Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Adriatische Platte

Plattentektonik ein Kontinent (im geologischen Sinn) bezeichnet, Die Adriatische Platte ist eine konvergierende kontinentale Platte, die in den Süddinariden ( …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Überblick und heutige Bewegungen
  2. 2. Subduktion und Gebirgsbildung
  3. 3. Räumliche Ausdehnung
  4. 4. Einordnung und Entstehung
  5. 5. Kontakt zur Europäischen Platte

Überblick und heutige Bewegungen

Die Adriatische Platte, auch Apulische Platte, Adriasporn oder Adriatischer Indenter genannt, ist in der Plattentektonik ein Kontinent im geologischen Sinn. Ihre Kollision mit Eurasien führte zur Bildung von Alpen, Apennin und Dinariden. Sie gehört zum komplizierten Mosaik zweier Mikroplatten im Mittelmeerraum und weist noch begrenzte aktive Subduktion auf. Subduktion bedeutet, dass eine Platte unter eine andere abtaucht.

Die Adriatische Platte dreht sich weiterhin gegen den Uhrzeigersinn gegenüber dem europäischen Teil der Eurasischen Platte. Sichtbare tektonische Lineamente und zahlreiche Erdbeben stehen damit in Zusammenhang, darunter Friaul 1976, Montenegro 1979 mit M_w 7,2 und einem Tsunami sowie Zagreb 2020 mit M_w 5,4. Der Tsunami in Montenegro riss entlang von 15 km der montenegrinischen Küste Häuser mit.

Subduktion und Gebirgsbildung

Die lang dauernde Subduktion unter die Eurasische Platte begann vor 100 bis 120 Millionen Jahren. Dabei wurde ein Großteil des früheren Kontinents „Groß Adria“ („Greater Adria“) bis 1500 km tief in den Oberen Mantel unter die Erdkruste subduziert. Die Ränder des Kontinents wurden durch die Konvergenz, also das Aufeinanderzubewegen von Platten, stark deformiert. Überschiebungen, Brüche und Biegungen machten den Kontinent Adria lange schwer eindeutig erkennbar.

In den Süddinariden in Montenegro subduziert die Adriatische Platte unter die Eurasische Platte. Ihre Subduktions-Polarität wechselt jedoch in den Verbindungen Alpen–Apenninen und Alpen–Dinariden: In den Ostalpen bildet sie die obere Platte, im Apennin und in den Dinariden die untere Platte. An ihrer Westseite findet im Apennin ebenfalls Subduktion statt. Die gegengerichtete Bewegung nach Westen dehnt den Apennin; er wird dadurch niedriger und schrumpft. Die Dinariden werden dagegen eingeengt und wachsen in die Höhe.

Räumliche Ausdehnung

Die Adriatische Platte umfasst einen Teil der Italienischen Halbinsel einschließlich der nördlichen Adria und der slowenisch-kroatischen Halbinsel Istrien. Außerdem gehören der Westteil des Dinarischen Gebirges, ein Großteil der Ostalpen und die Südalpen dazu.

In den Alpen sind Teile der Platte als tektonische Decken auf die europäische Kruste überschoben. Diese Einheit heißt Ostalpin und bildet den größten Teil der Erdoberfläche in den Ostalpen.

Einordnung und Entstehung

Das Konzept eines um die heutige Adria zentrierten Mikrokontinents wurde entwickelt, um den komplizierten tektonischen Aufbau der Alpen zu erklären. Nach heutigem Kenntnisstand war die Adriatische Platte jedoch keine eigenständige Platte, sondern ein nach Norden ragender Teil der größeren Apulischen Platte. In regionalgeologischen Betrachtungen wird die Bezeichnung weiterhin oft synonym verwendet.

Zu Beginn der Trias lag der südliche Teil der Apulischen Platte am Nordrand der Afrikanischen Platte. Der nördliche Teil lag, durch den Meliata-Ozean getrennt, am Südrand Europas. Ab der Obertrias trennte sich der Südteil von Afrika; mit der Öffnung des Piedmont-Ligurischen Ozeans, der alpinen Tethys, ab dem Jura trennte sich auch der Nordteil von Europa. Paläomagnetische Messungen weisen auf unterschiedliche Drehungen hin: Die Südalpen drehten sich gegen den Uhrzeigersinn, das Ostalpin im Uhrzeigersinn; die Grauwackenzone mit den Nördlichen Kalkalpen driftete nach Norden zur Europäischen Platte.

In der Oberkreide schloss sich der Meliata-Ozean vollständig. Dabei wurden die Decken der Nördlichen Kalkalpen übereinander gestapelt. Erst danach bestand eine zusammenhängende Apulische Kontinentalplatte, deren Nordrand den Sporn der Adriatischen Platte bildete. Im Tertiär wurde die Apulische Platte durch die fortgesetzte Schließung der Tethys teils auf Eurasien überschoben, wodurch die Alpen entstanden, und teils unter Eurasien subduziert, wodurch die Dinariden geprägt wurden.

Kontakt zur Europäischen Platte

Der heutige Kontakt zwischen Adriatischer und Europäischer Platte nach der Alpidischen Gebirgsbildung wird sowohl als Subduktionskontakt als auch als Suturzone gedeutet. Eine Suturzone ist eine „Erdnaht“, an der zuvor getrennte Plattenbereiche zusammengefügt wurden; anschließend traten Blattverschiebungen auf, also seitliche Bewegungen entlang von Störungen.

Detaillierte seismische Profile der Erdkruste zeigen, dass beide Deutungen zutreffen: Ein Teil der Europäischen Platte wurde unter die Adriatische subduziert. An der Periadriatischen Naht und der Save-Linie spielten zudem steile Rück-Überschiebungen eine große Rolle. Dabei wurden europäisches Krustenmaterial und darauf liegende Decken nach oben und nach Süden über die Adriatische Platte geschoben; gleichzeitig fanden weitreichende Seitenverschiebungen statt.

Weiterlesen