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Hypothalamus-Hypophysen-Achsen - Zentrale Regulation des endokrinen Systems - AMBOSS Auditor

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  1. Hypothalamus-Hypophysen-Achsen - Wie funktioniert die zentrale Regulierung des endokrinen Systems? Hormone sind chemische Botenstoffe, die Informationen übertragen, wichtige Stoffwechselprozesse
  2. regulieren und damit das Zusammenspiel der Organe im Körper steuern. Um die nötige Feinabstimmung zu gewährleisten, muss die Produktion und Ausschüttung von
  3. zahlreichen Hormonen zentral gesteuert werden. Diese zentrale Regulation erfolgt im Wesentlichen durch das Zusammenspiel zwischen Hypothalamus
  4. und Hypophyse. Der Hypothalamus ist Teil des Zwischenhirns und verarbeitet Informationen aus der Peripherie
  5. und übergeordneten Hirnzentren. Damit stellt er die oberste regulatorische Ebene für das vegetative und das endokrine
  6. System dar. Der Hypothalamus ist direkt mit der Hypophyse verbunden, bei der zwei wichtige Bereiche
  7. unterschieden werden: der Hinterlappen, auch Neurohypophyse genannt, und der Vorderlappen, auch Adenohypophyse genannt. Der Hinterlappen ist funktionell,
  8. entwicklungsgeschichtlich und anatomisch ein Teil des Zwischenhirns. Hier werden die im Hypothalamus produzierten Effektorhormone ADH und Oxytocin zwischengespeichert,
  9. bis sie bei Bedarf in den Blutkreislauf abgegeben und direkt zu den Zielorganen im Körper transportiert werden.
  10. Der Vorderlappen ist dagegen eine endokrine Drüse und somit streng genommen kein Teil des Zwischenhirns.
  11. Er ist mit dem Hypothalamus über ein Pfortadersystem verbunden. Im Vorderlappen werden zwei Arten von Hormonen produziert: die sogenannten glandotropen Hormone,
  12. die auf periphere endokrine Drüsen wirken und dort die Produktion von Effektorhormonen anregen.
  13. Sowie die nicht-glandotropen Hormone, die direkt auf die Effektororgane wirken. Alle Hormone der Adenohypophyse werden über den Blutkreislauf zu ihren jeweiligen Zielstrukturen
  14. transportiert: glandotrope Hormone zur Schilddrüse, zur Nebennierenrinde und zu den Gonaden, nicht-glandotrope Hormone zur Leber und zu den Brustdrüsen.
  15. Je nachdem welches Erfolgsorgan beziehungsweise welche Effektorhormone durch das Zusammenspiel von Hypothalamus und Hypophyse gesteuert werden, unterscheidet man insgesamt fünf Regulationssysteme.
  16. Diese Systeme werden in der Regel Hypothalamus-Hypophysen-Achsen genannt. Bevor wir uns diese Achsen genauer ansehen, wollen wir ihr gemeinsames Wirkprinzip zusammenfassen.
  17. Du wirst dir so die Details der verschiedenen Achsen viel besser merken können. Der Hypothalamus produziert sogenannte Steuerhormone, die Releasing-Hormone und die Statine.
  18. Releasing-Hormone, oft auch Liberine genannt, stimulieren die Produktion und Sekretion von Hormonen der Adenohypophyse.
  19. Die sogenannten Release-Inhibiting-Hormone, auch Statine genannt, hemmen die Synthese und Ausschüttung von Hormonen der Adenohypophyse.
  20. Die Steuerhormone sind Peptidhormone, die durch Proteolyse aus geeigneten Vorstufen gebildet werden.
  21. Auch die glandotropen Hormone sind fast ausschließlich Peptidhormone. Sie wirken auf periphere endokrine Drüsen im Körper und stimulieren deren Produktion
  22. von effektorischen Hormonen. Diese gehören biochemisch zu ganz unterschiedlichen Hormonklassen und erfüllen im Körper diverse
  23. Funktionen. Die effektorischen Hormone wirken über negative Feedbackmechanismen auf das Hypothalamus-Hypophysen-System.
  24. Sie hemmen sowohl die Ausschüttung der glandotropen Hormone in der Adenohypophyse als auch die Ausschüttung der Releasing-Hormone im Hypothalamus.
