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Dr. Bernhard Olpen - Sexuelle Vielfalt aus Philisophischer und Theologischer Perspektive

CREW - CZV Crailsheim40:03 143 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 255 Zeilen
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  1. Danke Sarah für die freundliche Begrüßung. Ähm, ich hoffe, dass meine PowerPoint
  2. angekommen ist. Ist sie sehr schön. Ja, ich möchte jetzt mit euch in der nächsten halben Stunde ähm über dieses besonders spannende Thema sprechen, die
  3. sexuelle Vielfalt in einer globalisierten bzw. da einer polarisierten Gesellschaft und äh welche philosophischen Grundlagen eigentlich
  4. diese sexuelle Vielfalt hat. Und ich möchte es in vier in vier Schritten mit euch gemeinsam entwickeln. Das erste ist, ich möchte einmal auf nach den
  5. Gründen nach den philosophischen Gründen fragen, warum heute in unserer Gesellschaft sexuelle Vielfalt angesagt ist und Norm ist.
  6. Wie kommt denn das? Aber wer so alt ist wie ich, der muss ich manchmal die Augen reiben, weil das kann doch alles gar nicht wahr sein, ne? Das ist doch alles
  7. ganz anders gewesen. Und das ist schon dramatisch, wie schnell sich das so entwickelt hat. Woran liegt das? Wo kommt das her? Das ist erste große
  8. Frage. Das zweite ist, welche gesellschaftlichen Einflüsse hat dieses philosophische Denken? Woran kann man das ablesen? Wie
  9. hat sich das runtergebrochen in Tagespolitik und wo sind wir davon betroffen? Die dritte Frage ist, das ist die
  10. theologische Reflexion, das hinterfragen der philosophischen Grundlagen, die heute so grundlegend sind für unsere Gesellschaft. theologisch reflektiert
  11. auf dem Prüfstand gestellt, was ist unsere Antwort da drauf? Und das vierte, je nachdem wie viel Zeit wir noch haben, wäre dann auch eine kleine pastorale ähm
  12. Auseinandersetzung. Wie gehen wir denn mit diesen Dingen um? An zwei Beispielen aufgehängt. Das ist meine Reise. Seid ihr dabei? Da lass uns mal anfangen.
  13. Woher kommt eigentlich diese sexuelle Vielfalt? Was sind die philosophischen Grundlagen? Und ähm im Prinzip kann man da mal zurückgehen, bis auf die äh
  14. französische Revolution 1789. Das ist eine progressive Umwälzung des alten Europas, sowohl auf politischer Ebene, aber auch auf philosophischer
  15. Ebene. Hier bricht sich etwas Bahn, was im 18. Jahrhundert bereits schon vorgedacht wurde von den Aufklärern. Jetzt wird es in praktische Politik
  16. umgesetzt, zumindest in Frankreich. Und ähm im Laufe des 19. Jahrhunderts sickern dann diese Gedanken auch hier in Deutschland immer mehr durch und äh
  17. führen eben zu Konsequenzen im Denken des Menschen. Und wir springen einfach mal so rein und ich beginne bei bei einem Mann mit dem Namen Ludwig
  18. Feuerbach, der auch einen Bruder hat, der heißt Anselm Feuerbach, ein großer Maler, den ich sehr mag. Aber Ludwig ist ein
  19. Philosoph. Er ist eigentlich ähm gestartet als Theologiestudent, war sehr, sehr wissierig und äh ist dann von der liberalen Theologie in Berlin äh
  20. enttäuscht worden und hat irgendwie keine Antworten auf seine Fragen gefunden und hat sich dann komplett in eine andere Richtung entwickelt und hat
  21. dann 1841 bahnbrechendes Buch über das Wesen des Christentums geschrieben. Und in diesem Buch kommt er
  22. zu der bemerkenswerten Feststellung. Am Anfang schuf der Mensch Gott und er schuf ihn nach seinem Bild.
  23. Das mal so eine programmatische Ansage. Das heißt, er dreht das gesamte Konzept auf den Kopf, dreht es um und sagt: "Freunde, es gibt überhaupt gar keinen
  24. Gott. Das ist alles nur eine Einbildung. Es ist eine Fiktion, ist eine eine Fläche, eine Projektionsfläche des Menschen, um seine Sehnsüchte und
  25. Bedürfnisse abzubilden. Der Mensch, der an Gott denkt, träumt von einer besseren Welt und hofft so sehr, dass es irgendwann einmal geben
  26. wird. Es ist also ein Trostpflaster und er sagt, das ist nur ein erfundenes Trostflaster. Gott ist eigentlich nur eine Spiegelung von uns
  27. selbst, von unseren sehen Sehnsüchten, von unseren Bedürfnissen und nicht wirklich. Ich will nicht sagen ein Freund von ihm,
  28. aber ein Zeitgenosse von ihm hat das aufgegriffen. 1841 kam diese Schrift raus. Dieser Leser seiner Schriften heißt Karl Marx und im Jahre 844
  29. greift diesen Gedanken von Feuerbach auf und kommt zu diesem berühmten Satz der berühmten Aussage Religion
  30. ist nichts anderes. Sch noch mal komplett ist der Seufzer der bedrängten Kreatur,
  31. der Säufe der bedrängten Kreatur. in einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Und dann sagt er eben Religion ist das Opium des
  32. Volkes. Also es entsteht aus einer in einer herzlosen Welt entsteht das Bedürfnis des Menschen nach Wärme, nach
  33. Geborgenheit. Er denkt sich sozusagen Gott aus als Zufluchtsort und betäubt damit sein irdisches Elend. Und werde ich so ein bisschen ausgehen im 19. Jahr
  34. 100er Jahre, da spricht man, da wird ein neues Wort geboren, was 846 zum ersten Mal in der Brockhaus Enzyklopedie veröffentlicht wird als Definition. Das
  35. nennt man Pauperismus. Paarismus ist die Massenverelendung von vielen, vielen Bevölkerungsschichten, die trotz angestrengtester Arbeit nicht
  36. das mindeste Leben sich erwirtschaften können. Irgendwo in in Slams wohnen, du kannst dir nicht vorstellen, wie dies im 19. Jahrhundert in Deutschland
  37. ausgesehen hat. Deswegen dieses Opium, dieser Opium Gedanke ist Religion soll die Menschen ruhig halten und das ist auch die Lösung
  38. des Menschen, der sich gar nicht befreien kann aus seinem Elend. Jetzt ist natürlich Opium eine Droge. Drogen sind nicht gut. Gut, es gibt
  39. unterschiedliche Meinung. Unser früherer Bundesgesundheitsminister hat den Eindruck hat den Eindruck gehabt, Drogen im gewissen Maße können auch helfen.
