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#18 Else Lasker-Schüler im Deutschen Literaturarchiv Marbach
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 294 Zeilen
- [Musik] ein podcast von der kulturstiftung der länder
- in diesem podcast thematisieren wir einmal die erwerbung förderung eines literarischen nachlasses für das
- deutsche literaturarchiv marbach genauer handelt es sich um ein brief konvolut das im übrigen ab dem 25
- august 2020 in berlin ausgestellt wird und zwar von else lasker-schüler geboren am 11 februar 1869 wurde sie zu einer
- wegbereiterinnen und wichtigen vertreterin des deutschsprachigen expressionismus und einer der
- bedeutendsten deutsch jüdischen dichterin über das bislang unbekannte brief konvolut spreche ich mit doktor
- jan bürger mehr bürger ist dem einen oder anderen hörer vielleicht als zeit autor bekannt er ist stellvertretender
- leiter der archiv abteilung des deutschen literaturarchivs in marbach dass die genannten briefe erworben hat
- dort ist herr bürger leiter des in fachkreisen bekannten siegfried unseld archiv das unter anderem die archive des
- suhrkamp des insel verlags des jüdischen verlages und des deutschen klassiker verlages umfasst guten tag herr dr
- bürger guttenberg vorab erlauben sie mir mal die frage was genau macht denn das deutsche literaturarchiv in marbach das
- deutsche literaturarchiv ist die zentrale sammelstelle für die schriftlichen hinterlassenschaften von
- schriftstellern und intellektuellen wobei das mit dem central muss ich vielleicht ein bisschen relativieren
- als das haus war gegründet wurde war es eigentlich ihr der gedanke jetzt besonders in den 50er jahren des letzten
- jahrhunderts dass man auch sachen sammelt die auf den ersten blick die sich eigentlich ersten blick nicht so
- viele leute kümmern im laufe der jahre und damals waren um diese sachen um die man sich auch nicht
- so sehr viel gekümmert hat waren unter anderem die verbrannten und verfemten autoren also die in der nazizeit
- verbrannt und verfilmt wurden viele jüdische autoren und dadurch dass die hier in marbach sehr früh angefangen
- haben sich eben für diese noch wenige jahre zuvor verfolgte literatur zu interessieren und diese literatur ja
- heute die ist die man eigentlich liest aus dem zwanzigsten jahrhundert wurde das archiv einfach durch die
- sammlung immer wichtiger und es werden auch viele sammlungen von lebenden autoren übernommen und bedeutende
- lebende autoren freuen sich natürlich wenn das auch eine gute gesellschaft hier ist und wenn man zum beispiel seine
- eigenen papiere weißen daniel von papieren von franz kafka oder von gottfried benn oder alfred döblin oder
- eben auch von der lasker schüler das ist schon ein anreiz seine papiere hierauf aufbewahren zu lassen und dadurch ist
- das archiv immer immer zentraler geworden weil die sammlung einfach so starkes die kulturstiftung der länder
- hat er in den vergangenen jahren immer wieder ihr haus auch beim ankauf von literarischen vor und nachlässen
- gefördert dazu gehören sie haben schon einige genannt so große namen wie rücke kafka heiliger ernst jünger oder robert
- gernhardt jetzt hat die kulturstiftung der länder wieder einmal eine erwerbung gefördert was ist denn das besondere an
- diesem konvolut dieses konvolut ist insofern besonders als er sie das gas schüler einer autoren ist über die
- wirklich viel geforscht wurde in den letzten 20 jahren es ist auch so dass im zuge dessen dass sie eine der ja doch
- relativ frühen profilierten schreiben den frauen ist sich auch im grunde die ganze feministische und
- postfeministische forschung sehr für sie interessiert hat also kommt manches zusammen es kommt eben das starke starke
- interesse an ihr einfach als großer lyrikerinnen dann das starke interesse an ihr als eine exemplarische deutsch
- jüdische autoren und daneben runde auch noch ja als ja eine als eine vorreiterin von von frauen in der intellektuellen
- öffentlichkeit diese interessen kommen zusammen und es hat zu einer relativ starken forschung geführt das hat auch
