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Der Benimm- und Regel-Check | Reportage für Kinder | Checker Tobi
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 224 Zeilen
- . Untertitelung: BR 2021
- * Titelsong: Checker Tobi * ♪ Achtung! Hier kommt Checker Tobi.
- ♪ Das ist Tobi, Checker Tobi. Der ist cool, hey, ziemlich groovy. ♪ Der, der immer fragt. Der die Action mag.
- ♪ Der, der alles wagt. Der, der niemals klagt. ♪ Das ist Tobi, Checker Tobi. Der ist cool, hey, ziemlich groovy.
- ♪ Der, der ständig rennt. Der, der niemals pennt. ♪ Der auch manchmal flennt. Der tausend Leute kennt.
- ♪ Das ist Tobi, Checker Tobi. Checker Tobi! Hallo, Leute, heute geht's zum ...
- Das Bild ist doch total schief, oder? Mach mal gerade. Danke.
- Jetzt bist du komplett unscharf, das sehe ich von hier. So ist es gut.
- Also noch mal von vorn. Hallo, liebe Leute, heute geht es um ...
- Was machst du da? Ich bin hier am Moderieren, du musst dich ein bisschen benehmen.
- Genau darum geht's heute, um Regeln und ums Benehmen. Das mit dir üben wir noch. So geht es nicht.
- Regeln begegnen uns im Alltag überall. Z.B., wenn wir nur bei Grün über die Ampel gehen
- oder uns einen Fahrschein kaufen, wenn wir Bus fahren oder wenn wir Sachen bezahlen,
- die wir uns im Laden aussuchen. Diese Regeln sind wichtig für das Zusammenleben in der Gesellschaft.
- Damit der Umgang miteinander angenehm ist, gibt es das gute Benehmen. Dazu gehören Dinge wie Tür aufhalten,
- "Hallo" sagen, nicht mit vollem Mund sprechen oder hilfsbereit sein und anderen Menschen helfen.
- Ich checke heute, was man unter Etikette versteht und wie wir uns bei einem feinen Abendessen richtig verhalten.
- Dafür treffe ich Benimm-Expertin Betül und eine Gruppe von Kindern an einer edlen Tafel.
- Außerdem finde ich raus, wie sich die Regeln für unser Zusammenleben im Lauf der Zeit verändert haben
- und welche Regeln heute für uns alle gelten. Und dann lerne ich noch Maximilian kennen.
- Er hat sich jahrelang nicht an Regeln gehalten und musste deshalb sogar ins Gefängnis.
- Er erzählt mir, wie er es wieder raus geschafft hat und wie sein Leben jetzt aussieht.
- Laut Checker-Regeln kommt jetzt: Und jetzt die Checkerfragen.
- Ich meine natürlich: Ich bitte höflichst um die Checkerfragen. Vielen herzlichen Dank.
- Das checke ich für euch mit der allergrößten Freude. Mist, Leute. Ich bin viel zu spät dran.
- Ich bin seit fünf Minuten mit der Benimm-Expertin Betül verabredet, aber ich hab mich verlaufen und bestimmt wartet sie schon lange.
- Ah, so etwas Blödes. Es tut mir so leid.
- Ich bin, ich habe mich verlaufen, ich habe dich nicht gleich gefunden. Und ich bin zu spät, sorry.
- Weil du dich entschuldigst, ist es nicht schlimm, weil du zeigst, hey, das war nicht mein Verschulden.
- Ich habe alles gegeben, aber es ist schiefgelaufen. Wenn man zu spät kommt, dann ist es unhöflich?
- Also schlimm wäre es, wenn du sagen würdest, es kam etwas Spannendes im Fernsehen.
- Weil damit sage ich indirekt, du bist mir nicht so wichtig. Vielen Dank, dass du mir verzeihst.
- Ich hab bei dem Chaos vergessen, mich vorzustellen. Hallo, Betül. - Hallo, Tobi.
- Normal würde man sich zur Begrüßung die Hand geben. Wegen Corona desinfizieren wir die.