  40. Seitdem darfst du dann joint rauchen. Vielleicht nicht hier in der Kirche, aber da draußen vor der Türe darfst du das machen. Das ist heute keine Straftat
  41. mehr. Und äh aber Karl Marx war der Meinung, nee, Drogen sind überhaupt schlecht. besser mir befreien die Leute von den Drogen, damit sie endlich mal
  42. klar sehen, der Realität ins Auge schauen und dann auch zu sich selbst finden. Deswegen diese kämpferische äh Attitüde
  43. im Sozialismus, im Kommunismus gegen die Religion, weil Religion als Opium, als Droge einen schlechten Beigeschmack hatten. Das muss weg.
  44. Noch ein bisschen später, im 19. Jahrhundert taucht Friedrich Nietzsche auf. auch eher religiös irgendwie vorgeprägt
  45. interessiert und wendet sich auch vom Christentum ab und wird einer der härtesten Kritiker des Christentums und entwickelt ein ganz neues Bild des
  46. Menschen ähm und kritisiert vor allen Dingen eben das Christentum, was seiner Meinung nach den Menschen klein macht, schwach macht. Hier wird jemand
  47. gefeiert, der ein Versager ist, der am Kreuz stirbt und die die Sünden, die uns bedrängen. Äh da werden wir klein geredet, wir werden schwach geredet. Er
  48. hat eher so in einen hellischen Menschen vor Augen. Das hat dann später Adolf Hitler gut gefallen und hat das sehr, sehr gerne aufgegriffen. Und es gibt
  49. eine ein ähm eine Geschichte, hätte ich fast gesagt, eine Auseinandersetzung mit der Welt ohne Gott, die er in einem
  50. Werk veröffentlicht, die fröhliche Wissenschaft 1883. Da entwickelt er so eine fiktive Vorstellung. wie es denn wäre, wenn sich
  51. die Welt ohne Gott noch mal neu aufstellt. Und äh dazu erfindet der eine Person, den tollen Menschen, der in die Kirche geht und den Menschen versucht
  52. einzureden, Gott ist tot, den gibt's gar nicht. Lass uns was anderes machen. Dieser tolle Mensch kommt nicht gut an, aber was er sagt, ist in unserer
  53. heutigen Zeit sozusagen erfüllt und der schließt dann diese Geschichte auch damit. Der tolle Mensch wird vertrieben. Keiner will ihn hören. Und am Ende heißt
  54. es, er ist einer Zeit, er war zu früh, ja, eine Frühgeburt. Es war noch nicht reif, diese Gedanken zu äußern und niemand hat sie aufgegriffen. Heute ist
  55. er voll durchgekommen. Und ich lese uns mal so ein bisschen was vor, was ja über diesen tollen Menschen schreibt, was er ihm in den Mund legt und eigentlich
  56. erschütternd, also zumindest für mich als Christ erschütternd, wie man so eine Perspektive entwickelt und Leute finden
  57. das auch noch gut. Wohin ist Gott? Sagt der tolle Mensch. Ich will es euch sagen. Wir haben ihn getötet. Gott ist tot.
  58. Aber wie haben wir das gemacht? Wie vermochten wir das Meer auszutrinken? Was taten wir, als wir diese Erde von ihrer Sonne losketteten?
  59. Wohin bewegen wir uns? Fort von allen Sonnen. Stürzen wir nicht fortwährend? Rückwärts, seitwärts, vorwärts, nach allen Seiten gibt es noch ein oben und
  60. unten? Irren wir nicht wie durch ein unendliches nichts? Kommt nicht immer fort die Nacht und Mehrncht? Müssen nicht Laternen am Vormittag angezündet
  61. werden? Ist nicht die Größe dieser Tat, Gott getötet zu haben, zu groß für uns? müssen wir da nicht selbst zu Göttern
  62. werden, um nur ihrer würdig zu erscheinen? Was für eine Vorstellung für einer Welt ohne Gott. Genauso ist es. Stürzen wir
  63. nicht fortwährend. Es gibt kein oben und kein unten mehr. Man muss am hellen Vormittag schon das Licht anzünden, denn keiner blickt mehr durch. Es ist
  64. irgendwie dunkel. Es ist kalt geworden, einer herzlosen Gesellschaft, wo jeder selbst die Antwort darauf geben muss, warum er lebt.
