Das Video kommt von YouTube: erst beim Abspielen verbindet sich die Seite mit YouTube (Google).
Die Geschichte von Alexander von Humboldt – Zwischen Naturforschung und Staatsdienst
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 567 Zeilen
- Willkommen zu einer neuen Folge. Heute widmen wir uns Alexander von Humboldt, einem der größten Naturforscher seiner Zeit. Wir begleiten ihn von seinen
- abenteuerlichen Reisen bis hin zu seinem umfassenden Weltbild, das Natur und Kultur in einem großen Ganzen zu verbinden suchte. Wenn euch unsere
- historischen Hörbücher gefallen, vergesst nicht zu liken, zu teilen und unseren Kanal zu abonnieren, damit ihr keine neuen Folgen verpasst.
- Friedrich Wilhelm Heinrich Alexander von Humbold wurde am 14. September 1769 in Berlin geboren. Sein Vater, Alexander Georg von Humbold stammte aus Pommern,
- diente als preußischer Offizier und wurde nach seinen Verdiensten im siebenjährigen Krieg zum Kammerherrn der Prinzessin von Preußen ernannt. Im Jahr
- 1766 heiratete er Marie Elisabeth von Holvede, geborene Columb, die aus einer wohlhabenden, teils hugenotisch
- geprägten Familie stammte. Sie brachte aus ihrer ersten Ehe beträchtliches Vermögen mit, darunter das Schloss Tegel sowie ein Stadthaus in Berlin. Aus der
- zweiten Ehe gingen die beiden Söhne Wilhelm und Alexander hervor. Schon zu Lebzeiten wurde Alexander mitunter als Freiherr oder Baron bezeichnet. Er
- selbst widersprach diese Anrede nicht und verwendete den Titel gelegentlich sogar selbst. Rechtmäßig wurde er jedoch erst im Jahr
- den Nachkommen seines Bruders Wilhelm zugesprochen. Alexander selbst unterschrieb meist schlicht mit Alexander Humbold, oft
- sogar ohne den Namensbestandteil von Die Verbindung des Vaters zum preußischen Königshaus prägte das Leben der Brüder von Beginn an. Einer der Taufparten
- Alexanders war der Kronprinz, der spätere König Friedrich Wilhelm II. Nach der Scheidung des Thronfolgers im Jahr69
- zog sich Alexander Georg von Humbold aus dem Hofdienst zurück und widmete sich auf Gut und Schloss Tegel der Erziehung seiner Kinder. Zunächst übernahm der von
- den Ideen Jean-Jacques Rousseau, inspirierte Pädagoge Joachim Heinrich Kampe zwischen den Jahren 1769 und 1773
- sowie noch einmal im Jahr 1775 die Ausbildung der Knaben. Ab 1777 trat Gottlob Johann Christian Kund als Hauslehrer hinzu, der nach dem Tod des
- Vaters im Jahr 1779 zu einem engen Vertrauten der Familie wurde und der Mutter beraten zur Seite stand. Alexander galt seinen Erziehern
- lange als schwerfälliger, ja, lernunwilliger Schüler, während sein zwei Jahre älterer Bruder Wilhelm den Stoff mühelos erfasste. Doch zeigte
- Alexander früh eine Leidenschaft für Naturgegenstände. Er sammelte Steine, Pflanzen und Insekten, ordnete und beschriftete sie
- sorgfältig, sodass er bald den Beinamen der kleine Apotheker erhielt. Mit 10 Jahren entwarf er Karten des Planetensystems und sogar des fernen
- Amerika. Seine Neigung zur Naturbeobachtung verband er mit einem Talent für Zeichnung und Malerei. Unter Anleitung des Kupferstechers
- Daniel Nikolaus Chodovjetki erlernte er Radierung und Kupferstich. Bereits im Jahr 1786 stellte er seine Arbeiten in der ersten
- Kunstausstellung der Berliner Akademie aus. Eine Fähigkeit, die später in die eindrucksvollen Illustrationen seiner Reiseberichte einfließen sollte. Die
- Mutter, nun zweifach verwittwichtete alle Anstrengungen auf die Ausbildung ihrer Söhne mit dem Ziel, sie für den Staatsdienst vorzubereiten.
