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Wie schützen wir unsere Küsten? | Terra X plus
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 47 Zeilen
- Durch den Klimawandel steigt der Meeresspiegel auf der ganzen Welt an und bedroht die Küsten. Auch die holländische Nordseeküste ist in Gefahr. Schon jetzt gibt es Deiche, die die Küsten schützen,
- aber wie muss ein moderner Superdeich konstruiert sein, damit er auch den Sturmfluten der Zukunft standhält? Wow!
- Das hier ist der Deich, um den es geht. Der sogenannte Abschlussdeich vor der holländischen Küste. In dieser Richtung liegt die Nordsee, schaut mal. Und in der anderen Richtung kommt irgendwann das Festland.
- Also auch die Hauptstadt Amsterdam. Der Deich sorgt dafür, dass das Meer draußen bleibt. Der Abschlussdeich führt mitten durch das Meer und ist 32 Kilometer lang.
- Er bildet den Abschluss der holländischen Küste und deshalb heißt er Abschlussdeich. Wenn es den Deich nicht gäbe, wäre die Hauptstadt Amsterdam bei Sturmflut in Gefahr.
- Jetzt soll er umgebaut werden, damit er auch dann noch hält, wenn die Sturmfluten stärker werden. Wie er am besten gebaut sein muss, wird im Forschungsinstitut Deltares getestet.
- Hier treffe ich Mark. Er ist Experte für Küstenstrukturen. Okay.
- Das ist also ein nachgebauter Ausschnitt vom Deich, auf dem wir hier stehen? Ja genau, das hier ist der obere Teil, der oberhalb des Meeresspiegels ist und das ist der untere Teil.
- Aber das gehört alles zusammen? Das alles ist der Deich? Ja, das alles ist der Deich.
- Und ist das schon die richtige Größe? Wird der Deich dann so aussehen? Nein, hier im Test ist alles dreimal kleiner, der Deich und deswegen auch die Wellen.
- Alles muss ja im richtigen Verhältnis zueinanderstehen. Der echte Deich soll dann dreimal so groß werden. Und wie baut Ihr so einen Deich?
- Also, unten drunter ist sozusagen der alte Abschlussdeich. Und darauf kommen spezielle Steinblöcke, die die Kraft der Wellen brechen sollen.
- Im Modell sieht der Aufbau des Deichs so aus. Mehrere Lagen aus Sand und unterschiedlich großen Steinen bilden das Fundament. Ein gutes Fundament ist wichtig, damit der Deich nicht vom Wasser unterspült wird.
- Ganz unten liegen deshalb dicke Bruchsteine, die das Fundament des Deichs sicher sollen. Hier treffen die Wellen später als Erstes auf.
- Oben darauf kommen speziell geformte Betonsteine, die wie ein Puzzle miteinander verzahnt werden. So sehen die speziellen Betonsteine in echt aus, so genannte Levelblocks.
- Was für eine Idee steckt hinter diesen Steinen? Die Form ist so, dass sich die Blöcke gegenseitig stabilisieren. Der Fuß des einen Blocks
- steht auf dem Fuß des anderen. - Sie halten sich gegenseitig? - Ja, sie halten sich gegenseitig.
- Und was für einen Effekt hat das auf die Wellen? Die Blöcke sind sehr offen konstruiert und wenn die Wellen aufschlagen, wird ihre Wucht
- von dieser speziellen Struktur aufgenommen. Und so werden die Wellen schwächer?
- Genau. Die Wellen, die auf dem Deich aufschlagen werden so kleiner. Gute Idee, aber wie gut wird sie funktionieren? Das werden wir testen. Zuerst legen wir die unterste Schicht mit den
- Bruchsteinen. Dabei ist genau festgelegt, wie groß und schwer die Steine in den einzelnen Lagen sein müssen. Alle Steine werden gewogen, sortiert und an genau festgelegten Stellen eingebaut.
- Mark hat ein paar Steine für mich aufgehoben. Die setze ich ein. Das ist jetzt also das Fundament des Deichs.
- Genau, das ist das Fundament und darauf kommen jetzt die Levelblocks aus Beton. Aber vorher müssen wir die Fläche nochmal genau messen, ob alles so ist, wie es sein soll.
