Zum Inhalt springen
L

Das Video kommt von YouTube: erst beim Abspielen verbindet sich die Seite mit YouTube (Google).

Wie das Patriarchat in die Welt kam | Sternstunde Religion | SRF Kultur

SRF Kultur Sternstunden58:26 143.837 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 413 Zeilen
Herunterladen
  1. Guten Tag. Schön sind Sie auch im neuen Jahr bei uns und wir beginnen heute bei Adam und Eva tatsächlich. Wir wollen nämlich klären, warum Frauen bis heute
  2. um Gleichberechtigung kämpfen müssen, seit wann das Machgefälle zwischen Männern und Frauen überhaupt besteht und ob daran wirklich Efers Schuld ist. Bei
  3. der Erklärung dieser Fragen helfen mir der Evolutionsbiologe Karel Van Schig und die feministische Theologin Christine Stark. Schön, dass Sie beide
  4. hier sind. Herzlich willkommen. Ja, guten Tag. Ja, Karel van Schig, sie haben kürzlich dieses Buch hier geschrieben zusammen
  5. mit dem Historiker Kai Michel. Darin beschreiben Sie, wie die Ungleichberechtigung und die soziale Ungleichheit zwischen Männer und Frauen
  6. eben eine Anomalie der Menschheit sei, denn über die größte Zeit haben die Menschen gleichberechtig nebeneinander gelebt. Ich frage Sie, ist also das
  7. Patriarchat bald am Ende? Ähm, es ist eine Anomalie. Ob es am Ende ist, liegt an uns natürlich. Ähm, in der Schweiz ist es gesetzlich natürlich
  8. eigentlich schon am Ende äh für den Gesetz in Männer und Frauen gleich, aber es gibt natürlich verborgene, verdeckte Diskriminierungsfälle, die man so z.B.
  9. In der Medizin ist es so, dass ähm viele Krankheitssymptome sind für Männer beschrieben und wenn man dann äh Frauen mit dem gleichen mit der
  10. gleichen Krankheit hat, dann haben sie oft andere Symptome und vielleicht kriegen sie dann nicht die richtige Behandlung. Medikamente werden häufig
  11. nur an Männer getestet. Natürlich haben Frauen das Problem mit diesen Zyklen und so weiter und dann ist es ist sind die Daten zu analysieren.
  12. Genau. Aber dann geht etwas vergessen. Also es gibt ein ganzes Buch über dieses Thema unsichtbare Frauen. Mhm.
  13. Also das ist ist immer daran denkt man nicht. Man denkt es ja alles schon vorbei, aber da gibt's immer noch so verdeckte Diskriminierungs Seiten.
  14. Sie sprechen da auch diesen Gender Data Gap an. Frau Stark, diese These war in die schon bekannt? War das erstaunlich für Sie?
  15. Also zugegeben war vieles in dem Buch äh für mich weniger erstaunlich, weil ich schon kannte, mich natürlich auch gerade mit den theologischen Teilen schon
  16. beschäftigt hatte im eigenen Studium, in eigenen theologischen Denken. Neu sind natürlich also alle Erkenntnisse, die irgendwie dann in diese, sie sprechen ja
  17. von 99% der Menschheitszeit und irgendwie ist mir das eine Prozent sehr vertraut und in den Leib eingeschrieben und vieles, was ich von der Vorzeit ähm
  18. da drin gelesen habe, habe ich auch neu gelernt. Mhm. Das fand ich auch interessant.
  19. Das wollen wir dann heute auch erörtern. Ich möchte das aber klären, weshalb sie hier drin, sie sprechen eben nicht vom Patriarchat, sondern von der Patrix
  20. sprechen. Weshalb machen sie das? Ja, das das hat auch historische Gründe. Das Patriarchat, es ist häufig wird es anders verwendet, als es in der
  21. eigentlich in der Anthropologie technisch gemeint ist. Das ist einfach eine Gesellschaftsstruktur, wo die Männer dominieren und alle wichtige
  22. Ämter haben, z.B. für alle vererbte Ämter und so weiter. Und dann was wir auch zeigen wollen mit Patrix, das ist ein Spiel auf Matrix, dieser Film ähm
  23. dass da es ist eine eine Art von Weltanschauung, wobei die Männerseite das Normale ist und das andere eine Art Abweichung hier äh darstellt und eine
  24. Verzerrung könnte man sagen. Und gerade das das Beispiel mit der Medizin sieht man, dass es dass es ganz tief in uns in uns eingreift und und unsere unser
  25. unsere Weltanschauung wirklich geprägt hat. Was sagen Sie denn als feministische Theologin dazu? Ist das ein Mehrwert,
  26. diese diese Neuschaffung des Begriffs Patrix mit Anspielung auf Matrix? Ja, mit Anspiel auf Matrix bin ich mir nicht sicher. Äh weil aber das wäre jetzt ein
  27. Filmgespräch. Wir uns, wenn wir uns über Matrix unterhalten, weil es da ja eine Scheinwelt ist und der Film eben auch sehr männlich ist.
  28. Ja, also ich ich mag ihn als Unterhaltungsfilm, aber er ist schon sehr sehr männlich, aber auch sehr also
  29. mit ganz viel religiöser ähm äh Symbolik durchdrängt. Deswegen also das Wortspiel ist schön, weil es bisschen einen löst von anderen Dingen, aber es wäre noch
  30. schöner, wenn man noch ein weniger belastetes Wort als Matrix finden würde. Also Matrix durch den durch den Film belastet,
  31. aber es ist es ist anregend, um sozag man braucht ein Bild und man brauch Ja, genau. Aber um das noch mal mit dem Patriarchat das sag heißt ja auch die
  32. Herrschaft weniger Männer über mehrere Menschen. Also ist das Missverständnis, wenn man sagt, alle Männer herrschen und alle Beherrschten sind weiblich. Sondern
  33. das quasi die Herrschaftsform von männlich definierten Herrschaftskräge, das können ja auch Frauen sein, über eine Mehrheit der Beherrschten.
  34. Und würden Sie sagen, das herrscht denn noch heute, das Patriarchat, wie Sie es gerade beschrieben haben? Ja, das Patriarchat, das klingt so wie wenn es
  35. irgendwie eine äh Instanz wä, die es wir oder eine ein Lebewesen. Aber als Struktur würde ich das schon sagen, in verschiedenen Abstufungen. Sicher sind
  36. wir hier in so einem äh in so einer kleinen Welt überhaupt in Westmitteleuropa, also in der Schweiz oder aber auch in anderen Ländern äh wo
  37. wir uns mit Problemen rumschleigen, die ich als Patriarchal bezeichnen würde, die für andere Gesellschaften schon enormer Schritt wären. Also, wenn ich
  38. mich über zwei Wochen Vaterschaftsurlaub oder so denke, na ja, also und alle denken, es ist eine, also viele denken, es ist eine Errungenschaft, einige oder
  39. viele sagen, es ist na ja, dann gibt's aber auch Länder, wo es gar keine ähm keinen gesellschaftlichen Schutz gibt für Eltern oder gewordene Eltern.
  40. Entschuldigung. Deshalb setzen wir damit auch ein Zeichen, wenn wir in der Schweiz zeigen, dass eine Gesellschaft, wo das Patrihat oder die Patrix nicht
  41. mehr so prominent vorhanden ist, dass man trotzdem ein ganz glückliches wohlfahrendes Land produzieren kann. Das ist ein Zeichen für andere Leute auf der
  42. Welt, für andere Frauen auf der auf der Welt auch. Steigen wir doch mal richtig ein. Sie ähm beginnen in ihrem Buch mit bei der
  43. Paradiesgeschichte, sie nehmen jetzt schon zum zweiten Mal die Bibel als Objekt, als Forschungsobjekt ähm als Evolutionsbiologe. Erklären Sie
  44. mir, weshalb Sie das machen, weshalb ist das Ihr Forschungsobjekt? Weil die die Schöpfungsgeschichte Bericht 1 oder Bericht 2 natürlich bei
  45. vielen Menschen auch sehr prominent eine Rolle spielt. Also in unserer Gesellschaft, ob man jetzt gläubig ist oder nicht, um diese Geschichte kommt
  46. man nicht herum. Mhm. Und es ist wird ja immer auch noch als Rechtfertigung verwendet, um zu sagen,
  47. die Frauen sind äh Bürger zweiter Klasse. Mhm. Wenn Sie ansprechen, dass sie dass sie immer noch vorhanden sind, das
  48. stelle ich auch fest. ähm virulent vorhanden, nämlich z.B. in Werbungen. Man sieht hier, es geht um die Verführung, da wird Eva Longoria, die
  49. Schauspielerin dafür benutzt oder hieren, wo es um einen verführischen Duft gehen sollte. Das finde ich ja schon äh erstaunlich, wie das fortwirkt,
  50. obwohl man es längstens schon auch als Mythos ja, ich sag mal entlarft hat. Ja, es ist einfach ein sehr schöner Mythos und ein sehr, also ist sehr
  51. einbregsam, oder? Wir haben in der, wie ich sagen würde, fehlerhaften Auslegung äh dieses zweiten Schöpfungsberichts haben wir sehr einfache Rollen oder ist
  52. klar, wer gut und böse ist und Mann und Frau, es ist ein es ist eigentlich bei einem Märchen klar, dass es fehlerhaft ist. Das finde ich interessant, dass sie
  53. das so formulieren. Die Auslegung, die ich jetzt aber was ich erst noch sagen wollte, ist, dass es wie ein Märchen ist, also
  54. ein begrenzte Personenzahl oder wie ein Tragödie, griechisches Drama macht irgendwas und daraus leitet sich was ab und das ja es es hält sich hartnäckig
  55. fehlerhaft habe ich jetzt gemeint aber da wird mir dann ins Detail gehen ist diese ähm dass es Geschlechterstereotypen fests schreibt.
