Der Benimm- und Regel-Check | Reportage für Kinder | Checker Tobi CHECKER WELT https://www.youtube.com/watch?v=X9ZojV01BP0 Transkript (automatisch erstellt) 0:00 . Untertitelung: BR 2021 0:01 * Titelsong: Checker Tobi * ♪ Achtung! Hier kommt Checker Tobi. 0:05 ♪ Das ist Tobi, Checker Tobi. Der ist cool, hey, ziemlich groovy. ♪ Der, der immer fragt. Der die Action mag. 0:12 ♪ Der, der alles wagt. Der, der niemals klagt. ♪ Das ist Tobi, Checker Tobi. Der ist cool, hey, ziemlich groovy. 0:20 ♪ Der, der ständig rennt. Der, der niemals pennt. ♪ Der auch manchmal flennt. Der tausend Leute kennt. 0:26 ♪ Das ist Tobi, Checker Tobi. Checker Tobi! Hallo, Leute, heute geht's zum ... 0:34 Das Bild ist doch total schief, oder? Mach mal gerade. Danke. 0:38 Jetzt bist du komplett unscharf, das sehe ich von hier. So ist es gut. 0:43 Also noch mal von vorn. Hallo, liebe Leute, heute geht es um ... 0:48 Was machst du da? Ich bin hier am Moderieren, du musst dich ein bisschen benehmen. 0:55 Genau darum geht's heute, um Regeln und ums Benehmen. Das mit dir üben wir noch. So geht es nicht. 1:05 Regeln begegnen uns im Alltag überall. Z.B., wenn wir nur bei Grün über die Ampel gehen 1:11 oder uns einen Fahrschein kaufen, wenn wir Bus fahren oder wenn wir Sachen bezahlen, 1:16 die wir uns im Laden aussuchen. Diese Regeln sind wichtig für das Zusammenleben in der Gesellschaft. 1:23 Damit der Umgang miteinander angenehm ist, gibt es das gute Benehmen. Dazu gehören Dinge wie Tür aufhalten, 1:30 "Hallo" sagen, nicht mit vollem Mund sprechen oder hilfsbereit sein und anderen Menschen helfen. 1:37 Ich checke heute, was man unter Etikette versteht und wie wir uns bei einem feinen Abendessen richtig verhalten. 1:44 Dafür treffe ich Benimm-Expertin Betül und eine Gruppe von Kindern an einer edlen Tafel. 1:49 Außerdem finde ich raus, wie sich die Regeln für unser Zusammenleben im Lauf der Zeit verändert haben 1:56 und welche Regeln heute für uns alle gelten. Und dann lerne ich noch Maximilian kennen. 2:01 Er hat sich jahrelang nicht an Regeln gehalten und musste deshalb sogar ins Gefängnis. 2:07 Er erzählt mir, wie er es wieder raus geschafft hat und wie sein Leben jetzt aussieht. 2:13 Laut Checker-Regeln kommt jetzt: Und jetzt die Checkerfragen. 2:19 Ich meine natürlich: Ich bitte höflichst um die Checkerfragen. Vielen herzlichen Dank. 2:38 Das checke ich für euch mit der allergrößten Freude. Mist, Leute. Ich bin viel zu spät dran. 2:45 Ich bin seit fünf Minuten mit der Benimm-Expertin Betül verabredet, aber ich hab mich verlaufen und bestimmt wartet sie schon lange. 2:54 Ah, so etwas Blödes. Es tut mir so leid. 2:58 Ich bin, ich habe mich verlaufen, ich habe dich nicht gleich gefunden. Und ich bin zu spät, sorry. 3:04 Weil du dich entschuldigst, ist es nicht schlimm, weil du zeigst, hey, das war nicht mein Verschulden. 3:11 Ich habe alles gegeben, aber es ist schiefgelaufen. Wenn man zu spät kommt, dann ist es unhöflich? 3:17 Also schlimm wäre es, wenn du sagen würdest, es kam etwas Spannendes im Fernsehen. 3:22 Weil damit sage ich indirekt, du bist mir nicht so wichtig. Vielen Dank, dass du mir verzeihst. 3:28 Ich hab bei dem Chaos vergessen, mich vorzustellen. Hallo, Betül. - Hallo, Tobi. 3:33 Normal würde man sich zur Begrüßung die Hand geben. Wegen Corona desinfizieren wir die. 3:38 Dann bin ich gespannt, wie der perfekte Händedruck aussieht. Normal würde ich zu dir kommen 3:44 und sagen, hallo Betül, Tobi. Freut mich. Hallo Tobi. Freut mich genauso. 