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Chemische Reaktionen erklärt: Edukte, Produkte & Energieumsatz |Exotherm, Endotherm

simplyscience2go7:37 497 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

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Transkriptautomatisch erstellt · 65 Zeilen
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  1. Hallo und herzlich willkommen. Schön, dass ihr da seid. Ob wir nun kochen, atmen oder sogar ein Glühwürmchen in der
  2. Nacht leuchten sehen, unser ganzes Leben ist voll von chemischen Reaktionen. Aber was genau passiert da eigentlich? In den
  3. nächsten Minuten werden wir uns das mal ganz langsam und ganz genau anschauen. Wir wollen verstehen, wie aus einem
  4. Stoff etwas völlig Neues werden kann. Also legen wir los. Fangen wir doch mal da an, wo es jeder kennt, in der Küche.
  5. Stellt euch vor, ihr gebt frisches Gemüse, vielleicht ein Stück Fleisch, in eine heiße Pfanne. Die Farben sind noch
  6. richtig schön leuchtend. Es fängt an zu duften. Im Moment ist das alles nur eine einfache Mischung von Zutaten, nichts
  7. Besonderes. Aber dann passiert's, ne? Das Telefon klingelt, man ist nur einen ganz kurzen Moment abgelenkt und wenn
  8. man zurückkommt, tja, dann ist das Essen schwarz und es riecht ziemlich streng. Es ist einfach verbrannt. Das leckere
  9. Gericht von vorhin ist weg, unwiderruflich. Man kann das nicht einfach wieder zurückverwandeln. Die
  10. Stoffe selbst sind jetzt anders. Und genau hier liegt die entscheidende Frage, was ist da wirklich passiert? Das
  11. war ja mehr als nur ein bisschen zu heiß. Hier hat eine komplette Stoffumwandlung stattgefunden. Mit
  12. anderen Worten, eine chemische Reaktion. Und genau diesem Prinzip gehen wir jetzt mal auf den Grund. Um das wirklich gut
  13. zu verstehen, verlassen wir jetzt mal die Küche und gehen gedanklich ins Labor. Wir schauen uns ein ganz
  14. klassisches und wie ich finde, sehr anschauliches Experiment an. Die Reaktion von Eisen mit Schwefel. Hier
  15. können wir die Verwandlung nämlich Schritt für Schritt beobachten. So, schaut mal genau hin. Auf der linken
  16. Seite seht ihr die Ausgangsstoffe. Graues Eisenpulver und gelber Schwefel. Einfach nur zusammengeschüttet. In
  17. diesem Zustand ist es nur eine Mischung. Man könnte das Eisen mit einem Magneten ganz leicht wieder herausholen. Aber
  18. jetzt schaut mal nach rechts. Nach der Reaktion ist da ein völlig neuer Stoff. Ein braunchwarzer harter Brocken. Das
  19. ist keine Mischung mehr. Da ist was fundamental Neues passiert. Und diese Tabelle hier, die liefert uns den
  20. handfesten Beweis. Jede Substanz hat ja ganz einzigartige Eigenschaften, quasi wie ein chemischer Fingerabdruck.
  21. Vergleichen wir mal. Die Farbe ist jetzt braun, nicht mehr silber, weiß und gelb. Die Dichte, also wie schwer etwas bei
  22. gleichem Volume ist, hat sich komplett geändert. Aber der Knackpunkt ist der Schmelzpunkt. Unser neuer Stoff schmilzt
  23. bei einer völlig anderen Temperatur als Eisen oder Schwefel. Das alles zeigt uns ganz eindeutig, wir haben hier einen
  24. komplett neuen Stoff erschaffen. Damit haben wir auch schon die ganz offizielle Definition. Eine chemische Reaktion ist
  25. also ein Vorgang, bei dem die Ausgangsstoffe, in der Chemie nennt man die Edukte, zu völlig neuen Stoffen
  26. umgewandelt werden. Und diese neuen Stoffe, die Produkte, haben dann ganz andere eigene Eigenschaften. In unserem
  27. Fall Eisen und Schwefel waren die Edukte und das Eisensulpfid ist das Produkt. Aber bei einer chemischen Reaktion
  28. geht's nicht nur um die Stoffe, da kommt noch ein zweiter unglaublich wichtiger Faktor ins Spiel, die Energie. Jede
  29. einzelne Reaktion ist nämlich auch mit einer Energieveränderung verbunden. Die Frage ist immer, wird's dabei heiß oder
  30. wird's dabei kalt? Schaut euch mal dieses gleißende Licht an. Hier verbrennt gerade ein Streifen Magnesium.
