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Zentraler Gottesdienst zum Ökumenischen Tag der Schöpfung 2026 (mit DGS - Gebärdensprachübersetzung)

ACK Deutschland1:17:45 1.175 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

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Transkriptautomatisch erstellt · 306 Zeilen
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  1. [musik] [musik]
  2. เ [glocke]
  3. [musik] [musik] เ เฮ
  4. [musik] [musik]
  5. [musik] [musik]
  6. [musik] [musik]
  7. [musik] [musik]
  8. [musik] [musik]
  9. [musik] die
  10. [musik] [musik]
  11. [musik] [musik]
  12. [musik] die [musik]
  13. Herzlich willkommen zum Gottesdienst, zum ökumenischen Tag der Schöpfung hier in der Elisabethkirche in Marburg. Ich begrüße Sie alle herzlich hier vor
  14. Ort, ebenso wie Sie über die Liveübertragung mit uns verbunden sind. Wir feiern diesen Gottesdienst immer in ökumenische Vielfalt, gemeinsam mit
  15. Christinnen und Christen aus unterschiedlichen kirchlichen Traditionen, heute aus der römisch-katholischen
  16. Kirche, der evangelischen Kirche, der evangelisch-methodistischen Kirche, der anglikischen Tradition, der orthodoxen und orientalisch
  17. orthodoxen Tradition und der neuapostolischen Kirche. Der ökumenische Tag der Schöpfung in Marburg ist getragen vom gemeinsamen
  18. Engagement der ACK in Deutschland, der ACK Hessen Rheinhessen und der ACK Marburg und steht damit für gelebte ökumenische
  19. Verbundenheit hier vor Ort und weit darüber hinaus. Unser Gottesdienst ist zugleich inklusiv gestaltet.
  20. Die Feier wird durchgehend in deutsche Gebärdensprache übersetzt. Für Menschen mit Einschränkung der Seefähigkeit stehen liturgische Texte in
  21. Brelschrift hier vor Ort zur Verfügung. So wollen wir miteinander Gottesdienst feiern in unsere Vielfalt und Verbundenheit offen für alle, die heute
  22. mit uns feiern. Liebe Schwestern und Brüder, hast du erkannt, wie weit die Erde ist?
  23. So fragt Gott im Buch Hiob. Diese Frage meint mehr als Entfernungen und Horizonte. Sie stellt uns hinein in die Weite der
  24. Schöpfung und in die Wahrheit über uns selbst. Wir leben in eine Zeit, in der wir glauben, die Erde vermessen und im Griff
  25. zu haben. Und doch erfahren wir ihre Verletzlichkeit. Aten sterben aus,
  26. Lebensräume schwinden, das Klima verändert sich. Die Weite der Erde lässt uns staunen und sie erschüttet unsere
  27. Selbstgewissheit. Sie ruft uns heraus aus dem Mittelpunkt. Wir sind mit Geschöpfe, nicht der Schöpfer.
  28. Die Weite der Erde zeigt sich im großen und im Kleinen, im Himmel über uns und dem Samen, der neues Leben in sich
  29. trägt. Alles ist miteinander verwen. Die Weite erinnert uns an unsere Begrenztheit
  30. und an unsere Abhängigkeit von Gott. Demut ist die mutige Anerkennung dieser Wahrheit.
  31. Wie Hiob dürfen wir klagen über die Not der Welt. Und wir dürfen darauf vertrauen, Gott hört.
  32. Er will das Leben. Seine Weite ist größer als unsere Schuld und größer als unsere Angst.
  33. Als Christinnen und Christen verschiedener Konfessionen feiern wir heute ökumenisch im Blick auf die ganze bewohnte Erde.
  34. Wir wollen die Weite neu sehen lernen, staunen, danken und Verantwortung übernehmen. Hast du erkannt, wie weit die Erde ist?