- Unter der Leitung von Gottlob Johann Christian Kund erhielten Wilhelm und Alexander Unterricht auf nahezu universitärem Niveau. Zu ihren Lehrern
- gehörten der Kammeralwissenschaftler Christian Konrad Wilhelm von Dom, der sich für die Emanzipation der Juden einsetzte, der Kammergerichtsrat Ernst
- Ferdinand Klein für Naturrecht und der Philosoph Jakob Engel. Darüber hinaus hörten die Brüder die naturwissenschaftlich philosophischen
- Vorlesungen des Arztes Markus Herz, eines Schülers Emmanuel Kanz und bewegten sich bald im Salon von Henriette Herz, wo sie mit der Berliner
- Aufklärung in Berührung kamen. Im Jahr 1787 schrieb die Mutter ihre Söhne an der brandenburgischen Universität Frankfurt
- an der Oder ein. Wilhelm studierte dort Rechtswissenschaften, Alexander die weniger angesehene Kameralwissenschaft. Beide fühlten sich akademisch
- unterfordert und verließen die Hochschule bereits nach einem Semester. Alexander kehrte nach Berlin zurück und bildete sich bei dem Botaniker Karl
- Ludwig Wildenhof fort. Am 25. April 1789 immatrikulierte er sich an der Georg August Universität Göttingen. Hier prägten ihn der Physiker Georg Christoph
- Lichtenberg und vor allem der Anatom Johann Friedrich Blumenbach. der Humbold in seinen Kreis junger Gelehrter aufnahm und ihm die Bedeutung empirischer
- Forschung für Anthropologie und Biologie vermittelte. Im Herbst desselben Jahres unternahm Alexander zusammen mit dem niederländischen Mediziner Steven Jan
- von Goin eine Reise an den Reihen. In Mainz lernte er den Naturforscher Georg Forster kennen, der bereits die Welt umrundet hatte und für Humbold den
- Idealtyp des wissenschaftlichen Reisenden verkörperte. Ende März bis Juli begleitete er Forster auf einer
- Forschungsreise von Mainz über den Niederreihen nach England und zurück über Paris, das sich im ersten Jahr nach dem Sturm auf die Bastie befand. Während
- Forster sich immer stärker den Idealen der Revolution verschrieb und als glühender Anhänger nach Paris zog, blieb Humbold in seiner Haltung ambivalent,
- wenngleich er sich klar für die Menschenrechte aussprach. Seine Ausbildung setzte er an der Hamburger Büschakademie fort, wo er
- Handelswissenschaften, Volkswirtschaft und Weltwirtschaft studierte. Dadurch ergaben sich für ihn vielfältige Gelegenheiten, Geographie und
- Reiseberichte intensiver zu studieren. Im Mai 1791 bewarb er sich bei dem Oberg Hauptmann Friedrich Anton von Heinitz um eine Tätigkeit in der Preußischen
- Bergverwaltung. Um die Voraussetzungen dafür zu schaffen, begann er ein Studium an der Bergakademie Freiberg, das er in nur Monaten statt der üblichen 3 Jahre
- abschloss. Unter dem Geologen Abraham Gottlob Werner verband er praktische Arbeit im Bergwerk. Er fuhr täglich um 6 Uhr morgens mit den Arbeitern ein, mit
- einem überaus intensiven Studium, bei dem er bis zu sechs Vorlesungen pro Tag besuchte. Diese Disziplin und der Drang Theorie und Praxis miteinander zu
- verbinden, sollten sein weiteres Leben prägen. In einem Teil der Forschungsliteratur wird die Ansicht vertreten, dass Alexander von Humbold
- homosexuell gewesen sei. Diese Vermutung war für manche seiner frühen Biographen negativ konnotiert und wurde lange Zeit verdrängt oder gar als unangemessen
- betrachtet. Die Frage nach seiner sexuellen Orientierung ist bis heute kaum erforscht. Der Historiker Andreas Daum wies 2019 darauf hin, daß Humbolts
- private Korrespondenzen aus den 90er Jahren des 18. Jahrhunderts den Eindruck eines durchaus sinnlichen Menschen vermitteln, der ein starkes Bedürfnis
- nach körperlicher Nähe zu Männern verspürte. In welchem Umfang dies sein Leben bestimmte, bleibt allerdings unklar, da
- Humbold bewusst einen Schleier der Privatheit über diese Seite seines Daseins legte. Daum äußerte die Vermutung, daß künftige
- Forschungen hier noch zu überraschenden Erkenntnissen gelangen könnten. Belegt ist, dass Humbold enge, zum Teil innige Beziehungen zu Männern pflegte. Bereits
- im Februar 178 schloss er mit dem Theologiestudenten Wilhelm Gabriel Wegener einen ewigen Freundschaftsbund.
