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Der Benimm- und Regel-Check | Reportage für Kinder | Checker Tobi

CHECKER WELT24:08 3,7 Mio. Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

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Transkriptautomatisch erstellt · 224 Zeilen
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  1. . Untertitelung: BR 2021
  2. * Titelsong: Checker Tobi * ♪ Achtung! Hier kommt Checker Tobi.
  3. ♪ Das ist Tobi, Checker Tobi. Der ist cool, hey, ziemlich groovy. ♪ Der, der immer fragt. Der die Action mag.
  4. ♪ Der, der alles wagt. Der, der niemals klagt. ♪ Das ist Tobi, Checker Tobi. Der ist cool, hey, ziemlich groovy.
  5. ♪ Der, der ständig rennt. Der, der niemals pennt. ♪ Der auch manchmal flennt. Der tausend Leute kennt.
  6. ♪ Das ist Tobi, Checker Tobi. Checker Tobi! Hallo, Leute, heute geht's zum ...
  7. Das Bild ist doch total schief, oder? Mach mal gerade. Danke.
  8. Jetzt bist du komplett unscharf, das sehe ich von hier. So ist es gut.
  9. Also noch mal von vorn. Hallo, liebe Leute, heute geht es um ...
  10. Was machst du da? Ich bin hier am Moderieren, du musst dich ein bisschen benehmen.
  11. Genau darum geht's heute, um Regeln und ums Benehmen. Das mit dir üben wir noch. So geht es nicht.
  12. Regeln begegnen uns im Alltag überall. Z.B., wenn wir nur bei Grün über die Ampel gehen
  13. oder uns einen Fahrschein kaufen, wenn wir Bus fahren oder wenn wir Sachen bezahlen,
  14. die wir uns im Laden aussuchen. Diese Regeln sind wichtig für das Zusammenleben in der Gesellschaft.
  15. Damit der Umgang miteinander angenehm ist, gibt es das gute Benehmen. Dazu gehören Dinge wie Tür aufhalten,
  16. "Hallo" sagen, nicht mit vollem Mund sprechen oder hilfsbereit sein und anderen Menschen helfen.
  17. Ich checke heute, was man unter Etikette versteht und wie wir uns bei einem feinen Abendessen richtig verhalten.
  18. Dafür treffe ich Benimm-Expertin Betül und eine Gruppe von Kindern an einer edlen Tafel.
  19. Außerdem finde ich raus, wie sich die Regeln für unser Zusammenleben im Lauf der Zeit verändert haben
  20. und welche Regeln heute für uns alle gelten. Und dann lerne ich noch Maximilian kennen.
  21. Er hat sich jahrelang nicht an Regeln gehalten und musste deshalb sogar ins Gefängnis.
  22. Er erzählt mir, wie er es wieder raus geschafft hat und wie sein Leben jetzt aussieht.
  23. Laut Checker-Regeln kommt jetzt: Und jetzt die Checkerfragen.
  24. Ich meine natürlich: Ich bitte höflichst um die Checkerfragen. Vielen herzlichen Dank.
  25. Das checke ich für euch mit der allergrößten Freude. Mist, Leute. Ich bin viel zu spät dran.
  26. Ich bin seit fünf Minuten mit der Benimm-Expertin Betül verabredet, aber ich hab mich verlaufen und bestimmt wartet sie schon lange.
  27. Ah, so etwas Blödes. Es tut mir so leid.
  28. Ich bin, ich habe mich verlaufen, ich habe dich nicht gleich gefunden. Und ich bin zu spät, sorry.
  29. Weil du dich entschuldigst, ist es nicht schlimm, weil du zeigst, hey, das war nicht mein Verschulden.
  30. Ich habe alles gegeben, aber es ist schiefgelaufen. Wenn man zu spät kommt, dann ist es unhöflich?
  31. Also schlimm wäre es, wenn du sagen würdest, es kam etwas Spannendes im Fernsehen.
  32. Weil damit sage ich indirekt, du bist mir nicht so wichtig. Vielen Dank, dass du mir verzeihst.
  33. Ich hab bei dem Chaos vergessen, mich vorzustellen. Hallo, Betül. - Hallo, Tobi.
  34. Normal würde man sich zur Begrüßung die Hand geben. Wegen Corona desinfizieren wir die.
  35. Dann bin ich gespannt, wie der perfekte Händedruck aussieht. Normal würde ich zu dir kommen
  36. und sagen, hallo Betül, Tobi. Freut mich. Hallo Tobi. Freut mich genauso.
