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Geknechtet unterm Kreuz: Leben in einer katholischen Sekte | DokThema | Doku | BR
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Transkriptautomatisch erstellt · 323 Zeilen
- . Untertitelung: BR 2021
- Dies ist die Geschichte von Menschen, die sich ganz einer Glaubensgemeinschaft ausgeliefert haben.
- Es war immer dieses Gefühl da, ausspioniert zu werden. Die Integrierte Gemeinde wollte in der katholischen Kirche
- eine Avantgarde-Bewegung sein. Doch Mitglieder erlebten Willkür und Machtmissbrauch.
- Das basiert alles auf dieser Hybris: Wir sind von Gott auserwählt, um im 20.Jh. den Glauben zu erneuern.
- Wichtigster Schutzpatron war Joseph Ratzinger, der spätere Papst. Ohne Kardinal Ratzinger gäbe es die Gemeinde nicht.
- Wie viel wusste Joseph Ratzinger und warum schritt die Kirche nicht ein? Ute Schwidden ist unterwegs an den Walchensee.
- 20 Jahre lebte sie in der Integrierten Gemeinde, ging dort auch zur Schule.
- Eine Reise zurück in die Vergangenheit. Wenn ich mich erinnere, wie das damals war,
- krieg ich gleich Bauchweh. Wir waren alle so ausgeliefert, einfach weg sein von den Eltern.
- Erzogen werden, falsch sein, brav sein müssen, fromm sein.
- Eingesperrt sein. Ute Schwidden kommt als Kind in die religiöse Gruppierung.
- Mit ihren Eltern und der Schwester. Wie viele andere Mitglieder muss sie oft umziehen,
- wird immer wieder herausgerissen aus ihrer Umgebung. Sie erlebt die integrierte Gemeinde als einen Ort,
- wo der Einzelne nichts gilt und die Gemeinde alles. Ich habe es einfach gehasst.
- Also nix, da war nix. Nichts Schönes, nichts,
- weil an sich ist es ja auch alles superidyllisch. Ausruhen, die Seele baumeln lassen und für uns war es irgendwie dunkel.
- Und hier sein müssen. In Kochel macht sie eine Hauswirtschaftslehre.
- Dafür muss sie das Gymnasium unterbrechen. Ich weiß, dass ich immer nur weg wollte und mir eingeredet habe:
- "Ja, das ist schon gut so, weil sonst überlebst du das nicht." Musste ja irgendeine Geschichte erzählen.
- Aber eigentlich, ich hatte keine Ahnung, ich hätte die alle hier ... Die Integrierte Gemeinde, kurz IG,
- wird nach dem Zweiten Weltkrieg in München von Laien gegründet. Die Gemeinschaft sieht sich als Aufbruch-Bewegung
- in der katholischen Kirche. Traudl Wallbrecher ist über Jahrzehnte hinweg
- die charismatische Führungsfigur. In den 60er- und 70er-Jahren zieht die IG viele, oft junge Menschen an,
- die auf der Suche nach einer authentisch christlichen Lebensform sind.
- Eine Art christlicher Kommune, die sich als die "neue Familie" versteht, losgelöst von der Herkunftsfamilie.
- Integration, das meinte: Das gesamte Leben solle durch den christlichen Glauben geprägt sein.
- Mehrere Familien, Studenten und Alleinstehende leben zusammen in sog. Integrationshäusern.
- Je nach Einsatzort und Bedarf ziehen die Mitglieder häufig um. Denn auch das Berufsleben spielt sich oft in Betrieben ab,
- die an die Gemeinde gebunden sind, etwa ein Verlagshaus, eigene Schulen, eine Krankenstation.
- Thomas Schaffert war einer von ihnen. Weil ich aus einer sehr stark kirchlichen
- und auch ökumenisch geprägten Familie kam. Auch meine Eltern hatten immer schon nach Lebensformen gesucht,
- bei der christliches Leben nicht nur am Sonntag stattfindet, sondern auch im Beruf und Alltag, die ganze Woche über,
- und eben nicht in der Vereinzelung, sondern in der Gemeinschaft. Diesen Wunsch sah ich sehr, sehr stark realisiert.
- Auch Thomas Schaffert kehrt mit gemischten Gefühlen an den Walchensee zurück.
- 1979 kommt er zur Integrierten Gemeinde. Da ist er 23 und verpflichtet sich, zunächst enthaltsam zu leben.
- Erst sind es zwei Jahre, dann fünf, am Ende bleibt er 20 Jahre ohne Frau. Bis 1999. Da gab es für ihn neue Pläne. Eigentlich.
- Die Zeit war nicht besonders glücklich für mich. Und es war auch die Phase dieser gelenkten Eheanbahnung.
- Also meine Verlobte war auch hier in einer Wohnung untergebracht. Das war sozusagen unter Beobachtung.