- Der Historiker Bernt Ulrich Hergemöller nannte in seinem 2001 erschienenen Lexikon Indizien für homoerotische Bindungen nicht nur zu Wegener, sondern
- auch zu Johann Karl Freies Leben, zum Offizier Reinhard Samuel Christian von Halften, zum Maler Karl von Stäuben und zum Chemiker Josef Louis Gay Lak mit dem
- Humbold mehrere Jahre in Paris eine Wohnung teilte. Gerade die Beziehung zu Reinhard von Hälften, die weniger von intellektuellen Gemeinsamkeiten als viel
- mehr von emotionaler Nähe geprägt war, wurde von Biographen und Angehörigen lange verschwiegen oder mit fragwürdigen Deutungen überdeckt.
- Am 6. März 1792 erhielt Alexander von Humboldt seine Anstellungsurkunde als Bergassessor Kumvoto, also mit dem Recht, amtliche
- Gutachten zu verfassen. Kurz darauf wurde er mit der Untersuchung des Loterheiler Schiefers im neu zu preußen gekommenen Fürstentum Beirut betraut.
- Auf dem Weg dorthin inspizierte er auch den Kampfsdorf Könizer Bergbau und führte im Schmiedefelder wie Triolwerk tiefgreifende Veränderungen durch.
- Aufgrund eines besonders klaren und wegweisenden Berichtes wurde er schon nach einem halben Jahr zum Obergmeister befördert mit dem Auftrag, den Bergbau
- im Fichtelgebirge und im Frankenwald neu zu ordnen. Humbold reorganisierte die Förderung von Silber, Nickel, Zin, Eisen und Aller und Schiefer Gestein. Kümmerte
- sich um die bedrohten Goldgruben von Goldkronach und verbesserte die dortige Verhüttung. Er studierte alte Aufzeichnungen, fand neue abbauwürdige
- Gänge und griff auch in die Arbeitssicherheit sowie die Ausbildung der Bergleute ein. Seine Maßnahmen führten dazu, dass die Gruben in
- Goldkronach wieder Gewinne erzielten und bis zum Jahr 1861 betrieben wurden. Ein ähnlicher Erfolg gelang ihm mit dem Friedrich Wilhelm Stollen im Stebener
- Kupferbergbau. Zudem reformierte er die Bergbauasse, indem er ihr die Überschüsse der Bergämter zuführte. um so die soziale
- Lage der Arbeiter zu verbessern. Seine chemischen Analysen der Luft in den Gruben führten zur Entwicklung einer Lampe, die auch in sauerstoffarmer
- Umgebung zuverlässig brannte. Bei einem Selbstversuch in einem Schacht wurde Humbold durch giftige Gase ohnmächtig, doch gerade die eigene Lampe trug zu
- seiner Rettung bei. Er konstruierte außerdem eine Respirationsmaschine, einen frühen Vorläufer der Atemschutzmaske, die jedoch in der
- Praxis nicht übernommen wurde. Mit eigenen Mitteln gründete Humboldt die erste Arbeiterbergschule Deutschlands, zunächst in Stäben. Dort konnten junge
- Männer zwischen 12 und 30 Jahren nach Schicht Ende bis 11 Uhr nachts Fächer wie Mineralienkunde, bergmännisches Rechnen, Bergrecht, Maschinen und
- Kompasskunde erlernen. Da es an geeignetem Lehrmaterial mangelte, verfasste Humbold die Lehrbücher selbst. In einem Brief an seinen Freund Johann
- Karl Freies Leben äußerte er über seine Tätigkeit in Goldkronach überschwängliche Freude und betonte, er sei glücklicher, als er es je gewagt