- zu einer starken werkausgabe geführt die auch briefe umfasst und diese ausgabe die vor ungefähr zehn jahren beendet
- wurde hatte sich eine zum ziel gesetzt auf alle briefe zu veröffentlichen die greifbar sind
- im zuge dessen weil die so viel geforscht haben daran gibt es relativ wenig unbekannte dokumente von alaskas
- wieder die ja jetzt auch schon sehr lange tot ist die man noch finden kann und plötzlich
- über diesen neuen kauf der antiquariatsmesse in stuttgart haben wir plötzlich 64 dokumente von else lasker
- schüler von denen wirklich niemand etwas ahnte also 64 briefe und postkarten von else lasker schüler an nicolas johannes
- b wissen die bislang unbekannt waren ja die sind vollkommen unbekannten im grunde ist auch dieser nicolas kiefer
- sind mehr oder minder ein mythos also man kennt ihn eigentlich nur aus äußerungen die er so dass kein schüler
- in anderen briefen selbst gemacht hat und dann wundert sich manchmal es gibt hier zum beispiel eine liste wie jeder
- autor scheint auch sie listen an ihren verleger wer das buch als erstes haben soll eben als multiplikator als
- rezensent und da findet man diesen bever sind zb direkt neben der schwester von nietzsche ich meine schwester von nizza
- war später im video ihrer mittäterschaft werden mitläufertum in der nazizeit nicht gerade gut beleumundet aber damals
- war das noch eine wichtige intellektuelle figur es ist ja ihr schreiben wir das jahr
- 1910 ist das glaube ich da merkt man dass er dieser bw sind ja irgendwie wichtig war man wusste aber
- gar nichts über jemand wusste dass er in niederländischen zeitungen über sie geschrieben hat aber selbst diese texte
- sind nicht ermittelt jetzt durch dieses neue konvolut erfährt man dass dieser mann den sie dann immer sehr schnell
- könig von holland nennt sie seine geste die leute in so einem fiktiven kosmos einzuordnen dass der sehr viel für sie
- getan hat also lasker schüler war ja mit herbert walden dem gründer des sturms und der strom galerie verheiratet und
- die haben sich getrennt die beiden noch in den nullerjahren und danach ging es ihr materiell sehr schlecht und da war
- sie einfach angewiesen auf mit zähne auf verleger die ja auch ein bisschen mehr bezahlt haben als sie
- verdient hat mit den büchern und dieser fassung wurde dann offenbar sehr schnell jemand der sie in jeder
- hinsicht unterstützt hat also die ihre wichtigste unterstützung war dass er gerade in holländischen zeitungen über
- sie geschrieben hat was hier auch mal gern ins feld führte in briefen dass da eben auch international über mich
- geschrieben wird nicht nur im deutschsprachigen bereich er war jemand der lesung für sie
- organisiert hat also sie war dann durchaus auch in den niederlanden lesend unterwegs was für sie weil sie
- eigentlich aus wuppertal kommt also genau genommen dass elberfeld auch immer ein bisschen verbunden war mit dieser
- rheinischen rheinischen diesem rheinischen zu hause also holland war ja danach und er war auch jemand der ihr
- durchaus immer mal wieder geld geld gegeben hat zum leben jetzt hat jetzt haben sie schon relativ
- viel über den inhalt verraten ich habe im vorfeld gelesen dass diese schriftstücke ein neues licht auf lasker
- schüler werfen was wissen sie denn jetzt was sie vorher nicht wussten ein neues liegt sagt man immer leicht
- also es ist eher so dass die biografie reicher wird und man kann an diesen 64 dokumenten die ja eine brief folge sind
- oder einer jahr eine korrespondenz folge kann man auch in dieser langen zeit die sie um umfassend also das geht 1905 los
- und spannt sich dann mit unterschiedlichen konjunkturen bis 1930 ist ein sehr langer kontakt kann man ein
- bisschen auch nachvollziehen und nachspüren wie er so lasker schüler sich selbst in die öffentlichkeit brachte und
- wie sie auch mit unterstützern und bekannten und freunden umgingen und auffällig ist erst mal dass sie eine der
- frühesten autorin ist die ich kenne die im grunde sich selbst als kunstwerk und der öffentlichkeit entworfen haben also
- sie ist ja tatsächlich sie hat sich immer gern auch subjektive märchenhaften namen gegeben