3:48 Wie war das? Gut, du hast auch einen schönen Händedruck. 3:52 Meine Mama hat mir beigebracht, beim Handgeben ist das Wichtigste, guck den anderen an, guck nicht auf den Boden. 3:59 Was ich unangenehm finde, ist, wenn ich die Hand gebe, und das ist ... Wir nennen das der tote Fisch in meiner Hand. 4:07 Wenn kein Druck da ist und manchmal ist die Hand feucht oder nass vom Schweiß. 4:12 Dann fühlt sich das an wie ein toter Fisch. Das mögen wir alle nicht. 4:16 Nee, ich will keinen toten Fisch in der Hand haben. Was mir jetzt erst auffällt, da ist ein schönes Schloss. 4:23 Wer hat da gewohnt? Adlige. 4:26 Für die war bestimmt wichtig, dass sie sich an Benimmregeln halten? Je adliger jemand war, je mehr er sich in diesen Kreisen bewegt hat, 4:34 desto mehr musste er sich strikt an solche Etikette-Regeln halten. Jetzt hast du Etikette gesagt, das ist auch eine Checkerfrage. 4:47 Etikette ist das Wort für Benehmen. Also, wie wir uns zu verhalten haben in der Gesellschaft. 4:53 Dieser Begriff hat eine Geschichte, die reicht fast 400 Jahre zurück in Zeiten von Ludwig XIV., 5:00 das war der französische König. Etikette ist auch ein französisches Wort. 5:05 Er hat festgestellt, dass man sich in seinem Schloss nicht so verhält, 5:10 wie er sich das vorstellt. Dann hat er den Begriff Etikette erfunden. 5:14 Er ließ auf Schilder Benimmregeln schreiben, wie sich die Menschen in seinem Umfeld zu verhalten haben. 5:21 Die Etiketten wurden sogar an den Menschen angebracht. Da stand drauf, welchen Rang dieser Mensch hat. 5:29 Je höher der Rang war, desto näher durften sie an den König ran. Es ging so weit, dass selbst bei seinem Toilettengang 5:39 die Menschen alles dafür getan haben, dabei zu sein. Nicht dein Ernst. 5:43 Das kann man sich heute nicht mehr vorstellen. Der König ist aufs Klo gegangen, 5:48 hat sein vielleicht großes Geschäft verrichtet, und da wollten die Leute dabei sein. 5:54 Sie haben sich extra gut benommen, damit sie das durften. Mir dünkt, ich muss mich entleeren. Gefolge, zeigt mir eure Etiketten. 6:03 Er folge mir, aber hurtig. Vor 400 Jahren war es das Ziel, ihm beim "Geschäft" zuzuschauen. 6:12 Heute ist das unhöflich und man schließt die Türen ab. Wie sich die Benimmregeln im Laufe der Jahre verändert haben, 6:21 gucken wir uns jetzt an. Vor mehr als 200 Jahren 6:24 hat dieser Mann ein ganz wichtiges Benimmbuch geschrieben, nämlich Adolph Freiherr von Knigge. 6:30 Er war auch Adliger, wollte das aber eigentlich nicht sein. Er hat die alleinherrschenden Adligen verachtet. 6:45 Knigge wollte mit seinem Buch die Bürger darüber aufklären, dass sie von den Adligen unterdrückt werden. 6:52 Ein Bauer z.B. hatte damals überhaupt nichts zu sagen. Wenn die Bauern wüssten, wie man sich am Hofe zu benehmen hat, 7:00 würden sie mehr Gehör bei den Herrschern finden, sich von ihnen befreien und eine bessere Gesellschaft bilden können. 7:07 Viele der Grundsätze, die Knigge aufgeschrieben hat, gelten heute noch. 7:12 Z.B., dass es höflicher ist, sich zurückhaltend und ruhig zu verhalten als polternd und laut. 7:18 Oder dass man sich nicht ungefragt in Angelegenheiten anderer einmischen sollte. 7:23 In Knigges Buch steht auch, dass Erwachsene Kinder ernst nehmen müssen. 7:28 Das finde ich sehr gut. Auch beim Kommunizieren sind Benimmregeln wichtig. 7:33 Z.B. sollte man während eines Gesprächs nicht die ganze Zeit aufs Handy starren, 7:38 sondern dem Gegenüber in die Augen gucken, zuhören und nicht unterbrechen. 