  65. Diese Gedanken haben im 20. Jahrhundert weite Rezeption gefunden. Und eine Person, möchte ich euch vorstellen, die als Mitbegründer des sogenannten
  66. Existentialismus gilt, vor allen Dingen in Frankreich sehr stark gewesen, Mitte des 20. Jahrhunderts. Der Mann heißt Jean Paul Satre und äh er sagt
  67. eigentlich folgendes: Der Mensch ist nichts anderes als wozu er sich macht. Der Mensch konstruiert sich selbst. Ich lese mal bisschen bisschen rein in
  68. eine Schrift. Ist der Existentialismus ein Humanismus? 1946, da sagt der folgendes: Der atheistische Existentialismus, für den ich stehe,
  69. erklärt, dass wenn Gott nicht existiert, der Mensch sich selbst definiert. Der Mensch ist lediglich so, wie er sich konzipiert.
  70. Der Mensch ist nichts anderes, als wozu es sich macht. Das ist der erste Grundsatz des Existentialismus. Das ist exakt die philosophische
  71. Grundlage, in der wir heute leben. Wenn es keinen Gott gibt, dann ist der Mensch sein eigener Gott, sein eigener Bildner. Wenn es keinen Sinn gibt, wenn es keinen
  72. Schöpfer gibt, dann kannst du mit deinem Leben machen, was du willst, denn es gibt keinen Sinn, es gibt kein Ziel und du kannst mit deinem Leben anfangen, was
  73. du möchtest. Und wenn du den Eindruck hast, du solltest ein anderer werden, werde ein anderer. Und ich greif schon ein bisschen vor.
  74. Ähm, machen wir noch mal eine kurze Zwischenstation. bei seiner langjährigen Lebensgefährtin Simon de Boois. Die Frau ist auch
  75. besonders bedeutsam für die philosophische Entwicklung vor allen Dingen im Feminismus des 20. Jahrhunderts und sie hat etwa zeitgleich
  76. wie Jean Paul Sat9 dann einen berühmten Satz geäußert, der so heißt: Man wird nicht als Frau geboren, man wird es oder anders gesagt, man wird dazu gemacht. Wo
  77. worauf die hinaus möchte, ist, dass Mann sein und Frau sein in jeder Kultur eine Verhandlungssache ist. Es ist eine Frage von Zuweisung,
  78. die nicht absolut ist, sondern es sind Rollenbilder, die so im Laufe der Zeit entstanden sind, kulturell und Rollenbilder kann man auch verändern.
  79. Also eigentlich geht es ihr um den Gendergedanken, es geht ja um das soziale Geschlecht, dass man einfach aufbrechen muss und dass Frauen eben
  80. immer nur Kinderküche, Kirche können, da müssen wir raus. Das ist keine geoffenbarte Wahrheit Gottes, sondern das ist eine ja Zuweisung, die sich
  81. Menschen gegenseitig gegeben haben. Und ich will daraus, sagt sie, ich fühle mich eingesperrt. Ich möchte, dass Frauen alles tun können, was Männer auch
  82. tun können. Das ist eigentlich dieser Anspruch, diese emanzipatorische Kraft, die dahinter steckt. Und ganz ehrlich gesagt, kann man auch vieles daran sehr
  83. richtig finden. Klar, natürlich sind Rollenbilder, konstruierte Bilder und können auch verändert werden. Das ist eigentlich ihr Thema. Das ist aber alles
  84. nur das soziale Geschlecht. Das heißt, was darf eine Frau, was darf ein Mann? Das ist auf einer relativ einsehbaren Ebene.
  85. Bisschen später kommen dann die sogenannten Poststrukturalisten. Ist auch eine philosophische Schule
  86. gerade in Frankreich und entwickeln diesen Gedanken der Selbstkonstruktion noch etwas weiter. Ein Vertreter heißt Michelle Fou und er sagt folgendes: "Der
  87. Mensch ist niemals absolut. Er wird in seinen diskursiven Beziehungen erst hervorgebracht. Subjekte werden durch Diskurse
  88. konstruiert. Das ist ein ähnlicher Gedanke wie bei der Simon de Bis, dass man sein eigenes, seine eigene Identität sich nicht
  89. einfach selber ausdenkt, sondern dass man Zuweisungen bekommt. Und wer ich bin, ist ein Prinzip das Produkt einer eines Gedankenaustausches, eines
  90. Diskurses. Menschen sind nicht absolut, sondern sind formbar, sind veränderbar und eigentlich das Produkt von einer Debatte, könnte man sagen. Und äh ihm
  91. geht es darum, dass man Autoritätsstrukturen zerschlägt. Er ist eigentlich ähm eigentlich ein Literaturwissenschaftler.
  92. Die Poststrukturalisten beschäftigen sich mit Literatur, mit Bedeutungen von Worten, von Grammatik und ihr Ziel ist es, diese ganze Grammatik, die
  93. Wortbedeutungen komplett neu auszudeuten und diese Definition Tag heißt Tag, weil die Sonne aufgeht. Wer hatten das eigentlich mal so
  94. festgelegt? Für mich heißt Tag jetzt einfach Fußballspiel. Es ist ja nur eine Vokabel und irgendjemand hat dieser Vokabel einen
  95. Sinn gegeben. Ich bin dafür diesen Sinn, denn mit Worten herrscht man auch, das ist die Idee, dass man durch Worte auch ähm Dominanz ausdrückt. Wir schaffen
  96. einfach ein Durcheinander, sodass niemand mehr aus seiner Position daraus sagen kann, das heißt so, denn das wäre schon wieder
  97. Bevormundung des anderen. Wo das dann endet, kann man sich selber vorstellen, da hast du nur noch ein Puzzle und keiner weiß mehr, was der andere
  98. eigentlich sagen möchte. Und das heißt, diese gegenseitige Konstruktion oder auch Dekonstruktion hat eigentlich
  99. keine Ufer. Das ist grenzenlos und das ist das, was er als befreiend letztlich sieht. Da geht es ihm auch um gesellschaftliche Strukturen.