  56. Also ich finde ja diese Werbung weniger, es ist eine androgüne Figur von dem Parfüm, aber hier natürlich, also die ist ja sehr sexistisch, würde man sagen,
  57. oder sie spielt mit dem Sexismus. Also die Frage ist, ob ich jetzt aus feministischer Empförung dieses Eis nicht essen soll oder erst recht quasi
  58. aus äh würden sie es denn essen? Das liegt nicht an der Werbung. Da bin ich frei genug zu sagen, ob es
  59. mir schmeckt oder nicht. Aber ähm der Fehler ist gewissermaßen, dass das mit dieser Verführung verbunden wird. Das das habe ich jetzt noch nicht
  60. ganz verstanden. Ja, genau. Also Verführung lesen wir ja auch gleich als also es ist sehr sexualisiert aufgeladen
  61. die christliche Auslegungsgeschichte, das muss man schon sagen. Es ist wirklich die christliche Geschichte, die da eine Brille drauf gelegt hat und es
  62. hat sich dann auch noch mal verstärkt, also nicht also im neuen Testament ist sie drauf gelegt worden und dann hat sich es noch mal verstärkt, dieser
  63. Sexismus äh der in der würde ich sagen in der Bibel nicht gegeben ist. Bester Beweis ist, dass wir diese ganze sexistische Auslegung im Judentum nicht
  64. haben. Die teilen diese Geschichte und haben sie auch schon quasi, also es die dem Christentenum vorausgehende Religion,
  65. also die es gibt schon eine lange Tradition, je nach Entstehungszeit 800 Jahre funktioniert die Geschichte ohne diese
  66. ähm diesen Sexismus und dann schlägt er rein und das meine ich mit der falschen Leser.
  67. Und das ist ja auch sehr erstaunlich, weil die die Eva ja eigentlich in der Geschichte eine ziemlich starke Rolle spielt. Sie ist autonom, der Mann gehor
  68. hier und so weiter. Und das bringt mich auch zur nächsten Frage, Herr Franschweig. Es das Buch heißt Die Wahrheit über Eva. Was ist denn die Lüge
  69. über Eva? Genau diese Idee, dass äh dass wie man heutzutage diese diese zweite Schöpfungsbericht äh äh deutet, nämlich,
  70. dass ä die Frau der Mann untertan sein muss. Das war ja nie der Fall vorher. Und äh das ist das ist diese Anomalie, das ist irgendwann mal entstanden, aber
  71. gleicherzeit mit der Schrift, mit Statbildung, mit also äh Weitergabe von von Erkenntnisse und so weiter als als wäre das die ganze
  72. Menschheitsgeschichte. Das ist natürlich nicht so. Mhm. Und es geht so weit, wie Sie vorhin gesagt haben, der Mann, also bei diesem
  73. Medizinbuch, der Mann als der Standardmensch äh das haben wir, das ist schon da gegeben, weil wir ja die, also das Wort Adam ist
  74. dann auch in der Bibel immer die Bezeichnung für der Mensch. Also und das das ist schon wie angelegt. Also Eva ist so der der abweichende
  75. Mensch oder der die andere oder wie wir es auch in der feministischen Philosophie haben. Mhm. Was ich ganz interessant finde, ist
  76. natürlich, dass Sie jetzt das Buch als Agnostiker lesen. Sie schreiben das selber in beiden Büchern im im Vorwort. Für sie ist die Bibel kein heiliges
  77. Buch. Für Sie jetzt auch als Christin, feministische Theologin, wie gesagt, hat es ein anderer Stellenwert. Was verpassen wir denn, wenn wir die Bibel
  78. mit diesem anthropologischen Blick lesen? Oder verpassen wir überhaupt etwas? Ja, das weiß ich eben nicht, ob man was
  79. verpasst. Also, ich lese es anders durch meine Prägung und durch meinen quasi meinen persönlichen Glauben. Und ich komme da auch nicht raus, das anders zu
  80. lesen. Das finde ich immer interessant mit so Vergleichstexten. Sie bringen jaittische Texte, man kann auch andere Texte oder
  81. deuterokanonische Texte bringen. Ich merke mich lese die anders. für, also es ist für mich interessanter oder relevanter die äh Auseinandersetzung mit
  82. biblischen Texten. Also, da bin ich vielleicht auch ähm Protestantin einfach genug, dass das so der Anker ist, um der an dem man sich dann auch abarbeiten
  83. muss, natürlich ähm also ob es ein Mehrwert oder ein weniger Wert gibt, wenn man es mit anderen aber die die Frage dreht sich doch auch
  84. darum, inwiefern das ja auch göttlich inspiriert ist, was man liest, oder? Ja, gut, aber das ist äh das ist jetzt würde ich jetzt auch sagen im
  85. Westmitteleuropäischer Theologie auch nicht der Standard, die an die Annahme, also sicher nicht verbal inspiriert, also die Vorstellung, dass es quasi von
  86. Gott direkt in die Person, die es zum ersten Mal aufgeschrieben hat, hindurch in die Feder gegangen ist, ohne dass die Person auch mal drüber nachgedacht hat.
  87. Also, die Vorstellung findet man natürlich in publizistischen oder evangelikalen Kreisen, aber die habe ich jetzt auch nie so getan.
  88. Ja. Ja, genau. Die Frage war ja, wenn es göttlich inspiriert ist, heißt ja nicht automatisch, dass es auch diktiert ist. Das ist auch ein großer Unterschied,
  89. oder? Spann. Also ich würde sagen, es ist sicher, also die Bibel gibt mir Geschichten oder Texte, die mir die wo andere Menschen mir über Gott erzählen.
  90. Also ich eben diese göttliche Inspiration klingt so top down und ich würde schon eher aus einer Glaubenshaltung heraussehen und dann ähm
  91. muss ich mich dann damit auseinandersetzen und schauen, also prüfet alles, das Gute behaltet, steht auch in der Bibel. Also, ich muss mich
  92. damit auseinandersetzen, welche Texte in welcher Art und Weise zu mir heute sprechen oder über die ich sprechen möchte.
  93. Kommen wir doch zu ihren Forschungsergebnissen. Herr Fan Schik, ich habe es zuvor schon gesagt. Ein Großteil der Menschheitsgeschichte
  94. hat man offenbar egalitär in Jägler Jäger und Sammler ähm Gesellschaften gelebt, nomadisch auch. Ja.
  95. Und das war die Normalität. Mhm. Jetzt habe ich hier Stift und Papier dabei, damit sie uns das auch so ein bisschen visualisieren können, was denn
  96. in der menschlichen Welt so ähm innerhalb weniger weniger Jahrhund Jahrtausende so schief gelaufen ist.
  97. Okay. Ja, dann fangen wir mal an bei ungefähr 2 Millionen Jahren, nicht? Und äh dann enden wir heute.
  98. Mhm. Also 2 Millionen Jahren, vor 2 Millionen Jahren sind die Belege gut, dass die erste schimpansenartige Menschenaffen
  99. äh auf die Savanne gegangen sind. Also die Savanne. Was ist daran so spannend? Die Savanne ist ein sehr gefährliches äh Habitat offer Bereich. Ja,
  100. es ist offen, man kann nicht mehr auf die Bäume zurückfliehen, man muss sich also verteidigen. Das hat man gemeinsam machen müssen, denn alleine ist man
  101. nicht gut genug. Es hat auch die Technologie natürlich einen Vorteil verschafft, denn äh das hat man mit Stöcken und Steinen gemacht, aber man
  102. muss dort danach überleben, also etwas essen. Äh die Futterheranschaffung dort ist schwieriger als im Wald. Es gibt viel weniger sanfte Früchte und so
  103. weiter. Also, das auch das wird technologisch. Das bedeutet also, dass man hier eine Art ökologische Nische äh reinrutscht, so allmählich, denn das war
  104. natürlich nicht gewollt, das war, weil die die Wälder geschrumpft sind und sie müssten raus. Ist eine klimatische Frage,
  105. eine Klim Klimaänderungsfrage. Also, die entwickeln sich eine Nische, die über die Jahrhunderttausende, das jetzt nennen wir das jagen und sammeln.
