Verwitterung & Erosion: Exogene Kräfte der Erde 🌍💧 | Wasser, Wind, Denudation & Permafrost erklärt simplyscience2go https://www.youtube.com/watch?v=UVq4imxcJjg Transkript (automatisch erstellt) 0:00 Hallo und herzlich willkommen. Heute geht's um ein Thema, das im Geoabi eigentlich immer dran kommt, die exogenen Kräfte. Wir schauen uns heute 0:08 mal ganz genau an, wie diese unermüdlichen Bildhauer von außen, also Sonne, Wind, Wasser und Eis, die Oberfläche von unserem Planeten formen, 0:16 abtragen und eigentlich ständig neu gestalten. Okay, starten wir doch direkt mal mit dieser großen Frage, denn alles, was ihr 0:24 um euch herum seht, jedes Tal, jeder Berg, jede Küste, ist im Grunde das Ergebnis eines ständigen Zusammenspiels von verschiedenen Kräften. Und wir 0:34 konzentrieren uns heute voll und ganz auf die, die von außen kommen und an der Oberfläche arbeiten. Der Begriff exogene Kräfte klingt vielleicht erstmal ein 0:43 bisschen sperrig, aber das Konzept dahinter ist super logisch. Stellt sie euch einfach als die Künstler vor, die an der Erdoberfläche meißeln, während 0:52 andere Kräfte, wie wir gleich sehen werden, sozusagen den Marmorblock erstmal bereitstellen. Also hier ist die offizielle Definition, 1:00 die ihr für die Prüfung parat haben solltet. Exogene Kräfte wirken von außen auf die Erdoberfläche ein. Das griechische Wort Exo heißt ja auch 1:09 außen. Und jetzt kommt der entscheidende Punkt. Merkt euch den gut. Der Motor für fast all diese Prozesse ist die Energie der Sonne. Sie treibt den 1:17 Wasserkreislauf an, sie erzeugt Winde und sie ermöglicht überhaupt erst Leben, das ja auch Gestein zersetzen kann. Um das Ganze richtig einzuordnen, ist 1:25 dieser Vergleich hier goldwert. Denkt an die Endogenenkräfte, also die aus dem Erdinneren, Plattentektonik, Vulkanismus und so weiter. Das sind die Baumeister, 1:35 die bauen auf, die heben Gebirge empor. Und die exogenenkräfte, das sind die Bildschauer. Die kommen danach und tragen genau diese Gebirge Stück für 1:44 Stück wieder ab und machen die Landschaft flacher. Es ist ein ewiger Kreislauf von Aufbau und Abbau. So, bevor aber irgendwas abgetragen und 1:53 weggeschafft werden kann, muss das harte Gestein ja erstmal klein gemacht werden, also mürbe. Und genau dieser allererste Schritt, das ist die Verwitterung. Ganz 2:03 wichtig für die Definition und für eine saubere Abgrenzung in der Klausur, Verwitterung passiert an Ort und Stelle. Das Material bewegt sich also noch nicht 2:12 weg. Es zerfällt einfach da, wo es ist. Und wir schauen uns jetzt mal die beiden Hauptwege an, wie das passiert. Was an dieser Folie so super ist, ist der 2:21 direkte Vergleich. Schaut mal, links seht ihr die mechanische Verwitterung. Das ist pure physikalische Gewalt, die das Gestein sprengt, aber seine 2:29 chemische Zusammensetzung überhaupt nicht verändert. Rechts hingegen, da haben wir die chemische Verwitterung. Hier wird die Zusammensetzung des 2:35 Gesteins selbst angegriffen und verändert. Das klassische Beispiel ist die Kohlensäureverwitterung. Regenwasser nimmt Kohlendioxid aus der 2:42 Luft auf, wird dadurch zu einer ganz schwachen Säure und kann dann Kalkstein regelrecht auflösen. Über Jahrtaudende entstehen so ganze Höhlensysteme. 2:50 Schauen wir uns die mechanischen Prozesse mal genauer an. Also die Frostsprengung ist der absolute Klassiker in unseren breitengaden. 2:58 Wasser sickert in kleine Felsspalten, gefriert im Winter, dehnt sich dabei um etwa 9 % aus und diese Ausdehnung entwickelt eine so enorme Kraft, dass 3:07 sie den Fels förmlich sprengt. Ganz ähnlich funktioniert das mit Wurzeln, die in Risse wachsen und sie langsam aber sicher aufweiten. Oder auch die 3:15 Salzsprengung bei der Salzkristalle in trockenen Gebieten auskristallisieren und das Gestein von innen heraus zermürben. So und jetzt bitte einmal 3:23 volle Konzentration. Das hier ist ein Punkt, bei dem in Prüfungen unglaublich oft Fehler gemacht werden. Merkt euch das gut. Verwitterung ist nur das Zetzen 3:32 an Ort und Stelle. Sobald das kaputte Material dann auch abtransportiert wird, sprechen wir von Erosion. Das ist die alles entscheidende Unterscheidung. Und 3:41 damit sind wir auch schon