  100. Und die letzte Person, die ich noch vorstellen möchte in dieser philosophischen Entwicklung kurz schon gestreift worden, das ist Judith Butler.
  101. Jud Butler ist eine Philosophin in USA sehr bekannt und sie hat die Gedanken von Simon de Bis und von anderen von den Poststrukturalisten vor allen Dingen
  102. aufgegriffen und jetzt nicht nur das soziale Geschlecht des Menschen versucht neu zu deuten, sondern der hat gesagt auch die Biologie, auch das biologische
  103. Geschlecht, was ja ein Faktum ist, ich werde als Mann oder ich werde als Frau geboren von ganz ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, wo auch ähm äh beide
  104. Geschlechtsmerkmaler angelegt sind, aber ist es zu vernachlässigen in der allgemeinen Debatte. Jetzt sagt sie, ob ich ein Mann oder eine Frau bin. Selbst
  105. wenn die Biologie es sagt, ist nicht normativ. Es ist auch nur miteinander verhandelt. Also, sie möchte sogar die biologische Zuschreibung überwinden und
  106. nicht nur das soziale Geschlecht ist konstruiert, sondern auch das Biologische. Die schreibt 1990 ein Buch darüber mit dem schönen Titel Gender
  107. Traubble. Auf Deutsch heißt das ziemlich harmlos das Unbehagen der Geschlechter. Da verstehst du gar nichts drunter.
  108. Gender Trouble ist letztlich auch eine Agenda, denn die Idee ist folgende, die entwickelt ein Konzept, dass jeder Mensch im Prinzip selbst bestimmen muss,
  109. welches Geschlecht er hat. Und es gibt auch nicht nur zwei, äh sondern das muss jeder Mensch sich selbst herausfinden, indem man in sich reinhört und versucht
  110. sich selbst zu finden. Und äh um das gesellschaftsfähig zu machen, muss ich Trouble erzeugen. Gender Trouble. Es bedeutet auch, sie ist aktivistisch
  111. unterwegs und sagt, um diese festgefahrenen, ja, Klischees in den Köpfen zu durchbrechen, müssen wir Unruh stiften
  112. und Dinge tun, die quasi gegen die Normen verstö verstoßen. Und letztenendes könnte man auch so ein Christopher Streetday in diese
  113. Geschichte einordnen, dass Menschen auf die Straße gehen und etwas nach draußen plakativ zum Ausdruck bringen, dass Menschen
  114. erstmal verstört, aber wenn du es ein paar mal gemacht hast, findet jeder irgendwie nicht mehr so schlimm. Und durch das Überschreiten von Grenzen
  115. verändert man auch Akzeptanz. Und das ist so ihre Idee gewesen und das hat tatsächlich dann auch äh politische Folgen gehabt. Ich komme jetzt langsam
  116. zu meinem zweiten Punkt. ähm britische Folgen gehabt, insofern, dass sich dieses Denken bis in die höchsten Ebenen unserer politischen Ebene durchgesetzt
  117. haben. Unsere vormalige Familienministerin äh Lisa Paus von den Grünen hat letztes Jahr in einem Interview auf die Frage,
  118. was ist eine Frau, die sehr deutliche Antworten gegeben, eine Frau ist eine Person, die sich selbst als Frau identifiziert.
  119. Ist das alles? Gibt es keine objektiven Maßstäbe? Nein, gibt es nicht. Denn wenn ich dieser Idee von Judith Butler folge, muss jeder selbst sagen, wer er ist. Und
  120. diese Frau hat es tatsächlich geschafft, trotz meines vehementen Protestes. Ich hab mit vielen Politikern gesprochen, da bin ich richtig politisch geworden. Sie
  121. haben nicht auf mich gehört. Das Gesetz ist durchgekommen. Am 1.1. wurde das neue Selbstbestimmungsgesetz verabschiedet, was sagt, jeder Mensch
  122. kann ab sofort jedes Jahr auf Standesamt gehen und sein Geschlecht dort neu eintragen lassen. Also dieses Jahr kannst du als Mann
  123. unterwegs sein. Wenn du denkst, nächstes Jahr, ich habe mich irgendwie geändert, kannst dich als Frau anmelden. Ist ein bisschen polemisch, aber es ist
  124. tatsächlich Gesetzeslage. Das hat die durchgesetzt. Das Schlimme dabei ist nicht, dass erwachsene Menschen sowas machen können, kann man
  125. ja akzeptieren, aber auch 14-jährige dürfen das schon gegebenfalls gegen den Willen ihrer eigenen Eltern. Das können Sie mit Gesetzesbeschluss durchdrücken.
  126. Das ist wow. Da geht es noch nicht um operative Eingriffe, geht's nur um das Namensding. Aber da hängt sehr, sehr viel dran mit
  127. Pubertätsblockern und anderen Dingen. Das ist jetzt Gesetz. Und wie arbeitet also so eine Philosophie? Wie verändert die
  128. Gesellschaft? Zwei Punkte. Das erste ist Dekonstruktion und Rekonstruktion. Das heißt, die üblichen Rollenbilder, die üblichen
  129. Verständnisse von Dingen, von Personen, von Identitäten werden auseinandergenommen, in die Einzelteile zerlegt, sodass jeder die Freiheit hat,
  130. sich selbst zusammenzupusszeln, wie er möchte. Und darin versteht man oder glaubt man einen Freiheitsgewinn für den Menschen hervorzubringen.