  106. Das Spannende ist also, dass eigentlich die Geschlechter da mehr oder weniger unterschiedliche Nischen hatten und sich alles teilen müssten. Das hat
  107. sich natürlich in die Psychologie eingeprägt, denn jede Art hat eine Psychologie, die dazu hört, wie man lebt und wie man seine sogenannte Subsistenz
  108. bestreitet. Und das führt also dazu, dass wir eine Art Komplementarität zwischen Männern und Frauen entwickelt haben, dass ähm
  109. ähm innerhalb der ah, das muss ich auch noch sagen, hier entstehen also auch allmählich Paarbindungen. Das sehen wir bei fast allen Arten von Primat, die in
  110. riesigen Gruppen leben. Dann bricht das Monopol vom Alpamännchen weg. Mhm. Und dann gibt es Raum, könnte man sagen, Spielraum für Paarbildungen. Das sieht
  111. man sehr allgem gemein. Und das hat sich dann bei Menschen durchgesetzt nie so wie heutzutage. Darauf kommen wir noch zu sprechen. Das
  112. ist ja genau. Das war natürlich noch nicht so ganz so, aber allmählich hat sich das entwickelt und dann jetzt reden wir ich,
  113. das ist nicht mal noch mal richtig, denn hier wäre ungefähr 1 Million so ungefähr vor 12000 Jahre ähm die Eiszeit, die letzte Eiszeit geht zu Ende und diese
  114. nomadische Jäger und Sammler, wo das muss ich noch sagen, natürlich die Männer und Frauen waren mehr oder weniger gleich berechtigt, denn ähm der
  115. Mann braucht, was die Frau gesammelt hat, die Frau braucht, was der Mann gejagt hat und das ist das Teil innerhalb der Familie. Zwischen den
  116. Familien in einer so eine kleine Bande Band nennt man das auf Englisch wird geteilt und auch manchmal zwischen diesen Bands Leute werden
  117. wechseln in und hin und raus und manchmal helfen sie sich noch gegenseitig, wenn es hier mal weniger zu essen gibt und so. Also starke
  118. Komplementarität, totale Komplementarität, totale Unterstützung auch bei der Kindererziehung, also das sogenannte
  119. Corporative Breeding, äh wofür es kein schönes deutsches Wort gibt. Also, dass man in Gruppen äh die sowas wie Gruppenaufzucht, das klingt jetzt
  120. unschön, aber dass es nicht eine Frau für ein Kind zustand. Genau. Und und dass die Frau viel Hilfe bekommt, wenn sie ihr Kind erziehen
  121. möchte. Und also das hat sich so, das ist unsere, was wir erste Natur nennen, die Psychologie der Mensch des des Menschen und der Menschen hat sich so
  122. über diese 2 Millionen Jahren etabliert. Ja, dann ist die Eiszeit zu Ende. Wird's plötzlich an bestimmten Orten,
  123. z.B. in diesem fruchtbaren Halbmond, insbesondere auch dies das, denk mal an Jericho, diese diese westliche Ecke dort wird's plötzlich ganz nett. äh viel
  124. wild, Ummengen von von Gräser, wovon man die Samen essen kann. Die waren damals noch ein bisschen kleiner als heutzutage. Das ist dann heutzutage
  125. Weizen und Roggen und so weiter geworden. Äh und ähm dann haben die Leute sich immer weniger bewogen bewegt, Entschuldigung, ähm weil sie haben sich
  126. mehr oder weniger angesiedelt. Diese Leute vorher waren immer nomadisch, aber wenn das Essen vor der Tür wächst,
  127. da muss man nicht mehr muss man nicht mehr weggehen und das macht man gerne. Und aus dieser Umwandlung hat sich dann über ein paar
  128. tausend Jahre äh die Landwirtschaft erstmal das würde man jetzt Hackbau nennen und dann nach einer Weile wird's intensiver. Da würde man jetzt echt über
  129. Ackerbau reden und Vietzucht. Also da dieser dieser Schnitt ist die Sesshaftigkeit, die da ansprechen kann. dieastigkeit das hat hier angefangen.
  130. Mhm. Also je nachdem, wo man sagt, ab hier sind es Menschen, das ist natürlich beliebig. Früher war es 200.000, jetzt
  131. reden wir von 300.000, aber man könnte auch von 500.000 Reben, dann sehen wir die ersten Hinweise, dass sie ganz komplizierte Werkzeuge machen, wobei
  132. Teiler zusammengesetzt werden. Je nachdem wie man sieht man, dass die größte Zeit der Menschheitsgeschichte haben wir ganz anders gelebt als nach
  133. dieser sesshaftw. Genau, das interessiert mich jetzt nämlich dieser kleine Teil. Man sieht es ja schon, da haben wir einen großen Teil
  134. Egalität. Ähm und sie haben sogar gesagt eben das gegenseitige Unterstützung und jetzt geschieht etwas ganz Interessantes ab der Sesshaftwertung. Da ist es
  135. nämlich nicht mehr egalitär. Was ist was geschieht da? Das Lustige ist die erste paar tausend Jahre dieses Ethos ist so tief
  136. verankert, kann man nicht einfach abschütteln, wir wird man nicht los. Das fängt erst an, wenn die Landwirtschaft entsteht, also
  137. bei diesen Hackbauzeiten, da war eigentlich noch nichts Neues. Äh das ist das sogenannte äh mythische Matriarchat, worauf wir vielleicht noch
  138. zu sprechen kommen. Hier wird's dann anders. Wenn nämlich die Überschüsse, also die Produktion hochgeht und man Vorräter hat, dann dann äh äh kriegt man
  139. hat man das Problem, dass Leute das vielleicht sich aneignen wollen. Fremdenm muss man es verteidigen. Das ist der
  140. erste Schritt Richtung Patriarcha, dass dann die Männer, die müssen dort bleiben, wo sie geboren sind, weil die Clans müssen jetzt ihr Gebiet
  141. verteidigen, ihre Vorräte, ihre Häuser, ihre ihre Land ihr ihr Land. Das ist der erste Schritt zum Patriat. Gut, da sprechen wir gerne jetzt gleich
  142. noch darüber. Jetzt muss ich zuerst zuerst verstehen. Ähm es gibt sowas wie Sesshaftigkeit, die irgendwann eintrifft nach dieser ganzen äh Thema Savanne und
  143. so weiter. Sesshaftigkeit, dann ein paar tausend Jahre kann man die alte Natur quasi oder Psychologie nicht abwerfen. Ähm und erst dann kommt sowas dann
  144. irgendwann wie eine ähm männliche Dominierung. Weshalb wissen wir das denn so genau? Es gibt ja keine schriftlichen Zeugnisse von damals.
  145. Ja, aber teilweise haben wir zwei Quellen. Teilweise sie sehen wir viele von diesen Stufen im Nachhinein gesehen auch noch
  146. etnographisch. Mm. Also, man geht irgendwo und sieht Leute, die sind noch Jägersammel, man sieht Leute, die sind noch haben noch einfache
  147. Hackbaukulturen mit ganz tiefen Dichten. Man sieht Leute, die haben noch äh ähm ähm Landwirtschaft, aber nur mit Steinwerkzeugen und so weiter.
  148. Ähm und natürlich äh das ist die eine Seite und die Archäologie, die erzählt uns auch immer mehr. Z.B. In diesem Fall können wir mit Ancient DNA schauen, wo
  149. kommen die Leute her, die dort leben. Aber was sagt uns das whalb können wir daraus die Geschlechterverhältnisse ableiten? Das habe ich noch nicht
  150. verstanden. Hier reden wir noch nicht von große Ungleichheit. Hier sehen wir den ersten Schritt patriokal. Das bedeutet, dass
  151. die Männer alle zu Hause bleiben. Das bedeutet aber schon auch, dass die Frauen irgendwo anders herkommen. Die sind nicht mehr bei ihrer Familie. Hier
  152. war das alles ganz anders, denn das ist alles sehr flexibel und man kann in in 5 Minuten bei der Familie sein und z.B. wenn dir Unrecht getan wird, dann kannst
  153. du deine Familie ganz schnell rekrutieren, um etwas daran zu ändern und dann passiert's auch viel weniger natürlich.
