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Kernspaltung - einfach erklärt
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 34 Zeilen
- Hallo, im Zusammenhang mit Kernkraftwerken und Atombomben hast du bestimmt schon einmal den Begriff »Kernspaltung« gehört.
- Und du weißt sicherlich, dass er irgendwas mit Radioaktivität zu tun haben muss. Und damit hast du auch Recht.
- Allerdings ist die Kernspaltung etwas anderes als die radioaktiven Zerfälle der alpha-, beta- und gamma-Strahler, die ganz spontan und ohne äußere Einflüsse stattfinden.
- Für eine Kernspaltung braucht es Zwei Voraussetzungen. Erstens ein sehr schweres Element.
- Unter schweren Elementen versteht man die chemische Elemente, die im unteren Bereich des Periodensystems stehen, für eine Kernspaltung muss es sich mindestens um das Isotop Thorium-232
- und schwerer handeln. Zweitens muss es einen Auslöser der Kernspaltung geben, und zwar ein langsames, sogenanntes
- thermisches Neutron. Schauen wir uns das mal im Detail an.
- Wie wir schon aus früheren Videos wissen, bestehen Atone aus dem Atomkern und der Atomhülle. Da ja schon im Begriff Kernspaltung angedeutet wird, dass etwas im Atomkern passiert, lassen
- wir die Hülle zur besseren Übersicht einfach mal weg. Der Kern besteht aus den positiv geladenen Protonen und den ungeladenen Neutronen.
- Diese Kernbausteine, auch Nukleonen genannt, halten zusammen, weil sich zwischen ihnen starke anziehende Kräfte ausbilden.
- Diese anziehenden Kräfte haben allerdings nur eine sehr kurze Reichweite. Eine größere Reichweite haben die abstoßenden Kräfte, die sich zwischen den positiv geladenen
- Protonen ausbilden. Deshalb schieben sich die ungeladenen Neutronen wie Puffer zwischen die Protonen und ermöglichen
- so den Zusammenhalt des Atomkerns. Beschießt man den schweren Kern nun mit einem Neutron, so beginnt sich der Kern durch den
- Aufprall zu verformen. Dadurch geraten die Nukleonen in Unordnung.
- Protonen kommen sich zu nahe und die abstoßenden Kräfte sorgen für ein Auseinandertreiben von zwei oder mehreren Bruchstücken.
- Der schwere Kern zerfällt in zwei oder mehr mittelschwere Atomkerne. Außerdem wird Energie frei, die in Atomkraftwerken zur Stromherstellung und in Atombomben für
- grauenhafte Zerstörungen genutzt wird. Wo kommt diese Energie nun her?
- Betrachten wir einmal den schweren Atomkern Uran 235, der tatsächlich in vielen Kernkraftwerken eingesetzt wird.
- Durch den Beschuss mit dem langsamen Neutron entsteht kurzzeitig das sehr instabile Isotop Uran 236, dass unmittelbar in zwei neue Kerne zerfällt und dabei zwei oder drei Neutronen
- aussendet. Es gibt viele möglichen Spaltprodukte, in den Schulbüchern ist meistens der Zerfall
- in die beiden Kerne Barium 139 und Krypton 94 und die Aussendung von drei schnellen Neutronen genannt.
- Bleiben wir also der Übersichtlichkeit wegen einmal bei dieser Zerfallsreaktion. Untersucht man die Spaltprodukte genau, so fällt etwas interessantes aus.
- Sie wiegen nämlich ein kleines bisschen weniger als der ursprüngliche Kern, der Physiker spricht hier von einem Massendefekt.
- Statt 236,053 u wiegen sie nur 235,840 u. Das sind zwar nur ca.
- 0,09% Abweichung, doch diese stehen für eine ganze Menge freiwerdender Energie. Nach der berühmten Formel von Albert Einstein, E=m*c^2, in der E für die Energie, m für
- die verloren gegangene Masse und c für die Lichtgeschwindigkeit steht, erhält man für jeden gespaltenen Urankern eine Energiemenge von 3 * 10^-11 Joule.
- Auch das hört sich nicht viel an, rechnet man das aber auf ein Kilogramm Uran 235 hoch, so erhält man durch die Kernspaltung der enthaltenen Atome das 2,5 bis 3 millionenfache
- an Energie wie durch die Verbrennung von einem Kilogramm Steinkohle. Die ausgesendeten schnellen Neutronen können übrigens keine weitere Kernspaltung auslösen.
- Sie sind so schnell, dass sie an den Uran-235-Kernen einfach abprallen. Möchte man mit ihnen weitere Spaltungen oder sogar eine Kettenreaktion auslösen, muss
- man sie zunächst abbremsen ... und genau das passiert in Atomkraftwerken und Atombomben. Fassen wir hier zusammen: Beschießt man bestimmte schwere Atome mit langsamen Neutronen, so
- lassen sie sich spalten in zwei oder mehr Spaltprodukte. Dabei werden wiederum Neutronen und eine große Menge Energie frei.
- Die Energie stammt aus der Verringerung der Masse und lässt sich mit Einsteins berühmter Formel E = m*c^2 berechnen.
- Wie man diese Energie nun nutzen kann, um damit elektrischen Strom zu erzeugen, erkläre ich in einem weiteren Video.
- Wir sehen uns dann dort, tschüss.
Zum Nachlesen
KernspaltungDurch die Änderung der Bindungsenergie nimmt die Gesamtmasse entsprechend ab (Massendefekt). Außer den Bruchstück-Kernen (Spaltfragmenten) werden meist …
Entdeckung der KernspaltungEine Theorie der Physik der Kernspaltung lieferten Niels Bohr und John A. Wheeler noch 1939, wobei Bohr die Theorie des Zwischenkerns bereits 1936 vorgeschlagen …
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KernphysikDie Kernphysik (oder Nuklearphysik) ist der Teilbereich der Physik, der sich mit dem Aufbau und dem Verhalten von Atomkernen beschäftigt.