- einer ist josef josef von theben ein anderer ist kino oder ohne details zu darauf dass
- dann einfach von hinten nach vorne tino und ohne also sie hat sich immer so eine fantasie so eine parallel existenzen
- zugelegt und ihre freunde werden auch entsprechend in solche in eine parallelwelt eingeführt oder ihre
- unterstützer und wie das funktioniert und wie man auch im grunde ja sich seinen eigenen
- kreis aufbaut und auch so eine gruppe von verschworen das kann man jetzt guter diesen briefe sehen also das schreibt
- offenbar dass dem brief an bin ich aber der börsen ihr bewundernd und sagt ich würde auch gern etwas für sie tun und
- sie ist schon im zweiten brief dabei und führten dann plötzlich ein als einen der ihren und nennt ihn gleich der könig in
- holland sogar könig von holland und ich grüße sie als prinz josef das ist dann gleich so ein spiel das aber so ernst
- genommen wurde dass sie durchaus in diesem prinz josef kostüme auch in die berliner cafés ging
- und da wird dann gleich im grunde ja in ein gespräch aufgebaut was so alle gesellschaftlichen konventionen
- geflogenheiten ersten mal über bord wirft und die polter dann auch manchmal ein bisschen wenn er nicht darauf
- eingeht und sagt sie müssen doch wissen ich bin die esse lasker-schüler ich bin eigentlich muss auf von ägypten oder so
- unwissentlich auch so nennen und irgendwann machte dieses spiel mit und dann entsteht immerhin eine
- beziehung die er 25 jahre dauerte das beginn schriftlich und die beiden sehen sich dann aber auch häufiger also man
- hört dann auch dass er nach berlin kommt er geht zur lesung er über eine saison si die ist dann auch mehrfach in holland
- sehr bald wird dann auch die frau immer ins gespräch von ihm eingebunden wobei ich manchmal den eindruck gehabt dass
- sie ist nur macht damit er nicht denkt dass dass sie irgendwas erotisch von ihm will dass ich immer so betont ja wiegt
- sie ihrer frau und was macht macht ihre frauen bringen das ist sie der kleine keine zeit also sie will nichts von ihm
- weil sie war ja bekannt als eine frau die sich gerne und schnell verliebt hat ich glaube er nicht
- ich habe ja nicht das weiß man natürlich nie aber das wird er so das eiweiß so ein spiel mit lasern und mit fans ist
- auch immer gefährlich und dass sie da er seine tasche grenze aufbau das ist sehr vertraulich und auch durchaus
- verletzlich was du das materielle besonders die materielle existenz betrifft aber wenn es eigentlich um den
- kern geht also wenn es um die kunst geht und die literatur geht da sieht man dann sehr schnell auch an diesen briefen aber
- auch an anderen briefen dass das dann die spielerische auch eine pose ist also sie ist zum beispiel ja super hart wenn
- es darum geht mit ihrem verlag zu verhandeln und wenn es darum geht dass irgendjemand da in ihren text rum
- korrigiert dass ihm ein drin wenn ich je eine eine nicht normgerechte schreibung habe von wörtern dann hat es schon einen
- sind da will ich nicht dass da jetzt irgend ein unbedachter verleger von kunst keine ahnung hat warum fürchten
- also da ist sie schon super entschieden und dann merkt man dann auf ihr reflektiert sie ist die dritte mal gern
- ein bisschen als die die hat die naive mädchen figur auf aber in der kunst die sich dann ganz entschieden also sie war
- eine durchaus schillernde person die sich sowohl in ihrem schriftgut als auch in ihrem leben inszeniert hat naja wenn
- man überhaupt überhaupt über schillernde künstlerinnen in dieser generation nachdenkt ist es so dass spieler
- wahrscheinlich eine der schillerndsten sie ist auch im grunde sie haben ja eingangs schon gesagt sie ist ja noch
- ende der es ist ende der 60er jahre des 19 jahrhunderts geboren das heißt sie ist älter als rilke oder sie ist älter
- als thomas mann und man nimmt sie aber eigentlich immer er war als eine die mehr zu denen gehört die vielleicht so
- wie in den 80er jahren geboren sind es ungefähr 20 jahre jünger sind als sie und das liegt auch daran dass sie ja im
- grunde so eine vorreiterin ist viele haben immer gesagt das ist wie eine verrückte und die ist auch anstrengend
