Zum Inhalt springen
L

Das Video kommt von YouTube: erst beim Abspielen verbindet sich die Seite mit YouTube (Google).

Die zwei Naturen des Gläubigen – Teil 1: (ir)relevant? || Manuel Seibel

bibleteaching11:43 2.514 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 73 Zeilen
Herunterladen
  1. [Musik] Hat ein Christ zwei Naturen?
  2. Ist das eine Frage, die relevant für unser Glaubensleben ist? Oder ist das irgendwie nur Theorie?
  3. Ich starte mit einem Vers aus Römer 7, und zwar Vers 25, der ein wenig mit diesem Thema zu tun hat.
  4. Da schreibt Paulus: "Ich danke Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn! Also nun diene ich selbst mit dem Sinn dem Gesetz Gottes,
  5. mit dem Fleisch aber dem Gesetz der Sünde." Paulus zeigt also, dass es zwei Motoren in uns gibt.
  6. Der eine Motor: der Sinn, das zweite: das Fleisch - zwei verschiedene Dinge. Gottes Wort spricht schon davon und wir wollen uns ein wenig, in zwei Folgen, damit auseinandersetzen,
  7. wie bedeutsam das für unser Glaubensleben ist. Vielleicht denkt der ein oder andere, das ist doch irgendwie Theorie.
  8. Gottes Wort ist nie theoretisch. Alles, was Gott sagt, auch die Lehre des Wortes Gottes,
  9. ist etwas, was aus Gottes Sicht wichtig ist, was er uns mitgegeben hat und dann kann es nicht unwichtig sein.
  10. Hinzu kommt, dass Lehre immer eine praktische Relevanz hat. Du brauchst dir nur die Lehrbriefe anzuschauen, da startet der Schreiber jeweils mit einer Lehrbotschaft
  11. und oft im zweiten Teil, oder sogar miteinander verwoben, wird auch die praktische Konsequenz dieser Lehre vorgestellt.
  12. Man kann ganz grundsätzlich sagen: falsche Lehre führt notwendigerweise zu falscher Praxis und ist daher gefährlich.
  13. Auch was jetzt diese Frage von Natur - zwei Naturen des Gläubigen - betrifft. Schauen wir uns zunächst einmal an, was der Mensch vor der Bekehrung ist.
  14. In Römer 5 Vers 8 lesen wir: "Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus, da wir noch Sünder waren, für uns gestorben ist."
  15. Wir waren Sünder, auch später kommt dieser Begriff noch einmal vor. In 1.Korinther 2 und dem Judasbrief finden wir, dass der Mensch vor der Bekehrung als "natürlicher Mensch" bezeichnet wird.
  16. In Römer 6 heißt es, dass er "Sklave" ist, und zwar "Sklave der Sünde", "der Unreinheit" und auch "der Gesetzlosigkeit".
  17. Er ist ein "Ungerechter". (1.Korinther 6 Vers 9). Und er ist ein "Kind des Zorns", das heißt, geprägt durch den Zorn wie Epheser 2 das vorstellt.
  18. Das sind jetzt ein paar Beispiele, die Gottes Wort benutzt im Blick auf uns, die wir Sünder waren, die wir in diese Welt geboren werden.
  19. Einige Begriffe, die unser Leben kennzeichnen. Nach der Bekehrung werden wir nicht Sünder genannt,
  20. sondern zum Beispiel "Gerechte" (Römer 1, Römer 5, an vielen anderen Stellen). Da wird deutlich, dass der Gläubige ein "Gerechter" geworden ist.
  21. Gott bezeichnet ihn als "Heiligen". Nicht "Heiliger" im Sinne dessen, was wir von der Kirche her kennen,
  22. sondern ein Heiliger, den Gott abgesondert hat für sich selbst. Er ist "in Christus".
  23. Wenn der Christ vor Gott steht, sieht er Christus in ihm. Und wenn Gott auf Christus sieht, sieht er uns in ihm.
  24. "In Christus" - wir sind ganz eins gemacht, untrennbar verbunden mit dem Herrn Jesus, der verherrlicht zur Rechten Gottes ist.
