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Wie kann sich Europas Binnenmarkt verbessern? So!

EU Made Simple // Deutsch8:37 4.339 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 52 Zeilen
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  1. Der EU-Binnenmarkt ist der größte seiner Art weltweit. Dazu gehören vier Freiheiten, freier Verkehr von:
  2. - Waren, - Dienstleistungen, - Kapital - Und Personen.
  3. Aber der Binnenmarkt ist noch lange nicht komplett…. Unternehmen in ganz Europa fordern, dass wir es ihnen leichter machen, Geschäfte zu machen.
  4. Harmonisierung kann nicht länger warten. Wir müssen den Binnenmarkt vollenden – und wir müssen es schnell tun.
  5. Dieser Binnemarkt könnte noch deutlich mehr. Wir haben ein umfassendes Programm an bevorstehenden Initiativen.
  6. Das 28.Regime Die Spar- und InvestitionsUnion – Etliche neue Omnibus-Pakete. Hä?
  7. EPISODE 1: Freier Verkehr von Waren Schauen wir uns also an, wie man aus dem Binnenmarkt noch mehr rausholen kann.
  8. Von allen vier Freiheiten ist der Binnenmarkt für Waren in den vergangenen 30 Jahren am besten vorangekommen. Aber trotzdem, es gibt sie noch: diese kleinen,
  9. oft unsichtbaren Grenzen zwischen EU-Ländern. Der Internationale Währungsfonds schätzt, dass diese Barrieren Europas Wirtschaft in etwa so belasten, als gäbe es einen Zoll von 44 Prozent. Ja,
  10. 44 Prozent! Zur Einordnung: Das ist fast dreimal so viel wie die 15 Prozent Zoll von Trump. Um diese unsichtbaren Zölle zu verstehen, hat die Financial Times einen großartigen
  11. Artikel veröffentlicht, der das ganze mit einem einfachen Beispiel erklärt – mit einem Kuscheltier von IKEA. Darf ich vorstellen, Mr. Erdmännchen…
  12. Was sofort auffällt, sind die Anhängsel, die Etiketten – drei Stück insgesamt, alle länger und größer das Kuscheltier selbst.
  13. Und das hat zum einen mit einer ganzen Menge EU-Vorschriften zu tun, aber es liegt schon auch an nationalen Regelungen.
  14. Das hier zum Beispiel sind die Textilvorschriften in der EU. In mehr als 20 Sprachen steht da, woraus Mr Erdmännchen besteht.
  15. Dann gibt’s noch ein Etikett mit Umweltvorschriften – ein Label für Großbitannien, eins für Chile (also, nichtmal EU) und noch ein ziemlich großes für Frankreich.
  16. Da steht, dass man das Spielzeug spenden, recyceln oder in den Laden zurückbringen kann – das Label ist in Frankreich Pflicht.
  17. IKEA möchte dieses Produkt natürlich in mehreren EU-Ländern verkaufen. Und anstatt das Kuscheltier mit unterschiedlichen Etiketten für jedes Land neu zu produzieren,
  18. wird alles auf ein bzw. 3 Etikette gepackt. Und ich sag mal so: Etikette kosten IKEA
  19. Millionen – und europaweit kosten sie Unternehmen sogar Milliarden, Alte Label mussten in der Vergangenheit immer mal wieder überarbeitet werden.
  20. Tausende Arbeitsstunden gehen da drauf, für so ein Etikett. Und was passiert, sobald wir Mr.Erdmann kaufen:
  21. logisch , als Erstes schneiden wir mal alle Etikette ab. Damit entsteht ne Menge Müll. Und das alles ist einfach…ineffizient.
  22. Die Kennzeichnung im EU-Binnenmarkt ist sehr unterschiedlich geregelt. Am Ende ensteht ein Haufen Papierkram. Und dieses Erdmännchen ist dafür nur ein Beispiel von vielen.
  23. Dass die Systeme nicht miteinander kompatibel sind, zeigt auch das hier: die Flasche. Bei uns in Deutschland gibt’s darauf Pfand, 25 ct auf Einwegflaschen oder
  24. Dosen. 8 bis 15 Cent auf Mehrwegflaschen. Auch in anderen EU Ländern gibt’s Pfand- oder Rücknahmesysteme: zB in Dänemark, Litauen oder Finnland.
  25. So sinnvoll dieses System für die Umwelt ist – europaweit ist es extrem unterschiedlich geregelt. Jedes Land hat eigene Bestimmungen, eigene Recycling-Logos, unterschiedliche Barcodes,
  26. nationale Produktdatenbanken und zugelassene Behälterformate. So kann zB eine Pfandflasche aus Deutschland in Österreich nicht zurückgegeben werden – und
  27. umgekehrt. Nimmst du eine Flasche über eine Grenze mit, kannst du das Pfand in der Regeln knicken. Dasselbe Getränk, derselbe Kunststoff, womöglich sogar aus derselben Fabrik – nope geht nicht:
  28. jedes Land hat andere Verpackungen, Registrierungen und Logistikprozesse. Für große internationale Konzerne ist das teuer, aber machbar. Für kleine Hersteller nicht. Viele
  29. sagen: dann lieber gar nicht exportieren oder eben nur in ein, zwei Nachbarländer verkaufen. Und für die Verbraucher ist das auch alles andere als optimal.