- Okay, gut. Gemessen wird mit einem Lasergerät. Das Gefälle des Deichs muss exakt so sein, wie es vorher berechnet worden ist.
- Der Laser projiziert das korrekte Gefälle über die komplette Fläche und wir messen an mehreren Punkten, ob die Ausrichtung und Höhe der Steine auch wirklich passt. Genauso wird später auch der Abschlussdeich
- am Meer gebaut, nur eben dreimal so groß. Jetzt müssen wir die Betonblöcke perfekt zusammensetzen. Jeder einzelne Block wiegt 220 Kilogramm. Ohne Kran geht da gar nichts.
- Was meinst Du? Liegt er richtig? Ja, das ist gut. In echt werden sie auch nicht ganz exakt gerade nebeneinander liegen.
- Sie sind alle so ein bisschen versetzt und so funktioniert das System. Die echten Blöcke werden später pro Stück dreimal höher, breiter und länger sein und jeweils fast sechs Tonnen wiegen.
- Sobald sie aufeinandersitzen, sollen sie sich gegenseitig stabilisieren. So, aber das ist natürlich erst der Anfang. Jetzt kommen noch die restlichen Steine darauf
- und nächste Woche steigt dann der Test mit der großen Welle und da bin ich natürlich auch wieder dabei. Mittlerweile ist der Deichaufbau fertig und wir haben auch schon Wasser hier im Wellenkanal und jetzt ist die Frage:
- Wird diese Konstruktion den Sturmfluten der Zukunft standhalten? Um das herauszufinden, sind die Steine im Fundament grün und rot markiert. So sehen wir gleich, ob sie liegenbleiben
- und die großen Betonsteine stützen oder, ob sie von den Wellen weggerissen werden. Die Wellenmaschine ist am anderen Ende des 300 Meter langen Kanals. Eine riesige Metallwand,
- die hydraulisch angetrieben wird, bringt das Wasser in Bewegung. So können sämtliche Arten von Wellen und Sturmfluten nachgestellt werden.
- Die Wellen bauen sich über die 300 Meter auf und knallen dann am Ende gegen die Deichkonstruktion. Okay, da geht schon etwas ab.
- Wir simulieren hier im Kleinen eine Sturmflut, wie sie nur alle 10.000 Jahre vorkommt. Welle für Welle steigert sich die Wucht des Aufpralls.
- Das ist jetzt wie bei einem extremen Sturm, wie er selten vorkommt. Und in echt wären die Wellen jetzt dreimal so hoch?
- Ja, genau. Wir arbeiten ja hier mit einem Maßstab von 1 zu 3, also sind sie hier dreimal kleiner. Die Hydraulik schiebt das Wasser mit immer mehr Kraft in den Kanal und die Wellen werden immer stärker und höher.
- Ob der Deich hält? Wow!
- Und jetzt stellt Euch mal vor, da unten würde jemand auf den Steinen stehen. Er würde natürlich weggerissen werden, weil diese Wellen einfach so stark sind. Aber es kommt auch nicht auf die andere Seite und darum geht es ja.
- Das Wasser soll nicht vom Meer auf die andere Seite kommen und es scheint zu funktionieren. Aber ob der Deich der enormen Kraft auch am Fundament unter Wasser wirklich standhält,
- das wird sich erst am Ende des Versuchs herausstellen. Nach rund 30 Minuten wird die Wellenmaschine gestoppt und die Wellen ebben ab. Das Wasser wird abgelassen
- und wir können schauen, was mit dem Deich passiert ist. Ich sehe, da hat sich etwas verändert. Die Steine haben sich verschoben, ein paar grüne sind da unten gelandet.
- Ja, die Steine haben sich bewegt, aber die meisten grünen Steine sind immer noch hier oben und unterstützen die Levelblocks und das ist wichtig. Deshalb bin ich mit dem Ergebnis ziemlich zufrieden, das sieht gut aus.
- Ja, die großen hier haben sich kein Stück bewegt. Nein, sie haben super gehalten.
- Also könnte der Deich der Zukunft so aussehen? Ja. Das waren wirklich große Wellen und trotzdem hat er gut gehalten.
- Können die Menschen vor dem Meer dadurch sicherer sein? Ja, wenn wir es so in der Art bauen, dann schon.
- Der Deich soll übrigens bis 2022 fertig sein und dann für viele Jahre das Festland schützen.