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Was sind Ketone? | EINFACH ERKLÄRT

StudioEinfach - Wissen, das Klick macht! 6:44 862 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

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Transkriptautomatisch erstellt · 42 Zeilen
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  1. Hallo und herzlich willkommen. Heute geht's um eine echt spannende Frage. Was sind eigentlich Ketone und warum hat unser Körper sowas wie einen
  2. Notfalltreibstoff? Das schauen wir uns jetzt mal ganz einfach an. Also, stell dir mal vor, dein Auto hat keinen Sprit mehr. Tja, es bleibt einfach stehen.
  3. Ende der Geschichte. Aber was ist mit deinem Körper? Was passiert, wenn sein Haupttreibstoff, also die Glucose, plötzlich zur Neige geht? Schaltet dann
  4. alles ab? Vor allem, was ist mit deinem Gehirn? Die Antwort ist zum Glück ein klares Nein. Und der Grund dafür ist ein absolut genialer Notfallplan.
  5. Okay, aber wann genau ist der Tank denn leer? Schauen wir uns doch mal die Situationen an, in denen der Körper sagt: "So, jetzt reicht's, ich werfe den
  6. Notfallgenerator an." Da gibt es im Grunde drei Hauptauslöser. Langes Fasten, eine sehr strenge Lowcarb oder Ketodiät und ganz wichtig ein
  7. unkontrollierter Typ 1 Diabetes. Und all diese Dinge haben, obwohl sie total unterschiedlich sind, eines gemeinsam. Es kommt kaum oder gar keine Glucose
  8. mehr im Körper an. Das ist das absolute Alarmsignal. Plan A, der Normalbetrieb ist gescheitert. Der Körper muss jetzt umschalten und genau da, genau in diesem
  9. Moment, aktiviert der Körper seinen Plan B. Eine wirklich clevere Strategie, um auch den Haupttreibstoff weiterzulaufen. Also, um das klarzumachen, Plan A ist
  10. Glucose. Die kommt aus Kohlenhydraten, ist super schnell verfügbar und vor allem ist sie der absolute Lieblingstreibstoff für unser Gehirn.
  11. Plan B, das sind unsere Fettreserven. Davon haben wir quasi unendlich viel. Ein riesiger Speicher für schlechte Zeiten. Das ist das Langzeitbackup.
  12. Aber und jetzt kommt der Knackpunkt. Es gibt da ein Problem. Und dieses Problem ist riesig, denn während die meisten Zellen in unserem Körper sagen: "Super,
  13. Fett nehme ich", kann unser Gehirn damit tja rein gar nichts anfangen. Die Fettsäuren sind sozusagen zu sperrig. Sie kommen nicht durch die
  14. Bluthirnschranke. Und das ist kritisch. Unser wichtigstes Organ, die Kommandozentrale, würde einfach ohne Energie dashen, wenn es da nicht eine
  15. geniale Lösung gebä. Und diese Lösung heißt Ketone. Stellt euch vor, der Körper hat eine eigene kleine Spezialfabrik,
  16. deren einzige Aufgabe aus diesem für das Gehirn unbrauchbaren Fett einen maßgeschneiderten Supertreibstoff zu basteln. Und wo steht diese Fabrik? an
  17. einem ganz zentralen Ort in deiner Leber. Der ganze Prozess hat auch einen Namen, der heißt Ketogenese, also quasi die Entstehung von Ketonen. Okay, das
  18. klingt jetzt vielleicht super wissenschaftlich, ist es aber gar nicht. Stellt euch das in drei einfachen Schritten vor. Schritt 1: Fette werden
  19. in so kleine Bausteine zerlegt, die nennen sich Acetyl A. Das ist das Rohmaterial. Schritt 2. Normalerweise würde dieses Rohmaterial jetzt mit
  20. Glucose weiter verarbeitet werden, aber es gibt ja keine Glucose. Die Folge: Ein riesiger Stau von diesem Acetylkoa in der Leber. Und jetzt kommt Schritt 3,
  21. der geniale Move. Die Leber nimmt diesen Überschuss und baut daraus was komplett Neues, einen neuen Treibstoff, die Ketonkörper.