- Wir konnten uns aber sehr wenig sehen, weil das auch nicht gewünscht oder geplant war.
- Wie bei vielen Mitgliedern mischte sich die Gemeindeführung auch bei Schaffert in die intimsten Lebensbereiche ein.
- Zu diesem Zeitpunkt ist er schon eng mit der Gemeinde verbunden. Kontakte nach außen hat er fast komplett abgebrochen,
- trotz aller Warnungen. V.a. meine Mutter hat in der Anfangszeit ganz stark die Warnung:
- "Pass auf, dass du dich nicht einer Sekte auslieferst." Das habe ich in den Wind geschlagen und gesagt:
- "Okay, ich pass schon auf mich selber auf, da brauche ich von dir keinen guten Rat und ich bin stark genug,
- dass ich das unterscheiden kann oder dass ich da auf meine... Ich habe genug Standfestigkeit, mein Leben selber zu gestalten."
- "So ist es in der Frist, in der der Menschensohn sich offenbart. Wer seine eigenen Lebenspläne zu erhalten sucht,
- dessen Leben ist verloren." Die Theologie der Integrierten Gemeinde
- stellt die Gemeinschaft in den Mittelpunkt, nicht das Individuum. Hochrangige, aber auch junge Theologen
- finden zur Gruppierung, etwa Ludwig Weimer. Durch die integrierte Gemeinde
- soll der Wille Gottes in der Welt sichtbar werden. Die gemeinsame Sache ist eigentlich die Gemeinde,
- die es nach Ostern gegeben hat. D.h., eine Gemeinschaft, die so leben soll,
- dass die Umwelt daran sieht, dass Jesus aus Nazareth nicht tot ist, sondern lebendig ist.
- Dass das, was er gesagt hat, verwirklichbar ist. Erwartet wird die sog. Ganzhingabe.
- Der Anspruch ist kein geringerer, als die Welt und die Kirche nachhaltig zu erneuern.
- Wir haben dieses ungeheure Wagnis auf uns genommen, innerhalb dieser Kirche, ohne eine Sekte zu sein,
- die Auseinandersetzung mit dieser Kirche zu beginnen, aber nicht in einem Kampf,
- Wir stehen zwischen drei Fronten, der sog. Welt, der fortschrittlichen Kirche und der traditionellen Kirche.
- Und wenn Sie in diesen drei Schnittpunkt, da finden Sie uns. Es ist nicht so, dass wir von der Kirche Unterstützung erfahren,
- aber die Kirche erfährt sie von uns. Ein ganz wichtiger Pfeiler in der Theologie der Bewegung
- wird der christlich-jüdische Dialog. Nach dem Massenmord an den Juden fragen sich viele:
- Warum beteiligten sich getaufte Christen an der Schoah? Wie konnte man danach wieder Kirche sein?
- All das fasziniert auch einen Theologie-Professor aus Regensburg: Joseph Ratzinger.
- Der spätere Kardinal und Papst wird zum wichtigsten Förderer der Gemeinde.
- Dabei ist deren Theologie nicht unproblematisch. Eine zentrale Rolle spielt darin das Bibelwort aus dem Lukas-Evangelium:
- "Wer euch, die Gemeinde hört, der hört mich, Jesus." Und das war die theologische Grundüberzeugung dieser Gruppe,
- dass in der Gemeindeversammlung der Geist Gottes selber spricht. Und dass das, was aus dem Mund von Traudl Wallbrecher kommt,
- die Stimme des Heiligen Geistes ist. Dann ist das eine Autorität,
- die höher nicht eingeschätzt werden kann. Dann wendet man sich, wenn man aus der Gemeinde rausgeht,
- gegen den erklärten Willen Gottes. (Traudl Wallbrecher) Alle, die hier ein Stück Heimat haben,
- die haben hier bereits eine Vorwegnahme erfahren, wo Himmel und Erde sich berühren.
- Gott lässt nicht nach, sich die neue Familie, d.h. die erlöste Familie, zu schaffen.
- Mitten in dieser Welt. Bei den Gemeindeversammlungen sollen Mitglieder Fehlverhalten eingestehen
- und den "Rat" der Gemeinde empfangen, wie es heißt. Dieser "Rat" ist öffentlich und ersetzt die persönliche Beichte.
- In der KIG gab es diese "Gemeindeversammlung". Das könnte man vergleichen mit einer Art Tribunal.
- Da wurden Leute tatsächlich, die ein bisschen in Ungnade fielen oder irgendwas falsch machten,
- in Form eines heißen Stuhls wie in den 70er-Jahren in der Mitte der Versammlung,
- ich sage mal ganz böse, zur Sau gemacht. Die Leute wurden tatsächlich so fertiggemacht.
- Und diese Gemeindeversammlungen waren noch immer angstbesetzt. Die Leute hatten immer Angst.