  35. [seufzt] So lasst uns gemeinsam unseren ökumenischen Gottesdienst beginnen im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes
  36. und des Heiligen Geistes. Amen. Als der Dekan im Kirchenkreis Marburg darf ich Sie herzlich willkommen heißen
  37. hier in Marburg, einer Universitätsstadt, die bunt und vielfältig und fröhlich ist und ganz viele
  38. Konfessionen schon lange in sich vereinigt. Die ACK hier vor Ort ist eine umfangreiche, ein großer Kreis, der
  39. sich trifft mehr als 20 verschiedene Gemeinden. Wir haben sogar eine ökumenische Heilige hier in Marburg, die Elisabeth von Thüringen. Sie hat in
  40. allen Menschen immer vor allem Gottes Geschöpf gesehen und sie hat geteilt, besonders mit den Armen und den Kranken Fürsorge,
  41. Geld, Lebensmittel. So sind auch wir dazu gerufen zu teilen und fürsorglich zu bewahren, was Gott uns gibt. Wir
  42. freuen uns sehr, dass Sie hier bei uns in Marburg zu Gast sind in unserer besonderen reingischen Elisabethkirche, die das Motto des Gottesdienstes, des
  43. Schöpfungstages eigentlich gebaut hat. Sie ist weit gespannt. Alles zeigt zum Himmel. Sie will, dass Himmel und Erde sich hier
  44. treffen und wir als Menschen eine Ahnung von der Weite des Reichs Gottes bekommen. Und das ist ein Reich, das im Himmel und auf der Erde zu finden
  45. ist. Hier soll sich das alles berühren. Guter Gott, wie wunderbar ist deine Schöpfung.
  46. Fasziniert und staunend betrachten wir Menschen alles lebendige um uns herum und fühlen unsere tiefe Verbundenheit mit allen deinen Geschöpfen.
  47. Wie verletzt ist deine Schöpfung eigensinnig und ohne Mitgefühl haben wir Menschen, allem lebendigen um uns herum unseren Stempel aufgedrückt
  48. und für uns verzweckt. Wie bedrohlich ist deine Schöpfung. Erschrocken und zum Teil ratlos erleben wir die Gefährdungen,
  49. denen wir als Menschen in deiner Schöpfung ausgesetzt sind und gegen die wir uns zu schützen haben. Wunderbar,
  50. verletzt, bedrohlich, die Weite, mit der sich deine Geschöpfe gegenseitig erfahren.
  51. Gib Zeugnis von Freiheit und Gebundenheit, Verantwortung und Loslassen, angesprochen sein und Ansprechbarkeit,
  52. die du in deine Schöpfung gelegt hast. Du hast uns und alle Mitgeschöpfe bei unserem und ihrem Namen gerufen. Wir sind gemeinsam
  53. dein Franz von Asisi hat in der ersten Strophe des Sonnengesangs geschrieben, es ist altalienische
  54. Sprache. Tue le Laude la Gloria et on benediktion. übersetzt. Ja,
  55. dein ist das Lob, die Herrlichkeit und die Ehre und jeglicher Segen. Amen.
  56. Denn so [singen] hoch der Himmel über [singen] der Erde ist,
  57. so hoch ist Gottes Huld [singen] über denen, die ihn fürchten. [musik] den Herrn
  58. meine See. [musik]
  59. So weit entfernt der Aufgang [singen] ist vom Untergang, so weit [singen] entfernt er die Schuld. von uns.
  60. [musik] See, [musik]
  61. wie [singen] ein Vater sich seiner [singen] Kinder
  62. erbarmt. So erbarmt [singen] sich der Herr
  63. über alle, die ihn fürchten. den Herr [musik]
  64. [musik] Es ist keine Utopie, was in der Feier der Orthodoxen Brotsegnung der
  65. Orthoglassia gesagt wird, wenn es heißt: "Segne die Brote, den Weizen, den Wein und das Öl und melde sie in deiner Stadt, in dieser Stadt und deiner ganzen
  66. Welt." Das klingt ja eigentlich verrückt, dass diese fünf Brote in der ganzen Welt vermehrt werden sollen. Doch der Segen,
  67. der da gesprochen wird, wird ja uns zugesprochen, die wir diese Brote teilen. Wenn wir also lernen,
  68. dass es darum geht zu teilen, das was wir haben, auch als Besitz der anderen zu sehen, das was uns geschenkt wurde als ein Geschenk nicht für uns als
  69. individuell, sondern als Gemeinschaft zu begreifen, dann verändern nicht nur wir uns, sondern alles,
  70. was wir lokal tun. Wie wir spätestens seit der Wiederentdeckung der Ökologie gelernt haben, immer auch global.