- also zum beispiel kafka fand wie das slf schüler was ganz furchtbar anstrengend das ist so als wenn seine offensive frau
- die hier irgendwie tatsächlich dann in so orientalischen gewändern oder mit einer flöte oder mit wie klingeln dann
- schmuck durch die cafés zieht und ihre gedichte darbietet irgendwie versuchte wie
- ein eigenes gesellschaftliches leben aufzubauen oder mit oskar kokoschka dieser sturm zeit also diesen richtig ja
- das kann man sagen jugendliche expressionistischen zeit sind die wohl auch in berlin durch die
- cafés und über die ich durch die straßen gezogen und haben da diese zeitschrift der sturm verkauft und wurde wie heute
- irgendwelche ja irgendwelche fenster einen menschen die fans einst vertreiben in den kneipen also das hatte auch was
- sehr offensives aber es war auch sehr schillernd und es ist im grunde heute ist es vielleicht nicht so unnormal dass
- man denkt gerade bei 45 wir bei bei popstars oder bei raps sängern oder hip hop künstlern kennt man das ja oft dass
- die im grunde im alltag diese rolle die sie auf der bühne haben weiterspielen aber da ist sie sicher so etwas wie eine
- vorreiterin dass sie das eben schon zwischen 1905 von 1914 gemacht hat sie haben gerade gesagt sie wird heute
- wahrgenommen als eine figur er aus den 80ern wahrscheinlich haben ihre zeitgenossen sie auch so wahrgenommen
- weil sie irgendwann nach ihrem dreißigsten geburtstag angefangen hat sich dann immer um viele jahre jünger zu
- machen was man hier offenbar auch abgenommen hat ja das war in der tat auch nicht hatte hier also sie hat immer
- wie ihr geburtsdatum kassiert aber auch dass das gibt es ja gibt es das hat ja nicht und nicht mit der schule gemacht
- aber da gibt es ja viele beispiele gerade bei schauspielerinnen oder auch bei autorinnen
- wenn man daran denkt hier hilde domin die ja in ja mehr als eine generation jünger ist diese exil autoren die in den
- 80er jahren 1980 er jahren also populär war da wurde man aber er ist wusste man auch
- er ist kurz nach kurz vor ihrem tod dass sie sich auf fünf oder sechs jahre jünger gemacht hatte und wenn man sie
- darauf ansprach hat sie mal gesagt ja das war so ich konnte erst nach dem zweiten weltkrieg überhaupt in
- debattieren die vollständig dass ich über 50 bin mit meinem ersten buch oder habe ich mich ein bisschen jünger
- gemacht dass der konsequent durchgezogen also für solche solche frauen ist die die lasker schüler sicher ein vorbild
- und überhaupt nicht nur die die lyrikerin unserer zeit und würde unserer gegenwart sondern auch im grunde
- ja alle leute die sich für thüringen das hier noch genauso die männer ist einfach so ich denke dass bei spieler ist das
- schon so eine wegmarke es gibt ja sehr wenige autorinnen autoren die tatsächlich der einen ganz neuen ton
- finden eigenen ton wir hier sehr gefühlvollen ton der aber aus der kunst fertig ist und diese zäsur in sind
- helden also porzellan ist sicher in der jüngeren generation dann wieder so eine zäsur in der gegenwartsliteratur und
- muss man lange nachdenken vielleicht war thomas klingen so jemand der es geschafft hatte er so jung verstorbenen
- lyriker aber es sind dass kein spieler ist sicher wie so eine ja so eine sache so eine biegung für man über die
- deutsche dichter sprache nachdenkt dass deutschlands dichter sprache da hat sie schon eine zäsur gesetzt und das macht
- sie auch so unverändert aktuell wie jede große künstlerin wie kam es denn jetzt dazu dass sie dieses konvolut
- erworben haben ja das war mal eine geschichte wo tatsächlich im alle akteure zusammen
- gespielt haben es gab einen journalisten der rat darauf aufmerksam wurde der wiederum herrn
- hilligardt also jetzt hier in unser generalsekretär der generalsekretär der kulturen der länder darauf aufmerksam
- gemacht hatte hatte ja ja auch immer aufmerksam ist was häuser interessieren könnte hat sich wiederum an unsere
- direktoren gewendet an sandra richter sie wurde sofort hält sofort hellhörig und hat hier alles aktiviert
- dann wurde das konvolut angeboten auf das stuttgarter antiquariatsmesse unmittelbar vor dem dem lockdown kann
