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Dr. Roger Mielke: Narrative christlicher Friedensethik(en)
Das Wichtigste aus dem Video
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Transkriptautomatisch erstellt · 116 Zeilen
- es geht hurtig weiter dr ROG mililke hat mir vorher zugezwinkert nee lass laufen wenn gut läuft GZ aber ich weiß dass da auch was ganz spannendes wartet das
- heißt dass von der von daher ist diese Zeit die wir jetzt haben und ich sehe schon wir werden ein bisschen überziehen zum
- Abendessen für aber es wird sich lohnen dr Milke wird uns hinausgeleiten aus diesem Raum in einen anderen Raum er hat da was
- vorbereitet eben für uns es geht wieder um narrative nachdem wir jetzt hier die kulturellen eben erlebt haben die christlichen
- narrative und daauf bin ich gespannt und freu du stellst dich glaube ich dann selber vor eigentlich müsste ich das jetzt tun aber
- das haben wir abgesprochen ich weiß nicht über d gutke mein Name ich arbeite den Kirchenamt EKD bin dort für
- sozialethische studienprozesse zuständig so das Flagschiff ist da die Kammer für öffentliche Verantwortung die viele Denkschriften veröffentlicht hat und wo
- auch friedensethisch gearbeitet wird ähm ich darf sie nicht nur gleich physisch in einen anderen Raum führen wo
- etwas vorbereitet ist wir müssen mal schauen ob wir das zeitlich überhaupt hinkriegen mal sehen sondern auch metaphoriz Diktum äh
- geht es um einen etwas anderen Raum im vergangenen Jahr war Peter Rudolf von der SWP in der Konferenz zu Gast und sagte zu uns h als Feedback das ist
- wunderbar mit euch zu diskutieren ihr seid einer der wenigen Orte wo sicherheitspolitische Fragen normativ diskutiert wden das gibt es so in der
- Form eigentlich nicht ethische refleksion in christlicher evangelischer Perspektive der sicherheitspolitischen Fragestellung was kann das bedeuten die
- ethische Reflexion auf gut und richtig Ethik als Reflexion von Moral wie können wir sozusagen diese beiden Räume die der nüchternen
- realpolitischen Analysen und den der normativen Reflexion miteinander verbinden was hilft uns da weiter das ganze Projekt
- dieses Studientages überhaupt die Studientage sind ja Teil der evangelischen Friedensarbeit äh und evangelische Friedensarbeit heißt auch
- immer evangelische Friedensethik aus evangelischer Perspektive nach den guten und richtigen wegen des Friedens und zum Frieden zu fragen und vor dem
- Hintergrund der christlichen Tradition aus einer sozialen Verankerung in Praktiken des Friedens heraus politische Fragen äh zu bedenken wie funktionieren
- solche Ethiken wie funktionieren Ethiken es gibt so eine Vorstellung die man auch in der Sozialethik sogar in der evangelischen Sozialethik antrifft die
- sozusagen nach dem additionsprinzip arbeitet also Entscheidungen fallen so dass man ein
- Kilogramm 1 Kilogramm macht nehme 2 kilogram Geld und 30 g Ethik und das Mischen dann alles und wir schauen mal wie viel Einfluss
- hat Ethik auf politische Entscheidungen die Frage ist funktionieren Moralen und Ethiken also
- Reflexion von Moralen funktionieren die so nach diesem additionsprinzip ist Ethik ein steuerungsmedium
- ähnlich wie macht oder Geld und kann also sozusagen in quantitativen Gewicht daraufin befragt werden wie viel Einfluss sie hat in
- dieser Welt das wäre sozusagen eine Variation der berühmten Frage Stalin wie viel Bataillone der Papst hat aber ethken funktionieren nicht so sie
- funktionieren anders und wie kann man den Einfluss von Ethiken auf politische Communities und auf Politiken
- beschreiben Ethiken Moralen und Ethiken sind zutiefst mit politischen Kulturen verwoben die immer historische Tiefendimensionen haben also
- fahtabhängig sind wir haben gerade in der Reflexion auf sie auf die Strat strategic cultures einiges darüber gehört wie speziell die deutschen
- Kontexte sind in denen Politiken formuliert werden Faktoren dieser politischen dieser politischen Kulturen sind bestimmte politische Semantiken
- also national kulturell spezifische Arten das Feld des politischen zu beschreiben die in sehr lang andauernden Prozessen historisch gewachsen sind