  25. Diese Inhibition bezeichnet man als Long-Loop-Rückkopplung. Einen vergleichbaren hemmenden Effekt haben übrigens auch die glandotropen Hormone der
  26. Adenohypophyse auf den Hypothalamus. Diese negative Rückkopplung wird analog Short-Loop-Rückkopplung genannt.
  27. Bei allen Achsen dienen die negativen Rückkopplungen zur Einstellung eines hormonellen Gleichgewichts. Schauen wir uns zunächst die Hypothalamus-Hypophysen-Schilddrüsen-Achse im Detail an.
  28. Diese Achse wird, angelehnt an das griechische Wort für Schilddrüse “thyreoidea”, auch thyreotrope Achse genannt.
  29. Sie spielt eine wichtige Rolle bei der Regulation des Stoffwechsels und Körperwachstums. Dazu wird im Hypothalamus das Thyreotropin-Releasing-Hormon, kurz TRH, ausgeschüttet.
  30. Es bewirkt in der Hypophyse die Freisetzung von TSH, dem Thyroidea-stimulierenden-Hormon, welches dann direkt auf die Schilddrüse wirkt und zur Ausschüttung der Schilddrüsenhormone
  31. T3 und T4 führt. Bei diesen handelt es sich um iodierte Derivate der Aminosäure Tyrosin.
  32. T3 und T4 hemmen über negative Rückkopplung die Ausschüttung der Hormone im Hypothalamus und in der Hypophyse.
  33. Ein weiteres wichtiges regulierendes Element der Hypothalamus-Hypophysen-Schilddrüsen-Achse ist die Hemmung der TRH- und TSH-Ausschüttung durch Somatostatin, das sowohl aus dem Hypothalamus
  34. als auch aus der Bauchspeicheldrüse stammt. Diese Verbindung erlaubt eine hormonelle Abstimmung in Abhängigkeit von einem sich verändernden
  35. Nahrungsangebot. Ähnlich verhält es sich mit der somatotropen Achse, über die Hypothalamus und Hypophyse
  36. die Vorgänge in der Leber beeinflussen. Sie spielt eine wichtige Rolle für den anabolen Stoffwechsel und folglich für das Zellwachstum.
  37. Diese Stimulation wird über Wachstumshormone wie IGF vermittelt, die in der Leber produziert werden. Die Stimulation der IGF-Freisetzung beginnt mit der Freisetzung des Growth hormone-releasing
  38. Hormons, besser bekannt als GHRH, im Hypothalamus. Dieses stimuliert die Freisetzung des Growth Hormons, kurz GH, in der Hypophyse.
  39. GH wirkt dann direkt auf die Produktion der Wachstumshormone in der Leber. Die Wachstumshormone hemmen ihrerseits die Ausschüttung von GHRH und GH über die bekannten
  40. Feedbackschleifen. Damit auch die anabolen Prozesse im Körper gut auf das Nahrungsangebot abgestimmt werden,
  41. gibt es darüber hinaus bei dieser Achse einen hemmenden Einfluss von Somatostatin und einen stimulierenden Einfluss des Ghrelins aus dem Magen.
  42. Die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse wird umgangssprachlich auch als Stressachse bezeichnet und reguliert viele wichtige Funktionen im Körper: Sie löst vor allem eine Stressreaktion
  43. aus, bewirkt außerdem eine Suppression des Immunsystems und beeinflusst den Energiehaushalt sowie die Stimmungslage.
  44. Im Hypothalamus werden das Corticotropin-Releasing-Hormon, kurz CRH, und das antidiuretische Hormon, kurz ADH, freigesetzt.
  45. Zusammen stimulieren CRH und ADH die Freisetzung des adrenocorticotropen Hormons, kurz ACTH, in der Hypophyse.
  46. ACTH fördert in der Nebennierenrinde dann die Produktion der Steroidhormone, vor allem der Glucocorticoide, deren Hauptvertreter das Cortisol ist.
  47. Cortisol hemmt über die bereits bekannten negativen Rückkopplungen seinerseits die Hormonausschüttung in Hypothalamus und Hypophyse.