  31. Man sieht und spürt die Energie förmlich, die da in Form von hellem Licht und starker Wärme freigesetzt
  32. wird. Das ist doch mal ein spektakuläres Beispiel für so einen Energieumsatz, oder? Solche Reaktionen, die Energie,
  33. meistens als Wärme, an ihre Umgebung abgeben, die nennen wir Exotherm. Das kann man sich ganz gut merken. Exo
  34. bedeutet nach außen und Term steht für Wärme. Die Reaktion gibt also Wärme nach außen ab. Man kann richtig fühlen, wie
  35. es wärmer wird. Dieses Diagramm hier zeigt uns, wo die Energie hingeht. Stellt euch vor, die Ausgangsstoffe,
  36. also die Edukte, haben eine bestimmte Menge Energie in sich gespeichert. so wie eine gespannte Feder. Bei der
  37. Reaktion entspannt sich diese Feder dann und die Energie wird als Wärmer an die Umgebung abgegeben. Und genau deshalb
  38. haben die Produkte am Ende weniger gespeicherte, also innere Energie, als die Edukte am Anfang hatten. Klar, wo es
  39. sowas gibt, gibt es natürlich auch das genaue Gegenteil. Das ist eine Endothermreaktion.
  40. Hier steckt das Endo für nach innen drin. Diese Reaktionen laufen nicht einfach so ab. Sie müssen die ganze Zeit
  41. Energie aus ihrer Umgebung aufsaugen, damit überhaupt etwas passiert. Oft wird die Umgebung dabei spürbar kälter und
  42. das Diagramm zeigt es wieder perfekt. Um so eine Reaktion am Laufen zu halten, muss man ständig Energie reinstecken,
  43. z.B. indem man heizt. Die Stoffe nehmen diese Energie auf. Um bei unserem Bild zu bleiben, die Feder wird hier erst
  44. gespannt und darum haben die Produkte am Ende mehr gespeicherte innere Energie als die Edukte zu Beginn. So, jetzt
  45. haben wir verstanden, dass sich Stoffe umwandeln und dass Energie immer mitspielt. Dann schauen wir uns jetzt
  46. mal zwei grundlegende Arten von Reaktionen an. Man kann nämlich sagen, es gibt Reaktionen, die etwas aufbauen,
  47. das ist die Synthese. Und es gibt welche, die etwas zerlegen, das ist die Analyse. Eine Synthese ist also eine
  48. Aufbaureaktion. Hier tun sich zwei oder mehr einfache Ausgangsstoffe zusammen, um eine neue komplexere Verbindung zu
  49. bilden. Unser Experiment mit Eisen und Schwefel, die zu Eisensul werden, das ist das perfekte Beispiel für eine
  50. Synthese. Aus zwei einfachen Stoffen wird eine komplexere Verbindung. Und das Gegenstück dazu ist die Analyse. Das ist
  51. eine Zerlegungsreaktion. Hier wird eine komplexe Verbindung wieder in ihre einfacheren Bestandteile
  52. zerlegt. Auf dem Bild sehen wir, wie schwarzes Silberoxid durch Hitze wieder in seine Bestandteile zerfällt. In
  53. glänzendes reines Silber und in das Gas Sauerstoff. Aus einer Verbindung werden also wieder zwei einfache Stoffe. Okay,
  54. fassen wir das Wichtigste noch mal zusammen. Woran erkennt ihr ab sofort also immer eine chemische Reaktion? Es
  55. gibt da so eine Art Checkliste mit vier zentralen Merkmalen, die eigentlich immer zutreffen.
  56. Also, erstens, es gibt immer eine Stoffumwandlung, also entsteht was Neues mit neuen Eigenschaften. Zweitens, es
  57. findet immer ein Energieumsatz statt. Die Reaktion ist also entweder Exotherm oder Enderm. Drittens, die meisten
  58. Reaktionen brauchen einen kleinen Anstupser zum Starten, die sogenannte Aktivierungsenergie, sowie das erste
  59. Streichholz für ein Lagerfeuer. Und viertens, ganz wichtig, die Stoffe reagieren immer in einem festen
  60. Massenverhältnis. Das ist wie bei einem guten Backrezept, da müssen die Mengen auch stimmen. Und um das Ganze jetzt mal
  61. in einen größeren Zusammenhang zu bringen, schaut euch dieses Glühwürmchen an, dieses Leuchten. Ist das nicht
  62. wunderschön? Das ist nichts anderes als eine exotame chemische Reaktion, die ihre Energie als Licht abgibt. Nennt
  63. sich Biolumineszenz. Und das zeigt uns doch auf die schönste Art und Weise, Chemie ist nicht nur was fürs Labor.
  64. Chemie ist überall um uns. Chemie ist Leben. Nehmt euch doch mal einen Moment und überlegt, welche unsichtbaren
  65. Reaktionen finden wohl genau jetzt in diesem Augenblick um euch herumstatt?