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Wie funktioniert das mit der Farbigkeit genau? - Beispielaufgabe

Chemie - simpleclub12:23 188.242 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

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Transkriptautomatisch erstellt · 126 Zeilen
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  1. Moin Leute, wie funktioniert das eigentlich mit der Farbigkeit? So ganz im konkreten, also was passiert mit dem
  2. Licht, das auf einen Stoff fällt und woher kommt dann urplötzlich die Farbe? Ihr wollt die Antwort? Dann mal auf in
  3. die Erklärung. Wie der ganze Prozess der Farbigkeit so im konkreten funktioniert, schauen wir
  4. uns mal an einem ausgewählten Beispiel an. Bevor wir allerdings dazu kommen, gibt's erst den kleinen Abstecher zur
  5. Überprüfung der chemischen Voraussetzungen der Farbstoffe. Die sind nämlich das A und O bei der ganzen
  6. Sache. Denn nur wenn in einem Molekül ein konjugiertes Pi- Elektronensystem vorliegt, kann Farbe entstehen. Zum
  7. Überprüfen eines Moleküls ist es eigentlich am einfachsten, wenn ihr mit einer kleinen Checkliste arbeitet, weil
  8. nur wenn alle chemischen Voraussetzungen eines Stoffes gegeben sind, können die Farbspiele beginnen. Im ersten Schritt
  9. gucken wir jetzt erstmal, ob es überhaupt Pi- Elektronen gibt. Wir hatten ja gelernt, Elektronen, die an Pi
  10. Bindungen beteiligt sind, nennt man Pi- Elektron. Und solche Pi Bindungen sind Teil von Doppel und Dreifach Bindungen.
  11. Gibt's also Doppel oder dreifach Bindungen in eurem Molekül? Das ist einfach zu checken. Dann kommt im
  12. zweiten Schritt dazu, sind diese Pi Elektronen auch delokalisiert? Das sind sie, wenn die Doppelbindungen konjugiert
  13. sind. Heißt, liegt zwischen zwei Doppelbindungen immer eine Einfachbindung? Den Schritt könnte man
  14. fast als Grundvoraussetzung zur Überprüfung sehen, aber bei Ringsystemen gibt's da noch eine Ausnahme. Die
  15. sollten Aromaten sein, damit sie als Farbstoffe taugen. Dafür muss hier die Anzahl der Pi Elektronen auch den
  16. Anforderungen der Hückelregel gerecht werden. Jetzt denkt ihr sicher, hä, was sollt ihr machen? Aber kein Problem, wir
  17. haben für euch jetzt zwei Beispiele parat und gehen alles Schritt für Schritt durch. Hier habt ihr jetzt
  18. beispielsweise das 13 Buta und eure Aufgabe ist es zu checken, ob in dem Molekül ein konjugiertes Elektronssystem
  19. ist. Dafür schauen wir mal, gibt es Pi- Elektron? Wenn es Doppelbindungen gibt, gibt es die und da haben wir welche von.
  20. Sind die Pi Elektronen jetzt delokalisiert? Das sind sie bei konjugierten Doppelbindungen. Und wo
  21. liegen die Doppelbindungen? Die sind hier rot markiert. Und zack, dazwischen liegt eine Einfachbindung. Die ist hier
  22. schick gelb gekennzeichnet. Aus dieser Erkenntnis, dass zwischen zwei Doppelbindungen eine Einfachbindung
  23. liegt, schließen wir nun, dass es sich wirklich um ein konjugiertes System handelt. Da das 13 Buta Die kein Ring
  24. ist, müssen wir auch nicht die Hückelregel anwenden. Also konjugiertes System mit delokalisierten Pi-
  25. Elektronen gecheckt. Diese beweglichen Pi Elektronen können dann von eintreffenden Strahlen des Sonnenlichts
  26. angeregt werden. Theoretisch sind also die grundlegenden Voraussetzungen für Farbigkeit erfüllt. Das heißt aber hier
  27. noch lange nicht, dass wir das Buta farbig sehen. Es ist nämlich für uns farblos. Warum das so ist, dazu kommen
  28. wir später, um die Spannung zu steigern. So, um jetzt auch ein Beispiel für ein Ringsystem zu haben, schauen wir uns am
  29. besten mal das typische Beispielmolekül Benzol an. Das schicke Molekül ist euch sicherlich schon aus dem Unterricht oder
  30. aus unseren Videos bekannt. Bei dem neuen Molekül müssen wir jetzt erst einmal wieder Schritt für Schritt mit
  31. unserer Mini Checkliste anfangen, um herauszufinden, was das eigentlich für ein Molekül ist. Wie wir gut erkennen
  32. können, ist das Molekül ein typisches Ringsystem. Und sie da, es gibt Doppelbindungen, also auch Pi