  30. Es gibt noch viele mehr Beispiele dafür, dass der Binnenmarkt noch nicht ganz ausgeklügelt ist. Schauen wir ins Bauwesen: Eine feuerfeste Tür, die nach deutschen Normen zugelassen ist,
  31. darf nicht automatisch in Frankreich verkauft werden, wo andere Brandtests und Zertifizierungsregeln gelten. Oder Lebensmittel: Ein kleines
  32. schwedisches Unternehmen hat mal Falafel für den skandinavischen Markt hergestellt. Das Backpulver darin war in Schweden erlaubt – in Dänemark aber nicht für Falafel zugelassen. Gleiche Zutaten,
  33. gleiches Produkt, andere Regeln. Also musste das gesamte Rezept abgeändert und neu genehmigt werden – ein mega Zeit- und vor allem auch Kostenaufwand. Die Liste ließe sich endlos fortsetzen.
  34. Okay, mal nicht zu pessimistisch hier.. Es gibt Initiativen, um ein paar Dinge am Binnenmarkt anzugehen. Nehmen wir nochmal die Zettelwirtschaft am
  35. IKEA-Erdmännchen. Die EU arbeitet gerade am sogenannten digitalen Produktpass. Was ist das? Künftig sollen Hersteller für jedes Produkt einen Datensatz erstellen – und zwar
  36. DIGITAL. Darin enthalten: alle wichtigen Angaben– von EU-Sicherheitsstandards über Recyclingfähigkeit bis hin zu Umweltauflagen für das jeweilige Produkt.
  37. Statt das ganze in allen möglichen Sprachen abzudrucken, können Verbraucher die Infos also bei Bedarf digital abrufen, über einen QR-Code. Dieser Code wird am Produkt, an der Verpackung oder in
  38. den Begleitunterlagen angebracht. Das bedeutet schonmal weniger Etiketten, weniger Papier. Auch beim Thema Pfand-Flasche kommt Bewegung rein. Vor nicht allzu langer Zeit wurde eine
  39. neue Verordnung verabschiedet, die Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle (kurz: PPWR) - die verpflichtet alle EU-Mitgliedstaaten, bis zum 1. Januar 2029 Pfandsysteme für
  40. Einweg-Getränkebehälter aus Kunststoff und Metall von bis zu drei Litern einzuführen. Das mögliche wirtschaftliche Potenzial von einem vollständigen Binnenmarkt für Waren ist enorm.
  41. Das Europäische Parlament hat das mal schätzen lassen: Komplexe Regularien abbauen und den Warenhandel innerhalb der EU erleichtern wäre gleichbedeutend
  42. mit einem wirtschaftlichen Plus zwischen 228 und 372 Milliarden Euro – pro Jahr. Das würde das gesamte EU-BIP um 1,2 bis 2 Prozent steigern – und da sprechen wir nur von einem
  43. besser funktionierenden Binnenmarkt für Waren. Die anderen drei Freiheiten im Binnenmarkt schauen wir uns erst in den nächsten Videos an. Nochmal: Im Durchschnitt entsprechen die unsichtbaren
  44. Barrieren für Waren einem Zoll von 44 Prozent. Als kleiner Teaser für’s nächste Video. Bei Dienstleistungen sind’s sogar knapp 110 Prozent. Mit die größten wirtschaftlichen Chancen der
  45. EU liegen also nicht zwingend im Ausland. Sie liegen hier – eingeschlossen im eigenen Markt. Meine persönliche Meinung dazu: Den Binnenmarkt vollenden - das ist eine Riesenchance. Dieser
  46. Markt ist riesig – 450 Millionen Menschen. Drei Dinge sind entscheidend: Erstens: weniger Richtlinien. Dazu muss man wissen: es gibt nen Unterschied zwischen
  47. Richtlinien und Verordnungen. EU-Richtlinien geben Ziele vor, lassen den Mitgliedstaaten aber Spielraum bei der Umsetzung.
  48. Verordnungen gelten überall – und sind auch überall gleich. Die EU setzt aber immer noch mehr auf Richtlinien – und genau das führt zu Fragmentierung.
  49. Zweitens: Umsetzung. Die Europäische Kommission – also die Exekutive der EU – muss die bestehenden Regeln konsequenter durchsetzen. In den vergangenen Jahren hat sie oft weggeschaut, wenn
  50. Mitgliedstaaten EU-Recht nicht umgesetzt haben. Drittens: das 28. Regime. Zusätzlich zu den nationalen Gesetzbüchern soll ein 28. europäisches Regelwerk geschaffen werden.
  51. Unternehmen könnten sich freiwillig dafür entscheiden, statt den nationalen Regeln zu folgen. Das ist ein extrem spannendes Thema, und wir haben dazu schon ein eigenes Video gemacht.
  52. Schaut da gerne mal rein. Und: Abonniert unseren Kanal, das hilft uns enorm weiter. Vielen Dank fürs Zuschauen. Schöne Feiertage. Und bis zum nächsten Mal.

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