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Mit der KI durch den größten Slum Europas! | NDR Info
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 29 Zeilen
- Als sich rund um den Michel noch windschiefe Fachwerkhäuser drängten, bildeten die sogenannten Gängeviertel das Herz der Stadt.
- Zwischen schmalen Gassen und maroden Gemäuern lebte ein Drittel der Hamburger.
- Im 19. Jahrhundert hatten wir verschiedene Gängeviertel. Es waren heruntergekommene, dicht aneinandergebaute Gebäude.
- Sie hatten da weder Licht noch Luft. Um von diesem verschwundenen Teil Hamburgs zu erzählen,
- nutzen wir künstliche Intelligenz. Historische Fotos werden zum Leben erweckt.
- Schwarzweißaufnahmen bekommen Farbe und Bewegung. Unglaublich.
- Die kommen raus, die Figuren, und man geht selber hinein. Die Gängeviertel erstreckten sich einst
- über weite Teile der Alt- und Neustadt. Je reicher Hamburg wurde, desto mehr Arbeitskräfte wurden gebraucht,
- desto voller wurden die Gänge. Etwa 60.000 Menschen wohnten dort.
- Hinter den Vorderhäusern verbarg sich ein Labyrinth aus Gassen und Hinterhöfen.
- In manchen Häusern kamen mehr als 100 Menschen unter. Diese Gebäude waren aufgeteilt in Kleinstwohnungen
- mit einer Küche als zentralem Raum, ein, zwei Kammern noch daneben. Dann konnten sie dort mit bis zu zehn Leuten wohnen.
- Es kamen die Schlafgänger dazu, die am Tage ihre Betten nutzten. Dafür bekamen sie 'n paar Groschen.
- In den Gängevierteln gab es keine Kanalisation. Das Trinkwasser kam aus der Elbe oder den Fleeten.
- Darin landeten auch die Inhalte der Gemeinschaftstoiletten. Ein fataler Kreislauf.
- Sie hatten dort hygienische Zustände wie im Mittelalter. Und sie hatten alle Krankheiten.
- Wir hatten 'ne hohe Sterblichkeitsrate. Viele Kinder haben das Erwachsenenalter nicht erlebt.
- Als 1892 in Hamburg die Cholera ausbrach, traf es die Bewohner der Gängeviertel besonders hart.
- Tausende starben an der Infektionskrankheit, die sich hier rasant ausbreitete.
- Es kamen Wagen mit Frischwasser zum ersten Mal durch die Gängeviertel. Man hat Reinigungstrupps durchgeschickt.
- Man hat zugesehen, dass man die Toten möglichst schnell entfernt und verbrennt und beisetzt.
- Das war aber das Einzige, was man getan hat für die Menschen. Die Gängeviertel wurden Senat und Bürgerschaft
- zunehmend ein Dorn im Auge. Es ging weniger um bessere Lebensbedingungen
- als um Immobilienspekulation und das Image der Stadt. Denn die Gänge standen für Armut und Kriminalität.
- Jeder, der vom Hauptbahnhof zum Rathaus und zur Börse wollte, musste durch die Gängeviertel gehen.
- Das, so sprach man im Hamburger Rathaus, war Gästen und Kaufleuten nicht zuzumuten, dass sie sehen müssten, wie die Unterschicht wohnt.
- Nach und nach ließ die Stadt alle Gängeviertel abreißen. Die Bewohner wurden verdrängt.
- In der Altstadt entstanden Prachtbauten wie das Chilehaus. Zu den wenigen Gebäuden, die heute noch an die Gängeviertel erinnern,
- gehören die Krameramtsstuben beim Michel.