- durch Krisen immer wieder neu sortiert werden wird das Tableau neu geordnet die aber doch erstaunliche Kontinuitäten haben über
- den Einfluss von Eliten bei der Formulierung von politischen Optionen und politischen Kulturen haben wir gerade gesprochen kulturelle Eliten
- mediale Eliten religiöse Eliten eine beeindruckende Feststellung im letzten Band von Hans-Ulrich wlers deutscher Gesellschaftsgeschichte die
- gesellschaftliche großinstitution der deutschen Geschichte mit dem höchsten selbstrekrutierungsgrad ihrer eigenen Eliten ist die evangelische Kirche
- Dynastien Kriege übergreifen Krisen Übergreifen selbstrekrutierung der eigenen Eliten und so auch eine erstaunliche Kontinuität
- dieser kulturell verankerten narrative als Faktoren der politischen Kulturen fungieren institutionelle Arrangements die sich auch nur höchst
- langfristig verändern politische Innovation geschieht graduell in langsamen Schritten entlang von gesellschaftlichen Bruch und
- Konfliktlinien wo zunächst relativ kleineun neue Denkmodelle erproben in gemeinschaftlichen
- diskursprojekten erproben und wo im Falle des Gelingens politische Projekte langsam vom Rand der Gesellschaft ins Zentrum
- der Macht hereinwandern sass unter umständ nach Jahrzehnten ich erinnere an die genderdebatte beispielsweise was vor 30
- Jahren am äußersten Rand der Gesellschaft erprobt wur wurde in bestimmten Subkulturen ist 30 Jahre später
- Mainstreaming so funktionieren Ethiken normative Grundorientierung die zunächst in relativ kleinen Kreisen politische kulturelle religiöse Eliten
- erprobt werden und von dort in das politische System hineinwandern um letztlich politisch anschlussfähig zu werden narrative evangelischer
- Friedensethik sind auch in solchen sehr langfristigen Prozessen entstanden narrative ich möchte das einfach noch mal so ein bisschen
- definieren wie ich das verstehe typische und länger sich durchhaltende Argumentationsmuster die Identitäten prägen und in Identitäten wiederum
- verankert sind Erzählungen die Identität ermöglichen zeitliche Sequenzen des gewordenseins und des Werdens eng verbunden mit Traditionen und verankert
- in sozialen Gemeinschaften wenn wir über den Einfluss evangelischer Friedensethik auf politische Entscheidungen nachdenken
- werden wir immer wieder bei der Frage landen wie sind christliche friedensethiken wie ist evangelische Ethik sozial verankert wie ist sie in
- den Kirchen verankert wie ist in den Gemeinschaften verankert wo sind die sozialen Orte in denen diese Ethiken gelebt werden in den Moralen gelebt
- werden und reflexionskategorien entwickelt werden wie das Feld des politischen geordnet sortiert und beschrieben werden kann und die
- sozusagen ihr Überleben davon abhängig machen wie weit sie anschlussfähig sind und in politische Projekte hineinwandern können für maßgebliche narrative
- evangelischer Ethik ist das in einer bestimmten Alterskohorte sozusagen stilbildend für die politische Kultur der Bundesrepublik Deutschland geworden
- wenn ich an die narrative denke die in den 70er Jahren entwickelt wurden in der altersgehorte der klassischen Friedensbewegung in der auch viele von
- uns sozusagen politisch sozialisiert worden sind dann wird deutlich dass politische Ethiken auch sozusagen drei unterschiedliche Zeitleisten
- synchronisieren eine Zeitleiste die der eigenen biographischen Lebenszeit wo Individuen politisch
- sozialisiert werden wo sich Urteile bilden oft über bestimmte Schlüsselerlebnisse ähm die eine Zeit des erwachensprzesse
- von disclosure auch prägen und ethische Optionen friedensethische Option friedenspolitische Optionen sind immer verknüpft mit solchen individuellen
- Identitäten die wiederum eingebettet sind in kommunitäre und kollektive Identitäten die erste Zeitdimension also die biographische Lebenszeit die zweite
- Zeitdimension die Zeit der Community in der Individuen politisch verankert sind nahe Kontexte Persönlichkeiten die beeindruckt und geprägt haben