  37. Wie war das? Gut, du hast auch einen schönen Händedruck.
  38. Meine Mama hat mir beigebracht, beim Handgeben ist das Wichtigste, guck den anderen an, guck nicht auf den Boden.
  39. Was ich unangenehm finde, ist, wenn ich die Hand gebe, und das ist ... Wir nennen das der tote Fisch in meiner Hand.
  40. Wenn kein Druck da ist und manchmal ist die Hand feucht oder nass vom Schweiß.
  41. Dann fühlt sich das an wie ein toter Fisch. Das mögen wir alle nicht.
  42. Nee, ich will keinen toten Fisch in der Hand haben. Was mir jetzt erst auffällt, da ist ein schönes Schloss.
  43. Wer hat da gewohnt? Adlige.
  44. Für die war bestimmt wichtig, dass sie sich an Benimmregeln halten? Je adliger jemand war, je mehr er sich in diesen Kreisen bewegt hat,
  45. desto mehr musste er sich strikt an solche Etikette-Regeln halten. Jetzt hast du Etikette gesagt, das ist auch eine Checkerfrage.
  46. Etikette ist das Wort für Benehmen. Also, wie wir uns zu verhalten haben in der Gesellschaft.
  47. Dieser Begriff hat eine Geschichte, die reicht fast 400 Jahre zurück in Zeiten von Ludwig XIV.,
  48. das war der französische König. Etikette ist auch ein französisches Wort.
  49. Er hat festgestellt, dass man sich in seinem Schloss nicht so verhält,
  50. wie er sich das vorstellt. Dann hat er den Begriff Etikette erfunden.
  51. Er ließ auf Schilder Benimmregeln schreiben, wie sich die Menschen in seinem Umfeld zu verhalten haben.
  52. Die Etiketten wurden sogar an den Menschen angebracht. Da stand drauf, welchen Rang dieser Mensch hat.
  53. Je höher der Rang war, desto näher durften sie an den König ran. Es ging so weit, dass selbst bei seinem Toilettengang
  54. die Menschen alles dafür getan haben, dabei zu sein. Nicht dein Ernst.
  55. Das kann man sich heute nicht mehr vorstellen. Der König ist aufs Klo gegangen,
  56. hat sein vielleicht großes Geschäft verrichtet, und da wollten die Leute dabei sein.
  57. Sie haben sich extra gut benommen, damit sie das durften. Mir dünkt, ich muss mich entleeren. Gefolge, zeigt mir eure Etiketten.
  58. Er folge mir, aber hurtig. Vor 400 Jahren war es das Ziel, ihm beim "Geschäft" zuzuschauen.
  59. Heute ist das unhöflich und man schließt die Türen ab. Wie sich die Benimmregeln im Laufe der Jahre verändert haben,
  60. gucken wir uns jetzt an. Vor mehr als 200 Jahren
  61. hat dieser Mann ein ganz wichtiges Benimmbuch geschrieben, nämlich Adolph Freiherr von Knigge.
  62. Er war auch Adliger, wollte das aber eigentlich nicht sein. Er hat die alleinherrschenden Adligen verachtet.
  63. Knigge wollte mit seinem Buch die Bürger darüber aufklären, dass sie von den Adligen unterdrückt werden.
  64. Ein Bauer z.B. hatte damals überhaupt nichts zu sagen. Wenn die Bauern wüssten, wie man sich am Hofe zu benehmen hat,
  65. würden sie mehr Gehör bei den Herrschern finden, sich von ihnen befreien und eine bessere Gesellschaft bilden können.
  66. Viele der Grundsätze, die Knigge aufgeschrieben hat, gelten heute noch.
  67. Z.B., dass es höflicher ist, sich zurückhaltend und ruhig zu verhalten als polternd und laut.
  68. Oder dass man sich nicht ungefragt in Angelegenheiten anderer einmischen sollte.
  69. In Knigges Buch steht auch, dass Erwachsene Kinder ernst nehmen müssen.
  70. Das finde ich sehr gut. Auch beim Kommunizieren sind Benimmregeln wichtig.
  71. Z.B. sollte man während eines Gesprächs nicht die ganze Zeit aufs Handy starren,
  72. sondern dem Gegenüber in die Augen gucken, zuhören und nicht unterbrechen.