- man sagen und ja dann hatten wir das glück des zu erwerben und haben es dann so schnell
- wie möglich katalogisiert und wenigstens erstmal sie war es vernünftig aufgearbeitet so
- dass wir es jetzt schon zeigen können in berlin was passiert denn jetzt damit warum ist
- das wichtig dass das archiviert wird und dass das eben deutschen literaturarchiv in marbach archiviert wird ja der erste
- schritt jemandem recht machen muss ist dass man sich davon verabschiedet das literarische texte oder überhaupt texte
- etwas definitives sind also wenn wir jetzt im schulunterricht deutsch unterrichten text behandeln da geht man
- eigentlich davon aus es gibt ein text und er ist fix und fest und da muss man wirklich eigentlich lernt beim einen
- guten lehrer und muss auf jedes komma achten wenn man sich in archive in hinterlassen schriftlich
- hinterlassenschaften begibt merkt man dass texte etwas durchaus solides sind dass texte auch es verschiedene
- fassungen gibt das ist wie gewisse entscheidungen gibt die vielleicht gar nicht immer im sinne des autos getroffen
- wurden das vielleicht sachen die auch gegen den willen des autors gemacht wurden
- trotzdem durch die rezeptionsgeschichte durch die leser im grunde zum definitiven text wurden aber man
- verabschiedet sich relativ schnell davon dass es nur einen text gibt die meisten bücher die meisten texte die wir kennen
- haben mehrere versionen mehrere texte und um dieses lesbar zu machen muss man im grunde in die quellen hineingehen
- muss man in die vorstufen hineingehen das ist so die erste aufgabe die andere aufgaben das ist jetzt noch einen
- schritt näher an dem was wir jetzt gerade wird an dem konvolut über das wir jetzt gerade reden ist dass wir alle ein
- interesse haben an biografien an den umständen unter denen kunst entsteht unter denen literatur entsteht dass wir
- alle im interesse haben man dem leben früherer generationen und um das zu rekonstruieren sind briefe tagebücher
- alte zeitungen alte zeitungsausschnitte all diese dinge alte bilder fotos ja im grunde die elementare quelle
- und dafür gibt es archive und die sind nun spezialisiert auf literatur und intellektuelles leben aber nach und nach
- durch diese fülle heute gibt es hier 1400 einzel bestände also nachlässe manchmal verlags archive und ähnliches
- durch diese fülle ist es im grunde ja eine der quellen für historisches wissen schlechthin und wenn man jetzt so ein
- neues brief konvolut er wirkt wie dieses mit diesen 64 riefen dann kann man jetzt diesen einen aspekt dass zusagen von
- else lasker-schüler in berlin und auch meine ganze menge wie berlin in dieser zeit so wenn dieser kaiserzeit und in
- der in der in der weimarer zeit kann man besonders beleuchten aber in dieser fülle und in diesem konzert aus vielen
- quellen kann man natürlich wie ja teilweise sogar geradezu revolutionäre thesen für die ganze
- geschichtswissenschaft ableiten man kann einfach es geht um unsere eigene tradition um unser eigenes
- selbstverständnis dafür sammelt man ich möchte mal ein paar beispiele nennen ich habe hier
- eingangs schon angedeutet dass die kulturstiftung der länder bereits wiederholt erwerbungen ihres hauses
- gefördert hat und dann möchte ich mal 23 herausgreifen in einem beispiel da geht es um einen
- vorlauf von siegfried lenz in dem sich das unveröffentlichte manuskript des romans der überläufer gefunden hat für
- das lands offenbar seinerzeit keinen verleger gefunden hatte und der ist dann später also in unserer ganz jungen
- vergangenheit in die bestsellerlisten geschafft hat und in diesem jahr in einer verfilmung von der ard
- ausgestrahlt wurde was übrigens noch bis ende oktober 2020 in der ard-mediathek verfügbar ist
- an der veröffentlichung hat ja ihr haus maßgeblichen anteil ja zumindest hat dieser akt dass man
- eben hier einen sieg will ins archiv aufbaut maßgeblichen anteil ist war so dass sie wie lenz in der tat ein sehr
- hohen alter hier entschieden hat ist es hier einen fonds geben wird also ein richtig zu lebzeiten noch dann starb er
