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AMIC (Computer)

aMIC ist ein rumänischer Heim- und Mikrocomputer, der in der polytechnischen Universität Bukarest (IPB), Fachbereich für Informatik ... Die Zentraleinheit …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Einsatz
  2. 2. Aufbau, Prozessor und Speicher
  3. 3. Anschlüsse und Eingabe
  4. 4. Bildausgabe
  5. 5. Software und Programmspeicherung

Überblick und Einsatz

aMIC ist ein rumänischer Heim- und Mikrocomputer. Er wurde an der Polytechnischen Universität Bukarest (IPB), Fachbereich Informatik, als Labormodell von Adrian Petrescu und Francisc Iacob entwickelt; zwischen 1983 und 1984 erfolgte die Serienproduktion bei Fabrica de Memorii in Timișoara. Als Veröffentlichungsjahr ist 1982 angegeben.

Das Team des IPB-Instituts für Informatik erprobte zwischen 1982 und 1983 mehrere Varianten, zunächst mit den Prozessoren 8080 und Z80 sowie den zugehörigen Schaltkreisen. Der Rechner war als Personal Computer beziehungsweise Heimcomputer für ein breites Anwendungsspektrum gedacht. Seine für die damalige Zeit hohe Leistung bei niedrigen Kosten und die Produktion vieler Exemplare ermöglichten Einsätze in Forschung, Bildung und Industrie.

Beim Prototyp wurden überwiegend in Rumänien hergestellte integrierte Schaltkreise verwendet. Hardware und Software waren als offenes System ausgelegt: Zusätzliche Peripherie sollte die Leistung und die möglichen Anwendungen erweitern. Als einfache Grundausstattung dienten ein Schwarzweiß-Fernseher und ein Kassettenrekorder.

Aufbau, Prozessor und Speicher

Das System besaß einen Bus, also eine gemeinsame Verbindung für Daten, Adressen, Befehle und Versorgung. Ein 50-poliger Stecker führte diese Verbindungen nach außen. Dadurch konnten erweiterte Geräte mit direktem Speicherzugriff, etwa ein Diskettenlaufwerk, sowie nicht standardisierte Geräte angeschlossen werden. Der Datenbus verband Zentraleinheit, EPROM-/RAM-Speicher, programmierbare parallele und serielle Schnittstellen sowie die Fernsehschnittstelle. Zusätzlich gab es zwei Peripherieanschlüsse mit jeweils 25 Kontakten.

Die Zentraleinheit verwendete einen Z80-Mikroprozessor mit 2,5 MHz. Der Intel 8080 kam nur experimentell im Labor zum Einsatz.

Der nichtflüchtige EPROM-Speicher hatte je nach Version 16 KiB und beruhte auf dem 2716-Schaltkreis. Er enthielt entweder Monitor und BASIC-Interpreter oder nur Monitor, Assembler und Texteditor. Der für Benutzeranwendungen bestimmte RAM bestand aus dynamischen Schaltungen auf Basis des 4116-Schaltkreises und erreichte höchstens 48 KiB. Davon waren 8 KiB als Grafikspeicher vorgesehen.

Anschlüsse und Eingabe

Die optionale programmierbare parallele Schnittstelle nutzte den Schaltkreis 8255. Sie diente sowohl für Standardgeräte als auch für andere Geräte, beispielsweise Analog-Digital- und Digital-Analog-Umsetzer, Joystick, Drucker, Kontakte und LEDs. Ein weiterer 8255-Schaltkreis steuerte die Kommunikation zwischen Tastatur, Lautsprecher und Kassettenrekorder.

Die ebenfalls optionale serielle Schnittstelle basierte auf dem 8251-Schaltkreis. Sie verband den Computer mit Geräten zur seriellen Datenübertragung, darunter Anzeige-Terminals, Modems, TTYs und gegebenenfalls anderen Computern mit serieller Schnittstelle. Für die Übertragung waren 300, 600 oder 1200 Baud vorgesehen.

Die schlanke, flexible Tastatur hatte 59 Tasten; die alphanumerischen Tasten waren im QWERTY-Format angeordnet. Sie enthielt einen Lautsprecher und 16 semi-grafische Zeichen, die wie die alphanumerischen Zeichen normal oder invertiert angezeigt werden konnten. STRG+E wechselte zwischen Video-Normal und Video-Invertiert. RESET setzte das System in den Anfangszustand zurück und stellte wieder Video-Normal ein. Die INT-Taste konnte Interrupts auslösen, also Unterbrechungssignale, die besondere Programme abfangen und behandeln konnten.

Bildausgabe

Alphanumerische, semi-grafische und grafische Informationen erschienen auf einem gewöhnlichen Schwarzweiß-Fernseher. Die Grafikauflösung betrug 256 × 256 Pixel. Im Textmodus waren 32 Zeilen mit jeweils 30 Zeichen möglich.

Ein vorprogrammierter Zeichengenerator stellte 64 Zeichen des ASCII-Standards sowie die semi-grafischen Zeichen bereit. Der Zeichensatz konnte bei Bedarf verändert und angepasst werden. Die Fernsehschnittstelle erzeugte das komplexe Videosignal aus dem Inhalt des 8-KiB-Grafikspeichers. Der Anschluss erfolgte per Koaxialkabel über den Antennenanschluss; der Modulator war auf Band III VHF, Kanäle 6–12, eingestellt.

Software und Programmspeicherung

Programme in Maschinencode, Assembler oder BASIC wurden auf normalen Audiokassetten gespeichert. Kommerzielle Kassettenrekorder übertrugen die Daten mit etwa 1600 Baud beziehungsweise 1,6 kbps. Laut Artikel führte dies im Vergleich zu damaligen rumänischen Rechnern zu relativ kurzen Lese- und Schreibzeiten.

Zur Basissoftware gehörten Monitore, ein Assembler und ein BASIC-Interpreter. Anders als bei Systemen, bei denen Nutzende direkt mit einer „BASIC-Maschine“ arbeiteten, startete beim aMIC ein dauerhaft im EPROM gespeichertes Monitorprogramm. Es interpretierte und führte über die Tastatur eingegebene Befehle aus. Der Monitor war eine Sammlung von Routinen, die per Tastatur oder aus eigenen Programmen aufgerufen werden konnten. Er startete beim Einschalten und auch über RESET.

Die kleine Monitorversion V0.1 benötigte 2 kB Speicher. Ihre Befehle waren: D zur Ausgabe eines Speicherbereichs, F zum Laden einer Konstante in einen Speicherbereich, M zum Verschieben eines Speicherbereichs, C zum Ändern interner Register, X zum Anzeigen interner Register, S zum Anzeigen und Ändern von Speicherplätzen, G zum Ausführen eines Speicherprogramms, K zum Speichern einer Datei auf Magnetband, L zum Laden einer Datei vom Magnetband und B zum Starten des BASIC-Interpreters. Damit konnten Objektcodeprogramme geladen, untersucht beziehungsweise fehlerbehoben und ausgeführt werden.

Monitoare V02 mit 2,5 KiB, MATE mit 6 KiB, Z80-V0.0 und DEST ergänzten Funktionen zum Assemblieren und Debuggen von Assemblerprogrammen. Der BASIC-Interpreter erschien in mehreren Versionen; die endgültige Version enthielt neben Standard-BASIC und Befehlen zur Matrizenmanipulation auch Grafikbearbeitungen und die CALL-Operation. Seltener eingesetzt wurde außerdem das FORTH-System auf dem sogenannten aMIC-FORTH-Rechner.

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