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Warum Angela Merkel nie den Nachnamen ihres ersten Mannes änderte
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 120 Zeilen
- Im Jahr 2013 erschien in Deutschland ein Buch über Angela Merkel und darin stand ein Satz, [musik] den bis dahin fast niemand kannte. Ihr Vater, der
- evangelische Pfarrer Horst Kassner, [musik] war nicht unter diesem Namen geboren worden. Er kam 1926 in [musik] Berlin Pankov als Horst Kaschmircha zur
- Welt. Die Frau, die Deutschland 16 Jahre lang regiert [musik] hat, hätte also eigentlich Angela Kaschmirchack
- geheißen. Und das führt uns zu der Frage, um die es in dieser Folge geht. Warum hat Angela Merkel eigentlich nie den Namen ihres ersten Mannes [musik]
- abgelegt? Die Antwort auf diese Frage ist kurz. Sie hat sie selbst mehrfach gegeben und wir liefern sie gleich zu Beginn nach, weil wir hier kein
- künstliches Rätsel aufbauen. 1982 wurde sie von Ulrich Merkel geschieden. Sie behielt seinen Namen, weil sie unter diesem Namen bereits
- wissenschaftlich publizierte. Es war eine Formalität, mehr nicht. 1998 [musik] heiratete sie Joachim Sauer. Auch da änderte sie nichts. Und
- der Grund war derselbe, nur größer geworden. Sie war inzwischen zweimal Bundesministerin gewesen. Der Name war öffentlich.
- Das ist die ganze Erklärung. Nur ist das nicht die interessante Geschichte. Die interessante Geschichte ist, dass dieser Nachname der Dritte war, den diese
- Familie innerhalb von drei Generationen trug. Und keiner davon war von Anfang an da. Gehen wir rückwärts. Der erste Name ist Merkel und er stammt aus dem Jahr
- 1977. Am 3. September 1977 heiratete die Physikstudentin Angela Kassner ihren Komelitonen Ulrich Merkel.
- Sie war 23, er 25, beide standen ein Jahr vor dem Abschluss. In ihren Erinnerungen beschreibt sie diese Zeit mit vier Worten: "Es war eine
- Studentenliebe. In der DD heiratete man früh, deutlich früher als im Westen. Und das hatte nicht nur romantische Gründe. Die Ehe öffnete Türen zu Wohnungen, zu
- Krediten, [musik] zu Plätzen auf Wartelisten. In einem Land, in dem man eine Wohnung nicht mit Geld, sondern mit Anspruchsberechtigung bekam, war
- heiraten auch ein Verwaltungsvorgang. Die Ehe hielt 5 Jahre. Im Frühjahr 1981 verließ Angela Merkel mit einem Koffer in der Hand die gemeinsame Wohnung in
- der Marienstraße. 1982 wurde geschieden. Der Name blieb und 16 Jahre später blieb er noch einmal. 1998 heiratete sie den
- Quantenchemiker Joachim Sauer. Auch er nahm ihren Namen nicht an und sie seinen nicht. Zwei Wissenschaftler, jeder mit einer eigenen Publikationsliste, die
- beide wussten, was ein Name im [musik] Wissenschaftsbetrieb bedeutet. Er ist die Adresse, unter der die eigene Arbeit auffindbar bleibt. So kam es, dass die
- Bundeskanzlerin [musik] der Bundesrepublik Deutschland von 2005 bis 2021 unter dem Namen eines Mannes regierte, [musik]
- von dem sie seit 23 Jahren geschieden war und zu dem sie längst keinen Kontakt mehr hatte. Und hier lohnt sich eine Beobachtung, die im Rückblick fast
- komisch wirkt. In diesem Moment war dieser Name vollkommen wertlos. Er gehörte einer 28-jährigen Doktorandin an der Akademie der Wissenschaften in
- Berlin Adlershof. Sie behielt ihn aus demselben [musik] Grund, aus dem man ein Passwort behält, weil es umständlich gewesen wäre, es zu ändern. Dieser
- wertlose Name wurde später in Brüssel, in Washington und in Moskau ausgesprochen. Er stand auf Wahlzetteln, auf Titelseiten und auf Schildern, die
- Menschen [musik] 2015 in deutschen Bahnhöfen hochhielten. Kommen wir zum zweiten Namen. Kassner. Angela Dorotea Kassner kam am [musik] 17. Juli 1954 in
- Hamburg zur Welt. Ihr Vater war evangelischer Theologe, ihre Mutter Lehrerin für Englisch und Latein. [musik] Wenige Wochen nach ihrer Geburt
- zog die Familie in die DDR, weil der Vater eine Pfahrstelle in Brandenburg angenommen hatte. Pfarrersochter in einem atheistischen Staat. Sie hat
- dieses Elternhaus später als prägend beschrieben und man sieht es in vielem in der Gewohnheit [musik] nicht alles zu sagen, was man denkt und
- in der Fähigkeit sich in einem System [musik] zu bewegen, ohne ganz dazu zu gehören. Kassner ist der Name, mit dem sie aufwuchs. Es ist der Name auf ihrem
- Abiturzeugnis von 1973 und auf ihrer Immatrikulation in Leipzig und dieser Name ist eine Erfindung aus dem Jahr 1930.