  154. Und sie beschreiben das ja auch ganz eindrücklich hier drin, was da alles geschieht, nebst dem, dass es dass die Frauen eben weggehen müssen und dadurch
  155. ihre Netzwerke quasi zerstört werden, dass die Geburtenraten steigen, das das fängt schon hier an. gesundheitliche Frage und und die
  156. Ernährung sich verändert oder? Genau, die wird viel einseitiger natürlich, denn nach einer Weile, das ist das Problem oder das Geheimnis der
  157. Landwirtschaft im Allgemeinen, ähm die Dichten gehen hoch, wenn es keine solchen gibt, mal die Dichten gehen über die Zeit immer wirklich 100ta000fach
  158. nach einer Weile. Und erstens kann man nicht mehr zurück und zweitens gibt gibt es dann diese diese eigentlich ständige Gefahr, dass es Kriege gibt und und
  159. Raubzüge und so weiter. Ja, das ist ja ganz interessant jetzt im Bezug auf das Eigentum, dass Sie zuvor auch angesprochen haben. Das kennt ja die
  160. Bibel als Geschichte auch, wenn man an kein und Apel denkt, also nicht, dass die Dichte hochkommt. Ich habe jetzt gerade bei der Dichte
  161. gedacht, dass das auch den Aggressivitätspegel, also ob die äh männlichen Vorfahren von uns einfach dem Dichtestress äh nicht
  162. standgehalten haben. Bei Kain und Abel kennt man genau das. Also die erste Gewaltat quasi in der Bibel schließt sich ja gleich an dieses Eva Kapitel an.
  163. Ähm und das ist verbunden, also weil Kain und Abel jeweils der eine als Ackermann, der andere als ähm Viehzüchter dargestellt wird,
  164. äh verdichtet sich so eine Konkurrenzsituation und es wird natürlich theologisch dargestellt als Konkurrenz in Bezug auf Gott, aber es
  165. endet mit dem Brudermord. Also es endet damit, dass der eine Mann dem anderen den Schädel einschlägt. Und das ist ja auch so eine Beschreibung, die ich von
  166. Ihnen dann lese, auf große Gruppen bezogen, also, dass die Jäger, also Dichte Stress oder die Jäger, die sich auch langweilen, habe ich an manchen
  167. Stellen das Gefühl gehabt, wenn man keine Tiere mehr jagen kann, jagt sein gleichen. Ja, aber bei Kin und Abel geht's
  168. natürlich um Brüder. Mhm. Und das ist eigentlich die der der letzte der nächste Schritt. Wenn es dann mal wirklich gute produktive
  169. Landwirtschaft gibt, dann gibt es Sachen, die man vererben kann. Wer wird da erben? Mhm.
  170. Ein ein Das ist die Biologie jetzt. Wie in der männlichen Linie kann man viel mehr Enkelkinder produzieren als in der weiblichen Linie, denn eine Frau hat
  171. vielleicht 15, 20 Kinder und ein Mann kann genau kann und die Polygenie entsteht dann auch.
  172. Mhm. Jetzt werden z.B. Die Söhne sind die einzigen Erben, aber unter den Söhnen ist meistens auch so, dass es die
  173. sogenannte Primogenitur gibt, dass der älteste Sohn alles erbt oder Löwenanteil bekommt und plötzlich werden diese Brüder jetzt
  174. Konkurrenten und das war vorher natürlich nie der Fall. Die waren immer ihre besten Freunde und die kann man blind vertrauen und auch in der
  175. Verteidigung müssen sie sich blind vertrauen im Krieg und so weiter. Hier plötzlich geht's geht's falsch. meiner in der ganzen Geschichte die
  176. Königssöhne, die haben sich gegenseitig immer an sind an die Google gegangen. Das ist neu. Diese diese dichte Geschichte ist natürlich eine andere
  177. Geschichte, dass jetzt ähm die Männer konnen am Anfang haben die einfach weitergejagt, aber da gibt's je dicht das wird, umso weniger das geht. Mhm.
  178. Und dann hat man gemerkt, hey, ich kann die Nachbarn überfallen und dort erst erstmal statt für eine Frau zu bezahlen, kann ich sie einfach rauben.
  179. Rauben. Mhm. Und wenn das mal anfängt, diese Spirale, dann hört's nie auf. Natürlich. Mich wundert natürlich schon, wenn Sie
  180. sagen, man für eine Frau bezahlen, da steckt auch schon ganz viel dahinter. Sie haben aber zuvor noch etwas spannendes gesagt. Sie haben da bei
  181. diesen kleinen Punkten gesagt, das mythische Matriarchat. Mhm. Ähm, das ist ja immer so so eine gängige Idee, die immer wieder aufgekocht wurde,
  182. auch im Feminismus unter anderem der 60 Jahre und danach noch hat man viel Energie in die Erforschung des Matriarchats gesteckt. Weshalb war das
  183. so ein Renner? Das ist richtig. Also weshalb weshalb kann ich es nicht beantworten. Es ist nur interessant, dass es ist so wie nur
  184. eine Phase, die auch wieder so ähnlich ist. Man blickt in eine paradiesische Gefäh Vergangenheit. Wobei die ja genau umgekehrt. Das wä dann halt ja, also es
  185. ist ja nicht Gleichberechtigung, sondern wären halt einfach die Frauen, die die die Männer gut, das ist sicher quasi auch eine also die Umkehrung der
  186. Verhältnisse geschuldet. Also diese Fantasie, wobei eine Matriarchats äh ähm Fantasie auch immer sein kann, dass es die bessere Art der Herrschaft ist.
  187. Also, dass es quasi nicht die Unterjochung, also, dass quasi die Herrschenden weiblich sind. Ja, also ich ich sehe es ja auch als
  188. eine Fantasie an. Aber das es quasi anders aufgeladen ist. Also Matriarchat ist positiver aufgeladen als Patriarchat.
  189. Und was sagt denn die Forschung jetzt? Genau in der Ethnologie sagen wir diese matrilinealen Hackbaugesellschaften. Also das ist über die Mutter die
  190. Erbschaft quasi über die Mutter weiter. Ja, aber viel zu erben gibt's ja nicht, aber das Land ist kommunal besitzt in der weiblichen Linie.
  191. Ja. Und da sagen wir das Gegenteil von Patrihat ist nicht Matriarchat, sondern Gleichheit.
  192. Ja. und das Konsens Demokratie, sagen wir mal und das ist es ist ganz spannend, dass Mathar dieses Konstrukt, wo das herkommt, es hat natürlich viel
  193. mit Bachofen zu tun, 19. Jahrhundert, das war alles Fantasie und äh natürlich gibt's diese alte Berichte, aber die darf man nicht trauen, denn das ist
  194. häufig wird das gemacht, um das Patriarchat äh groß und gut zu machen. Und schau mal, wie primitiv die war.
  195. Entwicklungsgeschichte dann genau ähm das finde ich interessant. Sie sagen, das ist Fantasie, aber trotzdem
  196. trotzdem war sie natürlich wirkmächtig eben genau mit mit Bachofen, den sie gerade genannt haben. Ich möchte noch etwas kurz da klären, weil eine gängige
  197. Vorstellung oder ich sag mal ein gängiges Vorurteil ist doch das, dass Männer über Frauen herrschen aufgrund von physischer Überlegenheit. Sie sagen
  198. aber weder Muskelkraft noch Größe hat das ausgelöst, was wir hier gerade zu Aufschlüssen begonnen haben. Dann wä sollte es doch immer schon
  199. gewesen sein. Die Männer waren doch immer schon größer und stärker und das war sogar hier noch schlimmer. Wir wissen natürlich nicht genau, denn dafür
  200. sind die Fossilfünde zu zu wenig, um zu sagen, wie genau der Dimorphismus sich benommen hat über diese Zeit. Aber die Männer waren immer größer als die
  201. Frauen. Und ähm es, aber das ist das Schöne. Jägersammler Literatur, wenn man die liest, alle betonen die Gleichheit. Niemand sagt, der Mann kann der Frau
  202. zwingen. Ja, es gibt mal vielleicht mal eine Vergewaltigung hier und da, aber das läuft meistens schlecht ab für den Mann. Also, es ist nicht die Stärke und
  203. das sehen wir genauso bei unseren Verwandten. Also, Bonobos kennen viele Leute natürlich, weil sie so lustig sind. Ähm, da sehen wir auch die
  204. Menschen sind eigentlich genauso groß als Schimpansenmännchen relativ zu den Weibchen. Trotzdem sind sie ganz nett, weil die Weibchen haben versteckte
  205. Ovulation und die können Allianzen bilden und das ist genau die Männer wissen nicht wann der Eispruch statt stattfindet und Sprung
  206. stattfindet und deshalb wissen sie nicht wann sie quasi wann ihre Nachkommen auch tatsächlich sie befruchtet wurden. Und dann brauchen sie also die Mitarbeit der
  207. Weibchen, sagen wir mal, und dann müssen sie sich zurückhalten, also, dass ein Männchen größer und stärker ist als ein Weibchen. Also in der in der
  208. Verhandensbiologie sagen wir Kraft ist nicht gleich Macht, weil hier sehen wir also andere Faktoren, die die Macht beeinflussen, nämlich z.B. die
  209. Allianzbildung der Weibchen und dieser verdeckte Eisprung, wodurch sie eine Art Hebelwirkung hat, wo er sich benehmen muss. Wenn er sich nicht benimmt, ist
  210. geht läuft schlecht ab für ihn. Also genau diese Situation hatten wir etwas ähnliches hier auch in unserer eigenen Vergangenheit. Es klingt natürlich
  211. reichlich pragmatisch jetzt insgesamt. Sie vielleicht so Erklärung muss man auch sagen. Äh ihre Argumentation Funkt funktioniert ja auch so, dass sie sagen,
  212. der Mensch ist ein Mischwesen zwischen der Biologie und der Kultur. Und genau deshalb ist es ganz wichtig zu verstehen, man kann nicht von der Natur
  213. des Menschen, also z.B. von der Natur des Mannes, dass er z.B. mehr Muskelkraft hat, irgendetwas Normatives ableiten.