- Oje, Gemeindeversammlung, wer kommt diesmal dran? Wer wird zerlegt von der Leitung?
- Der Status der geschätzt bis zu 1000 Anhänger der Integrierten Gemeinde folgt keinen nachvollziehbaren Regeln.
- Auf- oder Abstieg in der Hierarche, das entscheidet sich jedes Jahr am Walchensee,
- am "höchsten Fest der Christenheit". Da saßen die Führungsgremien hinter der verschlossenen Tür zusammen
- und haben Listen geschrieben. Diese Listen wurden dann bei der Tauferneuerung
- in der Osternacht vorgelesen. Da hat man klopfenden Herzens drauf gewartet.
- Wann wird mein Name genannt und was darf ich sein als Nächstes? Bin ich jetzt aufgestiegen vom Gast zum Katechumenen
- oder vom Katechumenen zum Gemeindeangehörigen oder vom Gemeindeangehörigen zum Gemeindemitglied?
- Oder werde ich zurückgestuft? Auch das konnte natürlich sein. Als willkürlich empfinden Mitglieder die Entscheidung,
- wo sie arbeiten sollen. Denn auch darüber bestimmt die Führung.
- So kommt es vor, dass ein Lehrer plötzlich ein Versicherungsbüro leiten soll
- oder Handelsvertreter für Industriepumpen wird. "Du ziehst nächste Woche um, nach da und da.
- Du gehst ab jetzt in die Gemeinde. Du wechselst die Stelle nach da." Das waren alles fertige Ergebnisse.
- Wenn man denen widersprochen hat, hat man auf jeden Fall damit zu erkennen gegeben,
- dass man nicht zum inneren Kreis gehören kann, weil der Glaube zu schwach ist.
- Man hat seinen Status als Mitglied damit eigentlich verloren. Thomas Schaffert fügt sich den Anweisungen.
- Er soll helfen, eine am Walchensee geplante Grundschule aufzubauen. Daneben arbeitet er unentgeltlich im "Fischer am See" mit,
- im Service des Gästehauses. Auch Ute Schwidden hat hier gelebt.
- Einsam sein, verloren sein, diese Gefühle kennt sie aus ihrer Grundschulzeit.
- Ihre Eltern sah sie nur am Wochenende. Die Mama hat in München unterrichtet
- und wir haben hier gewohnt bei für uns fremden Leuten, die uns erzogen haben.
- Jeden Sonntagabend haben wir geweint, weil unsere Mutter wieder weg musste.
- Und später haben wir erfahren, sie hat auch geweint, aber hat das nicht vor uns gemacht.
- Viel Angst. Ich galt immer als frech.
- Ich wurde dann am Abendessen vor zwölf anderen Leuten ausgeschimpft, weil ich wieder irgendwas Freches gemacht oder gesagt habe.
- Der See gleich gegenüber der Wohnung, aber Schwimmen gegangen ist Ute Schwidden hier nie.
- Das wäre aus Sicht der Gemeinde zu selbstbezogen gewesen, sagt sie. Auch der Blick auf die Mitschüler von außerhalb der Gemeinde ist speziell.
- Wir wurden schon zu Arroganz erzogen. Wir haben das sofort komisch gefunden
- und haben dann auch oft wie so kleine Erwachsene dahergeredet. "Ja, die wissen halt einfach nicht, was Glaube oder ein Miteinander ist,
- sondern die sind halt einfach so egoistisch bei denen. Die schauen halt auch viel Fernsehen oder essen Chips."
- Ich habe mir oft gedacht, ich würde auch mal gern vor dem Fernseher sitzen oder Chips essen
- oder Nudeln mit Ketchup. Aber das war einfach so bezeichnend dafür,
- dass alles kontrolliert und überwacht und reglementiert war. Da hast du alles vom anderen gewusst.
- Das alles geht nicht spurlos an ihr vorüber: Ute Schwidden wird krank, denkt daran, sich das Leben zu nehmen.
- Sie ist nicht die Einzige. Psychische Probleme haben viele, die später ausgestiegen sind.
- Ich hatte ja im Lauf der Zeit sechs, wie ich mittlerweile nachgeschaut habe,
- Aussteiger aus dieser Bewegung, Aussteigerinnen. Vier davon sind darin aufgewachsen.
- Dieter Rohmann berät seit vielen Jahren Menschen, die nach dem Ausstieg aus einer Sekte oder geistlichen Gemeinschaft
- ihre Zeit dort verarbeiten wollen. Betroffene von spirituellem Missbrauch.
- Oftmals Kinder. Kinder, die da aufwuchsen, waren immer im schutzlosen Raum.