- Er wurde von ihrem [musik] Großvater gewählt. Bis dahin hieß die Familie Kaschmirchak. Damit sind wir beim dritten Namen und bei einem Mann, über
- den Angela Merkel jahrzehntelang nur in Andeutungen gesprochen [musik] hat. Ludwig Marian Kaschmirschak wurde am 17. Oktober 1896 [musik] in Posen geboren.
- Die Stadt heißt heute Poznan und liegt in Polen. Damals gehörte sie zum Deutschen Reich. Er war das unehliche Kind von [musik] Anna Rüchliker
- Kaschmirschack und Ludwigowski. Seine Mutter arbeitete als Dienstmädchen. Die Familie gehörte zur
- polnischsprachigen Bevölkerung der Provinzposen [musik] und dieser Name war alt. Die Linie lässt sich bis zu einem Jan Kaschmirchack zurückverfolgen,
- [musik] einem Posener des 18. Jahrhunderts. Anders gesagt, als 1930 in Berlin [musik] ein Antrag ausgefüllt wurde,
- verschwand ein Name, der zu diesem Zeitpunkt seit mindestens sechs Generationen existierte. Man muss sich klar [musik] machen, was das damals
- bedeutete. Die Provinzposen war seit der Teilung Polens preußisch, aber die Mehrheit der Landbevölkerung sprach polnisch.
- Berlin betrieb dort seit Jahrzehnten eine konsequente Germanisierung. [musik] Polnisch wurde als Unterrichtssprache zurückgedrängt. Polnischer Grundbesitz
- wurde von einer eigens gegründeten [musik] Ansiedlungskommission systematisch aufgekauft. Und wer im Staatsdienst [musik] arbeiten wollte,
- tat gut daran, Deutsch zu klingen. Die Behörden hatten dafür ausdrückliche Anweisung. Die Eindeutschung polnischer Namen sollte großzügig behandelt werden.