  73. Stimmt, sorry. Etikette nennt man die Benimmregeln, die früher bei den Adligen galten.
  74. Heute steht Etikette immer noch für gute Manieren. Und jetzt eine Frage an euch:
  75. Checkt mal, ob ihr die Antwort in der Sendung entdeckt. Die Lösung gibt es zum Schluss.
  76. Betül nimmt mich mit ins alte Schlossgemäuer. Dort bekomme ich einen kleinen Essens-Benimmkurs.
  77. Das trifft sich ganz gut. Ich habe einen leeren Magen.
  78. Wow, das ist ein toller Raum, das ist wie bei den Rittern. Ich nehme an, es geht um Tischmanieren.
  79. Ich soll den Tisch decken. Gerne.
  80. Also die Teller sind einfach, aber hoffentlich kriege ich das mit dem Besteck hin.
  81. Ich probier's einfach. Bitte sehr.
  82. Ja, das ist fast richtig. Bei dir sind alle Besteckteile auf der rechten Seite.
  83. Die Gabel kommt aber auf die linke Seite. Eine Sache sehe ich auch noch: Hier der kleine Löffel.
  84. Wenn das ein kleines Auto wäre, das in die Garage fahren würde, würde sie so ankommen, auf dem Kopf stehend.
  85. Deshalb kann man sich das gut merken, so herumgedreht ist der Dessertlöffel perfekt.
  86. Denn jetzt, wenn er in die Garage fahren würde, genauso wie der Suppenlöffel korrekt platziert sein.
  87. Das gefällt mir gut, das Bild. Okay, noch schnell die Tafel fertig decken.
  88. und dann kann es losgehen. Betül, was meinst du? Das sieht doch super aus.
  89. Blendend. Eigentlich fehlen nur noch die Gäste,
  90. die könnte ich uns herschnippen, wenn du willst. Kannst du das?
  91. Klar, bist du bereit? - Ja. Da seid ihr schon.
  92. Hallo, alle. Meine Gäste sind Anna, Gentian, Letizia, Frederik, Greta und Aurel.
  93. Jetzt sitzen die hier einfach so. Muss man beim Hinsetzen schon was beachten?
  94. Wenn ihr mal drauf achtet, eine Handbreit weg vom Tisch zu sitzen. Ich sage immer,
  95. schaut, dass eine Katze auf eurem Schoss Platz hätte und eine Maus hinten durchhuschen könnte.
  96. Also nicht ganz hinten anlehnen, immer einen kleinen Spalt. Genau, so nah den Stuhl ran rücken.
  97. Und jetzt kommt der ultimative Aufrecht-Sitzen-Test. Das Buch darf auf keinen Fall runterfallen.
  98. So soll ich das balancieren? - Exakt. So soll ich sitzen bleiben, während ich esse?
  99. Ich möchte das bei dir ausprobieren. Kopf gerade. Könnt ihr auch mal zu Hause ausprobieren.
  100. Boah, mir kommt das alles ganz schön steif vor. Aber immerhin kommt der erste Gang.
  101. Die Servietten auf den Schoß und dann geht es los. Es gibt Flädlesuppe.
  102. Jetzt dran denken, schön aufrecht zu sitzen. Gerade bei der Suppe finde ich das nicht so leicht.
  103. Jetzt ist was Spannendes passiert. Dir ist ein Flädle auf die Tischdecke gefallen.
  104. (Leise) Ich fand das nicht spannend. Ich finde das saupeinlich. Das ist nicht peinlich, das passiert überall.
  105. Es ist auch gut, dass ihr wisst, wie ihr damit umgeht. Erst der Löffel.
  106. Was machen wir? Nehmen wir es mit der Hand und essen es? Ich könnte es mit dem Löffel vom Tisch aufheben.
  107. Dann ist es nicht mit der Hand angefasst. Meint ihr, es ist die Lösung?
  108. Es ist voll einfach. Ihr ignoriert es. Was?
  109. Wenn euch was vom Teller wegrutscht und ihr wolltet das nicht, einfach so tun, als wäre das nicht passiert.
  110. Das finde ich eine sehr gute Regel. Es ist Zeit für den Hauptgang. Es gibt Spaghetti mit Tomatensoße.
  111. Die sollen wir, wie die Leute in Italien, nur mit der Gabel, ohne Löffel essen, mit einer Hand aufrollen und immer nur so viel,
  112. wie man in den Mund bekommt. Ist das zu viel?
