Das Video kommt von YouTube: erst beim Abspielen verbindet sich die Seite mit YouTube (Google).
Wie kann sich Europas Binnenmarkt verbessern? So!
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 52 Zeilen
- Der EU-Binnenmarkt ist der größte seiner Art weltweit. Dazu gehören vier Freiheiten, freier Verkehr von:
- - Waren, - Dienstleistungen, - Kapital - Und Personen.
- Aber der Binnenmarkt ist noch lange nicht komplett…. Unternehmen in ganz Europa fordern, dass wir es ihnen leichter machen, Geschäfte zu machen.
- Harmonisierung kann nicht länger warten. Wir müssen den Binnenmarkt vollenden – und wir müssen es schnell tun.
- Dieser Binnemarkt könnte noch deutlich mehr. Wir haben ein umfassendes Programm an bevorstehenden Initiativen.
- Das 28.Regime Die Spar- und InvestitionsUnion – Etliche neue Omnibus-Pakete. Hä?
- EPISODE 1: Freier Verkehr von Waren Schauen wir uns also an, wie man aus dem Binnenmarkt noch mehr rausholen kann.
- Von allen vier Freiheiten ist der Binnenmarkt für Waren in den vergangenen 30 Jahren am besten vorangekommen. Aber trotzdem, es gibt sie noch: diese kleinen,
- oft unsichtbaren Grenzen zwischen EU-Ländern. Der Internationale Währungsfonds schätzt, dass diese Barrieren Europas Wirtschaft in etwa so belasten, als gäbe es einen Zoll von 44 Prozent. Ja,
- 44 Prozent! Zur Einordnung: Das ist fast dreimal so viel wie die 15 Prozent Zoll von Trump. Um diese unsichtbaren Zölle zu verstehen, hat die Financial Times einen großartigen
- Artikel veröffentlicht, der das ganze mit einem einfachen Beispiel erklärt – mit einem Kuscheltier von IKEA. Darf ich vorstellen, Mr. Erdmännchen…
- Was sofort auffällt, sind die Anhängsel, die Etiketten – drei Stück insgesamt, alle länger und größer das Kuscheltier selbst.
- Und das hat zum einen mit einer ganzen Menge EU-Vorschriften zu tun, aber es liegt schon auch an nationalen Regelungen.
- Das hier zum Beispiel sind die Textilvorschriften in der EU. In mehr als 20 Sprachen steht da, woraus Mr Erdmännchen besteht.
- Dann gibt’s noch ein Etikett mit Umweltvorschriften – ein Label für Großbitannien, eins für Chile (also, nichtmal EU) und noch ein ziemlich großes für Frankreich.
- Da steht, dass man das Spielzeug spenden, recyceln oder in den Laden zurückbringen kann – das Label ist in Frankreich Pflicht.
- IKEA möchte dieses Produkt natürlich in mehreren EU-Ländern verkaufen. Und anstatt das Kuscheltier mit unterschiedlichen Etiketten für jedes Land neu zu produzieren,
- wird alles auf ein bzw. 3 Etikette gepackt. Und ich sag mal so: Etikette kosten IKEA
- Millionen – und europaweit kosten sie Unternehmen sogar Milliarden, Alte Label mussten in der Vergangenheit immer mal wieder überarbeitet werden.
- Tausende Arbeitsstunden gehen da drauf, für so ein Etikett. Und was passiert, sobald wir Mr.Erdmann kaufen:
- logisch , als Erstes schneiden wir mal alle Etikette ab. Damit entsteht ne Menge Müll. Und das alles ist einfach…ineffizient.
- Die Kennzeichnung im EU-Binnenmarkt ist sehr unterschiedlich geregelt. Am Ende ensteht ein Haufen Papierkram. Und dieses Erdmännchen ist dafür nur ein Beispiel von vielen.
- Dass die Systeme nicht miteinander kompatibel sind, zeigt auch das hier: die Flasche. Bei uns in Deutschland gibt’s darauf Pfand, 25 ct auf Einwegflaschen oder
- Dosen. 8 bis 15 Cent auf Mehrwegflaschen. Auch in anderen EU Ländern gibt’s Pfand- oder Rücknahmesysteme: zB in Dänemark, Litauen oder Finnland.
- So sinnvoll dieses System für die Umwelt ist – europaweit ist es extrem unterschiedlich geregelt. Jedes Land hat eigene Bestimmungen, eigene Recycling-Logos, unterschiedliche Barcodes,
- nationale Produktdatenbanken und zugelassene Behälterformate. So kann zB eine Pfandflasche aus Deutschland in Österreich nicht zurückgegeben werden – und
- umgekehrt. Nimmst du eine Flasche über eine Grenze mit, kannst du das Pfand in der Regeln knicken. Dasselbe Getränk, derselbe Kunststoff, womöglich sogar aus derselben Fabrik – nope geht nicht:
- jedes Land hat andere Verpackungen, Registrierungen und Logistikprozesse. Für große internationale Konzerne ist das teuer, aber machbar. Für kleine Hersteller nicht. Viele
- sagen: dann lieber gar nicht exportieren oder eben nur in ein, zwei Nachbarländer verkaufen. Und für die Verbraucher ist das auch alles andere als optimal.