- Dann bin ich gespannt, wie der perfekte Händedruck aussieht. Normal würde ich zu dir kommen
- und sagen, hallo Betül, Tobi. Freut mich. Hallo Tobi. Freut mich genauso.
- Wie war das? Gut, du hast auch einen schönen Händedruck.
- Meine Mama hat mir beigebracht, beim Handgeben ist das Wichtigste, guck den anderen an, guck nicht auf den Boden.
- Was ich unangenehm finde, ist, wenn ich die Hand gebe, und das ist ... Wir nennen das der tote Fisch in meiner Hand.
- Wenn kein Druck da ist und manchmal ist die Hand feucht oder nass vom Schweiß.
- Dann fühlt sich das an wie ein toter Fisch. Das mögen wir alle nicht.
- Nee, ich will keinen toten Fisch in der Hand haben. Was mir jetzt erst auffällt, da ist ein schönes Schloss.
- Wer hat da gewohnt? Adlige.
- Für die war bestimmt wichtig, dass sie sich an Benimmregeln halten? Je adliger jemand war, je mehr er sich in diesen Kreisen bewegt hat,
- desto mehr musste er sich strikt an solche Etikette-Regeln halten. Jetzt hast du Etikette gesagt, das ist auch eine Checkerfrage.
- Etikette ist das Wort für Benehmen. Also, wie wir uns zu verhalten haben in der Gesellschaft.
- Dieser Begriff hat eine Geschichte, die reicht fast 400 Jahre zurück in Zeiten von Ludwig XIV.,
- das war der französische König. Etikette ist auch ein französisches Wort.
- Er hat festgestellt, dass man sich in seinem Schloss nicht so verhält,
- wie er sich das vorstellt. Dann hat er den Begriff Etikette erfunden.
- Er ließ auf Schilder Benimmregeln schreiben, wie sich die Menschen in seinem Umfeld zu verhalten haben.
- Die Etiketten wurden sogar an den Menschen angebracht. Da stand drauf, welchen Rang dieser Mensch hat.
- Je höher der Rang war, desto näher durften sie an den König ran. Es ging so weit, dass selbst bei seinem Toilettengang
- die Menschen alles dafür getan haben, dabei zu sein. Nicht dein Ernst.
- Das kann man sich heute nicht mehr vorstellen. Der König ist aufs Klo gegangen,
- hat sein vielleicht großes Geschäft verrichtet, und da wollten die Leute dabei sein.
- Sie haben sich extra gut benommen, damit sie das durften. Mir dünkt, ich muss mich entleeren. Gefolge, zeigt mir eure Etiketten.
- Er folge mir, aber hurtig. Vor 400 Jahren war es das Ziel, ihm beim "Geschäft" zuzuschauen.
- Heute ist das unhöflich und man schließt die Türen ab. Wie sich die Benimmregeln im Laufe der Jahre verändert haben,
- gucken wir uns jetzt an. Vor mehr als 200 Jahren
- hat dieser Mann ein ganz wichtiges Benimmbuch geschrieben, nämlich Adolph Freiherr von Knigge.
- Er war auch Adliger, wollte das aber eigentlich nicht sein. Er hat die alleinherrschenden Adligen verachtet.
- Knigge wollte mit seinem Buch die Bürger darüber aufklären, dass sie von den Adligen unterdrückt werden.
- Ein Bauer z.B. hatte damals überhaupt nichts zu sagen. Wenn die Bauern wüssten, wie man sich am Hofe zu benehmen hat,
- würden sie mehr Gehör bei den Herrschern finden, sich von ihnen befreien und eine bessere Gesellschaft bilden können.
- Viele der Grundsätze, die Knigge aufgeschrieben hat, gelten heute noch.
- Z.B., dass es höflicher ist, sich zurückhaltend und ruhig zu verhalten als polternd und laut.
- Oder dass man sich nicht ungefragt in Angelegenheiten anderer einmischen sollte.
- In Knigges Buch steht auch, dass Erwachsene Kinder ernst nehmen müssen.
- Das finde ich sehr gut. Auch beim Kommunizieren sind Benimmregeln wichtig.