7:43 Stimmt, sorry. Etikette nennt man die Benimmregeln, die früher bei den Adligen galten. 7:49 Heute steht Etikette immer noch für gute Manieren. Und jetzt eine Frage an euch: 8:06 Checkt mal, ob ihr die Antwort in der Sendung entdeckt. Die Lösung gibt es zum Schluss. 8:12 Betül nimmt mich mit ins alte Schlossgemäuer. Dort bekomme ich einen kleinen Essens-Benimmkurs. 8:18 Das trifft sich ganz gut. Ich habe einen leeren Magen. 8:24 Wow, das ist ein toller Raum, das ist wie bei den Rittern. Ich nehme an, es geht um Tischmanieren. 8:30 Ich soll den Tisch decken. Gerne. 8:33 Also die Teller sind einfach, aber hoffentlich kriege ich das mit dem Besteck hin. 8:38 Ich probier's einfach. Bitte sehr. 8:50 Ja, das ist fast richtig. Bei dir sind alle Besteckteile auf der rechten Seite. 8:56 Die Gabel kommt aber auf die linke Seite. Eine Sache sehe ich auch noch: Hier der kleine Löffel. 9:03 Wenn das ein kleines Auto wäre, das in die Garage fahren würde, würde sie so ankommen, auf dem Kopf stehend. 9:11 Deshalb kann man sich das gut merken, so herumgedreht ist der Dessertlöffel perfekt. 9:16 Denn jetzt, wenn er in die Garage fahren würde, genauso wie der Suppenlöffel korrekt platziert sein. 9:23 Das gefällt mir gut, das Bild. Okay, noch schnell die Tafel fertig decken. 9:28 und dann kann es losgehen. Betül, was meinst du? Das sieht doch super aus. 9:35 Blendend. Eigentlich fehlen nur noch die Gäste, 9:39 die könnte ich uns herschnippen, wenn du willst. Kannst du das? 9:44 Klar, bist du bereit? - Ja. Da seid ihr schon. 9:47 Hallo, alle. Meine Gäste sind Anna, Gentian, Letizia, Frederik, Greta und Aurel. 9:58 Jetzt sitzen die hier einfach so. Muss man beim Hinsetzen schon was beachten? 10:03 Wenn ihr mal drauf achtet, eine Handbreit weg vom Tisch zu sitzen. Ich sage immer, 10:09 schaut, dass eine Katze auf eurem Schoss Platz hätte und eine Maus hinten durchhuschen könnte. 10:14 Also nicht ganz hinten anlehnen, immer einen kleinen Spalt. Genau, so nah den Stuhl ran rücken. 10:21 Und jetzt kommt der ultimative Aufrecht-Sitzen-Test. Das Buch darf auf keinen Fall runterfallen. 10:27 So soll ich das balancieren? - Exakt. So soll ich sitzen bleiben, während ich esse? 10:33 Ich möchte das bei dir ausprobieren. Kopf gerade. Könnt ihr auch mal zu Hause ausprobieren. 10:40 Boah, mir kommt das alles ganz schön steif vor. Aber immerhin kommt der erste Gang. 10:47 Die Servietten auf den Schoß und dann geht es los. Es gibt Flädlesuppe. 10:51 Jetzt dran denken, schön aufrecht zu sitzen. Gerade bei der Suppe finde ich das nicht so leicht. 11:00 Jetzt ist was Spannendes passiert. Dir ist ein Flädle auf die Tischdecke gefallen. 11:06 (Leise) Ich fand das nicht spannend. Ich finde das saupeinlich. Das ist nicht peinlich, das passiert überall. 11:14 Es ist auch gut, dass ihr wisst, wie ihr damit umgeht. Erst der Löffel. 11:18 Was machen wir? Nehmen wir es mit der Hand und essen es? Ich könnte es mit dem Löffel vom Tisch aufheben. 11:26 Dann ist es nicht mit der Hand angefasst. Meint ihr, es ist die Lösung? 11:31 Es ist voll einfach. Ihr ignoriert es. Was? 11:35 Wenn euch was vom Teller wegrutscht und ihr wolltet das nicht, einfach so tun, als wäre das nicht passiert. 11:42 Das finde ich eine sehr gute Regel. Es ist Zeit für den Hauptgang. Es gibt Spaghetti mit Tomatensoße. 