- Sie waren immer schutzlos ausgeliefert. Die leiblichen Eltern waren nicht da,
- sondern irgendwelche Ersatzeltern. Es hat sich nie jemand vor sie gestellt,
- wenn irgendwelche Dinge schief liefen. Diese Kinder, die jetzt 30-40, vielleicht sogar älter sind,
- die sind heute in unserer Gesellschaft und haben diese Erfahrung von Urvertrauen,
- von Sich-fallen-lassen-Können, von Schutz, haben die nie erlebt. Übergriffigkeit kennt auch Thomas Schaffert.
- Er ist auf dem Weg zu einem Ort, den er die "Kommandozentrale" oder den "Vatikan der Integrierten Gemeinde" nennt.
- An einem Wochenende im Jahr 1999 wird er von der Leitung hierher nach Bad Tölz einbestellt,
- zusammen mit seiner inzwischen von der Gemeinde ausgesuchten Verlobten. Es kribbelt mich zwischen den Haarspitzen und der kleinen Zehe.
- Ich war seit diesem Ereignis nicht mehr hier. Die markanteste Erinnerung an dieses Haus ist für mich,
- als ich herbestellt wurde, zusammen mit meiner damaligen Verlobten. Ich bin mit ihr zusammen hierhergekommen, in der Annahme,
- dass die Details für unsere Hochzeit besprochen werden, die angedacht war in naher Zukunft, wenige Wochen später.
- Ich war erst mal überrascht über die Runde, die sich dort vorgefunden hat bei Frau Wallbrecher im Wohnzimmer.
- Sie hat mir in zwei Sätzen mitgeteilt, worum es geht: Dass der Eindruck gewonnen wurde,
- dass unsere Beziehung als Paar die Gemeinde zu viel Kraft koste und dass die Gemeinde deswegen nicht wünsche,
- dass die Hochzeit vollzogen würde. Wir dürften sehr wohl natürlich bürgerlich heiraten
- und das Ganze privat für uns, aber dann nur in dem Status, dass wir ab dann nur noch Freunde der Gemeinde sind
- und keine Mitglieder mehr. Seine Verlobte entscheidet sich für die Gemeinde und gegen Schaffert.
- Der hadert mit dem Beschluss. Zweifel aber darf es nicht geben. Deshalb verliert er auch seine Stelle an der gemeindeeigenen Schule
- und sein Zimmer im Integrationshaus. Doch Thomas Schaffert bleibt trotzdem erst einmal.
- Aus Glaubensgehorsam. Monika und Hajo Kindler stoßen 1976 als Paar zur Integrierten Gemeinde.
- Nach mehr als einem Jahr Verlobungszeit, die angeordnet wird, dürfen sie Hochzeit feiern.
- Die Gemeinde entscheidet auch, wo Hajo Kindler arbeitet. Und sie übt noch mehr Druck aus.
- Ich hab gefragt, weil ich mir von klein auf zwei Kinder gewünscht hab, ob wir auch Kinder bekommen dürfen.
- "Nein." Dann, 2-3 Jahre später, hab ich noch mal gefragt: "Nein".
- Ich dachte, vielleicht bin ich noch zu unreif. Und wieder: "Nein."
- Das war schrecklich für mich. Das war ein Riesentrauma. Und dann wurde ich natürlich noch depressiver.
- Sich dieser Entscheidung zu widersetzen, das kommt Monika Kindler noch nicht in den Sinn.
- Zu sehr sind sie schon verwoben mit der Gemeinde, ideell und finanziell. Alle bauen Familie auf, aber wer baut Gemeinde auf?
- Wenn man das ewig hört, andauernd, dann fragt man sich: "Darf man das noch?"
- 18 Ehepaare unserer Generation in der Gemeinde haben keine Kinder. Unsere Bedürfnisse durften nicht sein.
- Alles hatte dem untergeordnet zu werden, dem Aufbau des Reiches Gottes.
- "Wenn jeder alles gibt, was er hat, hat die Gemeinde alles, was sie braucht."
- Diesen Satz habe sie ständig gehört, sagt Monika Kindler. Sie und ihr Mann müssen regelmäßig
- in einem Landwirtschaftsbetrieb in Wolfesing mithelfen, unentgeltlich. Hier waren die Erdbeerfelder bis zur Häuserreihe ganz lang.
- Da haben wir jedes Wochenende und jede freie Minute gepflückt. Kein Stundenlohn, umsonst, auch kein Benzingeld.
- Wir sind eine halbe Stunde rausgefahren, eine halbe Stunde zurück, und das in der Früh um 6.
- Dann auch hier pflücken und dann um halb acht in der Arbeit loslegen. Und das war während der Saison.
- Also während der Hochsaison war das jeden Morgen. Doch warum akzeptieren Erwachsene eine solche Fremdbestimmung,
- ohne jeden Widerstand? Eine Sekten- oder Kultmitgliedschaft ist wirklich heftig.
- Ich muss 24 Stunden am Tag das Richtige denken, die richtigen Handlungen tun, das Richtige fühlen und träumen.
