Zentraler Gottesdienst zum Ökumenischen Tag der Schöpfung 2026 (mit DGS - Gebärdensprachübersetzung) ACK Deutschland https://www.youtube.com/watch?v=owX__Lb8g6Y Transkript (automatisch erstellt) 2:31 [musik] [musik] 2:58 เ [glocke] 3:22 [musik] [musik] เ เฮ 3:50 [musik] [musik] 4:04 [musik] [musik] 4:25 [musik] [musik] 4:38 [musik] [musik] 4:52 [musik] [musik] 5:07 [musik] die 5:15 [musik] [musik] 5:30 [musik] [musik] 5:41 [musik] die [musik] 6:09 Herzlich willkommen zum Gottesdienst, zum ökumenischen Tag der Schöpfung hier in der Elisabethkirche in Marburg. Ich begrüße Sie alle herzlich hier vor 6:20 Ort, ebenso wie Sie über die Liveübertragung mit uns verbunden sind. Wir feiern diesen Gottesdienst immer in ökumenische Vielfalt, gemeinsam mit 6:33 Christinnen und Christen aus unterschiedlichen kirchlichen Traditionen, heute aus der römisch-katholischen 6:39 Kirche, der evangelischen Kirche, der evangelisch-methodistischen Kirche, der anglikischen Tradition, der orthodoxen und orientalisch 6:50 orthodoxen Tradition und der neuapostolischen Kirche. Der ökumenische Tag der Schöpfung in Marburg ist getragen vom gemeinsamen 7:01 Engagement der ACK in Deutschland, der ACK Hessen Rheinhessen und der ACK Marburg und steht damit für gelebte ökumenische 7:12 Verbundenheit hier vor Ort und weit darüber hinaus. Unser Gottesdienst ist zugleich inklusiv gestaltet. 7:23 Die Feier wird durchgehend in deutsche Gebärdensprache übersetzt. Für Menschen mit Einschränkung der Seefähigkeit stehen liturgische Texte in 7:32 Brelschrift hier vor Ort zur Verfügung. So wollen wir miteinander Gottesdienst feiern in unsere Vielfalt und Verbundenheit offen für alle, die heute 7:45 mit uns feiern. Liebe Schwestern und Brüder, hast du erkannt, wie weit die Erde ist? 7:56 So fragt Gott im Buch Hiob. Diese Frage meint mehr als Entfernungen und Horizonte. Sie stellt uns hinein in die Weite der 8:08 Schöpfung und in die Wahrheit über uns selbst. Wir leben in eine Zeit, in der wir glauben, die Erde vermessen und im Griff 8:19 zu haben. Und doch erfahren wir ihre Verletzlichkeit. Aten sterben aus, 8:27 Lebensräume schwinden, das Klima verändert sich. Die Weite der Erde lässt uns staunen und sie erschüttet unsere 8:37 Selbstgewissheit. Sie ruft uns heraus aus dem Mittelpunkt. Wir sind mit Geschöpfe, nicht der Schöpfer. 8:58 Die Weite der Erde zeigt sich im großen und im Kleinen, im Himmel über uns und dem Samen, der neues Leben in sich 9:10 trägt. Alles ist miteinander verwen. Die Weite erinnert uns an unsere Begrenztheit 9:22 und an unsere Abhängigkeit von Gott. Demut ist die mutige Anerkennung dieser Wahrheit. 9:34 Wie Hiob dürfen wir klagen über die Not der Welt. Und wir dürfen darauf vertrauen, Gott hört. 9:47 Er will das Leben. Seine Weite ist größer als unsere Schuld und größer als unsere Angst. 10:07 Als Christinnen und Christen verschiedener Konfessionen feiern wir heute ökumenisch im Blick auf die ganze bewohnte Erde. 10:18 Wir wollen die Weite neu sehen lernen, staunen, danken und Verantwortung übernehmen. Hast du erkannt, wie weit die Erde ist? 10:30 [seufzt] So lasst uns gemeinsam unseren ökumenischen Gottesdienst beginnen im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes 10:37 und des Heiligen Geistes. Amen. Als der Dekan im Kirchenkreis Marburg darf ich Sie herzlich willkommen heißen 10:46 hier in Marburg, einer Universitätsstadt, die bunt und vielfältig und fröhlich ist und ganz viele 10:55 Konfessionen schon lange in sich vereinigt. Die ACK hier vor Ort ist eine umfangreiche, ein großer Kreis, der 11:06 sich trifft mehr als 20 verschiedene Gemeinden. Wir haben sogar eine ökumenische Heilige hier in Marburg, die Elisabeth von Thüringen. Sie hat in 11:19 allen Menschen immer vor allem Gottes Geschöpf gesehen und sie hat geteilt, besonders mit den Armen und