beim nächsten großen Kapitel. Das Gestein ist jetzt also zerkleinert. Es liegt als Schutt oder Sand in der Gegend rum. Jetzt muss 3:50 es nur noch jemand abholen und genau das ist der Job der Erosion. Die Definition ist also ganz klar. Erosion ist die Kombination aus zwei Dingen: Abtragung 4:00 und Transport. Und dafür braucht es immer ein Transportmedium, sozusagen ein geologisches Taxi. Und diese Taxis, das sind die vier großen Player, die unsere 4:11 Landschaften formen. Fließendes Wasser, das Taylor gräbt, das nennt man fluviale Erosion. Der Wind, der Felsen abschleift und Sand transportiert, das ist die 4:20 eolische Erosion. Dann die Gletscher, riesige Eismassen, die als glaze U-Tä aus dem Felschaben und Moränenenlandschaften hinterlassen, wie 4:29 wir sie z.B. in Norddeutschland finden. Und nicht zu vergessen, die Schwerkraft ganz allein, auch Denation genannt. Die ist verantwortlich für Bergstürze, 4:37 Steinschlag oder Lawinen. Und dieses Bild hier zeigt das einfach perfekt. Dieser Pilzfelsen ist ein absolutes Lehrbuchbeispiel für eolische Erosion. 4:48 Der Wind, der mit feinen Sandkörnern beladen ist, wirkt wie ein Sandstrahlgebläse. Und weil er die schwereren Sandkörner 4:55 meistens nur knapp über dem Boden transportieren kann, wird der untere, oft weichere Teil des Felsens viel stärker abgeschliffen als der 5:02 widerstandsfähigere Hut oben drauf. Das ist ein super Beispiel für selektive Erosionen. Lass uns jetzt noch mal zwei dieser Kräfte, Wind und Wasser, genauer 5:12 unter die Lupe nehmen. Die sind nämlich für ganz viele Landschaftsformen verantwortlich, die ihr im Abitur wahrscheinlich erkennen und erklären 5:19 müsst. Hier sehen wir super die zwei Gesichter der Windererosionen. Links, da hat der Wind einfach alles Feine, also Sand und Staub, weggeblasen. Was übrig 5:28 bleibt, ist eine Stein oder Felswüste. Das nennt man Deflation. Und rechts sehen wir, wo all dieses Material wieder abgelagert wurde und sich zu riesigen 5:36 Sanddüen auftürmt. Das nennt man Akkumulation. Das sind also die zwei Seiten derselben Medaille. Wo an einer Stelle Material 5:44 weggetragen wird, muss es an einer anderen Stelle ja wieder ankommen. Und ganz wichtig, diese Dühnen sind nicht statisch, die wandern. Schaut euch die 5:52 Grafik genau an, das ist typischer Prüfungsstoff. Der Wind schiebt die Sandkörner die flache windzugewandte Lufseite hoch. Oben am Dühnenkam kippen 6:01 sie dann rüber und fallen auf der windabgewandten steileren Lehseite wieder runter. Und so bewegt sich die komplette Dühne langsam, aber sicher mit 6:08 dem Wind. Aber so mächtig der Wind auch sein mag, die gewaltigste formende Kraft auf unserem Planeten ist und bleibt das Wasser. Vom kleinsten Bach bis zum 6:18 riesigen Strom. Wasser gestaltet unaufhörlich unsere Welt. Dieses Schema ist ein absoluteres Muss für eure Prüfung. Ein Meander, also eine 6:27 Flusschlinge in der Außenkurve, das ist der sogenannte Prallhang, da ist die Fließgeschwindigkeit am höchsten. Das Wasser prallt dafürmlich gegen das Ufer. 6:35 Hier wird Material weggespült, also erodiert. Und in der Innenkurve, dem Gleithang, ist die Strömung ganz langsam. Da hat das Wasser keine Kraft 6:44 mehr und lagert das mitgeschleppte Material wieder ab. Und so verlagert der Fluss ständig sein eigenes Bett. Der entscheidende Punkt ist also exogene 6:52 Kräfte arbeiten auf allen Ebenen. Das fängt beim winzigen Riss im Stein an, der durch Frost aufgesprengt wird und es endet bei der Formung von gigantischen 7:01 Landschaften wie dem Grand Canyon, der ja allein durch die Kraft des Wassers über Millionen von Jahren geschaffen wurde. Und damit möchte ich euch noch 7:09 eine abschließende Frage mit auf den Weg geben. All diese Prozesse, die wir gerade besprochen haben, sind ja ein fein abgestimmtes System. Aber was 7:17 passiert, wenn der Klimawandel die Regeln ändert, wenn der Permafrost in den Gebirgen auftaut und ganze Hänge instabil werden? Wenn Dürren die 7:25 Winderosion massiv verstärken? Die exogenen Kräfte bleiben die gleichen, aber ihre Intensität und ihre Wirkung, die verändern sich gerade dramatisch. 7:34 Ein hochaktuelles Thema auch für euer Abitur. Viel Erfolg bei der Vorbereitung.