- kurz nach der öffentlichen bekanntgabe als er war hier noch mal im märz 2014 war es aber noch mal hier und hatten wir
- mal gelesen hatte ich noch mal öffentlich diskutiert sagt aber schon im rollstuhl
- dann starb er und seine existenz vollstrecker die wussten dass es noch ein buch heben müsste was er als relativ
- junger autor geschrieben hat das ist ja nicht sein zweiter roman dass da eben noch schlimmer
- vielleicht wäre linz gar nicht so schwitzt drauf gewesen zu lebzeiten das noch auszugeben aber wenn man das wusste
- hat man dann gleich im zuge der übergabe dieses archiv sind dieses großen nachlasses das war daneben den nachlass
- geworden danach gesucht das auch gefunden und dann war es aber auch nur so das ist wie schön ist wenn man sich
- um ein autor kümmert und es gibt ja auch eine werkausgabe die in den letzten jahren angefangen deren erscheinen
- angefangen hat wenn man da so einen ganz neuen text hat niemand hat damit gerechnet dass das buch so einen
- durchschlagenden erfolg haben wird aber dann war eben günter berg der das erbe betreut hier und wir haben
- gemeinsam gesucht haben auch gemeinsam nach ja quellen zu diesem buch gesucht relativ schnell hatte eben angefangen
- hier im lesesaal das zu edieren und dann erschien ist als buch vor hoffmann und campe und es ging irgendwie ging einfach
- los also das ist mein ziel ist es natürlich die ausnahme das haben sich glaube ich mehrere
- hunderttausend stück davon verkauft werden wir den super bestseller war normalerweise ist man froh wenn man
- etwas aus dem archiv hebt und as interessieren sie vielleicht vier oder fünf tausend leute dafür dass er schon
- viel das war nun die absolute ausnahme das was tatsächlich zum herz der lithium zum
- longseller kann man gerade zu sagen wird und dann eben nicht nur ein hörbuch erscheint sondern eben auch noch eine
- verfilmung und siegfried lenz als jugendlicher autor dann nochmal ganz neuen auftritt gefunden hat das ist
- natürlich das ideal das kann man nicht immer finden und viele autoren sind auch so professionell dass sie diese haben
- die erfolg haben können auf dem buchmarkt auch meist zu lebzeiten doch aus bringen
- ich möchte aber noch mal auf ein anderes beispiel eingehen an dem sich auch die die arbeit in ihrem haus ist so ein
- bisschen spiegelt in den briefen von rainer maria rilke an lou andreas salomé auch eine förderung der kulturstiftung
- sender zeigt sich das ruhige sich offenbar was seine handschrift angeht der schrift der adressatin angenähert
- hat so steht es in einem artikel in unserem stiftungs magazin us pro tonne aus dem jahr 2018
- ich finde das wirklich erstaunlich was man alles an originalhandschriften so ablesen kann
- ja das ist vollkommen erstaunlich und das ist bei rücker auch das war ein extrembeispiel vielleicht wenn man muss
- auch wissen auch dieser vorname rainer maria auch der stammt aus der beziehung mit lou andreas salomé also im grunde
- hat heißt es immer sie hat den namen für ihn ausgedacht und er hat eben tatsächlich aus einer anschrift die
- angeglichen und es setzt sich dann auch fort wenn man später rückte verehrerinnen vor allen dingen sind es
- oder über es gibt eine übersetzerin die da denkt man manchmal das schreibt auch rücke aber das ist jemand der dann auch
- diese schrift aufnimmt und das anschrift geschriebene wort ist eben mehr wie soll man sagen mehr als die mitteilung des
- sehens und das ist etwas was hatte bei else lasker-schüler geradezu zum programm wurde also rückt immer mehr so
- schmuckvolle sehr ordentliche texte hinterlassen hat auch so schmuck handschriften gemacht bei else lasker
- schüler geht es dann eher dahin dass jeder buchstabe so eine art expressionistische geste oder teilweise
- auch tatsächlich ein bild wird und sie geht auch so weiter sagt manchmal ist es gar nicht so schlimm ich habe die seite
- zur folge schrieben dass das gegenüber das eigentlich gar nicht lesen kann es gehe vielmehr darum dass man im grunde
- wie man ihm an die hand gibt eben in diesem schriftlichen ausdruck wie die nähe sucht und die nähe sucht man eben