  71. Man hat dies als eucharistische Lebensstil bezeichnet, denn hier steckt die Danksagung griechisch Eucharistie immer und überall mit drin. Wir haben es
  72. vielleicht verlernt, dass sich nur Brot und Wein, Teil und Materie der kosmischen Liturgie sind, sondern die gesamte Schüpfung. Wenn wir also
  73. Kartoklasier feiern, ist das immer ein Aufbruch zu diesem neuen euchaucharistischen Lebensstil. Es ist keine Utopie.
  74. Lasst uns zum Herrn beten. [musik]
  75. [musik] [musik] Herr Jesus Christus, der du gesegnet
  76. hast, die fünf Brote in der Wüste und 5000 gespeist hast, segne du auch diese Brote, den Weizen, den Wein und das Öl und mehrere sie in dieser Stadt und
  77. deiner ganzen Welt und heilige, die davon kosten Gläubigen, denn du bist es, der alles segnet und heiligst, Christus unser Gott. Und dir senden wir die
  78. Verherrlichungen vor samt deinem anfanglosen Vater, deinem allheiligen und guten und lehnmächtigen Geist, jetzt und immer da und von der
  79. Ewigkeit der Ewigkeit. Amen. Reiche müssen derben und hungern. Wer aber den Herrn sucht, [singen]
  80. wird kein Gut entbehren. Müssen nermen und hungern. Wer aber den Herrn sucht, wird kein Gut entbehren.
  81. Reiche müssen darben und hungern. Wer aber den Herrn sucht, wird kein Gut entbehren.
  82. Wer aber den Herrn sucht, wird kein Gut entbeen. Die gesegnete Brote werden zum Schluss des Gottesdiensternes am Aushang
  83. ausgeteilt. [musik]
  84. เ [musik] [musik]
  85. [musik] [musik]
  86. [musik] [musik]
  87. Du bist [räuspern] heilig, [musik] mein [singen] Schöpfer.
  88. Du bist reilig, [singen] [musik] mein Gott und
  89. du bist [singen] Heilig. [musik] Heiligt
  90. wo [singen] sie an dir sein. [musik] Preis und [singen] dir wo sie an mein [musik] Gott unter.
  91. Du bist reicht, [singen][musik] meine Zucht. [musik]
  92. Du gehst [singen] um mein Gott [musik] unter.
  93. Du bist heilig, [musik] [singen] heilig, heilig. [musik]
  94. Sie an ihr seid [singen] Geist und her [musik] wo sie an Nam mein Gott und [musik]
  95. du bist heilig ein [musik] begleitet. Ja, das [musik] mein Mund.
  96. Du [musik] bist heilig, heilig, [singen] heilig. [musik] Se [singen]
  97. na dir seis [musik][singen] und sie na mein Gott und her [musik]
  98. mein Gott [musik] und Herr Ja. Wir hören aus dem Buch Hiob im 38. Kapitel die Verse 1 bis 18 nach der
  99. Übersetzung von Martin Luther und ich bitte Sie sich dazu zu erheben. Und der Herr antwortete Hiob aus dem Sturm und sprach:
  100. Wer ist der den Ratschluss verdunkelt mit Worten ohne Verstand? Gürte deine Länden wie ein Mann. Ich will dich fragen, lehre mich.
  101. Wo warst du, als ich die Erde die Erde gründete? Sage mir, wenn du so klug bist. Weißt du, wer ihr das Maß gesetzt hat
  102. oder wer über sie die Messschnur gezogen hat? Worauf sind ihre Pfeile eingesenkt? oder wer hat ihren Eckstein gelegt,
  103. als die Morgensterne miteinander jauchzten und alle Gottessöhne jubelten? Wer hat das Meer mit Toren verschlossen,
  104. als es herausbrach? wie aus dem Mutterschoß, als ich es mit Wolken kleidete und in Dunkel einwickelte wie in Windeln,
  105. als ich ihm seine Grenze bestimmte und setzte ihm Riegel und Tore und sprach: "Bis hierher sollst du kommen und nicht weiter. Hier sollen sich legen
  106. deine stolzen Wellen. hast du zu deiner Zeit dem Morgen geboten und der Morgenröte ihren Ort gezeigt,
  107. damit sie die Enden der Erde fasste und die Frefler von ihr abgeschüttelt wurden. Sie wandelt sich wie Ton unter dem
  108. Siegel und färbt sich bunt wie ein Kleid. Und den Freflan wird ihr Licht genommen und der erhobene Arm zerbrochen werden.
  109. Bist du zu den Quellen des Meeres gekommen und auf dem Grund der Tiefe gewandelt? Haben sich dir des Todesore je aufgetan?
  110. Oder hast du gesehen die Tore der Finsternis? Hast du erkannt, wie weit die Erde ist?
  111. Sage es, wenn du das alles weißt. Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Kolosse.
  112. Jesus Christus ist Bild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene der ganzen Schöpfung. Denn in ihm wurde alles erschaffen, im
  113. Himmel und auf Erden, das Sichtbare und das Unsichtbare. Throne und Herrschaften, Mächte und Gewalten.
  114. Alles ist durch ihn und auf ihn hin geschaffen. Er ist vor aller Schöpfung und in ihm hat alles bestand.
  115. Denn Gott wollte mit seiner ganzen Fülle in ihm wohnen, um durch ihn alles auf ihn hin zu versöhnen. Wort des lebendigen Gottes.
