitung, aufgeführt werden konnte.
Damit richtete er sich besonders an künftige Landschullehrer und Landchöre. Seine Kompositionen gelten als einfach, wirkungsvoll und praktisch brauchbar.
Ausbildung und beruflicher Weg
Edenhofer wurde als Sohn eines Musikers geboren. 1838 schloss er das Straubinger Lehrerseminar ab und wurde noch im selben Jahr hauptamtlicher Stadtpfarrorganist an St. Jakob in Straubing. Dieses Organistenamt hatte er im Alter von 18 Jahren übernommen und übte es fast 60 Jahre lang bis zu seinem Tod aus.
Seine Kenntnisse erweiterte er durch Musikstudien in München, Reisen in musikalische Zentren Deutschlands sowie Begegnungen mit Johann Georg Mettenleiter und Dominikus Mettenleiter. Vor seiner Berufung an das Lehrerseminar im Jahr 1865 war er ein gefragter und gut bezahlter Privatmusiklehrer.
An der Lehrerbildungsanstalt verbesserten sich besonders im Fach Gesang die Leistungen der Seminaristen. Vier Jahre nach seiner Berufung wurde er zum Seminarlehrer befördert. Er unterrichtete 21 Jahre lang vor allem Gesang, Harmonielehre, Orgel und Kirchenmusik. 1885 trat er zunächst einstweilig, später dauerhaft in den Ruhestand.
Kompositionen und Wirkung
Edenhofers kompositorisches Schaffen umfasst Kirchenlieder für alle Stimmgattungen, Motetten, Marienlieder, Messen, Requien und Ölberggesänge. Eine Motette ist ein meist mehrstimmiges geistliches Vokalwerk; ein Requiem ist eine Messe für Verstorbene. Zu seinen Messen gehören die „Messe in D op. 1“, die „Messe in F op. 6“ und die „Missa in honorem S. Luciae“.
Besonders verbreitet waren seine „100 Offertorien für das ganze Kirchenjahr“, die in vielen Auflagen erschienen und noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts von vielen Landchören gesungen wurden. Ein Offertorium ist ein Gesang zur Gabenbereitung im Gottesdienst.
Edenhofer wurde zu seiner Zeit als Komponist sehr geschätzt. Seine Erwähnung in Cyrill Kistlers „Volksschullehrer-Tonkünstler-Lexikon“ von 1887 und in P. Utto Kornmüllers „Lexikon der kirchlichen Tonkunst“ von 1895 wird als Zeichen dieser fachlichen Anerkennung genannt.