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PhilippsClips | Populismus: Ein Sprachwissenschaftler
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 21 Zeilen
- PhilippsClips, Wissenschaft und Gesellschaft, Thema Populismus: heute aus Sicht eines Sprachwissenschaftlers. Mein Name ist Rolf Kreyer vom Institut für
- Anglistik und Amerikanistik der Universität Marburg. Ich bin Sprachwissenschafter des modernen Englisch und als Sprachwissenschaftler
- interessiert mich zum einen das Sprachsystem, zum anderen die Verwendung der Sprache. Für mich ist Populismus relevant, weil man hier sehr gut sehen kann, wie
- Sprache verwendet wird, um Menschen zu beeinflussen. Eine Methode, die hierbei häufig Verwendung findet, ist die sogenannte
- Präsupposition, also das Voraussetzen eines gewissen Inhaltes, ohne dass dieser wirklich explizit formuliert werden wird. Trump´s Slogan während der
- Präsidentschaftswahlen lautete zum Beispiel "make America great again". Er sagt nicht einfach nur "make America great", sondern er benutzt "again" und mit diesen
- kleinen Wörtchen "again" setzt er etwas voraus, nämlich Amerika war schon einmal groß und aus irgendwelchen Gründen wurde diese Größe aufgegeben.
- Was ist daran problematisch? Warum eignen sich Präsuppositionen so gut zur Manipulation? Nun, in der normalen Alltagssprache nutzen wir Präsuppositionen
- wirklich sehr häufig, weil es einfach sehr ermüdend wäre, wenn wir alles, was wir ausdrücken möchten, auch explizit machen würden.
- Zum beispiel wenn ich zu Ihnen sage, ich habe mein Auto aus der Werkstatt geholt, dann präsupponiere ich, dann setze ich voraus, dass ich im Besitz eines Autos bin und
- Sie haben auch überhaupt keinen Grund, daran zu zweifeln. Das heißt, wenn wir etwas als vorausgesetzt markieren, dann neigt unser
- Gegenüber auch sehr stark dazu, das anzunehmen und das zu glauben. Für die alltägliche Kommunikation ist das sehr hilfreich,
- es ist aber eben im politischen Diskurs ein großes Problem denn Präsuppositionen schleichen sich, das ist der Titel eines Buches von George Lakoff und
- Elisabeth Wehling, "auf leisen Sohlen ins Gehirn". Wir übernehmen das Gesagte in aller Regel unhinterfragt, es sei denn, wir zwingen
- uns wirklich dazu, das zu hinterfragen. Leider macht das nicht nur Trump. Wir finden genau die selbe Art von Präsuppositionen auch im europäischen politischen Diskurs.
- Der Slogan der Brexit-Kampagne zum Beispiel lautete: "Let's take back control", nicht "Let's take control". Marine Le Pen fordert "Remettre la france en ordre", nicht "Mettre la france en ordre".
- und Alexander Gauland sagte nach der Bundestagswahl: "Wir werden uns unser Land und unser Volk zurückholen".
- Immer wird also ein vorheriger, ein besserer Zustand, vorausgesetzt, den man nun wieder herstellen möchte. Ob es früher aber tatsächlich besser war, wird
- nicht wirklich thematisiert. Das ungute Gefühl allerdings, dass es früher besser war, das bleibt bei den Zuhörern im Kopf
- hängen. Möchten Sie mehr wissen? Im Text unter diesem Video finden Sie Hinweise auf weitere, verlässliche Informationen zum
- Thema.