- habe zu hoffen. Während seiner Jahre im Staatsdienst begegnete Humbold einflussreichen Persönlichkeiten, darunter Karl Freiherr vom Stein und
- Karl August von Hardenberg, die später bei den preußischen Reformen eine bedeutende Rolle spielen sollten. von seinem Ressortminister Friedrich Anton
- von Heinitz wurde er im Jahr 1794 zum Bergrad und im Jahr 175 zum Obergrad ernannt. Trotz dieser schnellen Karriere bat Humbold am 26. März desselben Jahres
- um seine Entlassung aus dem Staatsdienst, um endlich seinen Jugendtraum von großen Forschungsreisen verwirklichen zu können. Neben seiner
- Verwaltungstätigkeit arbeitete Humbold auch wissenschaftlich. Er veröffentlichte die Flora Fribergensis Speziman, in der er Pilze und Flechten
- beschrieb, darunter mehrere Erstnachweise neuer Arten. Dabei stellte er Verwandtschaftstafeln auf, die jedoch noch nicht auf stammes geschichtlichen
- Beziehungen, sondern auf äußerer Ähnlichkeit beruhten. Er erkannte zudem die Bedeutung der Spaltöffnungen für den Wasserhaushalt der Pflanzen und
- untersuchte den Einfluss der Luftbestandteile auf das Wachstum. Darüber hinaus wandte er sich der damals aktuellen Erforschung der tierischen
- Elektrizität zu. In unzähligen Versuchen, oft gemeinsam mit seinem Bruder Wilhelm und nicht selten am eigenen Körper, untersuchte er die
- Wirkung elektrischer Ströme auf Muskeln und Nerven. Mit galvanischen Zellen aus Zink und Silber reizte er künstlich erzeugte Wunden auf seinem Rücken, um
- die Muskelbewegungen zu studieren. Im Gegensatz zu Alessandro Wolter blieb Humbold überzeugt von der Existenz einer eigenen tierischen Elektrizität.
- Seine Versuche veröffentlichte er im Jahr97 unter dem Titel Versuche über die gereizte Muskel und Nervenpfaser.
- Diese Schriften wurden in der zeitgenössischen Fachliteratur häufig zitiert und hatten großen Einfluss auf die Physiologie.
- Auch während seiner späteren Südamerika Expedition setzte er diese Experimente fort, etwa in seinen Studien zum Zitterahl. In seinen letzten
- Lebensjahrzehnten unterstützte er die elektrophysiologischen Forschungen von Emil Heinrich Dubo Remont, dessen Ergebnisse er als Fortführung seiner
- eigenen Arbeiten betrachtete. Parallel zu seinen Erfahrungen im Bergbau begann Alexander von Humbold sich intensiv mit Fragen der Chemie zu beschäftigen. Dabei
- standen stets praktische Probleme im Vordergrund. Er untersuchte die Entstehung und Zusammensetzung von Grubengasen, führte Messungen zum
- Sauerstoffverbrauch durch und erforschte die Bildung von Kohlendioxid. Er erkannte die Jahreszeitlichen Schwankungen im Anteil dieses Gases an
- der Luft und stellte fest, dass ein erhöht Kohlendioxidgehalt bis zu einer gewissen Grenze das Wachstum von Pflanzen beschleunigt.
- Besonders fesselte ihn die Chemie der Luft und ihrer Bestandteile. Er stellte die Konstanz der Luftzusammensetzung in unterschiedlichen Höhenlagen fest.