den Kranken Fürsorge, 11:31 Geld, Lebensmittel. So sind auch wir dazu gerufen zu teilen und fürsorglich zu bewahren, was Gott uns gibt. Wir 11:43 freuen uns sehr, dass Sie hier bei uns in Marburg zu Gast sind in unserer besonderen reingischen Elisabethkirche, die das Motto des Gottesdienstes, des 11:54 Schöpfungstages eigentlich gebaut hat. Sie ist weit gespannt. Alles zeigt zum Himmel. Sie will, dass Himmel und Erde sich hier 12:05 treffen und wir als Menschen eine Ahnung von der Weite des Reichs Gottes bekommen. Und das ist ein Reich, das im Himmel und auf der Erde zu finden 12:17 ist. Hier soll sich das alles berühren. Guter Gott, wie wunderbar ist deine Schöpfung. 12:53 Fasziniert und staunend betrachten wir Menschen alles lebendige um uns herum und fühlen unsere tiefe Verbundenheit mit allen deinen Geschöpfen. 13:07 Wie verletzt ist deine Schöpfung eigensinnig und ohne Mitgefühl haben wir Menschen, allem lebendigen um uns herum unseren Stempel aufgedrückt 13:20 und für uns verzweckt. Wie bedrohlich ist deine Schöpfung. Erschrocken und zum Teil ratlos erleben wir die Gefährdungen, 13:34 denen wir als Menschen in deiner Schöpfung ausgesetzt sind und gegen die wir uns zu schützen haben. Wunderbar, 13:45 verletzt, bedrohlich, die Weite, mit der sich deine Geschöpfe gegenseitig erfahren. 13:55 Gib Zeugnis von Freiheit und Gebundenheit, Verantwortung und Loslassen, angesprochen sein und Ansprechbarkeit, 14:07 die du in deine Schöpfung gelegt hast. Du hast uns und alle Mitgeschöpfe bei unserem und ihrem Namen gerufen. Wir sind gemeinsam 14:21 dein Franz von Asisi hat in der ersten Strophe des Sonnengesangs geschrieben, es ist altalienische 14:30 Sprache. Tue le Laude la Gloria et on benediktion. übersetzt. Ja, 14:43 dein ist das Lob, die Herrlichkeit und die Ehre und jeglicher Segen. Amen. 15:24 Denn so [singen] hoch der Himmel über [singen] der Erde ist, 15:35 so hoch ist Gottes Huld [singen] über denen, die ihn fürchten. [musik] den Herrn 15:55 meine See. [musik] 16:03 So weit entfernt der Aufgang [singen] ist vom Untergang, so weit [singen] entfernt er die Schuld. von uns. 16:25 [musik] See, [musik] 16:37 wie [singen] ein Vater sich seiner [singen] Kinder 16:45 erbarmt. So erbarmt [singen] sich der Herr 16:55 über alle, die ihn fürchten. den Herr [musik] 17:14 [musik] Es ist keine Utopie, was in der Feier der Orthodoxen Brotsegnung der 17:46 Orthoglassia gesagt wird, wenn es heißt: "Segne die Brote, den Weizen, den Wein und das Öl und melde sie in deiner Stadt, in dieser Stadt und deiner ganzen 18:00 Welt." Das klingt ja eigentlich verrückt, dass diese fünf Brote in der ganzen Welt vermehrt werden sollen. Doch der Segen, 18:11 der da gesprochen wird, wird ja uns zugesprochen, die wir diese Brote teilen. Wenn wir also lernen, 18:22 dass es darum geht zu teilen, das was wir haben, auch als Besitz der anderen zu sehen, das was uns geschenkt wurde als ein Geschenk nicht für uns als 18:37 individuell, sondern als Gemeinschaft zu begreifen, dann verändern nicht nur wir uns, sondern alles, 18:47 was wir lokal tun. Wie wir spätestens seit der Wiederentdeckung der Ökologie gelernt haben, immer auch global. 18:57 Man hat dies als eucharistische Lebensstil bezeichnet, denn hier steckt die Danksagung griechisch Eucharistie immer und überall mit drin. Wir haben es 19:11 vielleicht verlernt, dass sich nur Brot und Wein, Teil und Materie der kosmischen Liturgie sind, sondern die gesamte Schüpfung. Wenn wir also 19:24 Kartoklasier feiern, ist das immer ein Aufbruch zu diesem neuen euchaucharistischen Lebensstil. Es ist keine Utopie. 