  214. Genau, das ist das sowieso. Ich meine, praktisch sehen wir bei den Menschenaffen oder bei diesem Bonobos und anderen Affenarten auch, dass es
  215. schon nicht hinreicht. Mm. Aber bei uns sehen wir diese Variation überhaupt äh zwischen die diesen unterschiedlichen Gesellschaftsformen zeigt schon, dass da
  216. die Kultur die entscheidende äh ähm entscheidend ist oder das und die Kultur und dann haben Sie das angesprochen irgendwann beginnen, wir
  217. haben da paar Bindungen haben sie PB geschrieben. Ja. Beginnt sowas wie Monchämie. Also,
  218. wo wo setzen wir das an? Weshalb entsteht denn sowas wie Monogamie? Weil das ist offenbar ja auch nicht ganz so natürlich.
  219. Also Monogamie hat hat mehrere Dimensionen, könnte man sagen. Erstens, wie exklusiv ist sie? Zweitens, wie dauerhaft ist sie und drittens, was
  220. machen wir dann mit, was wir dann Polygni? Also ein Mann mit mehreren Ehefrauen und äh das sind alles Elemente, die mehr
  221. oder weniger unabhängig voneinander variieren können. Und jetzt unsere bis vor kurzem unsere Monogamie auf Lebenszeit, die exklusiv ist, sein soll,
  222. das ist eine, könnte man sagen, kulturelle Erfindung, die sich so und dann komme ich vielleicht auch ein bisschen auf ihrem Terror, die sich so
  223. mit griechischen Einflüssen, Monogam, äh dann dann christlichen Einflüssen, Lebenszeit und auch äh Jesus hat das ja betont und so weiter, keine Trennung.
  224. Und dann kommt man irgendwann auf auf dieses B, aber das ist ein religiös entwickeltes Konzept man sagen. Ja, ihr Ter hat schon angesprochen. Es
  225. ist ja aber auch so, dass doch im Alten, im ersten Testament z.B. auch zwei Ehefrauen bekannt sind und so. Ja, also polygüne äh Lebensformen haben
  226. wir im ersten Testament einige M allerdings dann schon in der Spätzeit nicht mehr. Also sicher für privilegierte, also in den in den
  227. sogenannten Erzeltererzählungen ist es Gang und Gäbe mit den entsprechenden Konflikten auch verbunden, aber umgekehrt, also
  228. Polyandri haben wir nicht, also eine Frau mit mehreren Männern. Ja, genau. Ähm und dann ist es auch später, also in der Königszeit ist es ganz klar
  229. Privileg, also man muss schon reich sein oder eben König und dann kann es bis zu 1000 Frauen gehen, aber es ist ähm dann nicht mehr die Standardform quasi. Und
  230. in der Bildsprache im Alten Testament äh schlägt schon so monogames Denken durch. Also die das Verhältnis zwischen der Gottheit und dem und den Gläubigen wird
  231. ja auch als Ehe Bild äh beschrieben und halt dann mit der Negativ äh Formulierung als Hörerei, sobald das Volk sich anderen Göttern zuwendet. Und
  232. das ist dann auch schon Monogam konzipiert. Also, da gibt's klar eine äh und die ist dann männlich überschriebene Rolle und eine weiblich überschriebene
  233. Rolle und nur diese zwei. Und ich meine zurzeit Jesu äh ich wüsste jetzt nicht davon viel Ehe, also in der im biblischen Zeugnis nicht gibt's als
  234. Fangfrage, es wird noch nicht verboten. Es wird nicht explizit, aber es gibt's als Fangfrage. So Jesus äh wird dann
  235. gefragt, was passiert äh wenn also bei dieser sogenannten Schwagerehe, also eine Frau heiratet einen, der stirbt bevor sie Kinder gezeugt haben und dann
  236. muss sein, ich weiß jetzt gar nicht Bruder oder sonst wie, also ein männlicher Verwandter von ihm diese Frau heiraten, sieben mal und so weiter, wenn
  237. sie dann auch stirbt, mit wem ist sie dann im Himmel verheiratet? Aber da geht's letztlich drum, es ist eine Fangfrage, die sich über die
  238. Auferstehung dreht, also um die Auferstehung hat absurdum zu führen, diese Vorstellung. Ähm und diese diese Vorstellung oder die
  239. die äh das, wie soll ich sagen, diese Vorschrift auch die Frau dann äh vom vom Verwandten zu heiraten, das da geht's auch um Eigentumsweitergabe.
  240. Äh ja, die also das ist sicher eine Sicherung, also jetzt für den biblischen Kontext äh eine Sicherung natürlich auch in der ruralen Gesellschaft. Also, wir
  241. haben das auch im alttestamentlichen Buch Rut, die Geschichte von einer verwittwerten Frau, die dann letztlich ähm durch List und Tücke und mit einem
  242. Prise Romantik an den Mann kommt, der eben leiblich verwandt ist mit ihrem verstorbenen Mann. Und das ist quasi in der Familie. Sie kann vorher diesen,
  243. also es geht auch um Besitz, es geht um Land, sie kann dieses Land, also Rut ist die Protagonistin, kann dieses Land nicht ähm als ihr eigen nennen, aber
  244. wenn sie dann diesen anderen Mann heiratet, also den nachdem sie wüt ist, äh dann kann sie es sich aneignnen dadurch. Also haben wir es auch gebunden
  245. an Eigentum und äh Verwandtschaftsehe auch, ja, aber nicht als also als also eben nicht polyandrisch. Das möchte ich jetzt eben
  246. doch ein bisschen besser verstehen, weshalb das denn so ist, weil sie schreiben ja sogar im Buch, dass es möglicherweise so ist, dass der
  247. weibliche Orgasmus auch ein Relikt der promiskuitiven, also auch weiblich promiskuitiven Vergangenheit sei. Weshalb sind wir denn nicht gemacht für
  248. Monogamie oder tendenziell nicht gemacht? Also geben Sie einen Freibrief hier der Gesellschaft. Ja. Ah, da machen wir, da müssen wir
  249. immer äh faktuelle Fehler von Argumentationsfehlern unterscheiden, oder? Ähm, faktuell ist es so, dass wir ganz
  250. plastisch sind und es gibt Leute, die ganz glücklich ein ein auf Lebensdauer monogam sind. Es gibt Leute, die das nicht schaffen. Ähm, aber auch wenn man
  251. wieder etnographisch äh schaut, es gibt alles so ungefähr bei Menschen, sogar ein bisschen Polyantrie ist nicht so stabil, aber es gibt es auch. Das ist
  252. die eine Sache. Also, man kann mit der Biologie ziemlich viel machen in in unserem Fall, wenn es um ähm Paarungssysteme geht, wie wir das
  253. nennen. Die andere Frage ist, darf man die Biologie, also die unsere Grundausstattung, wenn wir die Physiologie anschauen, ist es eindeutig,
  254. das passt nicht zur lebenslangen Monogamie. Mhm. Aber darf man dieses diese Tatsache verwenden als Argument zu sagen, deshalb
  255. sollten wir die Monogamie verwerfen? Das ist die Antwort. Nein, das nennt man den naturalistischen Fehlschluss seit Humans 16, was weiß ich. Also,
  256. man darf es nur machen, wenn man sagt, weil uns dann ein Argument hin hinzuknüpft, z.B. Äh äh ist schlecht, weil nicht, dann
  257. argumentiert man von aus einer aus einem biologischen Problem und sagt, das ist so ein richtiges Problem, so schwierig, das
  258. können wir nur lösen, indem wir es nicht tun. Das wäre ein Beispiel. Mm. Monogamie ist äh ja, es ist schwierig, aber das andere ist auch schwierig.