- Gemeinsam mit seinem engen Freund, dem französischen Chemiker Josef Lis Gusak, wies er im Jahr 1805 durchiometrische Versuche nach, dass im Wasser das
- Verhältnis von Sauerstoff zu Wasserstoff ein:2 beträgt. Daneben unternahm er Experimente zu den Nitrosengasen. Als Bergbeamter verfasste Humbold auch
- Gutachten zur Produktion von Glas, Porzellan und Steingut. Durch seine chemischen Publikationen wurde er schon früh wissenschaftlich anerkannt. Am 4.
- August des Jahres 1800 wurde er von der königlich-preußischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin als außerordentliches Mitglied aufgenommen
- und als Schimiste Celebre, als berühmter Chemiker bezeichnet. Bereits seit dem Jahr93 hatte sich Alexander von Humbold neben
- seiner Tätigkeit als Bergbeamter zielstrebig auf eine große Forschungsreise nach Übersee vorbereitet.
- Im November des Jahres96 erbte er nach dem Tod seiner Mutter ein beträchtliches Vermögen. Damit schied er aus dem Staatsdienst aus, um sich als
- unabhängiger Naturforscher zu etablieren. Sein großes Ziel war eine Physik du, eine umfassende Darstellung des
- physischgeographischen Wissens seiner Zeit, zu der er durch eigene Beobachtungen entscheidend beitragen wollte. Ende des Jahres6
- formulierte er seine Pläne brieflich. Er wolle sich einige Jahre vorbereiten, Instrumente sammeln, ein bis anderthalb Jahre in Italien verbringen, um die
- Vulkane gründlich zu studieren, dann über Paris nach England gehen und schließlich mit englischen Schiffen nach Westindien aufbrechen. In den Jahren der
- Vorbereitung nutzte Humboldt jede Möglichkeit, seine Kenntnisse systematisch zu vertiefen. Er las die neuesten Reiseberichte, pflegte
- persönlichen Kontakt zu führenden Zen, Botanikern und Astronomen und erprobte ständig wissenschaftliche Messinstrumente in verschiedenen
- Landschaften, etwa in den Alpen. Außerdem entwickelte er ein eigenes Verfahren, die sogenannte Pasigraphie, eine Zeichensprache, mit der er
- geographische Erscheinungen durch Buchstaben, Pfeile, Symbole und Abkürzungen systematisch festhielt. Im Mai des Jahres
- begab er sich nach Paris, wo er in Vorträgen und Diskussionen sein wissenschaftliches Renaom festigte und seine Ausrüstung vervollständigte.
- Hier begegnete er dem französischen Botaniker Em Jacques Alexandre Bompl, der sein treuer Gefährter auf den kommenden Reisen werden sollte. Seine
- Pläne waren jedoch durch die politischen Umwälzungen der Zeit immer wieder gefährdet worden. So mußte er im Dezember des Jahres 1798
- den Versuch abbrechen, sich der ägyptischen Expedition Napoleons anzuschließen. Stattdessen begaben sie sich mit ihren zahlreichen Instrumenten
- zu Fuß nach Madrid, um die Unterstützung der spanischen Krone zu gewinnen. Unterwegs führten sie unzählige Messungen durch und gaben erstmals
- genauen geographischen Aufschluss über die Gestalt der spanischen Hochebene. In Madrid überzeugte Humbold mit seiner Fachkenntnis im Bergbau, mit
- diplomatischem Geschick und dank seiner ausgezeichneten Sprachkenntnisse. Er erhielt von der spanischen Krone einen Forscherpass, wie ihn nach seiner
- eigenen Einschätzung noch nie ein Ausländer bekommen hatte. Dieser sicherte ihm Handlungsfreiheit und die Unterstützung aller Gouverneure und
- Beamten in den spanischen Kolonien. Spanien hoffte, dass eine solche private Expedition auch ökonomische Vorteile bringen könnte. Tatsächlich führten
- Humbolz später veröffentlichte Beschreibungen der mexikanischen Silberminen zu umfangreichen Investitionen ausländischer Unternehmer.