  131. Ich persönlich bezweifle den Freiheitsgewinn dieser Maßnahme, aber die sind davon überzeugt. Und das heuristische Mittel, um
  132. herauszubekommen, wer ich bin, ist nicht mehr die Objektivität, nicht mehr naturwissenschaftliche Wahrheiten, sondern rein mein eigenes
  133. Gefühl. Der Sitz der Wahrheit sind nicht absolute Dinge, sondern subjektive Empfindungen. Das heißt, wer du bist,
  134. ist eine Konsequenz deines Gefühlslebens. Wir predigen wahrscheinlich hier auch in Kreishealim genau das Gegenteil.
  135. Gefühle sind gute Ratgeber, aber schlechte Leiter. Hier dreht sich das Ganze um. Gefühle sind gute Ratgeber und gute Leiter. Ich
  136. sag dir eins, hör nicht auf deine Gefühle, da kommst du wer weiß wohin. Ja, sondern erstmal drüber schlafen, mach mal langsam. Und das als
  137. heuristisches Mittel, um eine Identität darauszufinden, zu postulieren, ist schon starker Tobak. Das wird gemacht, das nennt man dann Dekonstruktion. Bist
  138. du früher zum Psychiater gegangen, um es mal ein bisschen polemisch zu sagen, weil du mit deinem Identitätsding da gestragelt hast und sagst, ich weiß
  139. nicht, ob ich bin eine Frau. Hätte der Psychiater vor 100 Jahren gesagt, mein lieber Freund, du bist durcheinander.
  140. Guck dich doch mal an im Spiegel. Du weißt doch selbst, dass du ein Mann bist, ne? Ich ich verstehe deine Probleme. Ich bin dazu da, dir zu
  141. helfen. Aber meine Hilfe besteht darin, dass dich dein Innenleben, ein subjektives Innenleben an das objektive biologische,
  142. an dem objektiv biologischen entwickelt und neu findet. Also, ich finde mich selbst, indem ich mich an objektiven Maßleben orientiere. Heute
  143. würdest du beim Psychiater genau das Gegenteil hören, weil er darf auch nichts mehr sagen, denn auch Trans ja Transmenschen haben ein Recht
  144. erstritten, dass es keine Konversationstherapien mehr geben darf s, dass ein Psychotherapeut heute dir nicht mehr sagen kann, du hör mal, du
  145. bist durcheinander, lass uns mal gucken, wie das wieder zusammenkommt, sondern ihr müsst dir eigentlich sagen, folge deinem Gefühl.
  146. Wenn du das so bist, wenn du so denkst, dann mach das. Das ist die Konsequenz. Das ist jetzt ein bisschen polemisch ausgedrückt, aber
  147. ist kein Spaß. Das ist ernst, Freunde. Und das zweite ist Relativismus. Der Relativismus ist eine Einstellung, in der letztlich alles gleich gut ist. Es
  148. gibt kein oben und unten. Denk noch mal an Friedrich Nietzsche. Es gibt kein oben und unten mehr. Wir schaukeln nach links, wir schaukeln nach rechts,
  149. vorwärts, rückwärts. Es gibt überhaupt kein Halten mehr. Alles ist relativ. Und das ist letztlich die Grundlage für jegliche Ideologie. Und am Ende bleibt
  150. nur noch ein Kriterium übrig. Solange ich keinem anderen damit weh tue, kann ich machen, was ich möchte. Klingt erstmal gut,
  151. aber wenn man genauer hinschaut, hat es natürlich auch Schattenseiten. Ich gehe mal zum zweiten Schritt, die gesellschaftlichen Konsequenzen.
  152. Was hat das denn für Konsequenzen? Äh aufgrund dieser philosophischen Entwicklungen hat sich eine Bewegung entwickelt. Das nennten wir heute die
  153. LGBTQ Plus Bewegung, die eigentlich eine sehr heterogene Gruppe ist, die aus verschiedensten Gruppen zusammengesetzt sind. Da sind Schwule, da sind Lespen,
  154. da sind Transmenschen und auch viele andere noch, die eigentlich auch zum Teil gegensätzliche Interessen haben, aber die finden jetzt zusammen unter der
  155. Regenbogenflagge, um ein gemeinsames Anliegen durchzusetzen, nämlich sexuelle Vielfalt zu verankern in der Gesellschaft und
  156. da schauen sie dann nicht mehr so sehr auf das, was sie trennt. Und was ist die Konsequenz dieses permanenten politischen Einflussnehmens? sind kleine
  157. Gruppen, die auf verschiedenen Wegen versuchen in die Gesetzgebung einzugreifen. Das läuft ja nicht auf demokratischem Wege im Sinne von mir wir
  158. machen mal einen Wahlkampf dafür und lass ich mich dafür wählen. Das passiert ja nicht. Es ist eigentlich ein relativ undemokratischer Prozess, weil es nicht
  159. transparent genug ist. Du wählst eine Partei und hast ja nicht alles gelesen, denkst du, ich wähle mal diese Partei, die ist gut für Umweltschutz oder die
  160. für Familie und dann du im kleingedruckten auch noch sowas. Was hast du nicht gesehen? Und dadurch kommen da Dinge zustande.
  161. Jedes Bundesland in Deutschland hat inzwischen einen sogenannten einen sogenannten Aktionsplan LGBTQ plus Aktionsplan.