19:34 Lasst uns zum Herrn beten. [musik] 19:54 [musik] [musik] Herr Jesus Christus, der du gesegnet 20:04 hast, die fünf Brote in der Wüste und 5000 gespeist hast, segne du auch diese Brote, den Weizen, den Wein und das Öl und mehrere sie in dieser Stadt und 20:17 deiner ganzen Welt und heilige, die davon kosten Gläubigen, denn du bist es, der alles segnet und heiligst, Christus unser Gott. Und dir senden wir die 20:30 Verherrlichungen vor samt deinem anfanglosen Vater, deinem allheiligen und guten und lehnmächtigen Geist, jetzt und immer da und von der 20:41 Ewigkeit der Ewigkeit. Amen. Reiche müssen derben und hungern. Wer aber den Herrn sucht, [singen] 20:53 wird kein Gut entbehren. Müssen nermen und hungern. Wer aber den Herrn sucht, wird kein Gut entbehren. 21:07 Reiche müssen darben und hungern. Wer aber den Herrn sucht, wird kein Gut entbehren. 21:19 Wer aber den Herrn sucht, wird kein Gut entbeen. Die gesegnete Brote werden zum Schluss des Gottesdiensternes am Aushang 21:28 ausgeteilt. [musik] 22:28 เ [musik] [musik] 22:45 [musik] [musik] 23:01 [musik] [musik] 23:08 Du bist [räuspern] heilig, [musik] mein [singen] Schöpfer. 23:16 Du bist reilig, [singen] [musik] mein Gott und 23:24 du bist [singen] Heilig. [musik] Heiligt 23:31 wo [singen] sie an dir sein. [musik] Preis und [singen] dir wo sie an mein [musik] Gott unter. 23:47 Du bist reicht, [singen][musik] meine Zucht. [musik] 23:55 Du gehst [singen] um mein Gott [musik] unter. 24:03 Du bist heilig, [musik] [singen] heilig, heilig. [musik] 24:11 Sie an ihr seid [singen] Geist und her [musik] wo sie an Nam mein Gott und [musik] 24:26 du bist heilig ein [musik] begleitet. Ja, das [musik] mein Mund. 24:41 Du [musik] bist heilig, heilig, [singen] heilig. [musik] Se [singen] 24:50 na dir seis [musik][singen] und sie na mein Gott und her [musik] 25:04 mein Gott [musik] und Herr Ja. Wir hören aus dem Buch Hiob im 38. Kapitel die Verse 1 bis 18 nach der 25:42 Übersetzung von Martin Luther und ich bitte Sie sich dazu zu erheben. Und der Herr antwortete Hiob aus dem Sturm und sprach: 26:02 Wer ist der den Ratschluss verdunkelt mit Worten ohne Verstand? Gürte deine Länden wie ein Mann. Ich will dich fragen, lehre mich. 26:18 Wo warst du, als ich die Erde die Erde gründete? Sage mir, wenn du so klug bist. Weißt du, wer ihr das Maß gesetzt hat 26:33 oder wer über sie die Messschnur gezogen hat? Worauf sind ihre Pfeile eingesenkt? oder wer hat ihren Eckstein gelegt, 26:47 als die Morgensterne miteinander jauchzten und alle Gottessöhne jubelten? Wer hat das Meer mit Toren verschlossen, 26:59 als es herausbrach? wie aus dem Mutterschoß, als ich es mit Wolken kleidete und in Dunkel einwickelte wie in Windeln, 27:10 als ich ihm seine Grenze bestimmte und setzte ihm Riegel und Tore und sprach: "Bis hierher sollst du kommen und nicht weiter. Hier sollen sich legen 27:22 deine stolzen Wellen. hast du zu deiner Zeit dem Morgen geboten und der Morgenröte ihren Ort gezeigt, 27:33 damit sie die Enden der Erde fasste und die Frefler von ihr abgeschüttelt wurden. Sie wandelt sich wie Ton unter dem 27:43 Siegel und färbt sich bunt wie ein Kleid. Und den Freflan wird ihr Licht genommen und der erhobene Arm zerbrochen werden. 27:57 Bist du zu den Quellen des Meeres gekommen und auf dem Grund der Tiefe gewandelt? Haben sich dir des Todesore je aufgetan? 28:09 Oder hast du gesehen die Tore der Finsternis? Hast du erkannt, wie weit die Erde ist? 28:21 Sage es, wenn du das alles weißt. Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Kolosse. 28:49 Jesus Christus ist Bild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene der ganzen Schöpfung. Denn in ihm wurde alles erschaffen, im 29:00 Himmel und auf Erden, das Sichtbare und das Unsichtbare. Throne und Herrschaften, Mächte und Gewalten. 29:13 Alles ist durch ihn und auf ihn hin geschaffen. Er ist vor aller Schöpfung und in ihm hat alles bestand. 29:24 Denn Gott wollte mit seiner ganzen Fülle in ihm wohnen, um durch ihn alles auf ihn hin zu versöhnen. Wort des lebendigen Gottes. 