  48. Über die sogenannte Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse regulieren Hypothalamus und Hypophyse darüber hinaus auch die Hormonausschüttung in den Gonaden, also in den Ovarien beziehungsweise
  49. in den Hoden. Es bewirkt in der Hypophyse die Ausschüttung des luteinisierenden Hormons (LH) und des
  50. follikelstimulierenden Hormons (FSH). Beim Mann stimuliert LH die Androgenproduktion, während FSH die Spermatogenese anregt.
  51. Bei Frauen regt LH ebenfalls die Androgensynthese an, während FSH unter anderem die Östrogensynthese steigert.
  52. Die Sexualhormone inhibieren sowohl die Freisetzung von GnRH als auch von FSH und LH. FSH stimuliert darüber hinaus die Freisetzung sogenannter Inhibine in den Sertolizellen
  53. der Hoden beziehungsweise den Granulosazellen der Ovarien. Die Inhibine hemmen nach ihrer Freisetzung die FSH-Ausschüttung.
  54. Die fünfte und letzte der Hypothalamus-Hypophysen-Achsen reguliert bei Frauen vor allem die Milchproduktion während der Spätschwangerschaft und Stillzeit und wird daher auch als lactotrope Achse bezeichnet.
  55. Im Zentrum dieses Regelkreises steht das Hormon Prolactin, das von der Hypophyse freigesetzt wird. Interessanterweise wird Prolactin auch außerhalb der Schwangerschaft produziert und kann ebenfalls
  56. bei Männern gefunden werden, wenn auch in deutlich niedrigerer Konzentration. Der Hypothalamus stimuliert die Ausschüttung von Prolactin durch verschiedene Faktoren,
  57. die noch nicht alle bekannt sind. Ein wichtiger, bekannter Faktor ist das TRH, dem wir schon bei der Hypothalamus-Hypophysen-Schilddrüsen-Achse
  58. begegnet sind. Darüber hinaus kann der Hypothalamus die Prolactinausschüttung durch Freisetzung von
  59. Dopamin aber auch hemmen. Um beispielsweise die Lactation auszulösen, wirkt das Prolactin zusammen mit dem von der
  60. Nebennierenrinde und den Ovarien gebildeten Östrogen auf die Brustdrüsen. Lass uns zum Abschluss noch einmal einen vergleichenden Blick auf die Hormonachsen werfen.
  61. Auch wenn hier viele verschiedene biochemische Faktoren eine Rolle spielen, gibt es einige allgemeine Aussagen, die du dir merken solltest: Man unterscheidet insgesamt fünf Hypothalamus-Hypophysen-Achsen,
  62. deren Namen sich von den jeweiligen endokrinen Zielgeweben oder den Effektorhormonen ableiten lassen.
  63. Der Hypothalamus stimuliert die Ausschüttung von Hormonen der Adenohypophyse durch Freisetzung sogenannter Releasing-Hormone.
  64. Deren Namenskürzel enden meistens auf “RH”. Außerdem bildet der Hypothalamus als Release-Inhibiting Hormone zum einen Dopamin, das die Produktion
  65. von Prolactin in der Hypophyse inhibiert, und zum anderen Somatostatin, das sowohl die Ausschüttung von TRH als auch von GHRH inhibiert.
  66. In der Hypophyse werden vier glandotrope Hormone, FSH, LH, ACTH und TSH, sowie zwei nicht-glandotrope Hormone, Prolactin und GH, ausgeschüttet.
  67. Die Hormone der Adenohypophyse werden über das Blut entweder zu peripheren endokrinen Drüsen oder direkt zu ihren jeweiligen Zielorganen transportiert und haben dort
  68. einen stimulierenden Effekt. Als Auslöser einer negativen Rückkopplung haben alle Effektorhormone eine inhibierende
  69. Wirkung auf die Ausschüttung von Hormonen des Hypothalamus und der Hypophyse. Dies führt dazu, dass sich ein hormonelles Gleichgewicht in den verschiedenen Regelkreisen
  70. einstellt. Natürlich wird jede der Hypothalamus-Hypophysen-Achsen durch zusätzliche Faktoren aus verschiedenen
  71. Organsystemen beeinflusst. Einige wichtige haben wir dir hier in der Übersicht vorgestellt.
  72. Weitere Informationen dazu findest du in unserer Bibliothek. Wenn du nun zum Abschluss dein Wissen über die Hormonachsen testen möchtest, dann geh’
  73. gleich weiter zum Quiz.

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