  162. Jede Landesregierung hat das. Das sind katalogeweise Maßnahmen aufgelistet, die sich die Regierung, die Landesregierung auch von Badenwürttemberg vorgenommen
  163. hat, wie man jetzt diese Vielfalt, sexuelle Vielfalt in ganz vielen praktischen einzelnen Maßnahmen umsetzt. Wie bringe ich das in die Gesellschaft
  164. rein? Ein ganz wichtiges Schlachtfeld ist natürlich die Schule und der Unterricht muss geändert werden und das passiert auch. Ich habe euch hier ein äh
  165. Buch mitgebracht vom anerkannten und renommierten Schulbuchverlag Kolnelsen Verlag. Das ist jetzt nicht irgendwie so äh ganz ganz ganz exotisch, sondern
  166. angesehener Verlag. Der hat das Buch rausgebracht Universität im Klassenzimmer und wir haben jetzt nicht die Zeit das zu lesen, aber hier wird
  167. den Kindern unseren Kindern in der Schule beigebracht. Es gibt natürlich mehr als zwei Geschlechter und das ist auch gut so. Auch hier sitzen einige von
  168. uns, die sich vielleicht gar nicht wohlfühlen in ihrem Körper und früher musstest du damit leben. Das war ein Freiheitsentzug. Gute Nachricht. Heute
  169. kannst du es ganz anders machen und das wollen wir feiern. Ich sag mal mit meinen Worten, das wird den Kinder beigebracht.
  170. Und äh um das zu untermauern wird auch fragwürdige Traditionen von irgendwelchen schamanischen Praktiken hingewiesen in in
  171. irgendwelchen Völkern da auch dann zu Hause sind. wo auch ein Geschlechtswandel angeblich stattfindet und ich denke mir, Alter Schwede, die
  172. bauen ihre Theorien im Schulbuchverlag auf irgendwelchen heidnischen, zum Teil sogar esoterischen okkulten Praktiken auf und als auch noch öffentlich und ich
  173. denke mir Mensch bleib bei der Bibel, was ist denn hier eigentlich los? Also hier findet das statt das nächste auch so kleine Sachen. Das findet manchmal in
  174. Frankfurt oder in Marburg in manchen Städten. Die Fußgängerampeln mal genau hingucken sehen jetzt anders aus, nicht überall, aber es sollte durch kleine
  175. Zeichen wird dann deutlich gemacht, nee, es gibt nicht mehr so normative Zuordnungen. Das kann auch anders sein. Sind so kleine versteckte Dinge. Das ist
  176. der Aktionsplan. H werden Dinge umgesetzt. gibt gute Literatur dazu, die könnt ihr euch noch mal in Ruhe anschauen. Die
  177. überspringe ich jetzt von in Deutschland vor allen Dingen von Christoph Rädel, der das sehr sehr gut bearbeitet hat. Aber ich muss mich natürlich ein
  178. bisschen ranhalten und mit euch auch über die theologischen äh Konsequenzen und die theologische Reflektion mal mit euch nachdenken. Die Frage, wer ist der
  179. Mensch? Könnten wir ja einfach jetzt beantworten und sagen, wir gucken einfach in die Bibel rein, oder? Und dann finden wir
  180. die Antwort. Fehlanze auch im christlichen Bereich gibt es eine Polarisierung, ein Auseinanderfallen in theologischer Reflexionsarbeit und
  181. das hat was mit dem Bibelverständnis zu tun. Ich habe euch mal zwei unterschiedige Bibelverständnisse mitgebracht, die in unserem Land
  182. durchaus von vielen Leuten geteilt werden. Das erste ist eine ähm Schrift zum Bilde Gottes geschaffen von der Landeskirche in Hessen Nassau, wo über
  183. das Thema Transgender auch gesprochen wird. Und ich lese mal kurz rein, was der Kirchenpräsident als Vorwort hier vorangestellt hat. der sagt, es
  184. gibt Menschen, die sich zwischen oder jenseits eines zweichlich definierten Lebens befinden. Nicht, weil sie sich dies so ausgesucht oder weil sie sich
  185. entschieden hätten so zu leben, sondern weil sie so sind. Das gehört zu der Vielfalt, in der Gott uns geschaffen hat.
  186. Der letzte Satz ist eigentlich das, was uns herausfordert, die Beschreibung, dass es Menschen gibt, die so empfinden. Ja, natürlich. Und wie sollten wir mit
  187. solchen Menschen umgehen? Ja, wie denn sonst? Herzlich willkommen. Hier bist du angenommen. Hier bist du geliebt, selbstverständlich. Wo denn sonst? Wenn
  188. nicht in der Kirche, wir nehmen alle Menschen an. Aber dann diese ja diese diesen Zuspruch, das ist auch gut so. Das ein Teil der Schöpfungsordnung
  189. Gottes. Das ist eine Konsequenz von einem Bibelverständnis, was wir so im BFP zumindest nicht teilen. In diesem Heftchen steht dann auch dieser
  190. interessante Satz drin. Warum verstört es uns so sehr, wenn Gott sich nicht an die von Menschen gemachten Gesetze hält? Auch so, dass wir als Männer und Frauen
  191. geboren werden, hat der Mensch so gemacht. Das ist eine theologische Schrift. Interessant, wie man zu solchen Aussagen
  192. kommt. Da bleiben wir doch lieber beim BFP und schauen in unsere Handreichung rein. Transgender und Kirche haben wir vor ein paar Jahren veröffentlicht. Da
  193. haben wir eine andere Vorgehensweise. Haben auch einen theologischen Studien dazu gemacht, Studientag dazu gemacht. Was ist der Mann? Was ist die Frau? Und
  194. ich gehe noch mal ganz kurz in das unterschiedliche Schriftverständnis rein, was hier zugrunde liegt. Einmal noch mal Hessen Nassau und einmal BFP.