  113. Ich sehe das als große Menge. Wie groß ist dein Mund?
  114. Da passt das rein. Das geht für dich.
  115. Und denke an die aufrechte Haltung. Was es alles zu beachten gibt!
  116. Es sind viele Regeln. An was man da alles denken muss!
  117. Was ist, wenn man was davon vergisst? Das ist nicht schlimm.
  118. Du kannst, wenn du deine Wertschätzung zeigst, auch was falsch machen.
  119. Dann hast du Sympathien, weil du die Bemühung zeigst. Man muss sich nicht immer an alle Regeln halten?
  120. Richtig. Was haltet ihr davon, wenn wir die Regeln sein lassen
  121. und uns entspannen? Oh ja.
  122. Sich manchmal nicht an die Regeln zu halten macht auf jeden Fall großen Spaß.
  123. Servietten-Schlacht! Aber wenn das allen so viel Spaß macht,
  124. wozu brauchen wir dann Regeln? Checkerfrage:
  125. Ganz schönes Chaos gerade, ne? Stellt euch vor, jeder würde immer machen,
  126. was er oder sie gerade will. Das klingt vielleicht verlockend.
  127. Aber wäre das so gut? Wurde auch Zeit.
  128. Na, wie fandet ihr das? Wahrscheinlich nicht so cool, ne?
  129. Mein lautes Kaugummikauen war richtig nervig. Und dann war ich echt unhöflich,
  130. als mir jemand netterweise ein Glas Wasser angeboten hat. Ich wette, wenn ich mich immer so benehmen würde,
  131. würde mein Team mich bald ätzend finden. Das will ich nicht. Ihr seht, ein paar Benimmregeln sind wichtig,
  132. damit das Zusammenleben gut funktionieren kann. Es gibt immer Ausnahmen, das haben wir vorhin gesehen.
  133. Es kann Spaß machen, alle Regeln über Bord zu werfen. Aber das geht nur dann, wenn alle damit einverstanden sind.
  134. Es gibt auch Regeln, da gibt es keine Ausnahme. Das sind die Gesetze, die Regeln, die der Staat bestimmt.
  135. Wer gegen ein Gesetz verstößt, der kriegt dafür auch eine Strafe. Das kann z.B. eine Geldstrafe sein oder sogar eine Gefängnisstrafe.
  136. Nehmen wir an, jemand geht in den Laden und klaut etwas. Dann steht in diesem Buch festgeschrieben,
  137. welche Strafe es dafür gibt. Das ist das Strafgesetzbuch oder kurz StGB.
  138. Stellt euch vor, es würde keine solchen Regeln geben. Keiner würde bestimmen, jeder könnte machen, was er will.
  139. Und es würde keine Strafen geben. So was nennt man Anarchie.
  140. Das kommt aus dem Altgriechischen und heißt so viel wie "ohne Herrscher".
  141. Das Problem ist: Es würde ziemlich sicher Chaos ausbrechen. Irgendwann würden sich die Stärksten durchsetzen
  142. und die Schwächsten wären ohne Schutz. Damit das nicht passiert, weil das wäre unfair,
  143. brauchen wir gewisse Regeln, die unser Zusammenleben regeln. Regeln brauchen wir, damit unser Zusammenleben funktioniert.
  144. Ohne Regeln würden schnell Gerechtigkeit und Schutz in der Gesellschaft fehlen.
  145. Weiter geht's in Nürnberg. So, ich bin mit Maximilian verabredet.
  146. Er hat sich früher oft nicht an Regeln und Gesetze gehalten. Das ging so weit, dass er dafür sogar ins Gefängnis musste.