29:52 [musik] เ 30:24 [musik] [musik] 30:41 Se [musik] [musik] 30:54 [musik] [musik] 31:11 [musik] [musik] 31:32 [musik] [musik] 31:51 [musik] [musik] 32:03 [musik] Grautreuer Freund ist alle Theorie und grün des Lebens goldener Baum. 32:26 Wir alle kennen, glaube ich, diesen Satz aus Götes Faust und sind spätestens seit Gote davon überzeugt, 32:38 dass die Praxis eben der goldene Baum viel viel wichtiger ist als alle Theorien. 32:49 Wer etwas auf sich hält, der packt an. Und wie langweilig sind jene, die irgendwelchen Theorien anhängen? 33:03 Das diesjährige Motto des ökumenischen Tages der Schöpfung Liebe Gemeinde hat mich darauf gebracht, das anders zu sehen. 33:16 Es lautet: "Sie haben es gesehen auf dem Programm und gehört, hast du erkannt, wie weit die Erde ist und bezieht sich auf das Buch Hiob im 33:30 Alten Testament. Gerade eben haben wir in der Lesung gehört, 33:38 der mit Gott hadden Hiob wird von eben diesem Gott selbst angesprochen in jener unvergleichlichen Ermahnung, 33:51 die dem Zweifelnden die Augen öffnen soll. Hören Sie noch ein paar Sätze aus dieser Ermahnung. 34:06 Der Herr spricht zu Hiob aus dem Sturm: "Ich will dich fragen, du belehre mich. Wo warst du, als ich die Erde gegründet? Sag es denn, wenn du Bescheid weißt." 34:21 Wer setzte ihre Maße? Du weißt es ja. Wer hat die Messschnur über sie gespannt? Wohin sind ihre Pfeile eingesenkt? 34:32 Pfeiler eingesenkt und wer hat ihren Eckstein gelegt? Und so geht es weiter in einer langen Aufzählung, 34:44 in der die Natur und ihre Phänomene beschrieben werden. Und irgendwo mittendrin steht jener Satz, 34:54 der zum Ausgangspunkt unseres Motors geworden ist. Hast du der Erde weiten überblickt? Sag es, wenn du das alles weißt. 35:07 Und natürlich geht es nicht um eine Biologiestunde, die hierop erhalten soll. Der Herr möchte ihm wie gesagt die Augen 35:19 öffnen. Hiob soll die Größe Gottes und zugleich die Grenzen des menschlichen Verstehens 35:29 erkennen. Ein Theologe nennt dies die Liebesoffenbarung Gottes. 35:43 Die Augen öffnen möchte auch der ökumenische Tag der Schöpfung. Ganz einfach gesagt, möchte er uns vom sehen zum Schauen 35:55 bringen. Ist das nicht dasselbe? Werden Sie fragen? Eben nicht. 36:05 Sehen bedeutet, dass unsere Augen funktionieren und Reize ab ankommen. Das geschieht meistens passiv. Etwas Gerät ins Blick fällt, 36:20 meistens ohne dass man es will. Schauen dagegen bedeutet den Blick bewusst auf etwas zu richten. Es ist dabei zumeist verbunden mit einer 36:34 Richtung oder einem Ziel. Zurück zu Gothe. Jetzt kommt der überraschende Moment. 36:45 Bei den alten Griechen hieß die Tätigkeit des Schauerns Theoria. 36:54 die Theorie nicht als grau grau, sondern als intensiver Akt des Hinsehens. Das betrifft nämlich nicht nur den 37:06 physischen Seesinn, sondern umfasst auch das Erwägen, also ein geistiges Urteil, eine Meinung oder eine Ansicht über das Gesehene zu 37:21 erlangen. Theor ich schaue, kann dann auch ich verstehe bedeuten. 37:33 Wir kennen das ja auch aus unserem heutigen Sprachgebrauch. Wenn ich zu jemand sage, ich sehe, was du meinst, 37:43 sage ich doch damit, ich verstehe, was du meinst. Es geht also nicht nur um eine Sinneswahrnehmung, 37:54 sondern daraus resultierend um einen Akt Denkens. Theoria heißt dann nicht nur ich sehe oder ich sehe hin, 38:08 sondern auch ich habe eine Meinung. Ich glaube etwas und prüfe etwas gedanklich. Und in einem weiteren Schritt folgt 38:21 daraus: Ich untersuche oder beobachte sorgfältig. 38:29 Und so ist daraus letztendlich auch die bei uns und bei Göte vorherrschende Bedeutung des Begriffs Theorie entstanden. 38:42 All das erwartet der Tag der Schöpfung von uns. Es geht darum vom Sehen, von der Wahrnehmung, also zum Schauen, zum 38:54 Verstehen und bestenfalls auch zum Handeln zu kommen. 