11:49 Die sollen wir, wie die Leute in Italien, nur mit der Gabel, ohne Löffel essen, mit einer Hand aufrollen und immer nur so viel, 11:56 wie man in den Mund bekommt. Ist das zu viel? 11:59 Ich sehe das als große Menge. Wie groß ist dein Mund? 12:03 Da passt das rein. Das geht für dich. 12:08 Und denke an die aufrechte Haltung. Was es alles zu beachten gibt! 12:14 Es sind viele Regeln. An was man da alles denken muss! 12:18 Was ist, wenn man was davon vergisst? Das ist nicht schlimm. 12:23 Du kannst, wenn du deine Wertschätzung zeigst, auch was falsch machen. 12:27 Dann hast du Sympathien, weil du die Bemühung zeigst. Man muss sich nicht immer an alle Regeln halten? 12:34 Richtig. Was haltet ihr davon, wenn wir die Regeln sein lassen 12:39 und uns entspannen? Oh ja. 12:45 Sich manchmal nicht an die Regeln zu halten macht auf jeden Fall großen Spaß. 12:51 Servietten-Schlacht! Aber wenn das allen so viel Spaß macht, 12:57 wozu brauchen wir dann Regeln? Checkerfrage: 13:05 Ganz schönes Chaos gerade, ne? Stellt euch vor, jeder würde immer machen, 13:11 was er oder sie gerade will. Das klingt vielleicht verlockend. 13:16 Aber wäre das so gut? Wurde auch Zeit. 13:28 Na, wie fandet ihr das? Wahrscheinlich nicht so cool, ne? 13:33 Mein lautes Kaugummikauen war richtig nervig. Und dann war ich echt unhöflich, 13:39 als mir jemand netterweise ein Glas Wasser angeboten hat. Ich wette, wenn ich mich immer so benehmen würde, 13:46 würde mein Team mich bald ätzend finden. Das will ich nicht. Ihr seht, ein paar Benimmregeln sind wichtig, 13:54 damit das Zusammenleben gut funktionieren kann. Es gibt immer Ausnahmen, das haben wir vorhin gesehen. 14:01 Es kann Spaß machen, alle Regeln über Bord zu werfen. Aber das geht nur dann, wenn alle damit einverstanden sind. 14:08 Es gibt auch Regeln, da gibt es keine Ausnahme. Das sind die Gesetze, die Regeln, die der Staat bestimmt. 14:16 Wer gegen ein Gesetz verstößt, der kriegt dafür auch eine Strafe. Das kann z.B. eine Geldstrafe sein oder sogar eine Gefängnisstrafe. 14:24 Nehmen wir an, jemand geht in den Laden und klaut etwas. Dann steht in diesem Buch festgeschrieben, 14:31 welche Strafe es dafür gibt. Das ist das Strafgesetzbuch oder kurz StGB. 14:38 Stellt euch vor, es würde keine solchen Regeln geben. Keiner würde bestimmen, jeder könnte machen, was er will. 14:46 Und es würde keine Strafen geben. So was nennt man Anarchie. 14:51 Das kommt aus dem Altgriechischen und heißt so viel wie "ohne Herrscher". 14:55 Das Problem ist: Es würde ziemlich sicher Chaos ausbrechen. Irgendwann würden sich die Stärksten durchsetzen 15:02 und die Schwächsten wären ohne Schutz. Damit das nicht passiert, weil das wäre unfair, 15:08 brauchen wir gewisse Regeln, die unser Zusammenleben regeln. Regeln brauchen wir, damit unser Zusammenleben funktioniert. 15:18 Ohne Regeln würden schnell Gerechtigkeit und Schutz in der Gesellschaft fehlen. 15:23 Weiter geht's in Nürnberg. So, ich bin mit Maximilian verabredet. 15:29 Er hat sich früher oft nicht an Regeln und Gesetze gehalten. Das ging so weit, dass er dafür sogar ins Gefängnis musste. 15:36 Ich möchte mit ihm darüber reden, wie das für ihn war und wie er heute zu Regeln und Gesetzen steht. 15:42 Da ist er auch schon. Maximilian. 15:45 Weil er immer wieder Regeln gebrochen hatte, musste er insgesamt zehn Jahre im Gefängnis verbringen. 15:51 Jetzt muss ich dir was zeigen. Das ist das Gefängnis in Nürnberg. 15:56 Da vorne ist der Jugendarrest, in dem ich das erste Mal in meinem Leben hinter Gittern saß. 16:02 Wie alt warst du da? - 15 Jahre. 