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Kurzgeschichte: Merkmale & einfache Erklärung schnell zusammengefasst

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Transkriptautomatisch erstellt · 38 Zeilen
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  1. Ach so. Ja, aber ähm, nee! Was... *Geplapper* Was ich eigentlich also...
  2. Nee! Also, das ist eigentlich... *Geplapper* Kennt ihr das:
  3. Jemand quasselt euch die Ohren voll und kommt einfach nicht zum Punkt?!? Dabei haben uns viele Schriftsteller so toll gezeigt, wie man das macht! Damit ihr beim nächsten Tratsch eure Freunde nicht zu Tode langweilt,
  4. geht's heute um die Kurzgeschichte! Auch wenn sich Literaturwissen- schaftler nicht immer einig sind, wann eine Geschichte eine echte Kurzgeschichte
  5. im literarischen Sinne ist, haben die meisten wissenschaftlichen Untersuchungen eine Reihe wesentlicher Gattungsmerkmale gefunden:
  6. Kürze! Das offensichtlichste Merkmal der Kurzgeschichte ist, wie der Name schon sagt, dass sie kurz ist!
  7. Meist nur ein paar Seiten oder 100 bis 300 Zeilen. Das hat unter anderem seinen Ursprung darin, dass die amerikanische "Short Story", die amerikanische Kurzgeschichte,
  8. in Zeitungen und Zeitschriften erschien. Und da passten eben keine langen Roman rein. Aus der vorgeschriebenen Kürze ergibt sich ein weiteres Stilmerkmal:
  9. Jeder unnötige Erzählballast wird über Bord geworfen, sozusagen eine totale Diät für den Text. Nicht um den heißen Brei herumreden!
  10. Nicht, wie im Roman, mit vielen Nebenhandlungen und Nebenfiguren, sondern eine Hauptfigur, eine Handlung oder ein Ereignis. Also:
  11. Diese Verdichtung der Erzählstruktur hat natürlich auch Auswirkungen auf die Sprache. Die Konzentration auf das Wesentliche einer Geschichte
  12. führt auch dazu, dass man auf langatmige Einleitungen bis zum Beginn der eigentlichen Handlung verzichtet. *Schnippen*
  13. Die Handlung setzt unmittelbar ein. Der Leser wird geradezu in das Geschehen hineingeworfen. Die Handlung hat schon vor dem ersten Satz begonnen
  14. und der Leser springt auf einen fahrenden Zug auf. Hört euch mal diese beiden Anfänge von Kurzgeschichten an: Wer ist sie?
  15. Wo ist sie? Wann spielt die Handlung? All das erfahren wir nicht, wir erfahren nur "Was?", also die unmittelbare Handlung.
  16. Auch hier werden wir mitten reingeschubst in die Geschichte. Ein wichtiges Merkmal der Kurzgeschichte ist daher: Ähnliches gilt auch für das Ende.
  17. Die Geschichte endet für den Leser noch bevor die Handlung zu Ende ist. *Schnippen* Konflikte bleiben ungelöst, Fragen offen.
  18. Das ist der Fantasie des Lesers überlassen. Dieses Merkmal ist daher: Oder die:
  19. Was also vorher und nachher passiert, wird kaum oder gar nicht vom Erzähler geklärt. Der Leser muss die Geschichte quasi in seinem Kopf weiterdenken.
  20. Dadurch wird er auch an der Geschichte aktiv beteiligt. Die Kürze und Konzentration dieser Erzählform schlägt sich letztendlich auch in der Sprache nieder.
  21. Statt ausufernd, blumig und verschachtelt ist sie: Fast hin bis zum Telegrammstil. Ihr kennt das ja von Textnachrichten.
  22. Schaut euch mal den folgenden Ausschnitt aus Wolfdietrich Schnurres Kurzgeschichte "Das Begräbnis" an: Knapper geht's kaum!
  23. Diese Verdichtung der Sprache hat spannungssteigernde Funktion. Ein stilistisches Merkmal der Kurzgeschichte ist also: Thematisch spielt die Kurzgeschichte nicht auf der großen Weltbühne
  24. voller Helden und Heldentaten oder großer Ereignisse. Sie bezieht ihre Stoffe aus der Alltagswelt des gewöhnlichen Menschen.
  25. Von Lieschen Müller über Max Mustermann. Das bedeutet aber nicht, dass die Situationen, in denen sich unsere Kurzgeschichten-Menschen befinden,
  26. alltäglich wären. Oft scheinen sie so, aber immer befinden sie sich in einer Ausnahmesituation,
  27. einem Konflikt, häufig sogar in einer Existenzkrise, die durch eine scheinbare Kleinigkeit ausgelöst wird. Das ist ein weiteres Merkmal der Kurzgeschichte:
  28. Weil die Kurzgeschichte nur eine einzelne Handlung mit einer oder sehr wenigen Personen auf knappe Weise erzählt, spielt sie auch meistens an nur einem Ort.
  29. Das kann ein Zimmer sein oder eine Stadt. Und innerhalb eines überschaubaren Zeitraums. Diese Merkmale der Kurzgeschichte nennen wir:
  30. Die Sachlichkeit und objektive Berichterstattung innerhalb der Kurzgeschichte zeigt sich auch darin, dass alle Ereignisse in der Reihenfolge, wie sie passieren,
  31. also chronologisch, erzählt werden. In größeren Erzählungen, wie z.B. Romanen, hat man es oft mit Vor- und Rückblenden
  32. oder gleichzeitig laufenden Handlungssträngen zu tun. Die Kurzgeschichte hingegen hält sich an eine: D.h. alles wir in der Reihenfolge beschrieben, in der es passiert.
  33. Natürlich kann es vorkommen, dass eine Kurzgeschichte bestimmte Merkmale nicht erfüllt. Niemand zwingt die Autoren oder Autorinnen, sich daran zu halten.
  34. Trotzdem habt ihr mit diesen Merkmalen einen guten Überblick darüber, was die meisten Kurzgeschichten ausmacht. Fassen wir das jetzt noch einmal zusammen:
  35. Von den Kurzgeschichten könnte sich übrigens meine Quasselfreundin ruhig mal 'ne Scheibe abschneiden, wenn sie das nächste Mal... *Handy vibriert*
  36. - ... vibriert! *Geplapper* - Hallo? *Geplapper*
  37. Ja komm, schieß los! *Geplapper* Und da es ja um Kurzgeschichten ging, mache ich es heute etwas kürzer:
  38. Ihr wisst schon. Danke fürs Zuschauen, bis zum nächsten Mal. Tschüss! Untertitel: ARD Text für Funk (2018)

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