39:03 Für die Theologen der alten ungeteilten Kirche war die Theor Teil ihres spirituellen Weges, ja sogar das Ziel desselben. 39:18 Sie erlaubte es Gottes Nähe zu erreichen, was als Gottesschau bezeichnet wurde. Selbst wenn man das biblische Wort 39:30 Niemand hat Gott je gesehen, Johannes 1 18 durchaus beherzigte. Eine Schau des Schöpfergottes bewirkt allerdings auch einen neuen Blick auf 39:47 die Schöpfung. Ein beliebter Kirchenvater des Ostens, Maximus Konfessor, der Bekenner, er lebte um das Jahr 600, 40:01 spricht in diesem Zusammenhang von der kosmischen Liturgie. Wir haben es gerade gehört, im Zusammenhang mit der Brotsegnung. 40:14 Das klingt heutzutage womöglich sehr exotisch oder fremd. Gemeint aber ist folgendes. Die gesamte Schöpfung eben der Kosmos 40:30 ist tief mit Gott verbunden. Maximus sieht das Universum als einen großen mystischen Raum. in dem Himmel und Erde, 40:46 Geist und Materie eine Einheit bilden. Die Aufgabe des Menschen ist es als Priester der Schöpfung zu handeln 41:00 und diese tief empfundene Harmonie, Bewegung und Liebe zu Gott zurückzubringen. 41:11 Ein Priester ist daher nach dem Heiligen Maximus nicht einfach jemand, der sonntags in der Kirche steht und den Gottesdienst feiert. 41:20 Nein, ein Priester ist viel mehr als das. Er ist jeder Mensch, Mann oder Frau, der Gottes Liebe zu uns erkannt hat und 41:33 diese Liebe weitergibt und teilt. Durch die heilige Taufe ist jeder Mensch ein Priester. Deshalb sprechen wir auch vom 41:45 Priestertum aller Gläubigen, vom allgemeinen Priestertum. Ein zeitgenössischer Heiliger, Vater Sofroni aus Esse, 41:59 er ist 1993 gestorben, beschreibt dies so, ich zitiere: "Veranschaulicht euch das großartige 42:10 Gemälde, dass uns Gott in der Schöpfung des Kosmos und in der Schöpfung des Menschen nach seinem Bild und Gleichnis enthüllt. 42:22 Das wonach wir auf der Suche sind, ist nicht auf unser kleines alltägliches Leben beschränkt. Wir streben nach der Gemeinschaft mit 42:34 Gott und nach der Erlangung des Lebens in all seiner Fülle mit seinen kosmischen und göttlichen Dimensionen. 42:46 In unserer geistigen Vision müssen wir das kosmische und das Göttliche Sein, das Geschaffene und das Ungeschaffene in uns selbst vereinen. 42:59 Soweit das Zitat. Das ist mit der kosmischen Liturgie gemeint, die uns immer wieder in der Theologie des Ostens, 43:11 aber auch des Westens begegnet. Hier ist insbesondere Hans von Baltasar zu nennen, der ein 43:22 gleichnamiges Werk geschrieben hat. Ich erinnere mich an einen Freund. Er war evangelischer Pfahrer in Brül 43:33 und an unsere theologischen Gespräche Anfang der 80er Jahre. Obwohl er eine große Hochachtung vor den Kirchenvätern hatte, 43:45 das hatte er von seinem Marburger Professor Wolfgang Bien gelernt, war ihm die Verknüpfung von Theologie und Ökologie. 43:56 immer irgendwie suspekt. Für ihn hatte das Kröten über die Straße tragen, damit sie bei der Krötenwanderung nicht überfahren werden. 44:08 So nannte er das damals aufkommende ökologische Engagement der Kirchen leicht despektierlich. Dieses Kröten über die Straße tragen 44:19 hatte nichts, aber auch gar nichts für den mit dem Glauben zu tun. für ihn. Und das Konzept einer kosmischen Liturgie wäre ihm sicher auch sehr fremd gewesen. 44:37 Wo stehen wir heute? 40 Jahre später. Es herrscht Sturm und Gott redet im Sturm zu uns, so wie er im Sturm zu Hiob geredet hat. 44:52 Wir erkennen, es geht nicht um die grauen Theorien oder gar Verschwörungstheorien, teurer Freund. 45:02 Es geht um das lebens goldenen Baum. Es geht um die Theorie, um das bewusste Hinsehen, das Verstehen 45:12 und wie gesagt nach Kräften auch um das Handeln. In diesem Sinne müssen wir alle Theoretiker werden, 45:25 wenn es erforderlich ist, auch mit Kröten über die Straße tragen. Amen. 46:15 Hast du erkannt, wie weit die Erde ist? So fragte Gott hierob. So sind auch wir gefragt. 