15, also ein Jugendlicher. 16:06 Ein Jugendlicher, ich finde, fast noch ein Kind. Das alles, weil du dich nicht an Regeln gehalten hast. 16:13 Ich wollte mich nicht an Regeln halten. Kannst du erzählen, wie du früher drauf warst? 16:18 Dass es so weit ging, dass du hinter Gitter musstest. Ich habe früh angefangen, mit 12, 13 zu klauen 16:24 Schlägereien zu haben und bin mit Leuten rumgehangen, mit denen man nicht rumhängen soll. 16:30 Die Konsequenz, das war das Gefängnis. Wieso war dir das wichtig, gegen Regeln zu verstoßen? 16:36 Ich glaube, dafür gibt es verschiedene Gründe. Einer war, ich wollte immer Aufmerksamkeit. 16:41 Ich wollte mehr Aufmerksamkeit, als ich bekam. Ich sitze den ganzen Tag brav in der Schule, 16:47 da gab mir damals keiner ein Lob, das haben die Lehrer gar nicht bemerkt. 16:52 Wenn ich jemanden vom Stuhl geschubst habe, hat der Lehrer mich angeschrien, ich bin zum Rektor geschickt worden 16:59 und meine Eltern sind angerufen worden. Je schlechter ich mich benahm, 17:03 desto mehr Aufmerksamkeit habe ich erhalten. Das war ein großes Problem. 17:08 Was noch ist, ich hatte einen Freundeskreis, wo alle so waren. Ich wollte denen gefallen, mitmachen und dabei sein. 17:15 Würdest du sagen, dass eine Gefängnisstrafe das richtige Mittel ist, 17:19 um Leute dazu zu bringen, sich an Regeln und Gesetze zu halten? Das ist schwierig zu sagen. 17:25 Auf der einen Seite finde ich, Gefängnis ist nicht die richtige Strafe, um Leuten was beizubringen. 17:31 Aber im Gefängnis lernt man, sich an Regeln zu halten. Das lernt man dort auf jeden Fall, weil es viele Regeln gibt 17:38 und die ständig überprüft werden. Im Gefängnis wohnt jeder Gefangene in einer Zelle, 17:44 die von außen abgesperrt wird. Tagsüber dürfen die Gefangenen für eine Stunde auf den Hof 17:49 oder können unter Aufsicht z.B. in den Fitnessraum. Viermal im Monat dürfen sie in diesem Raum Besuch empfangen. 17:56 Ansonsten können die Gefangenen Briefe schreiben oder über ein Gemeinschaftstelefon telefonieren. 18:03 Unter der Woche müssen die Gefangenen arbeiten, oder sie besuchen einen Schulunterricht. 18:08 Das soll sie auf ihr Leben nach dem Gefängnis vorbereiten. Du bis nicht mehr im Gefängnis und hast dir vorgenommen, 18:16 dich draußen an alle Regeln und Gesetze zu halten und tust das. Fällt dir das schwer? 18:22 Am Anfang war es noch komisch, wieder draußen zu sein. Ich habe gemerkt, wie schön das ist, 18:27 wenn man sich an die Regeln hält und dafür nicht mehr bestraft wird, sondern im Gegenteil, sogar ein Lob bekommt, 18:34 weil man etwas richtig macht. Was würdest du jemandem sagen, der das alles versteht, 18:40 aber dem es manchmal mehr Spaß macht, Regeln zu brechen? Mich hat verändert, zu sehen, wie ich meiner Familie schadete. 18:48 Deinen liebsten Menschen. Was bedeutet es für die Mutter, wenn man im Gefängnis sitzt? 18:53 Wie ist es, wenn der kleine Bruder ohne einen aufwächst, weil man fürs ständige Gegen-Regeln- Verstoßen bestraft wird? 19:00 Wie es für die anderen, wenn man jemand ist, der die Regeln bricht? Du spielst "Mensch ärgere dich nicht" mit jemandem, 19:09 der die Regeln bricht. Das macht keinen Spaß. 19:12 Das war etwas, was mir geholfen hat. Ich möchte nicht als jemand wahrgenommen werden, 19:18 mit dem man nichts zu tun haben möchte. Ich möchte als ehrlicher Mensch wahrgenommen werden. 