  116. [musik] เ
  117. [musik] [musik]
  118. Se [musik] [musik]
  119. [musik] [musik]
  120. [musik] [musik]
  121. [musik] [musik]
  122. [musik] [musik]
  123. [musik] Grautreuer Freund ist alle Theorie und grün des Lebens goldener Baum.
  124. Wir alle kennen, glaube ich, diesen Satz aus Götes Faust und sind spätestens seit Gote davon überzeugt,
  125. dass die Praxis eben der goldene Baum viel viel wichtiger ist als alle Theorien.
  126. Wer etwas auf sich hält, der packt an. Und wie langweilig sind jene, die irgendwelchen Theorien anhängen?
  127. Das diesjährige Motto des ökumenischen Tages der Schöpfung Liebe Gemeinde hat mich darauf gebracht, das anders zu sehen.
  128. Es lautet: "Sie haben es gesehen auf dem Programm und gehört, hast du erkannt, wie weit die Erde ist und bezieht sich auf das Buch Hiob im
  129. Alten Testament. Gerade eben haben wir in der Lesung gehört,
  130. der mit Gott hadden Hiob wird von eben diesem Gott selbst angesprochen in jener unvergleichlichen Ermahnung,
  131. die dem Zweifelnden die Augen öffnen soll. Hören Sie noch ein paar Sätze aus dieser Ermahnung.
  132. Der Herr spricht zu Hiob aus dem Sturm: "Ich will dich fragen, du belehre mich. Wo warst du, als ich die Erde gegründet? Sag es denn, wenn du Bescheid weißt."
  133. Wer setzte ihre Maße? Du weißt es ja. Wer hat die Messschnur über sie gespannt? Wohin sind ihre Pfeile eingesenkt?
  134. Pfeiler eingesenkt und wer hat ihren Eckstein gelegt? Und so geht es weiter in einer langen Aufzählung,
  135. in der die Natur und ihre Phänomene beschrieben werden. Und irgendwo mittendrin steht jener Satz,
  136. der zum Ausgangspunkt unseres Motors geworden ist. Hast du der Erde weiten überblickt? Sag es, wenn du das alles weißt.
  137. Und natürlich geht es nicht um eine Biologiestunde, die hierop erhalten soll. Der Herr möchte ihm wie gesagt die Augen
  138. öffnen. Hiob soll die Größe Gottes und zugleich die Grenzen des menschlichen Verstehens
  139. erkennen. Ein Theologe nennt dies die Liebesoffenbarung Gottes.
  140. Die Augen öffnen möchte auch der ökumenische Tag der Schöpfung. Ganz einfach gesagt, möchte er uns vom sehen zum Schauen
  141. bringen. Ist das nicht dasselbe? Werden Sie fragen? Eben nicht.
  142. Sehen bedeutet, dass unsere Augen funktionieren und Reize ab ankommen. Das geschieht meistens passiv. Etwas Gerät ins Blick fällt,
  143. meistens ohne dass man es will. Schauen dagegen bedeutet den Blick bewusst auf etwas zu richten. Es ist dabei zumeist verbunden mit einer
  144. Richtung oder einem Ziel. Zurück zu Gothe. Jetzt kommt der überraschende Moment.
  145. Bei den alten Griechen hieß die Tätigkeit des Schauerns Theoria.
  146. die Theorie nicht als grau grau, sondern als intensiver Akt des Hinsehens. Das betrifft nämlich nicht nur den
  147. physischen Seesinn, sondern umfasst auch das Erwägen, also ein geistiges Urteil, eine Meinung oder eine Ansicht über das Gesehene zu
  148. erlangen. Theor ich schaue, kann dann auch ich verstehe bedeuten.
  149. Wir kennen das ja auch aus unserem heutigen Sprachgebrauch. Wenn ich zu jemand sage, ich sehe, was du meinst,
  150. sage ich doch damit, ich verstehe, was du meinst. Es geht also nicht nur um eine Sinneswahrnehmung,
  151. sondern daraus resultierend um einen Akt Denkens. Theoria heißt dann nicht nur ich sehe oder ich sehe hin,
  152. sondern auch ich habe eine Meinung. Ich glaube etwas und prüfe etwas gedanklich. Und in einem weiteren Schritt folgt
  153. daraus: Ich untersuche oder beobachte sorgfältig.