46:27 Wir, die wir meinen, die großen Geheimnisse des Lebens auf dieser Erde entschlüsselt zu haben. Die Welt reicht weit hinaus, weiter, als 46:42 wir sie wahrnehmen können oder wollen. Dennoch die Weite der Schöpfung trägt uns und sie verbindet uns miteinander und 46:56 mit allen Geschaffenen. Ein altes Wort der Bibel beschreibt das Roch, 47:07 Atem, Wind, Geist Gottes. Alles lebendige atmet. Alles Lebendige teilt denselben 47:18 Lebenshauch, den eingehauchten Atem Gottes. Heute wollen wir diesen verbindenden Atem 47:38 spüren. Ich lade sie und euch dazu ein, still zu werden und auf den Atem zu achten, 47:53 ihren Atem und all den Atem um sie herum. 48:02 Lasst die Weite zu euch kommen. Atmet die Weite ein. Atmet die Weite aus. 48:21 Atmet sie ein. Atmet sie aus. 48:32 Atmet weit ein. Atmet weit aus. 48:46 In der Stille spüren und hören wir auf den Atem in uns, neben uns 48:57 und um uns. Das gemeinsame Atmen. verbindet uns mit der Weite der 49:31 Schöpfung. Unsichtbar, aber hörbar. 49:47 Ich höre eine Singtrosel und eine Blaumeise. 50:21 Auch der Kuckuck ist da. Die Schöpfung ist ein Atmendes Ganzes. 50:32 Die Luft, die wir heute einatmen, ist uralt. Sie war in Pflanzen, in Ozeanen, in Wäldern, 50:45 in Tieren, in Menschen, die vor uns lebten. Und sie wird sein in allen, die nach uns leben. 50:57 Wir teilen diesen Atem. Er schenkt Leben, verbindet und trägt. Wo wir achtsam miteinander leben, 51:11 atmet die Schöpfung frei. Wo wir die Schöpfung zerstören, stockt ihr Atem. 51:31 Gott, dein Ruch belebt alles. Lass uns ein Teil deiner atmenden Schöpfung bleiben. 51:42 Lass uns achtsam, bewahrend und dankbar sein. Amen. 52:14 Ich lade Sie ein, sich zu erheben und unseren gemeinsamen Glauben mit den Worten des Glaubensbekenntnises von Niza Konstantinopel zu bekennen. 52:28 Wir sprechen gemeinsam. Wir glauben an den einen Gott, den Vater, den Allmächtigen, der alles geschaffen hat, Himmel und 52:40 Erde, die sichtbare und die unsichtbare Welt. und an den einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, 52:53 aus dem Vater geboren vor aller Zeit, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott, gezeugt, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater. 53:09 Durch ihn ist alles geschaffen für uns Menschen und zu unserem Heil ist er vom Himmel gekommen, hat Fleisch angenommen durch den 53:23 Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und ist Mensch geworden. Er wurde für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus, 53:36 hat gelitten und ist begraben worden, ist am dritten Tage aufverstanden nach der Schrift und aufgefahren in den Himmel. 53:49 Er sitzt zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen in Herrlichkeit zu richten die Lebenden und die Toten. Seiner Herrschaft wird kein Ende sein. 54:05 Wir glauben an den Heiligen Geist, der Herr ist und lebendig macht, der aus dem Vater hervorgeht, der mit dem Vater und dem Sohn angebetet 54:20 und verherrlicht wird, der gesprochen hat durch die Propheten und die eine Heilige katholische und apostolische Kirche. 54:34 Wir bekennen die eine Taufe zur Vergebung der Sünden. Wir erwarten die Auferstehung der Toten und das Leben der kommenden Welt. 54:48 Amen. Amen. Gott, wir danken dir, dass du die Erde und noch viel mehr so vielfältig 55:51 erschaffen hast. Mit Hiob staunen wir darüber, wie weit deine Erde ist. Wir loben dich für die wunderschöne, bunte Pflanzenwelt, 56:06 für das Zusammenspiel von Pflanzen, Tieren, Wasser, Luft und Boden. Wie weit ist deine Erde, Gott? 56:32 Wir bitten dich, dass wir das Staunen nicht verlernen über die großen und kleinen Wunder der Natur, 56:41 wie Pflanzen das Sonnenlicht nutzen, wie die Zellen unseres Körpers zusammenarbeiten, wie sich das Leben an Veränderungen 56:53 anpasst. Lass unsere Ehrfurcht wachsen mit jedem neuen Wissen. 