- Z.B. sollte man während eines Gesprächs nicht die ganze Zeit aufs Handy starren,
- sondern dem Gegenüber in die Augen gucken, zuhören und nicht unterbrechen.
- Stimmt, sorry. Etikette nennt man die Benimmregeln, die früher bei den Adligen galten.
- Heute steht Etikette immer noch für gute Manieren. Und jetzt eine Frage an euch:
- Checkt mal, ob ihr die Antwort in der Sendung entdeckt. Die Lösung gibt es zum Schluss.
- Betül nimmt mich mit ins alte Schlossgemäuer. Dort bekomme ich einen kleinen Essens-Benimmkurs.
- Das trifft sich ganz gut. Ich habe einen leeren Magen.
- Wow, das ist ein toller Raum, das ist wie bei den Rittern. Ich nehme an, es geht um Tischmanieren.
- Ich soll den Tisch decken. Gerne.
- Also die Teller sind einfach, aber hoffentlich kriege ich das mit dem Besteck hin.
- Ich probier's einfach. Bitte sehr.
- Ja, das ist fast richtig. Bei dir sind alle Besteckteile auf der rechten Seite.
- Die Gabel kommt aber auf die linke Seite. Eine Sache sehe ich auch noch: Hier der kleine Löffel.
- Wenn das ein kleines Auto wäre, das in die Garage fahren würde, würde sie so ankommen, auf dem Kopf stehend.
- Deshalb kann man sich das gut merken, so herumgedreht ist der Dessertlöffel perfekt.
- Denn jetzt, wenn er in die Garage fahren würde, genauso wie der Suppenlöffel korrekt platziert sein.
- Das gefällt mir gut, das Bild. Okay, noch schnell die Tafel fertig decken.
- und dann kann es losgehen. Betül, was meinst du? Das sieht doch super aus.
- Blendend. Eigentlich fehlen nur noch die Gäste,
- die könnte ich uns herschnippen, wenn du willst. Kannst du das?
- Klar, bist du bereit? - Ja. Da seid ihr schon.
- Hallo, alle. Meine Gäste sind Anna, Gentian, Letizia, Frederik, Greta und Aurel.
- Jetzt sitzen die hier einfach so. Muss man beim Hinsetzen schon was beachten?
- Wenn ihr mal drauf achtet, eine Handbreit weg vom Tisch zu sitzen. Ich sage immer,
- schaut, dass eine Katze auf eurem Schoss Platz hätte und eine Maus hinten durchhuschen könnte.
- Also nicht ganz hinten anlehnen, immer einen kleinen Spalt. Genau, so nah den Stuhl ran rücken.
- Und jetzt kommt der ultimative Aufrecht-Sitzen-Test. Das Buch darf auf keinen Fall runterfallen.
- So soll ich das balancieren? - Exakt. So soll ich sitzen bleiben, während ich esse?
- Ich möchte das bei dir ausprobieren. Kopf gerade. Könnt ihr auch mal zu Hause ausprobieren.
- Boah, mir kommt das alles ganz schön steif vor. Aber immerhin kommt der erste Gang.
- Die Servietten auf den Schoß und dann geht es los. Es gibt Flädlesuppe.
- Jetzt dran denken, schön aufrecht zu sitzen. Gerade bei der Suppe finde ich das nicht so leicht.
- Jetzt ist was Spannendes passiert. Dir ist ein Flädle auf die Tischdecke gefallen.
- (Leise) Ich fand das nicht spannend. Ich finde das saupeinlich. Das ist nicht peinlich, das passiert überall.
- Es ist auch gut, dass ihr wisst, wie ihr damit umgeht. Erst der Löffel.
- Was machen wir? Nehmen wir es mit der Hand und essen es? Ich könnte es mit dem Löffel vom Tisch aufheben.
- Dann ist es nicht mit der Hand angefasst. Meint ihr, es ist die Lösung?
- Es ist voll einfach. Ihr ignoriert es. Was?
- Wenn euch was vom Teller wegrutscht und ihr wolltet das nicht, einfach so tun, als wäre das nicht passiert.
- Das finde ich eine sehr gute Regel. Es ist Zeit für den Hauptgang. Es gibt Spaghetti mit Tomatensoße.