- [musik] Ein Erlast des Reichsinnenministers aus dem Jahr 1901 formulierte es unmissverständlich. Man hoffe, dass Namensänderungen dieser
- Art, die geeignet sein, die Verschmelzung des polnischen Elements mit dem Deutschen zu fördern, von den Behörden jede Unterstützung und
- Erleichterung erfahren würden. Ein polnischer Name war in Preußen ein Nachteil und der Staat hatte es so eingerichtet, dass man diesen Nachteil
- ablegen konnte. 1915 mit 19 Jahren wurde Ludwig Kaschmircha deutschen Heer eingezogen und kämpfte im Ersten Weltkrieg an der
- Westfront gegen Frankreich. Noch im selben Jahr geriet er in französische Hände. Ob er gefangen genommen wurde oder desertierte, ist in den Quellen
- nicht eindeutig. Und dann tat er etwas, das seine gesamte weitere Biographie bestimmt. Er wechselte die Seite. 1917 [musik] trat er der sogenannten
- blauen Armee bei. Das war eine polnische Streitmacht, die in Frankreich aus Freiwilligen aufgestellt wurde, aus Kriegsgefangenen, aus Auswanderern, aus
- polnischstämmigen Soldaten der Mittelmächte. Ihren Namen bekam sie von den blauen französischen Uniformen. Ihr Zweck war
- die Wiedererrichtung eines polnischen Staates, den es seit über 100 Jahren nicht mehr gab. Mit dieser Armee kam Ludwig Kaschmircha
- 1919 nach Polen. Er zog in den polnisch-rainischen Krieg und anschließend in den polnisch-sowjetischen Krieg jenen
- Feldzug, der 1920 Vorwarschau entschieden wurde und über die Existenz des jungen polnischen Staates bestimmte. Es gibt von ihm ein Foto aus dieser
- Zeit. Er trägt die Uniform der blauen Armee und steht neben seiner verlobten Margarete. Halten wir das einen Moment fest. Der Großvater der deutschen
- Bundeskanzlerin war ein polnischer Soldat, der für die Unabhängigkeit Polens [musik] gekämpft hat gegen dieselbe Ordnung, in deren Uniform er
- zwei Jahre zuvor an der Westfront gestanden hatte. Nach dem Krieg fiel seine Heimatprovinz Posen aufgrund des Versier Vertrags an das wiedergegründete
- Polen. Er ging trotzdem nach Deutschland. Anfang der 20er Jahre zog Ludwig Kaschmirschak nach Berlin in die Heimatstadt seiner Verlobten. Sie hieß
- Marie Margarete Pschke und war Berlinerin. 1925 heirateten die beiden. Damit ist die nächste Schicht dieser
- Familiengeschichte beschrieben. Eine deutsch-polnische Ehe geschlossen 7 Jahre nach einem Krieg, an dessen Ende die beiden Nationen als Gegner
- darstanden. 1923 trat er in den Dienst der Berliner Polizei ein. und brachte es dort bis zum
- Hauptwachtmeister. Am 6. August 1926 kam sein Sohn zur Welt Horst Kaschmirchau
- und 1930 ließ die Familie ihren Namen eindeutschen. Aus Kaschmirchak wurde Kassner. Über die Gründe gibt es keine Erklärung [musik] des Betroffenen.
- Wir wissen nicht, was er sich dabei gedacht hat und wir werden hier nicht spekulieren. Was sich sagen lässt, ist die Lage. Ein
- Mann mit einem unübersehbar polnischen Namen arbeitete im Polizeidienst der deutschen Hauptstadt und das Verhältnis zwischen Deutschland und Polen [musik]
- war nach 1918 vergiftet. Der Versaj Vertrag hatte deutsche Gebiete an Polen abgetreten. In der deutschen Öffentlichkeit galt der polnische Staat
- vielen als Provisorium, dass man eines Tages wieder loswerden würde. Wer in Berlin Kashmirchak hieß, hörte das an jedem Schalter. Hinzu kommt das Datum.
- Die Namensänderung fällt in das Jahr 1930. Bei der Reichstagswahl im September dieses Jahres wurden die
- Nationalsozialisten aus dem [musik] Stand zweitstärkste Partei. Drei Jahre später waren sie an der Macht und ein polnischer Name in einer deutschen
- Polizeiakte wäre etwas anderes gewesen als eine Unbequemlichkeit. Wir behaupten nicht, dass Ludwig Kaschmirchamen sah. Niemand kann das wissen. Was man sagen
- kann, ist, der Zeitpunkt [musik] war der letztmögliche, zu dem eine solche Entscheidung noch eine reine Verwaltungsangelegenheit war. Horst
- Kassner war zu diesem Zeitpunkt 4 Jahre alt. Er wuchs mit einem Namen auf, [musik] den seine Familie sich zugelegt hatte, als er noch nicht lesen konnte.