  154. Und so ist daraus letztendlich auch die bei uns und bei Göte vorherrschende Bedeutung des Begriffs Theorie entstanden.
  155. All das erwartet der Tag der Schöpfung von uns. Es geht darum vom Sehen, von der Wahrnehmung, also zum Schauen, zum
  156. Verstehen und bestenfalls auch zum Handeln zu kommen.
  157. Für die Theologen der alten ungeteilten Kirche war die Theor Teil ihres spirituellen Weges, ja sogar das Ziel desselben.
  158. Sie erlaubte es Gottes Nähe zu erreichen, was als Gottesschau bezeichnet wurde. Selbst wenn man das biblische Wort
  159. Niemand hat Gott je gesehen, Johannes 1 18 durchaus beherzigte. Eine Schau des Schöpfergottes bewirkt allerdings auch einen neuen Blick auf
  160. die Schöpfung. Ein beliebter Kirchenvater des Ostens, Maximus Konfessor, der Bekenner, er lebte um das Jahr 600,
  161. spricht in diesem Zusammenhang von der kosmischen Liturgie. Wir haben es gerade gehört, im Zusammenhang mit der Brotsegnung.
  162. Das klingt heutzutage womöglich sehr exotisch oder fremd. Gemeint aber ist folgendes. Die gesamte Schöpfung eben der Kosmos
  163. ist tief mit Gott verbunden. Maximus sieht das Universum als einen großen mystischen Raum. in dem Himmel und Erde,
  164. Geist und Materie eine Einheit bilden. Die Aufgabe des Menschen ist es als Priester der Schöpfung zu handeln
  165. und diese tief empfundene Harmonie, Bewegung und Liebe zu Gott zurückzubringen.
  166. Ein Priester ist daher nach dem Heiligen Maximus nicht einfach jemand, der sonntags in der Kirche steht und den Gottesdienst feiert.
  167. Nein, ein Priester ist viel mehr als das. Er ist jeder Mensch, Mann oder Frau, der Gottes Liebe zu uns erkannt hat und
  168. diese Liebe weitergibt und teilt. Durch die heilige Taufe ist jeder Mensch ein Priester. Deshalb sprechen wir auch vom
  169. Priestertum aller Gläubigen, vom allgemeinen Priestertum. Ein zeitgenössischer Heiliger, Vater Sofroni aus Esse,
  170. er ist 1993 gestorben, beschreibt dies so, ich zitiere: "Veranschaulicht euch das großartige
  171. Gemälde, dass uns Gott in der Schöpfung des Kosmos und in der Schöpfung des Menschen nach seinem Bild und Gleichnis enthüllt.
  172. Das wonach wir auf der Suche sind, ist nicht auf unser kleines alltägliches Leben beschränkt. Wir streben nach der Gemeinschaft mit
  173. Gott und nach der Erlangung des Lebens in all seiner Fülle mit seinen kosmischen und göttlichen Dimensionen.
  174. In unserer geistigen Vision müssen wir das kosmische und das Göttliche Sein, das Geschaffene und das Ungeschaffene in uns selbst vereinen.
  175. Soweit das Zitat. Das ist mit der kosmischen Liturgie gemeint, die uns immer wieder in der Theologie des Ostens,
  176. aber auch des Westens begegnet. Hier ist insbesondere Hans von Baltasar zu nennen, der ein
  177. gleichnamiges Werk geschrieben hat. Ich erinnere mich an einen Freund. Er war evangelischer Pfahrer in Brül
  178. und an unsere theologischen Gespräche Anfang der 80er Jahre. Obwohl er eine große Hochachtung vor den Kirchenvätern hatte,
  179. das hatte er von seinem Marburger Professor Wolfgang Bien gelernt, war ihm die Verknüpfung von Theologie und Ökologie.
  180. immer irgendwie suspekt. Für ihn hatte das Kröten über die Straße tragen, damit sie bei der Krötenwanderung nicht überfahren werden.
  181. So nannte er das damals aufkommende ökologische Engagement der Kirchen leicht despektierlich. Dieses Kröten über die Straße tragen
  182. hatte nichts, aber auch gar nichts für den mit dem Glauben zu tun. für ihn. Und das Konzept einer kosmischen Liturgie wäre ihm sicher auch sehr fremd gewesen.
  183. Wo stehen wir heute? 40 Jahre später. Es herrscht Sturm und Gott redet im Sturm zu uns, so wie er im Sturm zu Hiob geredet hat.