  259. Also, es gibt es gibt keine einfache Lösung. Und auch wenn wir das historisch bes einfach nur bei den Jägen und Sammlern gibt's da riesige Variabilität.
  260. Es gibt Gesellschaften, wo am Ende das wird gemessen natürlich, am Ende hat eine Frau im Durchschnitt zwei Ehemänner gehabt und es gibt, wo es 15 gab.
  261. Mhm. Und weil es jetzt so kompliziert ist, wollen wir das mal kurz zusammenfassen bis zu diesem Zeitpunkt. Was waren denn
  262. die drei Punkte, die für die weibliche Unabhängigkeit vorhanden waren bis zu diesem Zeitpunkt, die danach eben ähm gewissermaßen ausgeschaltet wurden?
  263. Erstmal die Netzwerke. Mhm. Äh also die die verschwinden so sobald die Sache patrilokal wird, nennen wir
  264. das. Also die Männer zu Hause bleiben, die die Frauen importiert werden. Genau wie sie zuvor beschrieben haben. Ja. Und äh das andere ist natürlich dann
  265. die Machtsverhältnisse. Letztendlich ist es alles geht's um Macht, wie bei den Bonobus. Wenn wir den Weibchen dort die Macht wegnehmen, dann
  266. werden die Männer dominant und es sind kräftiger und größer. Sobald also diese Besitzvererbung eine große Rolle spielt, dann wird es vom gehen wir von
  267. patrilokal Patrilineal, das wo die Vererbung stattfindet zu patriarchal. Denn die Männer, die mächtigen Männern, die wollen unbedingt diese diese Linie
  268. in instand halten und ihr Besitz weitergeben. Mhm. Und dann kommen allerhand Methoden, um
  269. weibliche Sexualität zu bändigen, zu kontrollieren und weil man genau wissen muss, wer ist mein Nachkommen.
  270. Absolut, ne? Da das ist das allerwichtigste für einen Erzvater oder wie sie auch heißen in der Bibel. Also sexuelle Autonomie, die ökonomische
  271. Abhängigkeit oder Unabhängigkeit eben und dann zum Schluss noch diese diese Netzwerke. Ja, das diese dritte das dritte Element
  272. der ökonomischen Abhängigkeit. Hier sind die Frauen ja mehr oder weniger unabhängig. Die sammeln ihre eigene Nahrung und teilen das. Und das ist ein
  273. Tausgeschäft. Das ist eine ökonomische Einheit. Mhm. Wenn hier der Mann das Land besitzt und sie ein bisschen da noch selber ein
  274. bisschen so äh etwas anbauen kann. Dann kontrolliert er das total, dann hat sie ihre ökonomische Autonomie auch nicht mehr. Hier bei den Matrilinealen gehört
  275. das Land der weiblichen Gruppe. Hat er hat er nichts zu sagen. Also letztendlich ist es eine Machtsfrage und dann geschieht ja, sie haben es
  276. zuvor schon ein bisschen angedeutet, etwas furchtbar interessant ist eine winzige vorderasiatische Religion plötzlich ins Spiel kommt und eine große
  277. Rolle spielt in der in der ja Position der Frau. Können Sie das mal kurz äh nacherzählen? Na ja, kurz ist eine sehr komplexe Geschichte
  278. natürlich, denn erstmal die wir reden jetzt von von Monotheismus. Ja, das ist ja eine ein Anomalie in der Religionsgeschichte. Das ist einmal
  279. passiert, das wo es sich durchsetzen konnte, nicht? Also, das war das war ein unglaublicher Glücksfall.
  280. Aber diese diese Glaubensrichtung haben wir jetzt mit allerhanden Modifikationen hat sich das äh bewährt und hat sich das
  281. verbreitet. Teilweise natürlich, weil es sich äh wenn wir jetzt vom vom Christentum reden, jetzt springe ich mal in der Zeit
  282. voraus, sich um um Armen und Frauen gekümmert hat, z.B. und Kranken, das bei anderen Religionen war das viel weniger der Fall
  283. natürlich. bleiben wir aber noch so bisschen da beim Beginn. Da interessiert mich natürlich auch die Interpretation in der
  284. Theologie, also diese Entstehungszeit und auch die Rolle der Frauen darin, also wie stark die diese ganzen religiösen Strukturen eben auch zur
  285. Unterdrückung der Frau beigetragen haben. Also sicher ist also zu Beginn meinen Sie dann im ersten Testament quasi. Ich
  286. würde schon sagen, die Erfolgsgeschichte und die Explosion hat wesentlich mit Christentum zu tun. Also ohne Christentum wäre es wahrscheinlich
  287. weiterhin eine vorder asiatische Religion, wenn es es dann noch gäbe. Also wie oder es gäb's noch, aber äh im überschaubaren
  288. Rahmen. Ähm in im ersten Testament ist sicher die, also quasi auch die Genese Gottes wird da erzählt und es hat immer so äh Spuren vom polytheistischen
  289. Hintergrund in den Texten auch. Also es ist ganz klar, die die Gottheit ist nicht so wie wir jetzt immer so sagen, der Gott oder so. Es ist eine viel
  290. stärker schillernde Gottheit mit mehr Anteilen, führt auch Selbstgespräche mit sich oder redet im Plural mit sich. Ähm und das kommt immer wieder vor, aber
  291. in der Schriftwertung, wie wir es haben, ist hat sich quasi diese monotheistische ähm der monotheistische Stoßdruck durchgesetzt. Also sicher sind da die
  292. Propheten starke, also die Prophetenbücher starke Monotheismusreiber, die dann wirklich versuchen alles
  293. andere, was vorhanden war, das ist ganz klar, sonst muss man nicht dagegen sein. Also ich muss nicht schreiben, es müssen die aus dem Tempel rausgetragen werden,
  294. wenn sie nicht drin waren. Also die ähm Vernichtung auch anderer Kultgegenstände, anderer Gottheiten, Bekämpfung anderer Gottheiten
  295. äh eben dann zum Teil auch sehr brutal und mit wo man das Gefühl hat, wären sie besser auf die Jagd gegangen als anderen Männern, die den Kopf einzuschlagen.
  296. Also da, also diese ähm diese Monotheismusbewegung ist im Alten Testament stark spürbar, so den in den ersten Teilen und die ist ja
  297. geht zu Lasten der Frauen. Das das wäre eine Frage. Also es ist sicher eine Verdrängung von die biblische Gottheit ist männlich, die alttestamentliche, das
  298. ist klar, also von dem der Eigenname ist männlich, die ganze ähm Vokabelen, also die ganzen Verben sind männlich äh geprägt. Also es ist ganz klar männlich
  299. ähm codiert. Mhm. Und weibliche äh Anteile werden quasi unterdrückt oder ausgeschieden, also als als abgewehrt.