- Sein Leben verlief dann in den Bahnen seiner Generation. 1943 mit 17 wurde er zur Wehrmacht
- eingezogen. Das Kriegsende erlebte er in Gefangenschaft. Danach studierte er Theologie und 1954 traf er die eine große Entscheidung seines Lebens und sie
- war ungewöhnlich. Er nahm eine Pfahrstelle in Brandenburg an und zog mit Frau und neugeborener Tochter aus Hamburg in die DDR in einer Zeit, in der
- Hunderttausende in die andere Richtung liefen. Er blieb dort bis zu seinem Tod. In der DDR galt er den Behörden als eine der sogenannten fortschrittlichen Kräfte
- innerhalb der Kirche. In kirchlichen Kreisen nannten ihn manche den roten Kassner. Seine Tochter hat sich über ihn öffentlich nur selten geäußert. Ludwig
- Kassner, wie sich der [musik] Großvater nun nannte, starb am 3. Februar 1959 in Berlin Carlshorst. Seine Enkelin war damals 5 Jahre alt und hat später
- gesagt, sie könne sich an ihn nicht mehr erinnern. An die Großmutter in Pankov erinnerte sie sich gut und jetzt kommt der Teil,
- den fast niemand erzählt, weil alle auf den polnischen Großvater schauen. Es gibt nämlich einen zweiten Großvater. Die Mutter von Angela Merkel hieß vor
- ihrer Heirat Herlind Jensch. Sie wurde am 8. Juli 1928 geboren in der freien Stadt Danzig. Danzig heißt heute Gdansk und liegt in
- Polen. Ihr Vater Willly Jensch war Lehrer, Schulverwalter und Politiker. Er leitete den Danziger Beamtenbund, wurde am 27. Oktober 1926
- zu einem der Senatoren der Freien Stadt Danzig gewählt und gab dieses Amt ein Jahr später aus gesundheitlichen Gründen wieder ab. Danach wurde er Rektor des
- angesehenen Gymnasiums St. Johann. Im März 1936 stieg er zum Schuldirektor von Danzig auf und war damit für sämtliche Volksschulen des Stadtstaates zuständig.
- Zwei Monate später war er tot. Er starb am 23. [musik] Mai 1936 mit 50 Jahren. Seine Familie zog danach nach Hamburg. Sehen Sie sich diese
- beiden Großvätern nebeneinander an. Der eine kam aus Posen, der andere starb in Danzig. Beide Städte liegen heute in Polen. Die Frau, die Deutschland 16
- Jahre lang regiert hat, stammt von beiden Seiten aus Regionen, die nach zwei Weltkriegen nicht mehr Deutsch waren. Ihre gesamte Großelterngeneration
- kommt aus Gebieten, die es in dieser Form nicht mehr gibt und ihre Mutter hat, ohne dass jemand darüber spricht, dieselbe Erfahrung gemacht wie die
- Frauen davor. Herlind Jensch wurde durch ihre Heirat zu Herlind Kassner. Sie war Lehrerin für Englisch und Latein und in der DDR durfte sie in ihrem Beruf nicht
- arbeiten. Nach übereinstimmender Darstellung deshalb, weil sie die Frau eines Pfarrers war. Sie hat diesen Beruf nie aufgegeben. Sie hat ihn nur
- verschoben. Nach 1990 unterrichtete sie [musik] wieder an der Volkshochschule in Templin bis in ihre 80er Jahre hinein.
- Sie starb am 6. April 2019 mit 90 Jahren bleibt die Frage, wer davon wusste [musik] und wann. Angela Merkel hat über ihre polnische Herkunft öffentlich lange
- nur angedeutet, dass ihre Familie zu einem Viertel polnisch sei. Den Geburtsnamen ihres Vaters nannte sie nicht. Öffentlich bekannt wurde er erst
- 2013 durch die Biographie des Journalisten Stefan Cornelius, aus der die Süddeutsche Zeitung vorab
- veröffentlichte. Zuvor hatte auch die polnische Zeitung Gazeta Wiborcia über die Herkunft des Großvaters recherchiert. Ihr Vater starb
- 2011. Er hat die Veröffentlichung nicht mehr erlebt. In Polen wurde die Nachricht mit erheblichem Interesse aufgenommen und das ist leicht zu
- verstehen. Ein Land, dessen Verhältnis zu Deutschland durch Besatzung, Krieg und Grenzverschiebungen belastet ist wie kaum ein anderes, erfuhr, dass die
- deutsche Regierungschefin die Enkelin eines Mannes war, der für die polnische Unabhängigkeit in den Krieg gezogen ist. In Deutschland [musik] blieb die
- Reaktion vergleichsweise ruhig. Es gab Berichte, es gab Interesse, es gab keinen Skandal. Das ist bemerkenswert, wenn man bedenkt,
- was in anderen Wahlkämpfen aus weit weniger gemacht worden ist. Willy Brand musste sich jahrzehntelang für seine Immigration rechtfertigen.