  33. Elektronen. Die Doppelbindungen liegen abwechselnd, also konjugiert vor. Daher gibt es auch delokalisierte
  34. Pielektronen, die wir so dringend brauchen. Jetzt haben wir in dem Beispielfall aber ein Ringsystem.
  35. Achtung, jetzt klingeln die Alarmglocken. Dann müssen wir noch die Hückelregel anwenden, um zu gucken, ob
  36. es sich um einen Aromaten handelt. Die Hückelregel ist eine recht kurze Formel, nämlich 4n + 2 = Anzahl der Pi
  37. Elektronen im Ring. Mit dem N ist hier irgendeine natürliche, also ganze positive Zahl gemeint. Um die Regel zu
  38. überprüfen, müsst ihr einfach die delokalisierten Pi-Ektronen in eurem Molekül zählen und = 4n + 2 setzen. Dann
  39. müsst ihr die Gleichung umstellen und nach n auflösen. Nur wenn n eine ganze positive Zahl wie z.B. 0 1 2 3 und so
  40. weiter ist, ist die Hückelregel erfüllt. Testen wir es am besten am Benzol, damit es verständlicher wird. Wir haben hier
  41. drei Elektronenpaare, das heißt, wir haben 6 Pi Elektronen, also können wir in unsere Formel einfügen 4n + 2 = 6. So
  42. und jetzt müssen wir gucken, ob n eine ganze positive Zahl ergibt. Also stellen wir die Formel um in 6 - 2 ge 4 = n. Fix
  43. in den Taschenrechner tippen und wir erhalten für n die Zahl 1. Wir haben also eine positive ganze Zahl und somit
  44. die Anforderungen für die Regel erfüllt. Hassabalot, was für ein geiles Beispiel. Also wieder zurück zu unserer Checkliste
  45. und die Bedingung Aromat bekommt auch ein Häkchen. Somit wären auch hier die grundlegendsten Voraussetzungen für
  46. Farbigkeit erst einmal erfüllt und es werde Licht. Aber was ist das auch? Benzol ist für uns farblos. Hatten wir
  47. ja eben schon beim 13 Buta Diätsel jetzt zu lösen, gucken wir uns jetzt Sonnenlicht genauer an. Zur
  48. Vereinfachung ist unser Sonnenlicht mal immer aus zwei Wellenlängen zusammengesetzt. einmal aus der
  49. energiärmeren langweiligen Strahlung und noch aus der Energie reichen kurzwelligen Strahlung. Mit der energier
  50. reichen Strahlung ist hier die sogenannte UV-Strahlung gemeint, die wir mit dem menschlichen Auge gar nicht
  51. wahrnehmen können. Anders ist das bei der energier ärmeren langweiligen Strahlung. Mit ihr ist das sichtbare
  52. Licht gemeint, dass wir Menschen als weißes Licht, also farbloses Licht, wahrnehmen. Also für die energieriche
  53. Strahlung ist der Mensch sozusagen nicht würdig genug, um sie zu sehen. Wir dürfen nur die ärmere Strahlung
  54. wahrnehmen. Jetzt fragt ihr euch aber sicher, warum die Info eigentlich wichtig war, wenn beide Strahlungen für
  55. uns sowieso als farblos erscheinen. Durchaus eine berichtigte Frage, aber diese Strahlungen sind verdammt wichtig,
  56. weil die schließlich für die Farberscheinung verantwortlich sind. Dafür schauen wir uns das mal genau an.