- auch darüber dass man da eben besonders schön schön schön oder besonders expressiv eben buchstaben anordnet und
- wenn ihr die buchstaben nicht reichen geht es hier auch immer wieder über in schlangenlinien in sterne in
- selbstportraits auch manchmal porträts von anderen leuten mal tiere und so weiter also das geht dann tatsächlich
- als bildliche und damenriege und lasker schüler die ja ungefähr gleich als inter ist ein bisschen jünger schon gewisse
- ähnlichkeit diesen gruppen schrift wie soll man diese schrift kult in kultur handschrift dass man im grunde dieses
- dieses handschrift hier zeichnen und diese geste des schreibens auch als wert an sich
- und rücke ist daher so die ordentliche variante geschulte andreas salomé lasker schüler ist dann so der aufbruch und den
- expressionismus es gibt mehr als eine förderung der kulturstiftung der länder eine erwerbung
- förderung für ihr haus die mit dem namen franz kafka verbunden ist und darunter nicht nur der ankauf des manuskripts von
- franz kafkas roman der prozess was ist denn daraus entstanden was ist da ediert worden
- da erstmal ist kafka ja sicher der autor der international der deutschsprachige autor der international bis heute die
- größte wirkung entfaltet hat in den letzten jahrzehnten also jetzt haben wir in den letzten 80 jahren kann man sagen
- der im grunde spätestens nach dem zweiten weltkrieg würde ich der welt auto schlechthin ist ist bis hin dazu
- dass es jemand vor ort das kafkaeske ja überhaupt gibt dass es auch im englischen gibt inzwischen was im bund
- auf ihn bezogen wird und er ist auch so etwas wie ein internationales kultur habe er ist
- tatsächlich sowieso etwas wende ist irgendwie etwas gibt wie so ein der welt literarisches erbe des kafka ist
- sicherlich also ein autor der eigentlich in alle sprachen übersetzt übersetzt wurde der auch in jeder
- generation ob wir wirklich leidenschaftlich und aktive leser findet das ist die absolute ausnahme und der
- eben auch noch steht für die gemeinsame deutsch jüdische tradition ist ja ganz wichtig und insofern teilen wir uns
- heute die kafka hinterlassenschaften ein großer teil ist in israel in der nationalbibliothek in israel in
- jerusalem ein großer teil ist in oxford das hängt mit den armen von kafka zusammen mit ein
- großer teil ist eben auch dank der stetigen und wiederholten förderung der kulturstiftung hier in marbach an in
- deutschland halt und inzwischen ist es so dass diese drei sammlungen extrem engen zusammenarbeit
- also wenn jetzt auch 2024 sich der der todestag von von kafka zum hundertsten markiert dann würde es voraussichtlich
- auch gemeinsame projekte geben eben von oxford jerusalem und marbach vielleicht kommt auch andere akteure dazu über die
- sieht man was es ist und bei kafka ist natürlich würde ich das besondere dass seine wesentlichen werke also die
- grossen romana amerika heute heißt es der verschollene aufgrund der handschrift der prozess um das schloss
- die sind alle nach seinem tod aus hinterlassen in handschriften ediert worden
- sie sind erst mal relativ konventionell ediert von von max brod bald nach seinem tod wurden damit auch zu solchen welt
- büchern und im laufe der jahrzehnte hat man zudem gesehen dass der max brod der doch recht ja wie soll man sagen recht
- stark reagiert hat oder das ganze im grunde auf einen lesbaren normalen relativ normalen roman hin getrimmt hat
- da wurde man natürlich immer skeptischer im heerdter neue fassung erarbeitet in kritischen werkausgaben und für diese
- ausgaben müssen auf die handschrift zurückgehen und die war das ganze tal das ist hier auch gesammelt wird und
- dass man im grunde das manuskript des prozesses in öffentlicher hand hat und da entstanden bisher schon zwei
- kritische ausgaben daraus und bei kafka ist auf einer von den autoren denn wer bei lasker schüler schon merken dass die
- briefe oft sich so in richtung werk entwickeln und auch vielleicht ähnlich wichtig sind wie gedichte und
- prosastücke des kafka hat sich einer von den autoren wo man diese unterschiedlichen genres also science