  22. So, jetzt haben wir also diesen neuen Treibstoff. Und was kann der jetzt? Was macht Ketone in Aktion so besonders? Ketonkörper sind im Prinzip kleine
  23. wasserlösliche Energietaxis, perfekt designed, um durch die Blutband zu flitzen. Die beiden wichtigsten heißen Acetoacetat und Beta Hydroxibutyrat.
  24. Komplizierte Namen, aber ihre Aufgabe ist simpel. Und sobald Sie in der Leber fertig sind, geht's auch schon los auf die Reise. Die Reise startet also in der
  25. Leber unserer Fabrik. Von dort aus geht's direkt ab in die Blutbahn, quasi wie auf die Autobahn. Und das Ziel ist klar, das Gehirn und die Muskeln, die
  26. schon sehnsüchtig auf Nachschub warten. Und genau das ist der geniale Trick an der ganzen Sache. Ketone sind der Generalschlüssel.
  27. Im Gegensatz zu den ursprünglichen Fettsäuren passen sie perfekt durch die Bluthirnschranke. Sie schalten sozusagen die riesigen Energiereserven aus unserem
  28. Fett für unser Gehirn frei. Ein absolut brillanter Überlebensmeismus, oder? Aber und das ist wichtig, jedes noch so gute System hat auch eine Schattenseite. Wir
  29. müssen auch darüber reden, was passiert, wenn dieser ganze Prozess mal völlig aus dem Ruder läuft. Kann dieser Notfallgenerator also auch überhitzen?
  30. kann aus einer guten Sache plötzlich was gefährliches werden. Die kurze Antwort lautet: "Oh ja, das kann er." Dieser Zustand hat einen Namen: Ketoazidose.
  31. Und jetzt ganz wichtig, das ist nicht dasselbe wie die harmlose Ketose, die man bei einer Ketodiät erreicht. Überhaupt nicht. Bei der Ketoazidose
  32. läuft die Ketonproduktion so Amok, dass das Blut regelrecht übersäuert. Das ist ein absoluter medizinischer Notfall, der vor allem bei Menschen mit
  33. unkontrolliertem Typ 1 Diabetes vorkommen kann. Und es gibt ganz klare Warnzeichen dafür. Z.B. ein komischer, fast schon fruchtiger Atemuch. Das ist
  34. überschüssiges Aceton, das der Körper abatmet. Dann eine ganz tiefe, schnelle Atmung. Damit versucht der Körper verzweifelt, die Säure loszuwerden. Dazu
  35. kommen oft Übelkeit, Erbrechen und natürlich massenhaft Ketone im Urin. All das sind rote Flaggen, die zeigen, das System ist komplett überlastet.
  36. Man muss sich das so vorstellen. Unser Blut ist normalerweise perfekt im Gleichgewicht. Der pH-Wert liegt ganz stabil bei etwa 7,4. Bei einer
  37. Ketoazidose kippt dieses Gleichgewicht aber komplett. Der pH-Wert stürzt ab, das Blut wird sauer. Und das ist eine Katastrophe für unseren Körper, denn
  38. schon kleinste Veränderungen hier können für unsere Organe fatale Folgen haben. Was können wir also mitnehmen? Ketone sind wirklich ein faszinierender Beweis
  39. dafür, wie anpassungsfähig unser Körper ist. Ein genialer Notfallplan, ganz klar. Aber das Zitat hier trifft die Nagel auf den Kopf. Wie bei jedem
  40. mächtigen System ist die Balance einfach alles. Und das bringt uns zu einer letzten spannenden Frage, die ich dir mitgeben möchte. Siehst du Klone nach
  41. allem jetzt als reinen Notfallplan für schlechte Zeiten? Oder vielleicht doch als ein Werkzeug, das man gezielt nutzen kann, z.B. über die Ernährung? Was ist
  42. dein wichtigster Gedanke dazu? Denk doch mal drüber nach. Super, dass du dabei warst und bis zum nächsten Mal.