- altersohorten und generationenverbünde die sozusagen kristallisiert sind zu communities of practice ich finde dieses Konzept von
- ien Wenger friedensethiken als verankert in communities of practice
- von von Gemeinschaftsformen in denen Praktiken in den soziale Praktiken eingeübt ausgeübt erlernt werden und weitergegeben werden ist so zu denken
- stellt noch mal ganz neu die Frage wie sind wie ist evangelische Friedensethik in unterschiedlichen communities of practice verankert bin sehr dankbar dass
- die englischen Geschwister heute hier sind das ist für mich eine solche Geschichte wie in den 20er Jahren der die bruderhofbewegung Eberhard Arnold
- eine Praxis gemeinsamen Lebens begründet hat der rödenbruderhof dann Anfang der 30er Jahre in scharfen Auseinandersetzung mit
- dem Nationalsozialismus als eine Gemeinschaft die in den Anfang der 30er Jahre vielleicht 200 Menschen umfasste zu ihren besten Zeiten die mit dem
- Anspruch angetreten sind wir wollen im Geiste der Gewaltlosigkeit Jesu miteinander leben und wir sind ein experimentierf wo wir ausprobieren wie
- geht das und dann denken wir darüber nach Versuchen Optiken zu entwickeln versuchen Theologien aus unserer sozialen Erfahrung
- herauszuentwickeln und wollen aber nicht sozusagen diese sozialen friedenspraktiken hinter den Mauern unser eigenen Gemeinschaft nur leben
- sondern wir möchten Verantwortung übernehmen möchten für Alternativen einstehen wollen den narrativen der macht den tief
- eingeprägten sehr kontinuierlichen narrativen der macht counternarratives entgegensetzen die sozial verankert sind in Praktiken des Friedens und der
- Versöhnung für Deutschland leider ein in dieser Zeit ein singulärer Versuch aber wenn ich das richtig verstehe sind neu Anfänge von Friedensethik Erprobung
- alternativer Denkmodelle Erprobung von counternarratives immer verankert gewesen in solchen Formen von Gemeinschaften größeren kleineren
- engeren weiteren die je soziale erprobungsfelder für friedensethiken sind die wiederum dass wir dann die dritte Zeitebene die Zeitebene der
- individuellen Biografie die zweite Zeitebene die Zeit der Community die dritte Zeitebene die Zeit der größeren z.B nationalen kollektive und
- Assoziationen die Zeitebene der politischen Ereignisgeschichte die es aber auch nie in absehung von deutungskonteext t von
- frames of reference gibt und das ist für mich die spannende Frage wenn die beiden Räume sozusagen jetzt aneinander stoßen der Raum normativer Besinnung indem wir
- auch im Plural Ethiken Orientierungsmuster refleksionsmuster soziale Praktiken mitbringen jeder und jede von
- uns haben wir im Kontext evangelischer Friedensarbeit haben wir Optiken entwickelt haben wir beschreibungssemantiken entwickelt haben
- wir operative also Handlungsbeschreibung handlungsketten entwickelt die uns helfen sinnvoll diese Analysen in unseren Begriffen und aus unseren
- Praktiken heraus zu lesen und durch Teilhabe politische teilhab und Partizipation graduell zu verändern haben wir diesen Einfluss die
- entscheidende Frage ist die nach der sozialen Verankerung unserer Ethiken die friedensdenkschrift unser maßgeblicher normativer Text aus dem
- Jahr 2007 hat einen groß äh ausgeführten ersten Teil aus Gottesfrieden Leben Verankerung der christlichen Friedensethik im
- Gottesdienst Verankerung in friedensspiritualität in friedenstheologien aber wenn ich das richtig sehe ist meine Analyse dazu
- steht dieser erste Teil relativ isoliert neben der kriteriologie des zweiten Teils der policy orientiert ist auch mit einer
- sehr spezifischen kantianisch geprägten universalisierungsfähigen notwendigerweise wo wir uns im politischen Bereich beweggen
- universalisierungsfähigen politischen Semantik und auch da haben wir wieder diese beiden Räume nebeneinander und wie können wir diese Räume durchlässiger
- machen viele haben den Eindruck in den Communities in denen evangelische Friedensethik verankert ist ein bestimmtes Paradigma evangelischer
- Friedensethik mit seinen großen und bedeutenden Verdiensten das Konzept des Gerechten Friedens als Magnus Konsensus evangelischer