- Die sollen wir, wie die Leute in Italien, nur mit der Gabel, ohne Löffel essen, mit einer Hand aufrollen und immer nur so viel,
- wie man in den Mund bekommt. Ist das zu viel?
- Ich sehe das als große Menge. Wie groß ist dein Mund?
- Da passt das rein. Das geht für dich.
- Und denke an die aufrechte Haltung. Was es alles zu beachten gibt!
- Es sind viele Regeln. An was man da alles denken muss!
- Was ist, wenn man was davon vergisst? Das ist nicht schlimm.
- Du kannst, wenn du deine Wertschätzung zeigst, auch was falsch machen.
- Dann hast du Sympathien, weil du die Bemühung zeigst. Man muss sich nicht immer an alle Regeln halten?
- Richtig. Was haltet ihr davon, wenn wir die Regeln sein lassen
- und uns entspannen? Oh ja.
- Sich manchmal nicht an die Regeln zu halten macht auf jeden Fall großen Spaß.
- Servietten-Schlacht! Aber wenn das allen so viel Spaß macht,
- wozu brauchen wir dann Regeln? Checkerfrage:
- Ganz schönes Chaos gerade, ne? Stellt euch vor, jeder würde immer machen,
- was er oder sie gerade will. Das klingt vielleicht verlockend.
- Aber wäre das so gut? Wurde auch Zeit.
- Na, wie fandet ihr das? Wahrscheinlich nicht so cool, ne?
- Mein lautes Kaugummikauen war richtig nervig. Und dann war ich echt unhöflich,
- als mir jemand netterweise ein Glas Wasser angeboten hat. Ich wette, wenn ich mich immer so benehmen würde,
- würde mein Team mich bald ätzend finden. Das will ich nicht. Ihr seht, ein paar Benimmregeln sind wichtig,
- damit das Zusammenleben gut funktionieren kann. Es gibt immer Ausnahmen, das haben wir vorhin gesehen.
- Es kann Spaß machen, alle Regeln über Bord zu werfen. Aber das geht nur dann, wenn alle damit einverstanden sind.
- Es gibt auch Regeln, da gibt es keine Ausnahme. Das sind die Gesetze, die Regeln, die der Staat bestimmt.
- Wer gegen ein Gesetz verstößt, der kriegt dafür auch eine Strafe. Das kann z.B. eine Geldstrafe sein oder sogar eine Gefängnisstrafe.
- Nehmen wir an, jemand geht in den Laden und klaut etwas. Dann steht in diesem Buch festgeschrieben,
- welche Strafe es dafür gibt. Das ist das Strafgesetzbuch oder kurz StGB.
- Stellt euch vor, es würde keine solchen Regeln geben. Keiner würde bestimmen, jeder könnte machen, was er will.
- Und es würde keine Strafen geben. So was nennt man Anarchie.
- Das kommt aus dem Altgriechischen und heißt so viel wie "ohne Herrscher".
- Das Problem ist: Es würde ziemlich sicher Chaos ausbrechen. Irgendwann würden sich die Stärksten durchsetzen
- und die Schwächsten wären ohne Schutz. Damit das nicht passiert, weil das wäre unfair,
- brauchen wir gewisse Regeln, die unser Zusammenleben regeln. Regeln brauchen wir, damit unser Zusammenleben funktioniert.
- Ohne Regeln würden schnell Gerechtigkeit und Schutz in der Gesellschaft fehlen.
- Weiter geht's in Nürnberg. So, ich bin mit Maximilian verabredet.
- Er hat sich früher oft nicht an Regeln und Gesetze gehalten. Das ging so weit, dass er dafür sogar ins Gefängnis musste.
- Ich möchte mit ihm darüber reden, wie das für ihn war und wie er heute zu Regeln und Gesetzen steht.
- Da ist er auch schon. Maximilian.
- Weil er immer wieder Regeln gebrochen hatte, musste er insgesamt zehn Jahre im Gefängnis verbringen.
- Jetzt muss ich dir was zeigen. Das ist das Gefängnis in Nürnberg.