19:23 Auch wenn das nicht immer der leichteste Weg ist, ist es der bessere Weg. 19:28 Das war cool mit dir. Vielen Dank, dass du mir das ehrlich erzählt hast. 19:33 Danke, dass du gefragt hast. Leute, vielleicht ist euch das schon mal passiert. 19:38 Dass ihr euch danebenbenommen habt, weil ihr z.B. wütend wart. Vielleicht ist euch ein Schimpfwort rausgerutscht 19:44 oder ihr habt euch gekloppt. Das geht nicht, weil wir so andere Menschen verletzen. 19:50 Damit das nicht passiert, ist es supergut, sich abzureagieren, noch bevor wir uns danebenbenehmen. 19:57 Z.B. indem wir uns bewegen oder all die schlechte Energie rauslassen. So, dann können wir superentspannt zur letzten Checkerfrage kommen. 20:15 Mittlerweile finden große Teile unseres Zusammenlebens auch im Internet statt. 20:20 Auch dort gibt es Benimmregeln, an die man sich halten sollte. Wie im echten Leben auch sind das Höflichkeit und Respekt. 20:28 Es gibt sogar ein Wort dafür. Das heißt: 20:33 Das setzt sich zusammen aus dem englischen Wort Net. Das heißt übersetzt so viel wie Netz und steht fürs Internet. 20:40 Und Etiquette. Netiquette meint also Benimmregeln im Internet. 20:45 Wenn wir digital, also übers Internet, kommunizieren, dann findet das weitgehend anonym, also unpersönlich, statt. 20:53 Klar, weil man sich nicht gegenübersteht und einander in die Augen guckt, 20:58 sondern nur über Handy oder Computer miteinander schreibt. Vielleicht schreibt man sogar unter einem erfundenen Namen? 21:06 Da wird es problematisch. Wenn wir uns anonym fühlen, machen wir vielleicht Sachen, 21:11 die wir im echten Leben nie tun würden. Was super Gemeines 21:15 oder sogar Lügen über jemand anderen in einer Chatgruppe schreiben, z.B. in den Klassen-Chat. 21:21 Das nennt man Cybermobbing. Für die betroffene Person kann das schlimm und verletzend sein. 21:27 Im schlimmsten Fall gelangen diese Lügen sogar noch in andere Gruppen oder auf öffentliche Internetseiten und sind für jeden zu lesen. 21:35 Auch für alle anderen Nachrichten, die wir im Internet posten, gilt immer die Regel erst denken, dann schreiben, 21:42 dann am besten noch mal lesen und erst dann posten. Denn das Internet vergisst nichts. 21:48 Eine Nachricht oder auch ein Foto sind superschnell kopiert und sind eben auch noch da, 21:53 wenn ihr die Nachricht oder das Foto längst gelöscht habt. Im Internet sollte man sich an die Netiquette halten. 22:01 Das sind Regeln für den digitalen Umgang miteinander. Und jetzt noch die Antwort auf die Mitmachfrage. 22:08 Ich wollte von euch wissen: Na, habt ihr die Lösung entdeckt? 22:21 Guckt mal. Anarchie. 22:24 Das kommt aus dem Altgriechischen und heißt so viel wie ohne Herrscher. 22:29 Richtig ist also Antwort A. Das war es vom Benimm-Check. 22:33 Ich bin zum Ende der Sendung noch zum Kellner geworden. Ich werde unseren Gästen und auch dir, Betül, 22:39 draußen den Nachtisch servieren. Es gibt Kuchen. 22:43 Worauf muss ich achten, wenn ich ein Top-Kellner sein will? Wenn du es schaffst, unsichtbar zu werden 22:49 und die Gäste bei ihren Unterhaltungen nicht unterbrichst, desto besser bist du als Kellner. 22:55 Das kriege ich hin. Vielen Dank, kannst dich setzen. 22:59 Unsichtbar sein, das ist nicht so schwer. Ich mache keine Geräusche. 23:03 Dann steht da ein Top-Nachtisch vor den Leuten. Ich bin ein richtig unsichtbarer Kellner, das wird super. 23:21 Alles gut, nichts passiert. Nur die Teller. 23:26 Ich bringe euch neuen Kuchen, ja? Also, das mit dem Kellnern übe ich noch und ihr macht es mal gut. 23:33 Bis zum nächsten Mal. Untertitelung: BR 2021