  147. Ich möchte mit ihm darüber reden, wie das für ihn war und wie er heute zu Regeln und Gesetzen steht.
  148. Da ist er auch schon. Maximilian.
  149. Weil er immer wieder Regeln gebrochen hatte, musste er insgesamt zehn Jahre im Gefängnis verbringen.
  150. Jetzt muss ich dir was zeigen. Das ist das Gefängnis in Nürnberg.
  151. Da vorne ist der Jugendarrest, in dem ich das erste Mal in meinem Leben hinter Gittern saß.
  152. Wie alt warst du da? - 15 Jahre. 15, also ein Jugendlicher.
  153. Ein Jugendlicher, ich finde, fast noch ein Kind. Das alles, weil du dich nicht an Regeln gehalten hast.
  154. Ich wollte mich nicht an Regeln halten. Kannst du erzählen, wie du früher drauf warst?
  155. Dass es so weit ging, dass du hinter Gitter musstest. Ich habe früh angefangen, mit 12, 13 zu klauen
  156. Schlägereien zu haben und bin mit Leuten rumgehangen, mit denen man nicht rumhängen soll.
  157. Die Konsequenz, das war das Gefängnis. Wieso war dir das wichtig, gegen Regeln zu verstoßen?
  158. Ich glaube, dafür gibt es verschiedene Gründe. Einer war, ich wollte immer Aufmerksamkeit.
  159. Ich wollte mehr Aufmerksamkeit, als ich bekam. Ich sitze den ganzen Tag brav in der Schule,
  160. da gab mir damals keiner ein Lob, das haben die Lehrer gar nicht bemerkt.
  161. Wenn ich jemanden vom Stuhl geschubst habe, hat der Lehrer mich angeschrien, ich bin zum Rektor geschickt worden
  162. und meine Eltern sind angerufen worden. Je schlechter ich mich benahm,
  163. desto mehr Aufmerksamkeit habe ich erhalten. Das war ein großes Problem.
  164. Was noch ist, ich hatte einen Freundeskreis, wo alle so waren. Ich wollte denen gefallen, mitmachen und dabei sein.
  165. Würdest du sagen, dass eine Gefängnisstrafe das richtige Mittel ist,
  166. um Leute dazu zu bringen, sich an Regeln und Gesetze zu halten? Das ist schwierig zu sagen.
  167. Auf der einen Seite finde ich, Gefängnis ist nicht die richtige Strafe, um Leuten was beizubringen.
  168. Aber im Gefängnis lernt man, sich an Regeln zu halten. Das lernt man dort auf jeden Fall, weil es viele Regeln gibt
  169. und die ständig überprüft werden. Im Gefängnis wohnt jeder Gefangene in einer Zelle,
  170. die von außen abgesperrt wird. Tagsüber dürfen die Gefangenen für eine Stunde auf den Hof
  171. oder können unter Aufsicht z.B. in den Fitnessraum. Viermal im Monat dürfen sie in diesem Raum Besuch empfangen.
  172. Ansonsten können die Gefangenen Briefe schreiben oder über ein Gemeinschaftstelefon telefonieren.
  173. Unter der Woche müssen die Gefangenen arbeiten, oder sie besuchen einen Schulunterricht.
  174. Das soll sie auf ihr Leben nach dem Gefängnis vorbereiten. Du bis nicht mehr im Gefängnis und hast dir vorgenommen,
  175. dich draußen an alle Regeln und Gesetze zu halten und tust das. Fällt dir das schwer?
  176. Am Anfang war es noch komisch, wieder draußen zu sein. Ich habe gemerkt, wie schön das ist,
  177. wenn man sich an die Regeln hält und dafür nicht mehr bestraft wird, sondern im Gegenteil, sogar ein Lob bekommt,
  178. weil man etwas richtig macht. Was würdest du jemandem sagen, der das alles versteht,
  179. aber dem es manchmal mehr Spaß macht, Regeln zu brechen? Mich hat verändert, zu sehen, wie ich meiner Familie schadete.
  180. Deinen liebsten Menschen. Was bedeutet es für die Mutter, wenn man im Gefängnis sitzt?
  181. Wie ist es, wenn der kleine Bruder ohne einen aufwächst, weil man fürs ständige Gegen-Regeln- Verstoßen bestraft wird?
  182. Wie es für die anderen, wenn man jemand ist, der die Regeln bricht? Du spielst "Mensch ärgere dich nicht" mit jemandem,
  183. der die Regeln bricht. Das macht keinen Spaß.
  184. Das war etwas, was mir geholfen hat. Ich möchte nicht als jemand wahrgenommen werden,
  185. mit dem man nichts zu tun haben möchte. Ich möchte als ehrlicher Mensch wahrgenommen werden.