- Ich muss alles richtig machen. 24 Stunden am Tag. Auch Monika und Hajo Kindler bleiben in der Gemeinde, wie viele andere.
- Denn da sind auch die schönen Seiten rund um den Versammlungsraum der Gemeinde in Wolfesing,
- vor den Toren Münchens. Viel Wert wird auf Ästhetik, Musik und Kultur gelegt,
- ob in Gottesdiensten oder bei Festen. Geburtstage wie den 40. von Monika Kindler richtet die Gemeinde aus.
- Das und die hochrangigen Gäste in Wolfesing verfehlen ihre Wirkung nicht.
- Es kamen auch Bischöfe und Kardinal Ratzinger, damals noch Theologe, gab uns jedem Einzelnen die Hand.
- Das war sehr bewegend und sehr beeindruckend. Joseph Ratzinger war ein gern gesehener Gast.
- Der einflussreiche Kirchenmann wurde bei seinen Besuchen von der Gemeindeleitung regelrecht umgarnt.
- Wurde er auch eingespannt für die Ziele der Integrierten Gemeinde? Kardinal Ratzinger war mit seinem Bruder ...
- Zweimal hat er seinen Urlaub hier verbracht. Kardinal Ratzinger hat ja Katzen sehr lieb gehabt.
- Er mochte schwarze Katzen am liebsten. Plötzlich war auch eine schwarze Katze da.
- Das hat man schon geguckt, ob jetzt eine passende Katze da ist und man hat sie eben beschafft.
- Das schon. Joseph Ratzinger wird von der Gemeinde hofiert
- und wird eine zentrale Figur in der Geschichte der Gemeinschaft. Mehr als vier Dutzend Treffen zwischen ihm und der Gemeinde
- sind dokumentiert von einem ehemaligen Mitglied, das nur anonym sprechen will.
- Seit Jahren sammelt und archiviert diese Person Unterlagen zur Gemeinde, sie ist so etwas wie das Gedächtnis.
- Ihre eigene Mitgliedschaft dauerte etwa 25 Jahre, auch wegen der Faszination kirchlicher Würdenträger
- wie Joseph Ratzinger. Zu sagen, wann mir die ersten Zweifel kamen, ist schwierig.
- Ich habe mich dann, das hat sich wahrscheinlich über viele Jahre hingezogen,
- orientiert und auch selbst beruhigt, an den vielen Theologen und Bischöfen.
- Es konnte ja nicht völlig falsch sein. Also, ich kann ja nicht als einzelner kleiner Katholik
- irgendwas in Zweifel ziehen, was Kardinal Ratzinger gut findet. Erste Kontakte zu Joseph Ratzinger gibt es bereits,
- als er noch Theologie-Professor in Regensburg ist. Zu dieser Zeit
- hat die Kirche die Gemeinde noch nicht offiziell anerkannt. Doch das ist das Ziel:
- Mithilfe Ratzingers will die Integrierte Gemeinde an Prestige und Einfluss gewinnen.
- Das Jahr 1977, ein Wendepunkt: Ratzinger wird Erzbischof von München und Freising.
- Jetzt wächst die Hoffnung, ein Verein unter dem Dach der Kirche zu werden. Doch dafür braucht es eine Satzung, die sogenannten Statuten.
- Im Mai wurde Ratzinger zum Erzbischof ernannt. Im Juli gab es das erste Treffen mit ihm als Erzbischof.
- Ein Jahr später waren die Statuten formuliert, geprüft. 2-3 Monate später, im November '78, waren sie unterschrieben.
- So schnell und plötzlich war alles weg, was hier an Kritik da war. Kritik an der Integrierten Gemeinde war schon damals aktenkundig.
- Im April 1973 spricht der damalige Generalvikar Gerhard Gruber, also der zweite Mann im Münchner Erzbistum,
- von einer Beeinträchtigung der Freiheit, Familientrennung, beruflicher und finanzieller Abhängigkeit der Mitglieder.
- Das Schreiben liegt dem BR vor. Die Kritik reißt nicht ab:
- Es gibt immer neue Aktenvermerke, Rechtsgutachten, Zeitungsartikel. Doch niemand schreitet ein.
- In vier weiteren deutschen Diözesen wird die Integrierte Gemeinde anerkannt.
- Und sie kommt mit Joseph Ratzinger nach Rom, ins Herz der Weltkirche. Dort soll der jüngste Sohn der Gründerin, Tobias Wallbrecher,
- die IG etablieren. Mit seiner Frau Friederike,
- der Tochter des Gemeinde-Theologen Rudolf Pesch. Joseph Ratzinger traut die beiden 1996.