- Friedensethik heute nach wie vor unser Leitbegriff aber es muss weitergedacht werden um die beiden Räume wieder zusammenzubringen normative
- Grundorientierung Verankerung in sozialen Praktiken des Friedens und der Versöhnung und von daher das politische neu zu lesen Counter narratives
- alternative narrative zu entwickeln und dabei das W eine weitere These öfter die Erfahrung zu machen dass was Christinnen und
- Christen aus ihren sozialen Praktiken des Friedens heraus bewegt was zu reflexionsmustern wird wenn Sie darüber nachdenken Theologien die von daher
- entwickelt werden aus diesen geistlichen sozialen Erfahrung heraus eröffnen uns Übergänge hin in andere Communities in andere Menschen den der Weg des Friedens
- der Gerechtigkeit und der Bewahrung der Schöpfung am Herzen liegt und so öffnen sich Türen zwischen den Räumen aber nur so dass wir uns sehr genau besinnen wo
- wie es um unsere Verankerung bestellt wir haben jetzt 645 Uhr das war jetzt etwas abgekürzt das was ich mir aufgeschrieben
- hatte was ich als Gedanken Ihnen mitteilen wollte ich weiß wir werden uns mit der friedenslogik heute abend beschäftigen einer für mich ganz
- spannenden versuche heute soziale Praktiken des Friedens verankert in leibhaften Erfahrung von leibhaften Menschen neu zu denken vieles
- von dem was uns aus unserer Tradition vertraut ist und doch etwas sehr neues entstandenen gegenwärtigen konfliktkontexten das wäre sozusagen ein
- ein ein border crossing aus den normativen Räumen evangelischer Friedensethik in die politische Realität unserer massiv sich verändernden Gesell
- eine Viertelstunde Zeit haben wir jetzt noch bis zum Abendessen und wenn wir diesen Raum verlassen und in die Orangerie rüber gehen über den Flur für
- die Viertelstunde die uns noch bleibt vor dem Abendessen finden Sie auf dem Boden dort gelegt eine timel eine Zeitleiste die fängt an mit der
- bürgerlichen Friedensbewegung des 19 Jahrhunderts geht über die Epochen zesur 1914 wenige Daten nur aus der Geschichte
- zwischen den Kriegen wird dann nach 1945 sehr viel engmaschiger und meine Bitte ist dass Sie dass wir jetzt mal rüber gehehen und
- sie sich so wie das gut ist für Sie auf diesen auf diese Timeline einmal begeben und mal schauen wo sind eigentlich die Orientierungsmuster
- entstanden die mich prägen waren es die Berliner friedensfahrer von 1914 die für mich als pazifistisches Vorbild so wichtig sind dass sie meine
- friedensethische Orientierung geprägt haben waren es die ökumenischen Erfahrungen der 80er Jahre die etwas Neues auch hineingebracht haben in den
- National sehr geschlossenen Diskurs waren es vielleicht die großen EKD friedensdenkschriften war es die soziale Mobilisierung seit dem Ende der 70er
- Jahre gegen die NATO Nachrüstung wo habe ich gelernt friedensethisch zu denken zu reflektieren was hat mich geprägt was
- ist das gewesen die Übung wä eigentlich so weiter gegangen dass die Bitte an sie ist dass auf einem dinferzettel es liegen dort welche und edingsstifte kurz
- zu skizzieren wie die große Zeitleiste mit der Zeitleiste ihres persönlichen Lebens verknüpft ist um das noch mal zur zur
- Klarheit zu kriegen wie bringen wir die timelines zusammen wie habe ich politisch laufen gelernt und wie hat es mein Nachdenken über Krieg und Frieden
- geprägt ich glaube das kriegen wir nicht mehr hin wenn sie dazu Lust haben in der Viertelstunde und sie sagen my point und Sie können mit wenigen Stichworten das
- Aufschreiben das ist eigentlich mein Ort an dem ich friedensethisch gelernt habe und was mich geprägt hat umso schöner dann kriegen wir vielleicht so eine
- Synchronisierung von biographischer Zeit kommunitärer Zeit und nationaler Zeit sage ich mal etwas prätentiös äh für unsere Gruppe raus und haben vielleicht
- ein bisschen ein Muster äh welche Ethiken bringen wir mit wenn es etwas ganz anderes ist also ich denke an die englischen Gäste die über diese sehr
- national Deutsch gefärbten Debatten vielleicht ein bisschen befremdlich gucken vielleicht legen Sie ihr es mit dazu was sie geprägt hat