  300. Sie schre beschreiben das ja auch als Herrschaftsreligion und Alltagsreligion, oder? Genau. Ja. Na ja, das ist ein
  301. unglaublich spannendes Phänomen, dass zurück zu den Jägen Sammlern, dann haben wir gemeinsame Rituale, wir auch Sachen, die nur die Frauen machen und die Männer
  302. machen. Das ist schon immer so. Aber jetzt auch jeder hat für seinen Geltungsbereich quasi die die diese diesen
  303. Transzendenzbezug, also das bedeutet also keine hierarchische Beziehung, nicht? Jetzt kommt mit der Sesshaftwerdung und
  304. allmählich, wenn diese Kriege wichtig werden, werden entstehen die ersten Staaten. Da sehen wir überall, das ist so eine Art Gesetzmäßigkeit, die Größe
  305. Götter entstehen, was wir heutzutage Religionen nennen würden. Und was ist deren Bereich? Das ist natürlich Krieg. Und dann wird dann wird
  306. das immer wichtiger. Das andere bleibt aber bestehen. Also man sieht einen Größen Strom an einen großen Strom und einen kleinen Strom. Und jetzt kommt der
  307. Monotheismus. was wir im Buch sagen ist, dass jetzt wird das andere nicht nur nicht mehr toleriert und kann nicht einfach weitergehen, wird verboten. Es
  308. ist Aberglaube. Und dann sind insbesondere die Frauen, die haben das wird ja immer wieder beschrieben, die Frauen wollen das nicht
  309. annehmen. Und in dem Moment wird also die die Monogame monotheistische Religion wird intolerant,
  310. auch Monogam, das passt ja genau gegenüber die Frauen. Mhm. Und da hat man ein religiöses, ein theologisches Argument, um Frauen weiter
  311. in die Ecke zu drücken. Mhm. Aber es ist schon beides, also wenn ich da kurz sagen, ist ist sicher dieses bei dem Bild mit dem Fluss, es wird
  312. einiges unterdrückt oder ausgeschieden, habe ich ja vorhin auch gesagt, und anderes wird inkulturiert. Also es ist sicher so, dass die biblische Gottheit
  313. auch weibliche Anteile hat oder sich dezidiert selbst nicht als man versteht. Also ich sage, es ist männlich codiert von Menschen, aber es gibt viele Anteile
  314. oder Selbstbeschreibungen oder ebeno Gott bin ich und nicht Mann steht im Buch Hosea z.B. oft falsch übersetzt mit Gott bin ich und nicht Mensch,
  315. aber es ist quasi auch eine Absage an diese Eindeutigkeit. Aber natürlich ist, also es ist wie beides, es ist eine Unterdrückung und auf die Seite
  316. Schiebung und eine Inkulturation. Ja, aber es ist schon eine Entwicklung, die sich statt die stattgefunden hat. Natürlich
  317. ist eine Entwicklung und natürlich, wenn ich es als Waage sehe, ist klar, dass der männliche Teil der gewichtigere ist. Also genau und genau das ähm diese
  318. Entwicklung, die Sie jetzt gerade aufgezeichnet haben, möchte ich weitertreiben. Ich möchte über das Christentum noch ähm sprechen und zwar
  319. genau auch, weil sie z.B. schreiben in ihrem Buch äh "Das Christentum habe die westliche Kultur über so lange Zeit bis in den letzten Winkel kontaminiert." Das
  320. finde ich natürlich eine mutige Formulierung, das Kontaminieren. Ähm das möchte ich doch noch klären, weil das so anklingt, wäre den die Welt besser ohne
  321. Religion? Das ist natürlich eine absurde Frage. Das macht keinen Sinn. Aber sie ist ja auch nicht denkbar ohne Nein, nein. Und das behaupten wir
  322. natürlich, wenn wir kontaminiert sagen, geht's nur um diese äh Beziehungen zwischen den Geschlechtern. Äh äh erstens äh etwas für die Weltreligionen
  323. zu zu sagen ist, wenn die die Welt sich total verändert. Mhm. und alle Mechanismen, die dafür zuständig waren, um die Moral aufrecht zuerhalten,
  324. weggefallen sind, weil wir in großen anonymen Gesellschaften leben, ist die Religion die einzige Instanz, die sich noch um Moral kümmert. Also, man kann es
  325. bisschen plakativ sagen, die hat uns gerettet, sonst werden wir die er die frühesten Staaten waren waren nicht unbedingt eine ein Ort, wo man leben
  326. möchte. Mhm. Ähm, also und sowieso es ist passiert, wie es passiert ist. Äh, wir beschreiben ja nur, was passiert ist.
  327. Aber wenn wir über diese, was haben wir gesagt? Wie ähm haben etwas ganz ganz Böses gesagt äh von der Kontaminierung.
  328. Kontaminierung. Genau. Das ist also das geht eigentlich ein bisschen auf Augustinus zurück und eine Richtung, die das Christentum genommen hat,
  329. der bei Jesus überhaupt noch nicht genau das jesuanische Erbe ist dann ja wieder was ganz anderes. Genau. Also diese das nennen wir mit
  330. Kontamination relativ zu der Lehre, die es die Jesus gelehrt hat. Mhm. Gut, wollen wir das doch auch noch anschauen, weil die weil das Christentum
  331. ja ganz stark auch eben von der griechischen Philosophie geprägt wurde jetzt in Bezug auf ihren Frauenbegriff oder die Entwicklung darauf was man von
  332. der Frau gehalten hat, wenn man an die Kirchenväter und so weiter denkt. Ja, also ja, mit den Kirchenvätern sind sie ja noch mal ein Schritt weiter schon
  333. ich denke auch der quasi, um in diesem Sprachbild zu bleiben, der Sündenfall der Kirche äh des Christentums ist die Kirche, also quasi die
  334. Institutionalisierung. Genau in dem Moment, wo sich die Religion, die ist ja am Anfang so eine nicht klar, also für die Römer komplett nicht so
  335. unterscheidende jüdische Sekte. Also bei den ersten Christenverfolgungen sind genauso viel jüdische Gläubige äh mit verfolgt worden. Die sind ja nicht alle
  336. ins Kolosseum geworfen worden, sondern im Bergwerk versklavt oder in Bordelle geschickt. Äh weil sowohl Christen als auch Juden aus
  337. römische Sicht die irre Vorstellung hatten, dass kein Mensch verehrt werden soll, also der Kaiser nicht verehrt werden soll als Gott. Also dieser
  338. Widerstand gegen den Kaiserkult von außen also ein und dieselbe Truppe. Von innen, das sehen wir im Neuen Testament, sehr große Abgrenzungskämpfe, also die
  339. Frage an Jesus mit der Ehe im Himmel und äh noch andere Problematiken gibt's dann so im ersten Jahrhundert, im ersten christlichen Jahrhundert so eine
  340. Ablösung, die dann wirklich auch zur Trennung führt. Also in bestimmten theologischen Fragen ist es eine ganz klare Trennung. Äh und dann beginnt die
  341. Institutionalisierung bei den Christen und die ist dann plötzlich wieder, also da bräuchte ich dann vielleicht auch so ein Bild von ihnen,
  342. wie also wo da die Abzweigung falsch gelaufen ist, weil ich würde schon sagen, dass die ersten, also die Jesusbewegung ist das eine, aber sicher
  343. auch das Christentum in Korinth oder also die die Christentümer, die wir durch die Briefe von Paulus kennenlernen, sind sehr wahrscheinlich
  344. egalitär gewesen und und Frauen haben eine Rolle gespielt und wann kommt dieser Cut und diese Verfestigung,
  345. die sich dann natürlich im Mittelalter noch zuspitz. Genau. Und da kommt ja noch ein etwas anderes,
  346. eine quasi andere Ingredienz rein, nämlich, dass die Sexualität auch weiblich gepachtet wird. Also, dass es die Sexualität verteufelt ist, an der
  347. Sexualität ist weiblich das üble an der Sexualität ist weiblich. Also der der Mann hat quasi Vollzugspflicht, um seine Genalität weiterzugeben und alles was so
  348. bisschen schmutzig ist, ist weiblich, wenn ich mal so übers sagen, aber das kommt uns, also da würde ich schon sagen, das hat uns auch dann die
  349. griechische Antike mit eingeprockt. Das ist äh also die die Welt, in der sich das Christentum dann entfaltet, also in der griechischrömischen Welt, es gibt ja
  350. so einen eine Verschiebung quasi von der Levante ins in Richtung Rom. äh die ist nicht ganz frauenfreundlich, nicht vorher und dieses
  351. Befreiungspotenzial schafft's nicht. Also, sie haben ja vorhin gesagt, Christentum oder Religion überhaupt, monotheistische Religionen, die sich
  352. kümmern, die die ähm missachtete oder ausgestoßene irgendwie eine Rolle geben, die sich eigentlich auch um das eine gewisse Gleichheit kümmern. Irgendwo
  353. geht es verloren zu Gunsten von dem Machtklick. Ja, was wir sagen, ist diese diese griechische Philosophie. Genau, die
  354. vorchristliche. Genau. Und vor biblische natürlich dann den Einfluss nimmt, die die der rein in integriert worden
  355. ist, weil man es natürlich verkaufen müsste außerhalb vom vom kleinen Levantengebiet. Äh, die ist unglaublich äh patriarchal
  356. geprägt. Ähm, wir können alle diese Zitate von Plato, Aristoteles und all diese Leute, das Frauen sind mangelhafte Männer. Das hat damit zu tun,
  357. etnographisch, dass die Griechen, die waren eigentlich hier in dieser Phase da so hängen geblieben mit dann ganz kleinen Gesellschaften, wo Frauenmangel
  358. herrschte, weil äh sie sie bräuchten Männer für Verteidigung und äh das ist also eine ganz das haben die mitgebracht in ihre Philosophie
  359. und das hat sich dann ja verknüpft mit dem christlichen Glauben. Aber wenn ich da den Monotheus geschwind verteidigen darf, griechische Gesell, also nicht
  360. verteidigen, aber die griechische Gesellschaft, also die voristliche ist ja polheistisch. Das leuchtet mir nämlich an der Monotheismus Hypothese,
  361. also nicht an mir leuchtet viel ein, aber der Polytheismus ist ja auch nicht das Wahre oder das gleichberechtigte. Das fin ich bisschen schief. Nein, aber
  362. geguckt. Ich glaube, da sind wir uns eigent völlig einig. Ja, also, weil natürlich ist der
  363. Monotheismus, den wir kennen, ist ja auch aus dem polyteistischen System entstanden und hat dann diese männliche Spur bevorzugt. Aber genau das wäre dann
  364. eben die Frage, wie denn das Patriarchat in diesen letzten Teilen in in polythistischen Gesellschaften, also die nicht dieses jüdisch-christliche Erbe
  365. ähm haben entstanden ist, hat sich auch breit gemacht. Das Party gab's ja schon längst, bevor es überhaupt Judentum gab. Die haben es
  366. ja auch nur importiert von den großen Nachbarn. Sie wollten, sie waren so beeindruckt von den großen Nachbarn, aber es gibt dann so eine Form von ähm
  367. oder so ein Konglomerat, das entsteht dann durch den durch den Monetismus und die Verbreitung dieser Religionen. Genau. Genau.