- Der Kontakt zu einem der mächtigsten Männer im Vatikan wird noch enger. Sie werden Teil der Inszenierung einer heilen Welt, nach außen hin,
- wie die beiden erstmals öffentlich erzählen. Das war so ein schönes Gebäude, von gutem Essen und Festen,
- schön eingerichtet, und alle zusammen, immer zusammen. Aber das war an der Oberfläche.
- Man hat eigentlich, auch in den Integrationshäusern, den anderen gar nicht richtig kennengelernt in seinen Nöten.
- Doch diese Erkenntnis kommt ihnen erst später. Zunächst helfen sie mit, die Gemeinde weiter aufzubauen.
- Noch überwiegen die positiven Seiten. Doch die schnell wachsenden Mitgliederzahlen
- bereiten Tobias Wallbrecher Sorgen. Er spricht von Überforderung und beobachtet auch zunehmend
- strukturelle Fehler in der Leitung der Gemeinde. Sich selbst sieht er auch in der Verantwortung.
- Dass dann meine Mutter in eine Position gekommen war, die so eine Machtfülle hatte, die einfach ungesund und gefährlich war.
- Und wir, die das irgendwie ... ... gespürt haben,
- haben da nicht ausreichend die Grenzen gesetzt, muss ich ganz ehrlich sagen.
- Auch zu meiner Schande vielleicht. Habe ich selbst zu lange mitgemacht und bin auch ich zum Täter geworden?
- Diese Frage stellen sich viele Ehemalige. Selbst der Name Wallbrecher schützt nicht davor, Opfer zu werden.
- Das Ehepaar wird räumlich getrennt, obwohl Friederike schwanger ist. Sie kann nicht frei über ihr Leben entscheiden und wird schwer krank.
- Ich habe schon Wunden auch davongetragen, obwohl ich die Ehefrau des Sohnes der Gründerin war.
- Dann 2009. Das war am Tag des Erdbebens von Aquila.
- Da wackelten hier in Rom die Wände. Und da wusste ich: Wenn ich in diesem Zusammenhang bleibe,
- werde ich erneut krank. In welchen Dimensionen die Gemeinde dachte,
- zeigt sich an der Villa Cavalletti vor den Toren Roms. 1995 erwirbt die Gemeinde von den Jesuiten das Tagungshaus,
- eine alte Villa mit Nebengebäuden und einem riesigen Park. Die Integrierte Gemeinde will hier
- ihre Akademie für die Theologie des Volkes Gottes errichten. Die Weltkirche soll hier von der Theologie der Gemeinde erfahren.
- Das Areal wird ein Ort der Begegnung und der Feste. Auch hier fehlt Joseph Ratzinger nicht.
- Im Jahr 1997 richtet die Gemeinde ihm in der Cavalletti seinen 70. Geburtstag aus.
- Oremus. Benedic, Domine,
- nos et haec tua dona quae de tua largitate sumus sumpturi. Per Christum Dominum nostrum. - Amen.
- Auch Ute Schwidden fuhr oft in die Villa Cavalletti. Gerade in der Anfangsphase musste sie dort kochen,
- um die Gemeindemitglieder zu versorgen, die bei der Renovierung der Gebäude, unentgeltlich wieder, mit anpackten.
- Auch wenn es für Ute Schwidden Arbeit war, die Wochen in dem Anwesen vor den Toren Roms
- sind ihr positiv in Erinnerung geblieben. Ich habe jetzt hier keine Beklemmungsempfindungen
- wie bei anderen Orten, wo man dann so gemeindlich zugerichtet wurde
- und mal wieder in die richtige Bahn eingespurt wurde. Das waren immer total schöne Erinnerungen,
- weil das hatte so was ein bisschen was "Flirtymäßiges". Ich habe mich da sehr frei gefühlt.
- Dann hat man auch gemerkt, dass die anderen sich im Grunde auch nach Normalität sehnen,
- weil da war man sich ja nie sicher. Das war wie in so einer Stasi.
- Man wusste auch, alle haben zwischendurch so heilig getan, auch die Gleichaltrigen und man selber natürlich auch.
- Aber hier hat man gemerkt: Eigentlich sind wir auch alle nur Menschen. Wow.
- Und das war ein schönes, verbindendes Gefühl. Heute beherbergt die inzwischen weiterverkaufte Villa Cavalletti
- u.a. ein Hotel. Auch wenn hier in den vergangenen Jahren umfassend renoviert wurde:
- Die Integrierte Gemeinde hinterlässt bei der Einrichtung des Hauses noch immer Spuren.
- Es haben sich Leute von der Gemeinde Möbel gekauft. Dann wurde eine Nummer unten hin geklebt und der Name.
- D.h., ich konnte einen kaufen, aber dann stand er trotzdem der Gemeinde zur Verfügung.
- Man könnte halt mal gucken, ob ... Wenn das jetzt noch alte Möbel von der Gemeinde sind ...
- Nee, da steht nix. Da müsste halt was drunter stehen.
- Ah, da ist was. Ach, krass.