- Da vorne ist der Jugendarrest, in dem ich das erste Mal in meinem Leben hinter Gittern saß.
- Wie alt warst du da? - 15 Jahre. 15, also ein Jugendlicher.
- Ein Jugendlicher, ich finde, fast noch ein Kind. Das alles, weil du dich nicht an Regeln gehalten hast.
- Ich wollte mich nicht an Regeln halten. Kannst du erzählen, wie du früher drauf warst?
- Dass es so weit ging, dass du hinter Gitter musstest. Ich habe früh angefangen, mit 12, 13 zu klauen
- Schlägereien zu haben und bin mit Leuten rumgehangen, mit denen man nicht rumhängen soll.
- Die Konsequenz, das war das Gefängnis. Wieso war dir das wichtig, gegen Regeln zu verstoßen?
- Ich glaube, dafür gibt es verschiedene Gründe. Einer war, ich wollte immer Aufmerksamkeit.
- Ich wollte mehr Aufmerksamkeit, als ich bekam. Ich sitze den ganzen Tag brav in der Schule,
- da gab mir damals keiner ein Lob, das haben die Lehrer gar nicht bemerkt.
- Wenn ich jemanden vom Stuhl geschubst habe, hat der Lehrer mich angeschrien, ich bin zum Rektor geschickt worden
- und meine Eltern sind angerufen worden. Je schlechter ich mich benahm,
- desto mehr Aufmerksamkeit habe ich erhalten. Das war ein großes Problem.
- Was noch ist, ich hatte einen Freundeskreis, wo alle so waren. Ich wollte denen gefallen, mitmachen und dabei sein.
- Würdest du sagen, dass eine Gefängnisstrafe das richtige Mittel ist,
- um Leute dazu zu bringen, sich an Regeln und Gesetze zu halten? Das ist schwierig zu sagen.
- Auf der einen Seite finde ich, Gefängnis ist nicht die richtige Strafe, um Leuten was beizubringen.
- Aber im Gefängnis lernt man, sich an Regeln zu halten. Das lernt man dort auf jeden Fall, weil es viele Regeln gibt
- und die ständig überprüft werden. Im Gefängnis wohnt jeder Gefangene in einer Zelle,
- die von außen abgesperrt wird. Tagsüber dürfen die Gefangenen für eine Stunde auf den Hof
- oder können unter Aufsicht z.B. in den Fitnessraum. Viermal im Monat dürfen sie in diesem Raum Besuch empfangen.
- Ansonsten können die Gefangenen Briefe schreiben oder über ein Gemeinschaftstelefon telefonieren.
- Unter der Woche müssen die Gefangenen arbeiten, oder sie besuchen einen Schulunterricht.
- Das soll sie auf ihr Leben nach dem Gefängnis vorbereiten. Du bis nicht mehr im Gefängnis und hast dir vorgenommen,
- dich draußen an alle Regeln und Gesetze zu halten und tust das. Fällt dir das schwer?
- Am Anfang war es noch komisch, wieder draußen zu sein. Ich habe gemerkt, wie schön das ist,
- wenn man sich an die Regeln hält und dafür nicht mehr bestraft wird, sondern im Gegenteil, sogar ein Lob bekommt,
- weil man etwas richtig macht. Was würdest du jemandem sagen, der das alles versteht,
- aber dem es manchmal mehr Spaß macht, Regeln zu brechen? Mich hat verändert, zu sehen, wie ich meiner Familie schadete.
- Deinen liebsten Menschen. Was bedeutet es für die Mutter, wenn man im Gefängnis sitzt?
- Wie ist es, wenn der kleine Bruder ohne einen aufwächst, weil man fürs ständige Gegen-Regeln- Verstoßen bestraft wird?
- Wie es für die anderen, wenn man jemand ist, der die Regeln bricht? Du spielst "Mensch ärgere dich nicht" mit jemandem,
- der die Regeln bricht. Das macht keinen Spaß.
- Das war etwas, was mir geholfen hat. Ich möchte nicht als jemand wahrgenommen werden,
- mit dem man nichts zu tun haben möchte. Ich möchte als ehrlicher Mensch wahrgenommen werden.