  186. Auch wenn das nicht immer der leichteste Weg ist, ist es der bessere Weg.
  187. Das war cool mit dir. Vielen Dank, dass du mir das ehrlich erzählt hast.
  188. Danke, dass du gefragt hast. Leute, vielleicht ist euch das schon mal passiert.
  189. Dass ihr euch danebenbenommen habt, weil ihr z.B. wütend wart. Vielleicht ist euch ein Schimpfwort rausgerutscht
  190. oder ihr habt euch gekloppt. Das geht nicht, weil wir so andere Menschen verletzen.
  191. Damit das nicht passiert, ist es supergut, sich abzureagieren, noch bevor wir uns danebenbenehmen.
  192. Z.B. indem wir uns bewegen oder all die schlechte Energie rauslassen. So, dann können wir superentspannt zur letzten Checkerfrage kommen.
  193. Mittlerweile finden große Teile unseres Zusammenlebens auch im Internet statt.
  194. Auch dort gibt es Benimmregeln, an die man sich halten sollte. Wie im echten Leben auch sind das Höflichkeit und Respekt.
  195. Es gibt sogar ein Wort dafür. Das heißt:
  196. Das setzt sich zusammen aus dem englischen Wort Net. Das heißt übersetzt so viel wie Netz und steht fürs Internet.
  197. Und Etiquette. Netiquette meint also Benimmregeln im Internet.
  198. Wenn wir digital, also übers Internet, kommunizieren, dann findet das weitgehend anonym, also unpersönlich, statt.
  199. Klar, weil man sich nicht gegenübersteht und einander in die Augen guckt,
  200. sondern nur über Handy oder Computer miteinander schreibt. Vielleicht schreibt man sogar unter einem erfundenen Namen?
  201. Da wird es problematisch. Wenn wir uns anonym fühlen, machen wir vielleicht Sachen,
  202. die wir im echten Leben nie tun würden. Was super Gemeines
  203. oder sogar Lügen über jemand anderen in einer Chatgruppe schreiben, z.B. in den Klassen-Chat.
  204. Das nennt man Cybermobbing. Für die betroffene Person kann das schlimm und verletzend sein.
  205. Im schlimmsten Fall gelangen diese Lügen sogar noch in andere Gruppen oder auf öffentliche Internetseiten und sind für jeden zu lesen.
  206. Auch für alle anderen Nachrichten, die wir im Internet posten, gilt immer die Regel erst denken, dann schreiben,
  207. dann am besten noch mal lesen und erst dann posten. Denn das Internet vergisst nichts.
  208. Eine Nachricht oder auch ein Foto sind superschnell kopiert und sind eben auch noch da,
  209. wenn ihr die Nachricht oder das Foto längst gelöscht habt. Im Internet sollte man sich an die Netiquette halten.
  210. Das sind Regeln für den digitalen Umgang miteinander. Und jetzt noch die Antwort auf die Mitmachfrage.
  211. Ich wollte von euch wissen: Na, habt ihr die Lösung entdeckt?
  212. Guckt mal. Anarchie.
  213. Das kommt aus dem Altgriechischen und heißt so viel wie ohne Herrscher.
  214. Richtig ist also Antwort A. Das war es vom Benimm-Check.
  215. Ich bin zum Ende der Sendung noch zum Kellner geworden. Ich werde unseren Gästen und auch dir, Betül,
  216. draußen den Nachtisch servieren. Es gibt Kuchen.
  217. Worauf muss ich achten, wenn ich ein Top-Kellner sein will? Wenn du es schaffst, unsichtbar zu werden
  218. und die Gäste bei ihren Unterhaltungen nicht unterbrichst, desto besser bist du als Kellner.
  219. Das kriege ich hin. Vielen Dank, kannst dich setzen.
  220. Unsichtbar sein, das ist nicht so schwer. Ich mache keine Geräusche.
  221. Dann steht da ein Top-Nachtisch vor den Leuten. Ich bin ein richtig unsichtbarer Kellner, das wird super.
  222. Alles gut, nichts passiert. Nur die Teller.
  223. Ich bringe euch neuen Kuchen, ja? Also, das mit dem Kellnern übe ich noch und ihr macht es mal gut.
  224. Bis zum nächsten Mal. Untertitelung: BR 2021