- Also der Name, das sind zwei Schilder. Das eine ist eine Nummer,
- dass die nummeriert waren, und daneben stand der Name. Ach ja, den kannte ich.
- Nicht nur die hochwertigen Möbel für die Villa Cavalletti hatten ihren Preis, sondern auch das Anwesen selbst.
- Trotzdem besteht für die Leitung kein Zweifel, die Immobilie 1995 zu erwerben.
- Der Kauf wird teils durch die Mitglieder finanziert. Es wurde gesagt in den Versammlungen:
- "Wenn wir nicht Cavalletti realisieren, ist das das Ende der Gemeinde. Das ist die Zukunft."
- Der Preis, den ich in Erinnerung habe, der in der Gemeindeversammlung genannt wurde, war 17 Millionen.
- Es wurde gesagt, dass die Hälfte davon die Gemeindemitglieder aufbringen müssten, sonst ginge es nicht.
- Ich habe über die ganzen Jahre hinweg einen Kredit abbezahlt für die Villa Cavalletti, das Zentrum bei Rom,
- wo dann diese ganzen kirchlichen Begegnungen stattgefunden haben. Das Risiko für Investitionen tragen so die Mitglieder.
- Wer nicht genug Vermögen hat, dem "hilft" die Gemeinde. Es gab die eigene Bank und der Kreditvertrag war vorformuliert.
- Man brauchte nur noch unterschreiben. Als Sicherheit hat man das eigene Gehalt angegeben.
- Die Schulden bleiben, selbst wenn die Mitglieder die Gemeinde verlassen.
- Dabei lastet schon seit dem Eintritt eine Hypothek auf ihnen. Wir sind in Schuld der Gemeinde.
- Und zwar weil alles, was wir vorfinden, zu dem Zeitpunkt, wo wir kommen,
- nämlich das Festhaus hier am Walchensee z.B., die Gemeindezentrale, die Druckerei in Bad Tölz etc.,
- die ist ja von anderen finanziert worden und ich finde die fertig vor. Deswegen schulde ich der Gemeinde.
- Der Richtsatz war damals 100.000 DM. In dem Moment, wo ich ihr beitrete,
- habe ich bei ihr 100.000 DM Schulden. Es sind die sog. Vorhalteleistungen.
- Das Vermögen der Gemeinde lag offiziell nicht in den kirchlichen, sondern in zivilrechtlichen Vereinen.
- Schon lange tut sich das Erzbistum München und Freising schwer, die Finanzen der Gemeinschaft zu kontrollieren.
- Auf BR-Anfrage erklärt es: Im Jahr 2019 beginnt das Erzbistum
- mit einer kirchenrechtlichen Untersuchung. Die Erkenntnisse erschreckend.
- Kardinal Reinhard Marx löst daraufhin die Gemeinde in der Erzdiözese auf. Die Prüfer kommen zu dem Fazit:
- BR-Anfragen ergeben, dass auch in den vier anderen deutschen Bistümern die Gemeinde nicht mehr aktiv ist,
- zumindest nicht über die kirchlichen Vereine. Doch wo liegt das Vermögen heute,
- nach der Auflösung der Münchner Gemeinde und dem Verkauf vieler Immobilien, auch der Villa Cavalletti?
- Ehemalige sprechen von einem Geflecht aus Vereinen, Stiftungen und Firmen, die teils dieselben Adressen führen.
- Die handelnden Personen sind meist ehemalige Verantwortliche der Gemeinde, darunter auch Priester.
- Das legen Auszüge aus dem Vereins- und Handelsregister nahe. Was sich da abspielt, wissen wir nicht.
- Nur ohne uns Gemeindemitglieder, ohne das, was wir finanziell und auch durch Arbeit und Einsatz
- eingebracht haben, gäbe es das Vermögen nicht. Ein Vermögen, von dem wir nicht wissen, wie groß es ist,
- wo es ist und wer darüber entscheidet, was damit geschieht. Das ist ja der Punkt.
- Die Mehrheit der ehemaligen Mitglieder jedenfalls hat nach Austritt oder Ausschluss kein Geld mehr gesehen.
- Einige hatten nicht einmal mehr ein eigenes Bett oder Geschirr für den Neuanfang.
- Thomas Schaffert verlässt die Integrierte Gemeinde im Jahr 2002, drei Jahre nach seiner abgesagten Hochzeit.
- Ich hab mit 0 Cent begonnen. Ich musste mir Geld leihen, bis mein erstes Gehalt kam,
- damit ich überhaupt meine Miete bezahlen kann. Und ich hatte natürlich keine einzige persönliche Verbindung.
- Ich wurde natürlich auf der Roten Liste geführt von der Gemeinde. D.h. ich war Persona non grata.
- Es gingen manche weg, aber die wurden dann als Feinde verschrien. Und wir wollten nicht im Bösen gehen.