- romane sei es kurz pause das tagebuch oder sei es briefe oft gar nicht mehr unterscheiden kann weil er so eine ja
- wir sagen wir sagen so einen starken personalstil hat dass seine briefe oft genauso gut geschrieben sind für die
- wunderbaren erzählungen und insofern ist kafka ist natürlich ein ausnahmefall ist einfach eines der großen jenny ist denke
- ich in der literatur des 20 jahrhunderts aber das macht es so wichtig da zu sammeln und das auch das ist auch
- gefördert wird ich möchte zum abschluss noch mal zurückkommen zu dem eigentlichen anlass
- unseres gesprächs nämlich zu den briefen von else lasker-schüler die werden ja wie ich eingangs schon sagte ab dem 25
- august in berlin in der stiftung brandenburger tor ausgestellt wie wird dort literatur ausgestellt also was für
- eine ausstellung wird das sein das wird einerseits eine kleine ausflüge seien einerseits wird das eine durchaus
- experimentelle formen sein es ist eine neue reihe werben die heißt satellit die wird auch gefördert vom
- hauptstadtkulturfonds und es wird immer darum gehen im grunde ja auch die frage zuzulassen was was
- geht mich dieses dokument wieder das geht mich diesen die was gehen mich diese alten papiere tatsächlich an also
- was kann es auch in der gegenwart bedeuten wenn ich jetzt darüber nachgedacht hat dass er sie lasker
- schüler auch so ein bisschen ein vorbild ist für sich heute selbst in studierende künstler ging es uns auch darum wir
- laden eine schriftstellerin ein da eben mit diskutieren um zu überlegen was das für sie bedeutet hat da wir uns jetzt
- für judith kuckart entschieden die eine reihe von romanen geschrieben hat und auch eine vergangenheit also als
- tänzerin und ist auch gleichzeitig regisseurin judith kuckart hatte geben tatsächlich erleben lang wird else
- lasker schüler beschäftigt das geht schon los mit ihrer masterarbeit und sie hat auch selbst mal so dass schüler
- drama geschrieben und inszeniert das beruht unter anderem darauf dass die eben auch tatsächlich in wuppertal
- aufgewachsen ist jetzt schon sehr lange in berlin lebt aber das war so da hat man unmittelbar mit so einer autorin die
- doch sehr gegenwärtig ist den bezug im grunde zu den quellen und wir diskutieren darüber diese diskussionen
- die wir sowohl hier geführt haben im archiv als auch vom publikum am 25 august die werden auch aufgezeichnet die
- werden als video und dann auch teil dieser ausstellung sein wir zeigen tatsächlich alle alle
- dokumente aus 79 konvolut zum großen teil aber als faksimile dass man sich auch selbst in die hand nehmen kann es
- ist jetzt auch alles im jenige recht aber beschichtet und der ist so sein dass sie diese
- postkarten vergrößert in einem raum hängen man dann sein smartphone nehmen kann und den qr code scannen kann und
- dann über seinen kopfhörer die postkarten vorgelesen bekommt ist alles schon eingelesen und ich glaube dass ich
- hoffe das wird eine ganz schöne inszenierung darüber hinaus wird eine reihe von fotos sehen können von else
- lasker schüler auch drei relativ unbekannte porträts also originale und wir haben das ganze genannt planet
- motzstraße weil ein großteil von else lasker schülers leben in einem hotel in der motzstraße stattfand den damaligen
- hotel kuschel und das war eben damals auch schon aufregende gegen den heute ist es ja auch in berlin eine gegend die
- durchaus anregend das sind vielerlei hinsicht und auch durchaus klar sie ist wie sie ist wild und das war sie damals
- auch schon aber heute ist es sicherlich nochmal der stufe stufe bilder deshalb planet motzstraße die meisten postkarte
- dort geschrieben also eine inszenierung einer ausstellung und eine veranstaltung der ich großen erfolg wünsche
- das war ein gespräch über den ankauf eines brief konvoluts von else lasker schüler durch das deutsche
- literaturarchiv marbach erlauben sie mir noch den hinweis dass sie alle informationen über die kulturstiftung
- der länder auch finden auf instagram auf youtube auf facebook und twitter und natürlich auf unserer webseite und ihnen
- herr dr bürger danke ich ganz herzlich für dieses sehr interessante gespräch sehr gerne hin
- [Musik]