- Auch wenn das nicht immer der leichteste Weg ist, ist es der bessere Weg.
- Das war cool mit dir. Vielen Dank, dass du mir das ehrlich erzählt hast.
- Danke, dass du gefragt hast. Leute, vielleicht ist euch das schon mal passiert.
- Dass ihr euch danebenbenommen habt, weil ihr z.B. wütend wart. Vielleicht ist euch ein Schimpfwort rausgerutscht
- oder ihr habt euch gekloppt. Das geht nicht, weil wir so andere Menschen verletzen.
- Damit das nicht passiert, ist es supergut, sich abzureagieren, noch bevor wir uns danebenbenehmen.
- Z.B. indem wir uns bewegen oder all die schlechte Energie rauslassen. So, dann können wir superentspannt zur letzten Checkerfrage kommen.
- Mittlerweile finden große Teile unseres Zusammenlebens auch im Internet statt.
- Auch dort gibt es Benimmregeln, an die man sich halten sollte. Wie im echten Leben auch sind das Höflichkeit und Respekt.
- Es gibt sogar ein Wort dafür. Das heißt:
- Das setzt sich zusammen aus dem englischen Wort Net. Das heißt übersetzt so viel wie Netz und steht fürs Internet.
- Und Etiquette. Netiquette meint also Benimmregeln im Internet.
- Wenn wir digital, also übers Internet, kommunizieren, dann findet das weitgehend anonym, also unpersönlich, statt.
- Klar, weil man sich nicht gegenübersteht und einander in die Augen guckt,
- sondern nur über Handy oder Computer miteinander schreibt. Vielleicht schreibt man sogar unter einem erfundenen Namen?
- Da wird es problematisch. Wenn wir uns anonym fühlen, machen wir vielleicht Sachen,
- die wir im echten Leben nie tun würden. Was super Gemeines
- oder sogar Lügen über jemand anderen in einer Chatgruppe schreiben, z.B. in den Klassen-Chat.
- Das nennt man Cybermobbing. Für die betroffene Person kann das schlimm und verletzend sein.
- Im schlimmsten Fall gelangen diese Lügen sogar noch in andere Gruppen oder auf öffentliche Internetseiten und sind für jeden zu lesen.
- Auch für alle anderen Nachrichten, die wir im Internet posten, gilt immer die Regel erst denken, dann schreiben,
- dann am besten noch mal lesen und erst dann posten. Denn das Internet vergisst nichts.
- Eine Nachricht oder auch ein Foto sind superschnell kopiert und sind eben auch noch da,
- wenn ihr die Nachricht oder das Foto längst gelöscht habt. Im Internet sollte man sich an die Netiquette halten.
- Das sind Regeln für den digitalen Umgang miteinander. Und jetzt noch die Antwort auf die Mitmachfrage.
- Ich wollte von euch wissen: Na, habt ihr die Lösung entdeckt?
- Guckt mal. Anarchie.
- Das kommt aus dem Altgriechischen und heißt so viel wie ohne Herrscher.
- Richtig ist also Antwort A. Das war es vom Benimm-Check.
- Ich bin zum Ende der Sendung noch zum Kellner geworden. Ich werde unseren Gästen und auch dir, Betül,
- draußen den Nachtisch servieren. Es gibt Kuchen.
- Worauf muss ich achten, wenn ich ein Top-Kellner sein will? Wenn du es schaffst, unsichtbar zu werden
- und die Gäste bei ihren Unterhaltungen nicht unterbrichst, desto besser bist du als Kellner.
- Das kriege ich hin. Vielen Dank, kannst dich setzen.
- Unsichtbar sein, das ist nicht so schwer. Ich mache keine Geräusche.
- Dann steht da ein Top-Nachtisch vor den Leuten. Ich bin ein richtig unsichtbarer Kellner, das wird super.
- Alles gut, nichts passiert. Nur die Teller.
- Ich bringe euch neuen Kuchen, ja? Also, das mit dem Kellnern übe ich noch und ihr macht es mal gut.
- Bis zum nächsten Mal. Untertitelung: BR 2021