57:15 Gott, Hiob hat dir sein Leid geklagt und auch wir bringen vor dich, was uns verzweifeln lässt. Der Klimawandel 57:28 schwer zu verstehen und doch allgegenwärtig. Naturparadies könnten zu Wüsten werden, 57:40 unzählige Arten aussterben, Land überflutet werden, Millionen Menschen ihre Heimat verlieren. 57:56 Wie weit weit ist deine Erde? Wir bitten dich für diejenigen, die keine Veränderung wollen und an 58:10 gewohntem festhalten. Schenke ihnen Mut, sich auf Neues einzulassen. 58:23 Wir bitten dich für das reichste Prozent der Menschheit, für Luxus und Macht, dass sie ihren Wert nicht darin suchen müssen. 58:37 Wie weit ist deine Gott? Wir bitten dich für diejenigen in Politik und Wirtschaft, die vor allem an 58:51 Wachstum denken, dass sie sich zuerst um das kümmern, was wirklich lebenswichtig ist. 59:05 Wir bitten dich für alle, die denken, sie könnten nichts ausrichten, dass sie andere finden, gemeinsam Zeichen setzen und in ihrem Umfeld 59:18 Vorbilder werden. Gott, wir bitten dich für jede und jeden von uns. 59:35 Lass uns über uns hinauswachsen und die Verbindung spüren zu allen Geschöpfen. Lass uns nicht denken, wir seien allein. 59:48 Halte uns dem Glauben verwurzelt. Schenke Segen, Kraft und Hoffnung. 59:59 Ist deine Erde, Gott. In der Stille bringen wir vor dich, Gott, was uns jetzt besonders bewegt. 1:00:12 Wie weit ist deine Erde, wie unfassbar deine Schöpfung. Danke, dass auch wir ein kleiner Teil von ihr sein dürfen. 1:00:44 Als deine Geliebten Söhne und Töchter. beten wir voll Vertrauen zu dir, vereint mit den Worten deines Sohnes Jesus Christus. 1:00:57 Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wille geschehe, so auf Erden. 1:01:11 Unser tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. und führe uns nicht in Versuchung, 1:01:25 sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. 1:01:37 Amen. vor dem Lied Du hast uns deine Welt geschenkt, noch der Hinweis auf die 1:02:07 Kollekte. Wohl dem, der Lust am Gesetz des Herrn hat, der ist wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbeächen, der seine Frucht 1:02:17 bringt, heißt es in Psalm 1. Wir haben heute im alten botanischen Garten mit seinem besonderen Baumbestand den Schöpfungstag begonnen. 1:02:29 Und passend dazu der Kollektenzweck heute für die Aktion der evangelischen Kirche von Kurhessen Waldeck, der Waldkirche. 1:02:41 Die Aktion heißt 700.000 Bäume in 7 Jahren. Ein ambitioniertes Ziel. ob Kitas, Konfi oder Jugendgruppen hier in Marburg 1:02:51 natürlich auch Studierende, ob gestandene Bibelkreise oder Einzelpersonen. Möglichst viele wollen wir animieren, 1:03:00 dass sie mitpflanzen und neu unsere Verbindung zu Natur und Wald entdecken. Etwa 70.000 Bäume sind schon gepflanzt. 1:03:12 Heute danken wir herzlich für ihre Unterstützung, damit wir Setzlinge kaufen, Gruppen verpflegen und begleiten können und damit wir so Zeichen der 1:03:21 Hoffnung für künftige Generationen und für uns selbst ja ein Stück weit auch setzen können. Gott segne Geber und Gaben. 1:03:35 [glocke] [musik] 1:03:49 [glocke] [musik] [glocke] 1:04:04 [glocke] [musik] [glocke] 1:04:17 [musik] [musik] se 1:04:33 [musik] [musik] dir 1:04:48 [musik] se [musik] 1:04:55 L uns de [glocke] sechen 1:05:07 [musik] [musik] 1:05:20 Mens เฮ [musik] [musik] 1:05:41 [musik] [glocke] [musik] 1:05:53 [glocke] [musik] 1:06:35 [musik] Chr. Christus ist in unserer Mitte. In Frieden lasst uns beten. 1:07:01 Für den Frieden, der vom Herrn kommt und das Heil unserer Seelen. [singen] Lasset uns beten. 1:07:13 für den Frieden der ganzen Welt, die Standhaftigkeit der Heiligen Kirche Gottes und die Einheit aller lasset uns beten. 1:07:28 Friede [singen] allen und dein Christus ist in unserer Mitze. 