Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand
Äolisches Sediment
Kommt es zur Akkumulation von äolischen Sedimenten, bilden sich spezielle geomorphologische Formen wie z. B. Dünen. Beispiele. Bearbeiten. Ein wichtiges und …
Inhalt4 Abschnitte
Begriff und Eigenschaften
Äolische Sedimente sind Sedimente, die vom Wind transportiert und auch durch ihn abgelagert werden. Da Luft gegenüber strömendem Wasser eine sehr geringe Dichte und Viskosität besitzt, sind diese Sedimente besonders feinkörnig. Ihre maximale Korngröße liegt im Mittelsandbereich bei 0,20–0,63 mm.
Transport durch den Wind
Es gibt drei Transportmechanismen:
- Suspension: Körner werden durch eine turbulente Strömung schwebend gehalten. Diese Schwebfracht kann in Staubstürmen kilometerhoch aufsteigen und weite Entfernungen zurücklegen.
- Saltation: Körner bewegen sich springend über den Boden.
- Reptation: Körner rollen oder gleiten am Boden entlang.
Saltation und Reptation gehören zur Bodenfracht. Bei ihnen können Sandstürme entstehen, deren Sandkörner bis zu zwei Meter hoch über dem Boden springen. Die Mechanismen ähneln dem Sedimenttransport im Wasser. Das Hjulström-Diagramm zeigt, wann ein Sedimentkorn in Bewegung gerät und wann es wieder abgelagert wird.
Verbreitung und Formen
Äolische Sedimente kommen vor allem in den subtropischen Trockengürteln der Erde vor. Dort fördern hohe Windgeschwindigkeiten und Trockenheit ihren Transport. Zusätzlich erleichtert das Fehlen einer erosionshemmenden Vegetation die Verfrachtung durch den Wind. Wenn sich äolische Sedimente ansammeln, können besondere Oberflächenformen entstehen, zum Beispiel Dünen.
Wichtige Beispiele
Löss ist ein wichtiges, weitverbreitetes äolisches Sediment aus den quartären Kaltzeiten. Er besteht überwiegend aus Schluff, ist in der gemäßigten Klimazone verbreitet und bildet oft sehr fruchtbare Böden.
Die mediterrane Terra rossa ist teilweise äolisch. Neuere Analysen weisen in ihr roten mineralischen Staub aus der Sahara und der Sahelzone nach.
Äolisch entstandene Sandsteine sind meist sehr gut sortiert: Ihre Körner sind also ähnlich groß. Dadurch bleibt viel Hohlraum zwischen den Körnern, in dem Wasser, Erdöl oder Erdgas gespeichert sein können. Der Schneverdinger-Sandstein des Unterperm ist in Norddeutschland ein wichtiges Erdgasspeichergestein.
Selten gibt es nicht-siliziklastische Dünen. Sie bestehen aus Kalkpartikeln und entstehen in Strandnähe tropischer Meere.