  25. An anderer Stelle wird der Gläubige ein "geistlicher Mensch" genannt (1.Korinther 2). Auch ein Christ, ein Gläubiger, ist ein Sklave, aber nicht mehr der Sünde, der Gesetzlosigkeit,
  26. sondern er ist ein "Sklave der Gerechtigkeit", er ist "Sklave Christi". Oder er wird (Römer 8 zum Beispiel) "Kind Gottes" genannt.
  27. Und auch hier finden wir natürlich in Gottes Wort eine ganze Anzahl von weiteren Titeln, die dem Gläubigen gegeben werden.
  28. Das ist sozusagen der Charakter des Menschen ohne Gott und des Menschen, der bekehrt ist, der Frieden mit Gott hat.
  29. Was hat das jetzt mit der Natur zu tun? Ein Ungläubiger wird gesehen als "im Fleisch".
  30. Wenn man sich Johannes 3 anschaut, da spricht der Herr Jesus schon von diesem Thema und da sagt er in Vers 6 in seinem Gespräch mit Nikodemus:
  31. "Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren ist, so kann er nicht in das Reich Gottes eingehen. Was aus dem Fleisch geboren ist, ist Fleisch,
  32. und was aus dem Geist geboren ist, ist Geist." "Aus dem Fleisch geboren", und das ist jeder natürliche Mensch, der "ist Fleisch"
  33. und er ist auch "im Fleisch (Römer 7). Seine Natur ist sündig, sie ist geprägt durch Sünde (Galater 2 Vers 15).
  34. Im Unterschied dazu der Gläubige, er hat noch das Fleisch. Der Römerbrief zeigt das ganz deutlich in Römer 7.
  35. Römer 7 Vers 18: "Denn ich weiß", sagt Paulus, "dass in mir, das ist in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt".
  36. Der Gläubige ist nicht mehr "im Fleisch", aber er hat noch etwas - wir nennen das Natur - das "Fleisch" ist,
  37. das mit der Sünde verbunden ist, eine alte sündige Natur. Von einer solchen Natur spricht Jakobus, nämlich dass
  38. kein Mensch in der Lage ist, selbst die Natur zu bändigen. In Jakobus 3 geht es besonders darum, die Zunge zu bändigen und damit ist natürlich nicht das Organ der Zunge gemeint,
  39. sondern wirklich dieser Motor in dem Menschen, der sündigen möchte. Wir haben gesehen aus Johannes 3, dass der Gläubige "Geist" ist,
  40. denn er ist aus Gott geboren, ist aus dem Geist Gottes geboren und ist daher "Geist" und hat deshalb eine neue, geistliche, göttliche Natur.
  41. Das ist nicht der Heilige Geist, sondern das ist die neue Natur, das neue Leben, davon spricht auch Petrus in 2.Petrus 1 Vers 4.
  42. Ein Gläubiger hat auch das ewige Leben. Er hat neues Leben bekommen, dieses Leben ist gerade das Leben aus dem Geist Gottes.
  43. Wir sehen also, der Ungläubige hat nur eine Natur, das ist "Fleisch", ist "Sünde". Der Gläubige dagegen hat zwei Dinge in sich - ich nenne das mal ganz allgemein 'Dinge'.
  44. Er hat das Fleisch, die sündige Sache und er hat "Geist", das neue Leben, das von Gott kommt.
  45. In dieser Verbindung gibt es in dem Neuen Testament durchaus anspruchsvolle, schwierige Begriffe. Da wird zum Beispiel von dem "alten Menschen" gesprochen.
  46. In Epheser 4 sagt der Apostel Paulus dazu in Vers 22: "...dass ihr, was den früheren Lebenswandel betrifft, abgelegt habt den alten Menschen,
  47. der nach den betrügerischen Begierden verdorben wird." Da gibt es also den "alten Menschen". Man kann das vielleicht bezeichnen als den adamitischen Menschen,
  48. der alle vorstellbaren Sünden wiederholte, immer und immer wieder, immer in diesem Trab ist, aber bei dem Gläubigen wurde er mitgekreuzigt.