  57. Ihr müsst euch merken, dass die energiereiche kurzwellige UV-Strahlung nie für das menschliche Auge sichtbar
  58. ist. Das heißt jetzt, wenn delokalisierte Pi Elektronen in einem Farbstoffmolekül von der kurzfälligen
  59. Strahlung angeregt werden, verschlucken sie die energierreiche Strahlung. Wenn diese Strahlung aber beim Zurückstrahlen
  60. fehlt, fällt das dem Menschen ja gar nicht auf, weil wir können das Fehlen der kurzwiligen Strahlung im Licht ja
  61. nicht wahrnehmen. Das Farbstoffmolekül erscheint uns dann immer noch als farblos, da das sichtbare langweilige
  62. Licht komplett zurückgestrahlt werden kann. Aber und jetzt die Ohrenspitzen. Der große Unterschied liegt nämlich bei
  63. der Aufnahme von den langweiligen energieärmeren Lichtstrahlen. Wenn die beweglichen Pi- Elektronen in einem
  64. Farbstoffmolekül, nämlich von dem energieren sichtbaren Licht angeregt werden, verschlucken die ja quasi zum
  65. Teil die langweilige Strahlung des sichtbaren Lichts. Und wenn das passiert, dann kann nur noch ein
  66. Bruchteil von der sichtbaren Strahlung zurückgeworfen werden und wir nehmen eine Farbe wahr, denn alle restlichen
  67. reflektierten Wellenlängen zusammen ergeben die Komplementärfarbe der fehlenden Wellenlängenfarbe. Es sind
  68. quasi die Ergänzungsfarben, die sich in einem solchen Farbkreis gegenüber liegen. Zusammen würden die beiden
  69. Lichtfarben dann wieder weiß ergeben. Ist alles seltsam, ist aber so. Also noch mal zum Mitschreiben,
  70. wenn die delokalisierten Elektronen von der energier reichen kurzfälligen Strahlung angeregt werden, wird die
  71. energie langweilige Strahlung komplett zurückgeworfen, dann erscheint unser Stoff als farblos. Wenn diese
  72. delokalisierten Elektronen jetzt aber nur die Energie ärmere sichtbare Strahlung brauchen, um sich anregen zu
  73. lassen, fehlt beim Zurückwerfen ein Teil von dem weißen Licht. Es können dann nur die Komplementärfarben des verschluckten
  74. Lichtanteils zurückgestrahlt werden. Kommen jetzt die Lichtstrahlen auf die Pi Elektronen unseres Beispielmoleküls
  75. Benzol, gibt ein sogenanntes Absorptionsspektrum an, welche Wellenlängen des Lichts von den Pi
  76. Elektronen aufgesaugt werden. Dieses Spektrum ist letztendlich dafür wichtig, ob uns ein Stoff farblos oder farbig
  77. erscheint. Das Absorptionsspektrum ist beim Benzol sehr kurzfällig. Das bedeutet, die beweglichen Pi- Elektronen
  78. benötigen energiereiches Licht, um angeregt zu werden. Für unser Beispiel bedeutet das nun, dass nur kurzwellige
  79. energiereiche Strahlung verschluckt wird und von der sichtbaren langwigen Strahlung kaum Energie fehlt. Die
  80. energier sichtbare Strahlung kann also fast vollständig zurückgeworfen werden und das Benzol erscheint uns daher als
  81. fblos. Hängen wir jetzt aber eine NO2 Gruppe als funktionelle Gruppe an unser Benzol dran, passiert folgendes. Erst
  82. einmal entsteht dadurch das sogenannte Nitrobenzo. Und das Absorptionsspektrum wird durch
  83. das Anhängen der funktionellen Gruppe langweiliger. Warum das? Das Ganze passiert, weil sich das konjugierte Pi
  84. Elektronsystem durch die NO2 Gruppe an dem Benzol vergrößert hat. Und das ist jetzt verdammt wichtig. Je größer ein
  85. delokalisiertes Pi Elektronsystem ist, desto leichter können die einzelnen Pi Elektronen angeregt werden. Und
  86. andersrum, je kleiner es ist, desto schwerer. Das bedeutet jetzt wieder für unser Beispiel, dass durch die
  87. Vergrößerung schon die Energie ärmere, langweiligere Strahlung ausreicht, um die delokalisierten Elektronen
  88. anzuregen. Hier ist das ein bisschen von der blauen Strahlung aus dem sichtbaren Licht, die
  89. von den delokalisierten Elektronen aufgenommen wird. Wenn das passiert, kann dann nur noch die Komplementärfarbe
  90. gelb reflektiert werden, die dann wiederum für die Farbe des Moleküls verantwortlich ist. Unser Nitrobenzol
  91. ist nämlich schwachgelb. Hatten wir ja eben schon und könnt ihr am Farbkreis ablesen. Die Komplementärfarbe von Blau