  184. Wir erkennen, es geht nicht um die grauen Theorien oder gar Verschwörungstheorien, teurer Freund.
  185. Es geht um das lebens goldenen Baum. Es geht um die Theorie, um das bewusste Hinsehen, das Verstehen
  186. und wie gesagt nach Kräften auch um das Handeln. In diesem Sinne müssen wir alle Theoretiker werden,
  187. wenn es erforderlich ist, auch mit Kröten über die Straße tragen. Amen.
  188. Hast du erkannt, wie weit die Erde ist? So fragte Gott hierob. So sind auch wir gefragt.
  189. Wir, die wir meinen, die großen Geheimnisse des Lebens auf dieser Erde entschlüsselt zu haben. Die Welt reicht weit hinaus, weiter, als
  190. wir sie wahrnehmen können oder wollen. Dennoch die Weite der Schöpfung trägt uns und sie verbindet uns miteinander und
  191. mit allen Geschaffenen. Ein altes Wort der Bibel beschreibt das Roch,
  192. Atem, Wind, Geist Gottes. Alles lebendige atmet. Alles Lebendige teilt denselben
  193. Lebenshauch, den eingehauchten Atem Gottes. Heute wollen wir diesen verbindenden Atem
  194. spüren. Ich lade sie und euch dazu ein, still zu werden und auf den Atem zu achten,
  195. ihren Atem und all den Atem um sie herum.
  196. Lasst die Weite zu euch kommen. Atmet die Weite ein. Atmet die Weite aus.
  197. Atmet sie ein. Atmet sie aus.
  198. Atmet weit ein. Atmet weit aus.
  199. In der Stille spüren und hören wir auf den Atem in uns, neben uns
  200. und um uns. Das gemeinsame Atmen. verbindet uns mit der Weite der
  201. Schöpfung. Unsichtbar, aber hörbar.
  202. Ich höre eine Singtrosel und eine Blaumeise.
  203. Auch der Kuckuck ist da. Die Schöpfung ist ein Atmendes Ganzes.
  204. Die Luft, die wir heute einatmen, ist uralt. Sie war in Pflanzen, in Ozeanen, in Wäldern,
  205. in Tieren, in Menschen, die vor uns lebten. Und sie wird sein in allen, die nach uns leben.
  206. Wir teilen diesen Atem. Er schenkt Leben, verbindet und trägt. Wo wir achtsam miteinander leben,
  207. atmet die Schöpfung frei. Wo wir die Schöpfung zerstören, stockt ihr Atem.
  208. Gott, dein Ruch belebt alles. Lass uns ein Teil deiner atmenden Schöpfung bleiben.
  209. Lass uns achtsam, bewahrend und dankbar sein. Amen.
  210. Ich lade Sie ein, sich zu erheben und unseren gemeinsamen Glauben mit den Worten des Glaubensbekenntnises von Niza Konstantinopel zu bekennen.
  211. Wir sprechen gemeinsam. Wir glauben an den einen Gott, den Vater, den Allmächtigen, der alles geschaffen hat, Himmel und
  212. Erde, die sichtbare und die unsichtbare Welt. und an den einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn,
  213. aus dem Vater geboren vor aller Zeit, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott, gezeugt, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater.
  214. Durch ihn ist alles geschaffen für uns Menschen und zu unserem Heil ist er vom Himmel gekommen, hat Fleisch angenommen durch den
  215. Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und ist Mensch geworden. Er wurde für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus,
  216. hat gelitten und ist begraben worden, ist am dritten Tage aufverstanden nach der Schrift und aufgefahren in den Himmel.
  217. Er sitzt zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen in Herrlichkeit zu richten die Lebenden und die Toten. Seiner Herrschaft wird kein Ende sein.
  218. Wir glauben an den Heiligen Geist, der Herr ist und lebendig macht, der aus dem Vater hervorgeht, der mit dem Vater und dem Sohn angebetet
  219. und verherrlicht wird, der gesprochen hat durch die Propheten und die eine Heilige katholische und apostolische Kirche.
  220. Wir bekennen die eine Taufe zur Vergebung der Sünden. Wir erwarten die Auferstehung der Toten und das Leben der kommenden Welt.
  221. Amen. Amen. Gott, wir danken dir, dass du die Erde und noch viel mehr so vielfältig
  222. erschaffen hast. Mit Hiob staunen wir darüber, wie weit deine Erde ist. Wir loben dich für die wunderschöne, bunte Pflanzenwelt,
  223. für das Zusammenspiel von Pflanzen, Tieren, Wasser, Luft und Boden. Wie weit ist deine Erde, Gott?