  49. Als der Herr Jesus an dem Kreuz von Golgatha gestorben ist, da ist dieser "alte Mensch" von dem, der sich bekehrt hat, mitgestorben.
  50. "Alter Mensch" - das macht deutlich, es muss einen "neuen Menschen" geben. Gottes Wort spricht von dem "alten Menschen" immer nur in der Vergangenheit
  51. und zeigt damit, wenn er von dem "alten Menschen" spricht, geht es um einen Gläubigen, der neues Leben hat, der aber früher diesen "alten Menschen" besaß.
  52. Dann wird aber auch von dem "Leib der Sünde" gesprochen. Der "Leib der Sünde", damit ist nicht einfach der Körper, der sündigt, gemeint,
  53. sondern es ist die Gesamtheit unseres sündigen Lebens. Der "Leib der Sünde" ist eine Maschine, vielleicht ein Automat,
  54. der den Körper als Instrument benutzt, denn sündigen tun wir natürlich mit unserem Körper. Mit der Zunge reden wir, mit den Händen schlagen wir, mit den Füßen treten wir und so weiter.
  55. Die Sünde wird vollbracht, wird ausgeführt, durch diesen Körper, aber der "Leib der Sünde" ist nicht der Körper, sondern ist die Maschine, ist das, was dahinter steht,
  56. was gerade diese Sünde in unserem Körper hervorbringt. Es ist also gewissermaßen ein abstrakter Begriff, kein fassbar, greifbarer, sichtbarer Leib gemeint,
  57. sondern es ist der Motor, der dahinter steht, der sich dann in konkreten Sünden äußert. Der "alte Mensch" ist mitgekreuzigt und hat dadurch als praktische Folge,
  58. dass der "Leib der Sünde" abgetan ist. Also ähnlich wie bei dem "alten Menschen" ist das Vergangenheit.
  59. Dieser "Leib der Sünde" besteht bei dem ungläubigen Menschen, nicht aber bei dem Gläubigen, da ist er abgetan.
  60. Dadurch gibt es eine ganz neue Identität für uns als Gläubige. Wir haben gesehen, der Stellung nach, so wie Gott uns sieht: "in Christus".
  61. Untrennbar verbunden mit dem Herrn Jesus. Wenn Gott den Herrn Jesus sieht, sieht er dich, wenn du dich bekehrt hast.
  62. Wenn er dich sieht, sieht er Christus. Wir haben eine neue Natur, eine Natur "Neues Leben", das Gott ehrt und ehren will.
  63. Aber wir haben gesehen, da gibt es auch noch die alte Natur, das weißt du aus deinem eigenen Leben, dass du noch sündigst. Und sündigen tut dieser Motor der alten Natur, der noch vorhanden ist.
  64. Nicht der "Leib der Sünde", der ist abgetan - der alte Mensch. Aber es gibt immer noch diesen Motor, dieses Fleisch,
  65. dass Gott nicht beseitigt hat, was sündigt und sündigen will. "In mir", haben wir in Römer 7 ganz am Anfang gelesen,
  66. "das ist in meinem Fleisch", das ist die alte Natur, da gibt es nur Böses. Diese alte Natur kann nichts Gutes tun, die will auch nichts Gutes tun,
  67. das ist die in mir wohnende Sünde. Aber wir haben gesehen in Römer 7 Vers 25, da gibt es einen erneuerten Sinn,
  68. da gibt es etwas Neues und das ist eine neue Gesinnung durch das neue Leben.
  69. Und diese neue Gesinnung, die kann nicht sündigen und die will auch nicht sündigen, sondern die will Gott in allem ehren.
  70. Was das für Konsequenzen mit sich bringt, wollen wir uns dann in einem zweiten Film anschauen zu diesem Thema der beiden Naturen.
  71. Aber jetzt schon haben wir verstanden, es gibt diese beiden in dem Gläubigen, aber es gibt eine neue Identität des Gläubigen.
  72. Gott sieht ihn nicht mehr mit der Sünde verbunden, sondern "in Christus" und an uns liegt es jetzt, so auch unser Leben zu führen.
  73. [Musik]

Zum Nachlesen