  92. ist gelb und umgekehrt. Schwach gelb, weil Nitrobenzol den blauen Bereich immer noch nicht vollständig
  93. wegschluckt, sondern nur ein bisschen davon. Durch die dran gehängte funktionelle Gruppe, also durch die NO2
  94. Gruppe, findet also eine Färbung statt. eigentlich eine geile Sache mit der Farbigkeit. Jetzt müssen wir zum
  95. Abschluss aber noch ein bisschen klugcheußern, um alle wichtigen Aspekte einzubeziehen. Wenn man wie eben im
  96. Beispiel durch das Anhängen von geeigneten funktionellen Gruppen das komplette konjugierte Pi
  97. Elektronensystem vergrößert, nennt man das Batochromie oder auch batochroma Effekt. Durch die Vergrößerung wird auch
  98. das Absorptionsspektrum in den längerwelligen Bereich verschoben. Das bedeutet jetzt, dass entweder eine Farbe
  99. entsteht, wenn die Absorption vorher im UVbereich, also im kurzwelligen Bereich lag, oder es ändert sich eine Farbe,
  100. wenn das Absorptionsspektrum bereits innerhalb des sichtbaren Lichts lag. Bei dem ganzen Vorgang kommt es zu einer
  101. Verschiebung der Absorption durch diese speziellen Gruppen, die das konjugierte Pi Elektronsystem vergrößern. Der
  102. wissenschaftliche Begriff ist hier vor allem für Fragen in der Klassenarbeit sehr wichtig. Es gibt neben der
  103. Batokchromie aber auch noch einen gegenteiligen Effekt, die Hypsokromie. Wenn die vorliegt, wird durch das
  104. Anhängen von bestimmten funktionellen Gruppen das Pi Elektronsystem verkleinert und die Absorption dadurch
  105. ins kurzwellige verschoben. Das passiert, weil dann mehr Energie gebraucht wird, um die restlichen
  106. delokalisierten Elektronen anzuregen und dadurch kürzere Wellenlängen weggeschluckt werden. Also, Batochromie
  107. verschiebt die Absorption zum Längerwilligen, Hypsokchromie zum kürzerwilligen. So und nun wisst ihr
  108. bestimmt schon, was das Problem zu Beginn war. Unsere Stoffe hatten konjugierte Pi- Elektronssysteme. Der
  109. Ring war sogar ein Aromat, aber beide waren farblos. Ja, der letzte wichtige Punkt, damit wir Menschen auch etwas
  110. farbig sehen können, ist das Pi- Elektronensystem muss groß genug sein, damit der Stoff im sichtbaren
  111. Lichtbereich absorbiert und wir dann die Komplementärfarbe sehen können. Aber frag jetzt nicht, wie groß genau. Also,
  112. wie funktioniert das Ganze noch mal kurz zusammengefasst? Als Voraussetzung für ein Farbstoffmolekül muss zuerst einmal
  113. gecheckt werden, ob ein konjugiertes Elektronssystem mit beweglichen Pi Elektronen vorliegt. Wenn das passiert
  114. ist, kann es dann so richtig losgehen. Als zweiten Schritt ist dann das Absorptionsspektrum von einem Farbstoff
  115. verdammt wichtig, weil das Ding gibt an, welche Strahlung von den delokalisierten Elektronen verschluckt wird. liegt das
  116. Absorptionsspektrum im kurzfälligen Bereich und die beweglichen Pi Elektronen werden von der energiereichen
  117. kurzfälligen Strahlung im UVbereich angeregt, kann das sichtbare Licht komplett reflektiert werden. Der Stoff
  118. ist dann für uns farblos. Liegt das Absorptionsspektrum aber im langweiligen Bereich, kommen nun durch die
  119. zurückgestrahlten Komplementärfarben Farberscheinungen zum Vorschein. Das Absorptionsspektrum des konjugierten
  120. Elektronensystems ist aber keine fixe Sache. Es kann recht easy durch das Anhängen von bestimmten funktionellen
  121. Gruppen verschoben werden. Das liegt dann meist daran, dass ich dadurch das Pi Elektronsystem vergrößert oder
  122. verkleinert. Und wie ihr schon gelernt habt, kleinere konjugierte Pi Elektronsysteme können nur leichter,
  123. also durch kürzere Wellenlängen angeregt werden. Bei größeren Systemen geht das leichter, also reicht das längerwellige
  124. Licht im sichtbaren Bereich aus und dann sehen wir Farben. Wenn ihr keinen Bock mehr habt irgendwie gestresst in die
  125. Klausur zu gehen oder nicht genau wisst, ob ihr genug gelernt habt, dann kommt einfach mal auf theimpleclub.de und
  126. ladet euch unsere App runter, da findet ihr es raus. Bis gleich.

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