- Die portugiesische Regierung reagierte hingegen misstrauisch. Im Jahr 1800 erließ sie einen Haftbefehl für den Fall, daß Humboldt die
- portugiesische Kolonie Brasilien betreten sollte. aus Furcht, er könnte revolutionäre Ideen verbreiten oder als Spion tätig sein. Am 5. Juni des Jahres
- 1799 stachen Alexander von Humbold und Emy Jacques Alexandre Bomplan von La Corunia aus mit der spanischen Fregatte Pizaro
- in See. Noch am Tag der Abreise schrieb Humbold in einem Brief. Er wolle Pflanzen und Fossilien sammeln, astronomische Beobachtungen mit seinen
- modernen Instrumenten anstellen und die Luft chemisch zerlegen. Doch das sei nicht das Hauptziel seiner Reise. Vielmehr wolle er das Zusammenwirken der
- Kräfte, den Einfluss der unbelebten Natur auf die belebte Tier und Pflanzenwelt erkennen und die Harmonie des Ganzen erfassen.
- Nach einem Zwischenaufenthalt auf der Kanareninsel Teneriffa bestiegen die beiden den Pico dele. registrierten die Vegetationszonen und übernachteten in
- einer Höhle am Berg, bevor sie den Krater untersuchten. Am 16. Juli des Jahres 1799, 20 Tage nach der Abfahrt von Teneriffa
- ankerte die Pizaro an der Küste von Neugranada im heutigen Venezuela. In der Stadt Kumana gingen sie an Land. Dort erlebten sie einen Sklavenmarkt,
- dessen Grausamkeit Humbold tief erschütterte. Von da an wurde er ein überzeugter Fürsprecher der Abschaffung der Sklaverei. Von Kumana aus setzten
- die beiden ihre Reise nach Karas fort. Humbolds große Amerika Expedition lässt sich in drei zeitlich etwa gleich lange Phasen gliern. Eine erste Phase mit der
- Erkundung des Orinoko. Eine zweite, die von Cuba über das heutige Kolumbien und Ecuador nach Peru führte und eine Dritte, die vorwiegend dem
- Vizekönigreich Neuppanien, also Mexiko, gewidmet war. Die erste Unternehmung begann im Februar 1800 in Caracas und führte zunächst zum Fluss Apure. Von
- dort ging es indessen Unterlauf in das Strombett des Orinokco, das Strom aufwärts so weit wie möglich nach Süden befahren wurde. Danach verließen sie den
- Hauptstrom, um über den Rio Atabo, weiter südlich den Rio Negro zu erreichen, einen Zufluss des Amazonas. Befahren wurde das weit verzweigte
- Gewässernetz in einer Piroge, einem mit Axt und Feuer ausgehühlten Baumstamm von etwa 13 m Länge und knapp 1 m Breite, gesteuert von einem Steuermann und vier
- indigenen Ruderan. Am Heck war ein niedriges Blätterdach angebracht, an dessen tragfähigen Teilen Käfige mit eingefangenen Vögeln und Affen hingen.
- Die mitgeführten größeren Messinstrumente schränkten die Bewegungsfreiheit zusätzlich ein. Auf dem Rio Negro erreichten sie die
- Einmündung des nordöstlich direkt zum Orinoko zurückführenden Rio Kasikiade und belegten, indem sie ihn in ganzer Länge Fluss aufwärts befuhren, den
- tatsächlichen Zusammenhang der beiden großen Stromsysteme entgegen der verbreiteten Lehrmeinung, es gäbe zwischen den großen Flusseinzugsgebieten
- der Erde keine natürlichen Verbindungen. Am 20. Mai 1800 gelangten sie wie erwartet zur Bifurkation des Orinoko, wo der Strom sich in zwei Arme gabelt. Das
- wichtigste Ziel dieser Etappe war damit erreicht. Für den Rückweg konnten sie nun Fluss abwärts auf dem Orinoko fahren, folgten ihm bis Angostura, dem
- heutigen Chiodat Bolivar und schlugen sich anschließend in der quälenden Hitze der Lanus nordwärts bis zur Küstenstadt Nueva Barcelona durch, die sie am 23.