- Aber einen anderen Weg gab es nicht. Entweder mitmachen oder als Feind gehen.
- Was ich als erschreckend erlebt habe, kurz nachdem wir ausgeschieden sind, war die Ablehnung,
- wo wir doch in Freundschaft bleiben wollten. Die große Ablehnung, die uns erreichte,
- dass man das Gespräch nicht mehr aufgegriffen hat und auch Briefe nicht beantwortet wurden.
- Entschuldigung, aber es war mehr als Ablehnung. Wir wurden wie Tote behandelt.
- Aber wir konnten dann nachempfinden, wie diejenigen sich fühlten, die schon früher ausgeschieden wurden,
- in ähnlicher Weise von uns eigentlich auch so behandelt wurden. Doch was hat von all dem der große Förderer der Gemeinde,
- Joseph Ratzinger mitbekommen, erst als Präfekt der Glaubenskongregation
- und dann als Papst Benedikt XVI.? 2020 lässt er in der Herder-Korrespondenz,
- einer Fachzeitschrift für Religion, erklären: Wir waren über 12 Jahre 1-2 Mal im Jahr bei ihm zu Besuch.
- Friederike v.a. hat durchaus immer wieder den Stand der Dinge berichtet.
- Wir haben auch schriftlich ihm einiges mitgeteilt. Leider hat er sich nicht gemeldet, dazu nicht Stellung genommen.
- Wir glauben schon, dass er ... ... durchaus Dinge erfahren hat, die er vielleicht verdrängt hat,
- aber es ist nicht so, dass er gar nicht informiert wurde. Vielleicht nicht ausreichend von uns.
- Aber zu sagen, er hätte gar nichts gewusst, und dass er nur getäuscht worden sei,
- ist, glaube ich, auch nicht ganz der Wahrheit entsprechend. Hätte also Papst Benedikt XVI. schon früher wissen können, was los ist?
- Hätte er durch ein Eingreifen manches verhindern können, gerade, weil er so wichtig war für die Integrierte Gemeinde?
- Er hatte die Rolle des Schutzherren, das war so. Und es wurde sich auf ihn berufen und bezogen.
- Aber das muss nicht falsch sein, das kann richtig sein. Warum soll einer das nicht auch schützen,
- der das theologisch gut findet? Was ich persönlich glaube, ist, dass er jemand ist,
- der eine reine Seele hat, der sich böse Sachen gar nicht richtig vorstellen kann.
- Immer wieder wird Joseph Ratzinger über Vorgänge in der Gemeinde informiert.
- Anfang 2003 wirft ein ehemaliges Mitglied einen vierseitigen Brief bei der Glaubenskongregation ein.
- Darin schildert er etwa den Umgang mit einem Suizid in der Gemeinde, Unregelmäßigkeiten bei Wahlen
- und den Umgang mit Kritik sowie seinen Rauswurf. Drei Monate später antwortet Ratzinger,
- die Schilderungen seien betrüblich und beunruhigend und verweist auf das Erzbistum München und Freising.
- Auf die Anfrage des BR, was der emeritierte Papst heute zu den Vorgängen rund um die Integrierte Gemeinde sagt,
- lässt er antworten: Nichts mehr, mit der Bitte um Verständnis und Nachsicht.
- Traudl Wallbrecher, die Gründerin, ist 2016 verstorben. Die Integrierte Gemeinde ist kein Einzelfall.
- Im Vatikan werden derzeit viele geistliche Gemeinschaften unter die Lupe genommen.
- Das Problembewusstsein für spirituellen Missbrauch wächst. Die Betroffenen fordern mehr.
- Sie erwarten eine echte Aufarbeitung. Klarheit, Wahrheit und Gerechtigkeit.
- Das erhoffe ich mir und erwarte ich von der Kirche. V.a. ist es mir auch wichtig, dass den Personen geholfen wird,
- die viel stärker als ich unter dieser Geschichte bis heute eigentlich noch leiden.
- Richtig wütend werde ich, wenn es Situationen gibt, wo ich in diese alte Angst zurückkippe und denke:
- Das haben die geschafft. Wenn man sich Papst Franziskus auch zum Vorbild nimmt,
- der sich den Einzelnen auch zuwenden möchte, glaube ich, ist es dringend nötig,
- dass man sich den einzelnen Opfern zuwendet und nicht auf der Ebene bleibt "Wir beten für sie",
- sondern dass man die Wunde anschaut. Friederike und Tobias Wallbrecher sind 2009 ausgetreten:
- Sie suchen einen Weg der Versöhnung mit anderen Mitgliedern. Das Ehepaar Kindler kämpft weiter um Anerkennung seines Leids.
- Was alle Ehemaligen eint: Abschließen können sie mit ihrer Vergangenheit noch nicht.
- Untertitelung: BR 2021