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Österreichisches Sprachdiplom Deutsch
Österreichisches Sprachdiplom Deutsch (ÖSD) ist ein international anerkanntes Prüfungs- und Zertifizierungssystem für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache …
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Aufgabe und Reichweite
Das Österreichische Sprachdiplom Deutsch (ÖSD) ist ein international anerkanntes Prüfungs- und Zertifizierungssystem für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache (DaF/DaZ). Zugleich ist es die Non-Profit-Organisation Verein Österreichisches Sprachdiplom Deutsch. Sie entwickelt und koordiniert standardisierte, kursunabhängige Deutschprüfungen nach dem Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen für Sprachen (GER).
Das ÖSD bietet Prüfungen für alle GER-Niveaustufen von A1 bis C2 sowie für Kinder, Jugendliche und Erwachsene an. Dabei berücksichtigt es die Standardvarietäten des Deutschen in Österreich, der Schweiz und Deutschland. Zertifikate können Deutschkenntnisse etwa für Arbeit, Bildung oder migrationsrechtliche Verfahren nachweisen.
Jährlich legen weltweit mehr als 140.000 Personen an über 500 lizenzierten Prüfungszentren in rund 80 Ländern eine ÖSD-Prüfung ab. Prüfungen dürfen nur von autorisierten Zentren und zertifizierten Prüfenden durchgeführt werden; die ÖSD-Prüfungszentrale schult und sichert diese Einrichtungen regelmäßig qualitativ.
Prüfungen und Zielgruppen
Die Prüfungen orientieren sich am GER und an Profile deutsch. Sie sind modular aufgebaut: Je nach Prüfung gibt es entweder zwei Module, „Schriftliche Prüfung“ und „Mündliche Prüfung“, oder vier einzelne Module: Lesen, Hören, Schreiben und Sprechen. Die Module können zusammen oder einzeln abgelegt werden.
Ab B1 gibt es eigene Prüfungsvarianten für Jugendliche. Für Kinder ab 10 Jahren stehen ÖSD KID A1 und ÖSD KID A2 bereit. Zusätzlich bietet das ÖSD berufsbezogene Sprachprüfungen für Pflege, Gesundheit, Medizin und Wirtschaft an. Prüfungen sind in Papierform und digital verfügbar.
Anerkennung und Studienzugang
ÖSD-Prüfungen werden weltweit in unterschiedlichen Zusammenhängen anerkannt. Die Echtheit eines Zertifikats lässt sich über einen digitalen Authentifizierungsdienst überprüfen.
In Österreich werden das ÖSD Zertifikat A1 und höherwertige ÖSD-Prüfungen von A2 bis C2 im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen zu Zuwanderung und Integration („Deutsch vor Zuwanderung“) anerkannt. Für die Aufnahme in ein deutschsprachiges Studium oder einen Vorstudienlehrgang ist je nach Hochschule und Fach mindestens Niveau A2 erforderlich. Für ein ordentliches Studium können, abhängig von Universität und Studienfach, Zertifikate von B1 bis C2 als Nachweis sprachlicher Voraussetzungen gelten.
In Deutschland werden die Zertifikate unter anderem beim Ehegattennachzug nach dem Aufenthaltsgesetz, bei Einbürgerungsverfahren und an zahlreichen Hochschulen zur Studienzulassung anerkannt. Viele Schweizer Universitäten akzeptieren sie für deutschsprachige Studiengänge; an der Freien Universität Bozen in Südtirol werden sie ebenfalls zur Studienzulassung anerkannt. Welches Niveau tatsächlich erforderlich ist, entscheidet jeweils die Institution und das Studienfach.
Vorbereitung auf die Prüfung
Zur Vorbereitung gibt es einen kostenlosen Online-Einstufungstest. Er hilft Lernenden, ihr aktuelles Sprachniveau einzuschätzen und passende Kurse oder Prüfungsformate auszuwählen.
Für jede Prüfung stellt das ÖSD kostenlose Modellsätze bereit. Sie zeigen Aufbau und Anforderungen der jeweiligen Prüfung. Das kostenlose Test-Training Digital ist ein Online-Probetest mit Zeitvorgaben und authentischen Prüfungsformaten. Ergänzend bestehen detaillierte Modellsatzbroschüren sowie weitere Übungs- und Vorbereitungsmaterialien.
Probeprüfungen bilden die spätere Prüfungssituation nach. Sie enthalten eine ausführliche Rückmeldung zu mündlichen und schriftlichen Leistungen.
Organisation, Grundsätze und Qualität
Das ÖSD wurde am 1. Dezember 1994 gegründet. Seit Ende 2009 ist es ein gemeinnütziger, selbsttragender Verein mit Sitz in Wien und zwei Hauptstandorten in Wien und Klagenfurt. Es ist unter der ZVR-Zahl 699451984 im Zentralen Vereinsregister Österreichs eingetragen. Die wissenschaftliche Leitung und Geschäftsführung hat Manuela Glaboniat inne; Kuratorium, wissenschaftlicher Beirat und Mitgliederversammlung wirken als Aufsichts-, Beratungs- und Beteiligungsorgane mit.
Das ÖSD sieht Sprache als Mittel internationaler und interkultureller Verständigung. Seine standardisierten Zertifikate sollen Deutschlernende bei beruflichen, akademischen und gesellschaftlichen Zielen unterstützen. Der plurizentrische Ansatz behandelt die Standardvarietäten in Österreich, der Schweiz und Deutschland als gleichwertig und berücksichtigt sie in den Prüfungen.
Das ÖSD ist Vollmitglied der Association of Language Testers in Europe (ALTE). ALTE Q-Marks sind Qualitätssiegel, die nach einem Audit zur Einhaltung von Mindeststandards für Sprachprüfungen vergeben werden. Das letzte Audit des ÖSD fand 2025 statt; die aktuellen Q-Marks gelten bis 2030. Außerdem erhielt das ÖSD 1998 das Europäische Siegel für innovative Spracheninitiativen. Mit „Green ÖSD“ fördert es nachhaltige Abläufe, Ressourcennutzung und Digitalisierung, besonders zur Verringerung des Papierverbrauchs; 2024 wurde es mit der „Auszeichnung für Nachhaltigkeit“ geehrt.