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Mit der KI durch den größten Slum Europas! | NDR Info

NDR Info4:01 266.695 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 29 Zeilen
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  1. Als sich rund um den Michel noch windschiefe Fachwerkhäuser drängten, bildeten die sogenannten Gängeviertel das Herz der Stadt.
  2. Zwischen schmalen Gassen und maroden Gemäuern lebte ein Drittel der Hamburger.
  3. Im 19. Jahrhundert hatten wir verschiedene Gängeviertel. Es waren heruntergekommene, dicht aneinandergebaute Gebäude.
  4. Sie hatten da weder Licht noch Luft. Um von diesem verschwundenen Teil Hamburgs zu erzählen,
  5. nutzen wir künstliche Intelligenz. Historische Fotos werden zum Leben erweckt.
  6. Schwarzweißaufnahmen bekommen Farbe und Bewegung. Unglaublich.
  7. Die kommen raus, die Figuren, und man geht selber hinein. Die Gängeviertel erstreckten sich einst
  8. über weite Teile der Alt- und Neustadt. Je reicher Hamburg wurde, desto mehr Arbeitskräfte wurden gebraucht,
  9. desto voller wurden die Gänge. Etwa 60.000 Menschen wohnten dort.
  10. Hinter den Vorderhäusern verbarg sich ein Labyrinth aus Gassen und Hinterhöfen.
  11. In manchen Häusern kamen mehr als 100 Menschen unter. Diese Gebäude waren aufgeteilt in Kleinstwohnungen
  12. mit einer Küche als zentralem Raum, ein, zwei Kammern noch daneben. Dann konnten sie dort mit bis zu zehn Leuten wohnen.
  13. Es kamen die Schlafgänger dazu, die am Tage ihre Betten nutzten. Dafür bekamen sie 'n paar Groschen.
  14. In den Gängevierteln gab es keine Kanalisation. Das Trinkwasser kam aus der Elbe oder den Fleeten.
  15. Darin landeten auch die Inhalte der Gemeinschaftstoiletten. Ein fataler Kreislauf.
  16. Sie hatten dort hygienische Zustände wie im Mittelalter. Und sie hatten alle Krankheiten.
  17. Wir hatten 'ne hohe Sterblichkeitsrate. Viele Kinder haben das Erwachsenenalter nicht erlebt.
  18. Als 1892 in Hamburg die Cholera ausbrach, traf es die Bewohner der Gängeviertel besonders hart.
  19. Tausende starben an der Infektionskrankheit, die sich hier rasant ausbreitete.
  20. Es kamen Wagen mit Frischwasser zum ersten Mal durch die Gängeviertel. Man hat Reinigungstrupps durchgeschickt.
  21. Man hat zugesehen, dass man die Toten möglichst schnell entfernt und verbrennt und beisetzt.
  22. Das war aber das Einzige, was man getan hat für die Menschen. Die Gängeviertel wurden Senat und Bürgerschaft
  23. zunehmend ein Dorn im Auge. Es ging weniger um bessere Lebensbedingungen
  24. als um Immobilienspekulation und das Image der Stadt. Denn die Gänge standen für Armut und Kriminalität.
  25. Jeder, der vom Hauptbahnhof zum Rathaus und zur Börse wollte, musste durch die Gängeviertel gehen.
  26. Das, so sprach man im Hamburger Rathaus, war Gästen und Kaufleuten nicht zuzumuten, dass sie sehen müssten, wie die Unterschicht wohnt.
  27. Nach und nach ließ die Stadt alle Gängeviertel abreißen. Die Bewohner wurden verdrängt.
  28. In der Altstadt entstanden Prachtbauten wie das Chilehaus. Zu den wenigen Gebäuden, die heute noch an die Gängeviertel erinnern,
  29. gehören die Krameramtsstuben beim Michel.