  195. Der BFP sagt folgendes zum Wort Gottesverständnis. Wir lesen die Bibel als Gottes Wort in Menschenwort. Dabei orientieren wir uns
  196. nicht allein an Einzelaussagen zu konkreten Sachverhalten, sondern an der Mitte der Schrift, wie sie uns in der Person von Jesus Christus begegnet.
  197. Einzelfragen zu Lebensführung und Ethik müssen darüber hinaus immer im Gesamthorizont der allgemeinen ethischen Prinzipien der
  198. Bibel gedeutet werden. Klingt ganz gut, oder? Jetzt schauen wir mal das andere Bibelverständnis an. Die Bibel ist nicht
  199. einlinig, sondern vielstimmig. Stimmt. Es gibt ein innerbiblisches Gespräch, manchmal sogar Widerspruch. Dem könnte man sogar auch zustimmen. Was in einem
  200. bestimmten Zeitpunkt zum Leben dient, kann in einem anderen Zeitpunkt zum Leben hinderlich sein. Die Schrift führt selbst dieses Gespräch und jetzt kommt
  201. und lädt uns dazu ein, in diesen Gesprächsraum mit unseren eigenen Erfahrungen einzutreten. Was heißt es in der Konsequenz? Das was
  202. wir in der Bibel lesen ist von der Auseinandersetzung nicht mehr wert als deine Meinung oder als deine Meinung. Wir treten in ein Gespräch ein
  203. eigentlich die Bibel ist auch nicht ganz klar. Es gibt vielstimmige Ansichten. Der eine denkt so, der andere denkt so. Eine klare normative Aussage gibt's
  204. überhaupt nicht. Deswegen sind unsere Meinungen prima geeignet, die auch noch dazu zu tun. Und dann fangen wir mal an über alles nachzudenken und für uns die
  205. beste Lösung herauszufinden. Das ist ein Bibelverständnis, was es gibt in christlichen Kirchen. Es ist aber nicht unseres. Und deswegen kommt man auch zu
  206. ganz anderen Ergebnissen. Das heißt, so einfach ist das nicht. Wir gucken in die Bibel rein und deswegen überspringe ich jetzt auch die Texte, die ich hier von
  207. zur Bibel noch habe. Ähm und kommt ganz schnell zum Schluss und äh wenn ihr mir noch 2 Minuten gibt, zwei pastorale Hinweise.
  208. Also diese sexuelle Vielfalt ist Gesetz. Das ist in unserer Gesellschaft heute anerkannt. Die Frage ist aber, wie wir uns dazu verhalten sollen.
  209. Und ich habe euch eine Statistik mitgebracht in Bezug auf Homosexualität oder eine Umfrage, eine Umfrage, die 2016 unter 12000 Teilnehmern
  210. stattgefunden hat in ganz Europa übrigens. Und ähm das ist eine sehr sehr interessante äh Statistik, die wir hier lesen können. Die Frage ist, vielleicht
  211. könnt ihr es nicht lesen von hinten, wie würdest du derzeit deine sexuelle Orientierung zwischen heterosexuell 0 und homosexuell 6 beschreiben?
  212. Und das erste, was ich euch zeigen möchte, ist hier sind auf der linken Seite die Altersgehorten, auf der vertikalen die Altersgehorten
  213. aufgeführt. Ganz oben findet ihr die Altersgehorte 14 bis 29. Fällt euch auf, dass diese Altersgruppe doppelt so viele Antworten, positive
  214. Antworten darauf gibt, dass man nicht klar ist, wie also nicht klar sieht darüber, wie man sexuell orientiert ist. Das sind 16% in dieser Altersgehorte
  215. sind sich nicht ganz klar, ob sie hetero oder Homo oder irgendwas anderes sind. Ist eine relativ hohe Zahl, findet ihr nicht? Aber es fällt auf, dass schon die
  216. nächste Altersgehorte, die dann bei 30 beginnt, nur noch die Hälfte dieser Verunsicherung zeigt und die noch älteren noch ein
  217. bisschen weniger. Aber hier ist ein ganz krasser Wechsel, ganz krasser krasser Anstieg zu verzeichnen. Und das hat zwei Gründe. Das eine ist ziemlich einfach,
  218. wenn du 14 bist und wenn du dich noch erinnern kannst, bei mir ist es bisschen lange her, aber ich erinnere mich noch, dann gibt es auch so Phasen, wo du nicht
  219. so ganz genau weißt, wie du sexuell tickst. Das gehört mit zu Pubertät. Ja, da hast du schon mal manchmal so Gefühle, denkst dir, ist das jetzt noch
  220. die Richtung oder die Richtung? Von daher, dass da mehr Verunsicherung ist bei Teenagern, das ist eigentlich Naturg gegeben. Es geht aber bis 29. Irgendwann
  221. muss ich auch mal aufhören. Das heißt, es gibt noch einen zweiten Grund, warum die Zahl so hoch ist, weil eben diese gesellschaftliche Veränderung in dieser
  222. Generation jetzt erst richtig voll durchschlägt. 2016 ist ja auch schon wieder 10 Jahre her. Das heißt, die ganze Genderpolitik,
  223. die sich jetzt so auch durchgesetzt hat, gibt gibt dem Menschen, dem Zeitgenossen eine völlig andere Ausgangslage als mir. Ich bin in dem Leben darauf gekommen,
  224. darüber nachzudenken. Es war einfach klar, das ist so und das ist so und viel viel viel mehr Angebote wurden mir gar nicht gemacht. Ich hatte gar nicht die
  225. Option und heute hast du ganz viele Optionen, dann ist klar, dass man sich auch für verschiedene Optionen entscheidet. Das
  226. ist die eine Seite, die ich euch darstellen möchte. Die andere Seite sind die roten Balken und die sind relativ stabil. In allen Altersgehorten gibt es
  227. eine Gruppe von Menschen, die sagen, ich bin immer nur homosexuell empfind. Das sind etwa zweieinhalb bis 3%. Das ist auch geschichtlich gesehen immer so
  228. ungefähr die Größenordnung, mit der man rechnen muss. Diese Menschen gibt es ganz klar und ich sag doch mal, die sollten bei uns auch herzlich willkommen
  229. geheißen werden. Wir sollten ihnen beistehen, denn du glaubst ja gar nicht, was ein 14-jähriger oder ein 16-Jähriger, der homosexuell empfindet,
  230. was der alles durchwacht. Das ist das ist schlimm für die Menschen, weil sie auch merken, dass sie anders ticken als die meisten anderen.