- Es gibt noch viele mehr Beispiele dafür, dass der Binnenmarkt noch nicht ganz ausgeklügelt ist. Schauen wir ins Bauwesen: Eine feuerfeste Tür, die nach deutschen Normen zugelassen ist,
- darf nicht automatisch in Frankreich verkauft werden, wo andere Brandtests und Zertifizierungsregeln gelten. Oder Lebensmittel: Ein kleines
- schwedisches Unternehmen hat mal Falafel für den skandinavischen Markt hergestellt. Das Backpulver darin war in Schweden erlaubt – in Dänemark aber nicht für Falafel zugelassen. Gleiche Zutaten,
- gleiches Produkt, andere Regeln. Also musste das gesamte Rezept abgeändert und neu genehmigt werden – ein mega Zeit- und vor allem auch Kostenaufwand. Die Liste ließe sich endlos fortsetzen.
- Okay, mal nicht zu pessimistisch hier.. Es gibt Initiativen, um ein paar Dinge am Binnenmarkt anzugehen. Nehmen wir nochmal die Zettelwirtschaft am
- IKEA-Erdmännchen. Die EU arbeitet gerade am sogenannten digitalen Produktpass. Was ist das? Künftig sollen Hersteller für jedes Produkt einen Datensatz erstellen – und zwar
- DIGITAL. Darin enthalten: alle wichtigen Angaben– von EU-Sicherheitsstandards über Recyclingfähigkeit bis hin zu Umweltauflagen für das jeweilige Produkt.
- Statt das ganze in allen möglichen Sprachen abzudrucken, können Verbraucher die Infos also bei Bedarf digital abrufen, über einen QR-Code. Dieser Code wird am Produkt, an der Verpackung oder in
- den Begleitunterlagen angebracht. Das bedeutet schonmal weniger Etiketten, weniger Papier. Auch beim Thema Pfand-Flasche kommt Bewegung rein. Vor nicht allzu langer Zeit wurde eine
- neue Verordnung verabschiedet, die Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle (kurz: PPWR) - die verpflichtet alle EU-Mitgliedstaaten, bis zum 1. Januar 2029 Pfandsysteme für
- Einweg-Getränkebehälter aus Kunststoff und Metall von bis zu drei Litern einzuführen. Das mögliche wirtschaftliche Potenzial von einem vollständigen Binnenmarkt für Waren ist enorm.
- Das Europäische Parlament hat das mal schätzen lassen: Komplexe Regularien abbauen und den Warenhandel innerhalb der EU erleichtern wäre gleichbedeutend
- mit einem wirtschaftlichen Plus zwischen 228 und 372 Milliarden Euro – pro Jahr. Das würde das gesamte EU-BIP um 1,2 bis 2 Prozent steigern – und da sprechen wir nur von einem
- besser funktionierenden Binnenmarkt für Waren. Die anderen drei Freiheiten im Binnenmarkt schauen wir uns erst in den nächsten Videos an. Nochmal: Im Durchschnitt entsprechen die unsichtbaren
- Barrieren für Waren einem Zoll von 44 Prozent. Als kleiner Teaser für’s nächste Video. Bei Dienstleistungen sind’s sogar knapp 110 Prozent. Mit die größten wirtschaftlichen Chancen der
- EU liegen also nicht zwingend im Ausland. Sie liegen hier – eingeschlossen im eigenen Markt. Meine persönliche Meinung dazu: Den Binnenmarkt vollenden - das ist eine Riesenchance. Dieser
- Markt ist riesig – 450 Millionen Menschen. Drei Dinge sind entscheidend: Erstens: weniger Richtlinien. Dazu muss man wissen: es gibt nen Unterschied zwischen
- Richtlinien und Verordnungen. EU-Richtlinien geben Ziele vor, lassen den Mitgliedstaaten aber Spielraum bei der Umsetzung.
- Verordnungen gelten überall – und sind auch überall gleich. Die EU setzt aber immer noch mehr auf Richtlinien – und genau das führt zu Fragmentierung.
- Zweitens: Umsetzung. Die Europäische Kommission – also die Exekutive der EU – muss die bestehenden Regeln konsequenter durchsetzen. In den vergangenen Jahren hat sie oft weggeschaut, wenn
- Mitgliedstaaten EU-Recht nicht umgesetzt haben. Drittens: das 28. Regime. Zusätzlich zu den nationalen Gesetzbüchern soll ein 28. europäisches Regelwerk geschaffen werden.
- Unternehmen könnten sich freiwillig dafür entscheiden, statt den nationalen Regeln zu folgen. Das ist ein extrem spannendes Thema, und wir haben dazu schon ein eigenes Video gemacht.
- Schaut da gerne mal rein. Und: Abonniert unseren Kanal, das hilft uns enorm weiter. Vielen Dank fürs Zuschauen. Schöne Feiertage. Und bis zum nächsten Mal.