  368. Das das hat sich so angereichert jeden Schritt äh und dann kommen dann das wird Staatsreligion und dann das hat total andere Forderungen.
  369. Das ist schon ja schon spät, also es ist ja dann schon 200 Jahre unterwegs im römischen Reich, bis es Staatsreligion. Ich denke schon wahrscheinlich dieser
  370. Eigentumsbegriff, also das Denken drüber, was passiert, wenn ich Eigentum habe und das verteidigen muss, weil die ersten
  371. Christen sind irgendwelche Sklaven und Sklavinnen, sehr wenige äh wohlhabende Menschen, die aber dann irgendwie
  372. kommunistisch denken oder so, aber nicht also die dieses Eigentums kommt erst später dazu. Aber sie sie tun mir jetzt dieses Thema
  373. mit der Sexualität so bisschen schnell weg, weil da interessiert mich noch etwas. Es gibt ja diese Gegenüberstellung gewissermaßen von der
  374. Eva. und von der Maria und die Maria äh die ja dann letztlich auch eben mehr oder weniger asexuell gemacht wird, also sie sie hat jüngfreäulich empfangen, sie
  375. etc. Also sie es ist keine Figur, die irgendwie mit Sexualität in Verbindung gebracht wird. Und da möchte ich schon das besser verstehen, weshalb ist das
  376. so? Weshalb entsteht auch so eine Dichotomie? Und Maria ist dann eben nicht mehr einfach der schlechtere Mann oder der Ja, genau.
  377. Also, sie ist eigentlich die bessere Menschin überall. Genau. Also, sie ist ja näher, also jetzt nach der heutigen römisch-katholischen Kirche Lehre noch
  378. eine Stufe quasi höher als die Menschheit äh überhaupt. Ähm ja, wieso? Das ist eine gute Frage. Es ist sicher, also wir haben bei Paulus dieses Bild,
  379. dass er äh in seiner Lehre quasi um und um die Erlösung, die er versteht, dass sie in Christus gekommen sei, um die Erlösung klar zu machen, spricht er muss
  380. er davon sprechen, dass auch erst der Mensch erlösungsbedürftig ist. Und das äh nimmt er die Vorstellung, wie durch, also ich sag's jetzt wahrscheinlich nur
  381. in der Lutherübersetzung, also wie durch einen der Tod, so kam durch einen die Auferstehung. Also die Vorstellung, die der Tod der Menschheit kommt über Adam
  382. und der spricht Adam an namentlich und Jesus oder Christus in der Sprache von Paulus ist dann wieso das Gegengewicht zu Adam. Ja,
  383. was da aber theologisch wichtig ist zu betonen, ist Adam ist auch hier der Mensch, also steht für die gesamte Menschheit und ist nicht geschlechtlich
  384. konnotiert, genauso wenig wie Christus in der in dem Bild von Paulus das also quasi die Geschlecht von Jesus, ob er jetzt Penis hatte oder nicht, eine Rolle
  385. spielt, sondern auch die Vorstellung, Gott wird Mensch. Wer jetzt an Weihnachten in der Kirche war, hat es vielleicht ein paar mal phasenhaft
  386. gehört, aber trotzdem die Vorstellung der Menschwertung ist nicht die Vorstellung der Mannwertung Gottes. Und aber in der christlichen Theologie
  387. kommt wird es dann quasi geschlechtlich verstanden oder Adam, der erste Mann, der Mist gebaut hat und Christus jetzt als der Mann, der diese Erlösung bringt,
  388. auflöst. Ja, und dann ist das Geschlecht, also dann braucht man wieso das zweite Paar dazu in der heteronormativen Welt. Mhm.
  389. Und dann haben wir Eva und Maria. Mhm. Aber also Mariologie ist ja nicht gerade Frauen befreiend. Also es ist ja
  390. interessant. Das wär das wäre eine neue Sendung. Genau. Leider müssen wir uns schon müss ich muss ich sie schon in die
  391. Schlusskurve mitnehmen. Wir sind schon fast am Ende der Sendung nämlich und ich möchte da noch noch etwas besser verstehen, damit wir auch aus sowas
  392. lernen können. Sie denken in ganz anderen Zeithorizonten. Für uns sind vermutlich schon 2000 Jahre fühlen sich wie eine Ewigkeit an. Ich
  393. frage mich, wir haben wir haben doch emotional keinen Zugriff auf diese auf diese Zeit. Wie können wir trotzdem kulturell daraus lernen, was Sie hier
  394. auch ähm ausgearbeitet haben zusammen mit Kai Michel? Wieso haben wir keinen Zugriff? Also, wir sind wir sind Menschen und Menschen
  395. haben sich in den letzten paar hunderttausend Jahren nicht groß geändert und die letzten 12000 waren sowieso viel
  396. zu wenig, um uns großgenetisch zu ändern. Wir sind unglaublich plastisch, aber wir haben unsere Präferenzen. Wieso z.B. regen die Frauen sich schon seit
  397. langer Zeit auf darüber, dass sie unterdrückt werden in der Kirche? Das ist das ist altes Jägersammler äh äh DNA buchstäblich,
  398. also etwas, das sich in ihnen wehrt quasi. Genau, das ist das ist verankert biologisch verankertes äh Präferenzen
  399. denken und äh also wir sind aber sehr plastisch, wir können uns ändern. Die die Beziehung zwischen Subsistenz ähm
  400. ähm Gesellschaftsform und Glaubenswelt, die ist schon längst nicht mehr zwingend, wie die wie die früher war. Das können wir jetzt anders denken als
  401. wenn wir das wollen. Also wir sind wir sind größtenteils frei, um unsere Gesellschaft zu gestalten, unser unser Glauben zu gestalten, wie wir wollen.
  402. Mhm. Deshalb an Sie, Frau Stark, die Schlussfrage, wenn wir jetzt diesen letzten kleinen Zipfel auch vor uns sehen in diesem einen Prozent, worin wir
  403. uns befinden, sie haben zu Beginn auch gesagt, dieser eine Prozent ist ja auch in den Leib in Leib geschrieben gewissermaßen. Auf was dürfen wir denn
  404. hoffen? So, hoffen dürfen wir immer auf alles. Also ich würde mitnehmen, dass wir in diesen drei Punkten, die Sie
  405. angesprochen haben, was quasi den Frauen verloren gegangen ist da vor 12000 Jahren, dass wir da auf einen guten Weg sind, Dinge wieder zuwennen. Also ich
  406. ich lebe selber in Frauennetzwerken und wir sind wieder viel stärker vernetzt. die äh Geburtenkontrolle, also das wä jetzt dieses im also ist eine
  407. Entwicklung, also es ist eine es ist glaube ich eine kulturelle Errungenschaft, die uns noch sehr weit bringen kann. Den dritten Punkt weiß ich
  408. jetzt nicht, aber ich glaube, wir können auch viel hoffen, weil wir unterwegs sind. Ökonomische Unabhängigkeit, sexuelle
  409. Autonomie, über den eigenen Körper entscheiden und so weiter. Ein schönes Schlusswort. Ich danke Ihnen
  410. beiden ganz herzlich für das schöne Gespräch. gerne. Nächste Woche geht es hier um die
  411. Herausforderungen, die sich Paaren aus unterschiedlichen Religionen stellen. Und jetzt gleich spricht Bossard mit dem Historiker und Bestsellerutor Philip
  412. Blom und zwar über die Zukunftsvision, die wir dringend brauchen, wie wir gesehen haben. Bleiben Sie also dran und bis bald.
  413. เฮ [Musik]

Zum Nachlesen