  224. Wir bitten dich, dass wir das Staunen nicht verlernen über die großen und kleinen Wunder der Natur,
  225. wie Pflanzen das Sonnenlicht nutzen, wie die Zellen unseres Körpers zusammenarbeiten, wie sich das Leben an Veränderungen
  226. anpasst. Lass unsere Ehrfurcht wachsen mit jedem neuen Wissen.
  227. Gott, Hiob hat dir sein Leid geklagt und auch wir bringen vor dich, was uns verzweifeln lässt. Der Klimawandel
  228. schwer zu verstehen und doch allgegenwärtig. Naturparadies könnten zu Wüsten werden,
  229. unzählige Arten aussterben, Land überflutet werden, Millionen Menschen ihre Heimat verlieren.
  230. Wie weit weit ist deine Erde? Wir bitten dich für diejenigen, die keine Veränderung wollen und an
  231. gewohntem festhalten. Schenke ihnen Mut, sich auf Neues einzulassen.
  232. Wir bitten dich für das reichste Prozent der Menschheit, für Luxus und Macht, dass sie ihren Wert nicht darin suchen müssen.
  233. Wie weit ist deine Gott? Wir bitten dich für diejenigen in Politik und Wirtschaft, die vor allem an
  234. Wachstum denken, dass sie sich zuerst um das kümmern, was wirklich lebenswichtig ist.
  235. Wir bitten dich für alle, die denken, sie könnten nichts ausrichten, dass sie andere finden, gemeinsam Zeichen setzen und in ihrem Umfeld
  236. Vorbilder werden. Gott, wir bitten dich für jede und jeden von uns.
  237. Lass uns über uns hinauswachsen und die Verbindung spüren zu allen Geschöpfen. Lass uns nicht denken, wir seien allein.
  238. Halte uns dem Glauben verwurzelt. Schenke Segen, Kraft und Hoffnung.
  239. Ist deine Erde, Gott. In der Stille bringen wir vor dich, Gott, was uns jetzt besonders bewegt.
  240. Wie weit ist deine Erde, wie unfassbar deine Schöpfung. Danke, dass auch wir ein kleiner Teil von ihr sein dürfen.
  241. Als deine Geliebten Söhne und Töchter. beten wir voll Vertrauen zu dir, vereint mit den Worten deines Sohnes Jesus Christus.
  242. Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wille geschehe, so auf Erden.
  243. Unser tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. und führe uns nicht in Versuchung,
  244. sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
  245. Amen. vor dem Lied Du hast uns deine Welt geschenkt, noch der Hinweis auf die
  246. Kollekte. Wohl dem, der Lust am Gesetz des Herrn hat, der ist wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbeächen, der seine Frucht
  247. bringt, heißt es in Psalm 1. Wir haben heute im alten botanischen Garten mit seinem besonderen Baumbestand den Schöpfungstag begonnen.
  248. Und passend dazu der Kollektenzweck heute für die Aktion der evangelischen Kirche von Kurhessen Waldeck, der Waldkirche.
  249. Die Aktion heißt 700.000 Bäume in 7 Jahren. Ein ambitioniertes Ziel. ob Kitas, Konfi oder Jugendgruppen hier in Marburg
  250. natürlich auch Studierende, ob gestandene Bibelkreise oder Einzelpersonen. Möglichst viele wollen wir animieren,
  251. dass sie mitpflanzen und neu unsere Verbindung zu Natur und Wald entdecken. Etwa 70.000 Bäume sind schon gepflanzt.
  252. Heute danken wir herzlich für ihre Unterstützung, damit wir Setzlinge kaufen, Gruppen verpflegen und begleiten können und damit wir so Zeichen der
  253. Hoffnung für künftige Generationen und für uns selbst ja ein Stück weit auch setzen können. Gott segne Geber und Gaben.
  254. [glocke] [musik]
  255. [glocke] [musik] [glocke]
  256. [glocke] [musik] [glocke]
  257. [musik] [musik] se
  258. [musik] [musik] dir
  259. [musik] se [musik]
  260. L uns de [glocke] sechen
  261. [musik] [musik]
  262. Mens เฮ [musik] [musik]
  263. [musik] [glocke] [musik]
  264. [glocke] [musik]
  265. [musik] Chr. Christus ist in unserer Mitte. In Frieden lasst uns beten.
  266. Für den Frieden, der vom Herrn kommt und das Heil unserer Seelen. [singen] Lasset uns beten.
  267. für den Frieden der ganzen Welt, die Standhaftigkeit der Heiligen Kirche Gottes und die Einheit aller lasset uns beten.