  231. Also haben sie unsere Begleitung verdient oder das ist schon mal ganz wichtig. Aber die anderen, ne, 3% von 16, die anderen 13% sind
  232. orientierungslos und das hat was mit unserer Gesellschaft zu tun. Die wollen Orientierung, aber es gibt sie nicht mehr. Und deswegen sage ich, hier ist
  233. ein pastoraler Ansatz. Wir sollten gerade diesen sich nicht so klar orientieren können, weil sie irgendwie auch keine Anleitung haben, den sollten
  234. man das biblische Menschenbild erklären und zwar aus seorgerlichen Gründen, damit sie aus dieser Spannung herauskommen, die sie natürlich selbst
  235. durcheinander bringt. Wir können Menschen auch helfen zu sich selbst zu finden, indem wir ihnen Jesus Christus vorstellen als denjenigen, der in uns
  236. alles neu machen kann. Was dann passiert, nicht liegt nicht in unserer Hand, aber es den Menschen vorzuenthalten wäre nicht richtig. Wir
  237. sollten auch unseren Beitrag bringen in einer pluralen Gesellschaft. Wir dürfen uns den Mund nicht verbieten lassen, denn wir wollen niemanden abweisen, der
  238. anders denkt als wir. Aber wir wollen auch Menschen, die verunsichert sind, auch eine Option geben, wie sie sich mit Gottes Hilfe weiterentwickeln können,
  239. oder? Ich finde, das ist eine pastorale Frage, die mich beschäftigen. Das zweite, dazu haben wir jetzt keine Zeit mehr, das ist ein Filmchen, aber ich
  240. habe euch zumindest eine Folie davon mitgebracht. Das ist die Frage des äh Trans äh der der der Transsexualität. Es gibt immer mehr Menschen, die sich
  241. operieren lassen, gerade auch Teenager, 14, 15, 16-jährige. Und wenn du da genauer hinschaust, dann wirst du schnell feststellen, der Impuls dafür,
  242. dass man glaubt, ich bin nicht ein Mann oder ich bin eine Frau, hat ganz viel mit Social Media zu tun, hat ganz viel mit meiner Bubble zu tun, in der ich
  243. drin bin und die mich beeinflussen. Gerade junge Menschen sind sehr beeinflussbar. Das sind jetzt nicht irgendwie äh plötzlich
  244. Befreiungsmechanismen, die sich durchbrechen. Jetzt darf ich ja endlich, nee, das sind vor allen Dingen soziale Konstrukte, in denen ich mich befinde,
  245. die Menschen dazu veranlassen, ähm sich dieser Frage radikal zu verhalten. Und hier schlägt mein pastorales Herz und ich hätte ein Filmchen dabei, aber ich
  246. lassen wir jetzt mal weg, wo eine Frau dargestellt wird, die sich im Alter von 19 Jahren hat operieren lassen, weil die glaubte, sie wäre ein Mann, aber sie
  247. glaubte das nur deswegen, weil sie Bullemie hatte und Essstörungen hatte und Depression hatte und irgendwie davon frei werden wollte. Dann hat sie im
  248. Internet gelesen, der Grund für deine Depression ist wahrscheinlich, dass du gar nicht eine Frau bist. Und natürlich in der Not greift man nach jedem
  249. Strohhalm hät ich fast gesagt, wenn mir das helfen kann, dann mache ich das. Dann hat sie es gemacht und es hat dir nicht geholfen. Jetzt steht sie da und
  250. ist keine Frau mehr. Da ist alles weg und damit muss sie jetzt leben. Und das ist eine riesige Verantwortung, die wir haben als Pastoren, als Gemeinden. Wir
  251. müssen Menschen auch beistehen und sie auch bewahren vor Schritten, die am Ende katastrophale Folgen haben. Das ist kein Spaß.
  252. Deswegen glaube ich, ist es wichtig, dass wir als Kirche uns gut mit der Thematik beschäftigen, menschenfreundlich unterwegs sind. Jeder
  253. Mensch ist bei uns willkommen. Absolut. Aber wir müssen sie auch begleiten und ihnen helfen in Jesus Christus Antworten zu finden auf ihre Lage. Und ich glaube,
  254. dann sind wir gut beraten, in dieser Gesellschaft auch Kurs zu halten und Kurs zu geben. Und ich glaube, das ist eine wertvolle Aufgabe und ich mache
  255. euch Mut ein Teil davon zu sein. Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit. Ah.