- Bei Angela Merkel wurde eine polnische Großvatergeschichte zur Kenntnis genommen und dann wieder weggelegt. Vielleicht sagt das mehr über das
- Deutschland des [musik] Jahres 2013 aus als über sie. Und damit sind wir zurück bei der Frage, mit der wir angefangen haben. Warum hat
- Angela Merkel den Namen ihres ersten Mannes nie abgelegt? Die kurze Antwort kennen Sie inzwischen. Sie war praktisch. Die längere Antwort
- ist die: "In dieser Familie war ein Nachname noch nie etwas Heiliges. Der Großvater tauschte seinen gegeneinen, der besser in das Land passte, in dem er
- lebte. Der Vater trug ein Leben lang einen Namen, den er sich nicht ausgesucht hatte und die Tochter nahm 1977 den
- eines Komelitonen an und behielt ihn, als der Mann längst weg war, weil er auf ihren Veröffentlichungen stand. Und die Mutter wurde durch eine Heirat zu einer
- Kassna, um in einem Land zu leben, dass sie ihren Beruf 40 Jahre lang nicht ausüben ließ. drei Generationen, vier Namenscheidungen
- und jedesmal entschiedt nicht die Herkunft, sondern die Zweckmäßigkeit. Man kann das kalt finden und viele Menschen würden es so empfinden. In den
- meisten Familien ist der Nachname das einzige, was über Generationen hinweg gleich bleibt. Er ist das, was auf dem Grabstein steht. [musik] In dieser
- Familie war er das nie. Es gibt aber noch eine zweite Lesart und die halte ich für die Treffendere. Ein Name war für diese Menschen nie eine
- Identität, sondern eine Bedingung, unter der man arbeiten konnte. Der Großvater brauchte einen, mit dem er im Berliner Polizeidienst bestand. Die Enkelin
- brauchte einen, unterdem ihre Veröffentlichungen auffindbar blieben und später ihr Stimmzettel erkennbar war. In beiden Fällen ging es nicht um
- die Frage, wer man ist. Es ging darum, weiterarbeiten zu können. Und wer das gering schätzt, sollte sich ansehen, woher diese Haltung kommt. Sie
- kommt aus einer Familie, die dreimal in einem Jahrhundert die Verhältnisse gewechselt hat. Von Posen nach Berlin, von Berlin in die DDR, von der DDR in
- die Bundesrepublik. Wer [musik] so lebt, lernt zwischen dem zu unterscheiden, was man auf dem Papier ist und dem, was man tatsächlich tut.
- Vielleicht ist das die wichtigste Eigenschaft, die diese Kanzlerin von ihrem polnischen Großvater geerbt hat. Und noch ein letzter Gedanke. In dieser
- Geschichte haben mehrere Menschen über ihren eigenen Namen entschieden. Der Großvater 1930, die Enkelin 1977,
- 1982 und 1998. Einer hat nie entschieden, Horst Kassner. Ihm wurde der Name mit vier
- Jahren gegeben und er hat ihn 85 Jahre [musik] lang getragen, ohne dass die Öffentlichkeit je erfuhr, wie er eigentlich hieß.
- Erst [musik] zwei Jahre nach seinem Tod stand es in einem Buch. Seine Tochter war zu diesem Zeitpunkt seit [musik] 8 Jahren Bundeskanzlerin.
- Wie sehen Sie das? War die Namensänderung von 1930 eine Anpassung aus Vorsicht? Oder war es einfach eine vernünftige Entscheidung eines Mannes,
- der in Berlin ein Leben aufbauen wollte? Und hätten Sie an ihrer Stelle den Namen eines geschiedenen Mannes behalten? Schreiben Sie es in die Kommentare. Und
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