  268. Friede [singen] allen und dein Christus ist in unserer Mitze.
  269. Christus ist unser Friede, der ist und der se ans Ende dieses Gottesdienstes gelangt. Ganz herzlich möchte ich mich bei
  270. unseren beiden äh Gebärtensprachendolmetscherinnen danken sowie dem blinden und seebhinderten Bund in Hessen für die
  271. Unterstützung bei die Übertragung des Gottesdienstheftes in Brailschrift. Ich danke dem wunderbaren Frauenkor der
  272. neuapostolischen Kirche Wallu Witkenstein unter der Leitung von Berte Lüpke, dem Talisten Maximilian Braun sowie dem Kantoor der Elisabethkirche
  273. Nels Kupper für die schöne musikalische Begleitung [applaus]
  274. und auch Ihnen allen, die Sie hier vor Ort mit uns gefeiert haben und allen, die über den YouTube-Kanal der ACK mit uns verbunden waren. Schön, dass Sie
  275. dabei waren. Nach dem Segen werden die Brotkörper nach hinten zum Ausgang getragen. Sie sind herzlich eingeladen, sich ein Stück
  276. Brot zu nehmen. In der orthodoxen Tradition der Kasia, der Brotsegnung wird, wie wir vorhin gehört haben, darum gebetet, dass Gott
  277. das Brot in diese Stadt und in deine ganzen Welt mehrere. Vielleicht ist es auch ein sehr schönes Bild für diesen Tag. Wenn wir teilen,
  278. wird es nicht weniger, sondern mehr. Und das Brot verbindet uns miteinander und mit der ganzen Schöpfung. Die Brote wurden von der Gemeinde des
  279. Achimandritten Asenius Karatzas, der Gemeinde der Heiligen Anagio Kosmos und Damian aus Gießen gebacken. Herzlichen Dank dafür.
  280. Und der Tag, also ohnehin der Tag nicht und auch der Schöpfungstag ist noch lange nicht zu Ende. Um 19 Uhr, also in knapp 50 Minuten, laden wir zu einem
  281. moderierten Gespräch zum Thema Biodiversität bewahren, Verantwortung des Menschen für die Vielfalt der Schöpfung ein.
  282. Das Gespräch findet gleich hier um die Ecke im katholischen Regionalhaus Karé in der Biegenstraße 18 statt. Der Weg dorthin ist im Gottesdienstheft
  283. beschrieben. Einfach die Deutschhausstraße hinuntergehen und rechts abbiegen etwa 10 Minuten zu Fuß und dann im Anschluss an das Gespräch
  284. laden wir Sie alle sehr herzlich zum ACK Jahresempfang ebenfalls in den Räumlichkeiten des Kar. Und nun stellen wir uns unter den Segen
  285. Gottes und beschließen diesen Gottesdienst gemeinsam. Bitte heben Sie sich.
  286. Gott, Quelle annen Lebens, segne uns mit Respekt vor der Erde und mit einem Herzen der Staunen kann.
  287. Jesus Christus, der diese Welt liebt und ihr Leid teilt, begleite uns auf Wegen der Gerechtigkeit und stärke uns, wo Verantwortung Mut
  288. braucht. Heiliger Geist, Atem des Lebens, erneuere die Schöpfung und belebe uns mit Hoffnung, Kraft und Liebe.
  289. So segne uns der allmächtige, uns liebende und lebendige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.
  290. Geht hin im Frieden und tragt diesen Frieden in die ganze Schöpfung. [musik][singen] sich die Stunden
  291. wird es sein [musik][singen] zu neigen sich die [musik][singen] Stunden sind zum Abschied [musik]
  292. nun gut wünschen dein guten Gute [musik][singen] Nacht, gute Nacht. Wir wünschen [singen]
  293. ein guten Nacht. [musik] Einer [musik][singen] wird noch wachen, wütenden, was er. [musik]
  294. Eine [singen] wird noch wen [musik] die [singen] Sache gute Nacht. Wir wünschen [musik]
  295. dein gute Nacht. Gute [singen] Macht. Wir [musik] wünschen ein guten Nacht. Lebet [musik][singen] hol wir Freunde
  296. an. Zeit ist [musik] nun so [singen] gehen. Leb Freunden
  297. bis zum [musik] Wiedersehen. Leben toll bis wir [singen] uns wieder sehen. [musik]
  298. Gott mit euch bis [singen] wir uns sind. [musik]
  299. [musik] [musik]
  300. [musik] เ
  301. [musik] [musik]
  302. [musik] [musik]
  303. [musik] [musik]
  304. [musik] [musik]
  305. [musik] [glocke] [musik]
  306. [musik] [applaus]