1:07:41 Christus ist unser Friede, der ist und der se ans Ende dieses Gottesdienstes gelangt. Ganz herzlich möchte ich mich bei 1:08:12 unseren beiden äh Gebärtensprachendolmetscherinnen danken sowie dem blinden und seebhinderten Bund in Hessen für die 1:08:21 Unterstützung bei die Übertragung des Gottesdienstheftes in Brailschrift. Ich danke dem wunderbaren Frauenkor der 1:08:29 neuapostolischen Kirche Wallu Witkenstein unter der Leitung von Berte Lüpke, dem Talisten Maximilian Braun sowie dem Kantoor der Elisabethkirche 1:08:39 Nels Kupper für die schöne musikalische Begleitung [applaus] 1:08:53 und auch Ihnen allen, die Sie hier vor Ort mit uns gefeiert haben und allen, die über den YouTube-Kanal der ACK mit uns verbunden waren. Schön, dass Sie 1:09:04 dabei waren. Nach dem Segen werden die Brotkörper nach hinten zum Ausgang getragen. Sie sind herzlich eingeladen, sich ein Stück 1:09:12 Brot zu nehmen. In der orthodoxen Tradition der Kasia, der Brotsegnung wird, wie wir vorhin gehört haben, darum gebetet, dass Gott 1:09:24 das Brot in diese Stadt und in deine ganzen Welt mehrere. Vielleicht ist es auch ein sehr schönes Bild für diesen Tag. Wenn wir teilen, 1:09:35 wird es nicht weniger, sondern mehr. Und das Brot verbindet uns miteinander und mit der ganzen Schöpfung. Die Brote wurden von der Gemeinde des 1:09:47 Achimandritten Asenius Karatzas, der Gemeinde der Heiligen Anagio Kosmos und Damian aus Gießen gebacken. Herzlichen Dank dafür. 1:09:59 Und der Tag, also ohnehin der Tag nicht und auch der Schöpfungstag ist noch lange nicht zu Ende. Um 19 Uhr, also in knapp 50 Minuten, laden wir zu einem 1:10:11 moderierten Gespräch zum Thema Biodiversität bewahren, Verantwortung des Menschen für die Vielfalt der Schöpfung ein. 1:10:21 Das Gespräch findet gleich hier um die Ecke im katholischen Regionalhaus Karé in der Biegenstraße 18 statt. Der Weg dorthin ist im Gottesdienstheft 1:10:32 beschrieben. Einfach die Deutschhausstraße hinuntergehen und rechts abbiegen etwa 10 Minuten zu Fuß und dann im Anschluss an das Gespräch 1:10:42 laden wir Sie alle sehr herzlich zum ACK Jahresempfang ebenfalls in den Räumlichkeiten des Kar. Und nun stellen wir uns unter den Segen 1:10:53 Gottes und beschließen diesen Gottesdienst gemeinsam. Bitte heben Sie sich. 1:11:11 Gott, Quelle annen Lebens, segne uns mit Respekt vor der Erde und mit einem Herzen der Staunen kann. 1:11:23 Jesus Christus, der diese Welt liebt und ihr Leid teilt, begleite uns auf Wegen der Gerechtigkeit und stärke uns, wo Verantwortung Mut 1:11:33 braucht. Heiliger Geist, Atem des Lebens, erneuere die Schöpfung und belebe uns mit Hoffnung, Kraft und Liebe. 1:11:48 So segne uns der allmächtige, uns liebende und lebendige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. 1:12:00 Geht hin im Frieden und tragt diesen Frieden in die ganze Schöpfung. [musik][singen] sich die Stunden 1:13:19 wird es sein [musik][singen] zu neigen sich die [musik][singen] Stunden sind zum Abschied [musik] 1:13:33 nun gut wünschen dein guten Gute [musik][singen] Nacht, gute Nacht. Wir wünschen [singen] 1:13:47 ein guten Nacht. [musik] Einer [musik][singen] wird noch wachen, wütenden, was er. [musik] 1:14:03 Eine [singen] wird noch wen [musik] die [singen] Sache gute Nacht. Wir wünschen [musik] 1:14:17 dein gute Nacht. Gute [singen] Macht. Wir [musik] wünschen ein guten Nacht. Lebet [musik][singen] hol wir Freunde 1:14:35 an. Zeit ist [musik] nun so [singen] gehen. Leb Freunden 1:14:46 bis zum [musik] Wiedersehen. Leben toll bis wir [singen] uns wieder sehen. [musik] 1:14:57 Gott mit euch bis [singen] wir uns sind. [musik] 1:15:19 [musik] [musik] 1:15:31 [musik] เ 1:15:39 [musik] [musik] 1:16:00 [musik] [musik] 1:16:17 [musik] [musik] 1:16:35 [musik] [musik] 1:16:49 [musik] [glocke] [musik] 1:17:04 [musik] [applaus]