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PhilippsClips | Populismus: Ein Sprachwissenschaftler

Universität Marburg3:11 2.036 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

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Transkriptautomatisch erstellt · 21 Zeilen
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  1. PhilippsClips, Wissenschaft und Gesellschaft, Thema Populismus: heute aus Sicht eines Sprachwissenschaftlers. Mein Name ist Rolf Kreyer vom Institut für
  2. Anglistik und Amerikanistik der Universität Marburg. Ich bin Sprachwissenschafter des modernen Englisch und als Sprachwissenschaftler
  3. interessiert mich zum einen das Sprachsystem, zum anderen die Verwendung der Sprache. Für mich ist Populismus relevant, weil man hier sehr gut sehen kann, wie
  4. Sprache verwendet wird, um Menschen zu beeinflussen. Eine Methode, die hierbei häufig Verwendung findet, ist die sogenannte
  5. Präsupposition, also das Voraussetzen eines gewissen Inhaltes, ohne dass dieser wirklich explizit formuliert werden wird. Trump´s Slogan während der
  6. Präsidentschaftswahlen lautete zum Beispiel "make America great again". Er sagt nicht einfach nur "make America great", sondern er benutzt "again" und mit diesen
  7. kleinen Wörtchen "again" setzt er etwas voraus, nämlich Amerika war schon einmal groß und aus irgendwelchen Gründen wurde diese Größe aufgegeben.
  8. Was ist daran problematisch? Warum eignen sich Präsuppositionen so gut zur Manipulation? Nun, in der normalen Alltagssprache nutzen wir Präsuppositionen
  9. wirklich sehr häufig, weil es einfach sehr ermüdend wäre, wenn wir alles, was wir ausdrücken möchten, auch explizit machen würden.
  10. Zum beispiel wenn ich zu Ihnen sage, ich habe mein Auto aus der Werkstatt geholt, dann präsupponiere ich, dann setze ich voraus, dass ich im Besitz eines Autos bin und
  11. Sie haben auch überhaupt keinen Grund, daran zu zweifeln. Das heißt, wenn wir etwas als vorausgesetzt markieren, dann neigt unser
  12. Gegenüber auch sehr stark dazu, das anzunehmen und das zu glauben. Für die alltägliche Kommunikation ist das sehr hilfreich,
  13. es ist aber eben im politischen Diskurs ein großes Problem denn Präsuppositionen schleichen sich, das ist der Titel eines Buches von George Lakoff und
  14. Elisabeth Wehling, "auf leisen Sohlen ins Gehirn". Wir übernehmen das Gesagte in aller Regel unhinterfragt, es sei denn, wir zwingen
  15. uns wirklich dazu, das zu hinterfragen. Leider macht das nicht nur Trump. Wir finden genau die selbe Art von Präsuppositionen auch im europäischen politischen Diskurs.
  16. Der Slogan der Brexit-Kampagne zum Beispiel lautete: "Let's take back control", nicht "Let's take control". Marine Le Pen fordert "Remettre la france en ordre", nicht "Mettre la france en ordre".
  17. und Alexander Gauland sagte nach der Bundestagswahl: "Wir werden uns unser Land und unser Volk zurückholen".
  18. Immer wird also ein vorheriger, ein besserer Zustand, vorausgesetzt, den man nun wieder herstellen möchte. Ob es früher aber tatsächlich besser war, wird
  19. nicht wirklich thematisiert. Das ungute Gefühl allerdings, dass es früher besser war, das bleibt bei den Zuhörern im Kopf
  20. hängen. Möchten Sie mehr wissen? Im Text unter diesem Video finden Sie Hinweise auf weitere, verlässliche Informationen zum
  21. Thema.