- Juli 1800 erreichten. Sie überstanden diese rund 2250 km lange Flussfahrt, trotz extremer Strapazen und obwohl Emy Jacqu Alexandre
- Bplan zuletzt in Angostura, dem Tod nahe war, neben glücklichen Wendungen in Gefahr trugen vor allem Entschlossenheit und eine erstaunliche physische
- Belastbarkeit zum Gelingen bei. Der als Jugendlicher oft kränkelnde Alexander schrieb nach Hause: "Die Tropenwelt ist mein Element. und ich bin nie so
- ununterbrochen gesund gewesen als in den letzten zwei Jahren. Am Atabo, wo die Wilden stets am Faulfieber leiden, widerstand meine
- Gesundheit unbegreiflich gut. Zum Gesamterfolg trug auch ein unermüdlicher Arbeitsrhythmus bei. Humbold fertigte unablässig Ortsbestimmungen, Messreihen
- und die Orinoko Karte. Em Jacqu Alexandre Bplan Botanisierte, beide zeichneten und notierten, selbst unter widrigsten Umständen. Vier Monate
- hindurch schliefen wir in Wäldern, umgeben von Krokodilen, Boas und Jaguaren. Nichts genießend als Reis, Ameisen, Maniok, Pisang, Orenokovassa
- und bisweilen Affen. In Guayana, wo man wegen der Moskiten, die Luft verfinstern, Kopf und Hände stets verdeckt haben muss, ist es fast
- unmöglich am Tageslicht zu schreiben. Man kann die Feder nicht ruhig halten, so wütend schmerzt das Gift der Insekten. Alle unsere Arbeit musste
- daher beim Feuer in einer indianischen Hütte vorgenommen werden, wo kein Sonnenstrahl eindringt und in welcher man auf dem Bauche kriechen muss. Hier
- aber erstickt man wieder von Rauch, wenn man auch weniger von den Moskiten leidet. Die zweite Südamerika Etappe begann nach
- einem Zwischenaufenthalt in Havana, wo Humboldt das Material für seinen Essay Politik Sir Lil de Küber erarbeitete am 30. März 1801 in Katagena an der
- karibischen Küste des heutigen Kolumbien. Humbold hatte vernommen, er könne sich an der peruanischen Küste der französischen Weltumschiffung unter
- Kapitän Nikola Baudin anschließen. Auf dem Weg dorthin drängte sich sein seit langem geplantes Andenforschungsprogramm auf. Von Barankas Nuevas fuhren sie den
- Rio Magdalena Fluss aufwärts. Er schrieb dazu: "Uns Magdalena Reise bildete schreckliche Tragödie. Von den 20 dunklen Ruderknechten ließen wir acht
- auf dem Wege zurück. Ebenso viel lanktenleich und mit stinkenden Geschwüren in Honda an. Nach einem viertägigen steilen Aufstieg erreichten
- sie die Andenhochfläche und hielten sich in Bogotá auf, wo sie der Leiter der königlichen botanischen Expedition José Celestino Mutis mit großem Aufwand
- empfingen. Humboldt erstattete dem Vizekönig zu dem Gutachten zu Silbergruben und Goldproduktion. Die Weiterreise über die Anden erwies
- sich als äußerst beschwerlich. Dicke Wälder liegen zwischen Moresten. Die Maultiere sinken bis auf den halben Leib ein und man muß durch so tiefe und
- enge Schlüchte, dass man in Stollen eines Bergwerks zu kommen glaubt. Auch sind die Wege mit den Knochen der Maultiere bepflastert, die hier vor
- Kälte oder Mattigkeit umfielen. Nach einem langen Marsch, der am 19. September 1801 begann und über Pupayan führte, erreichten sie am 6. Januar des
- folgenden Jahres, die Stadt Kito. Dort fanden sie Unterkunft im Haus des Herzogs Juan Pio Montufa Ilarea, dessen Sohn Carlos sich der Expedition
- anschloss und die Forscher von nun an begleitete. Wie schon zuvor richtete Humbold seine Aufmerksamkeit auf die Vulkane der Region. Den Picincha bestieg
- er nach einem ersten vergeblichen Versuch schließlich zweimal. Während der zweiten Besteigung wurde er von einem schweren Erdbeben überrascht. dessen
- heftige Stöße er mit größter Sorgfalt protokollierte. Am 23. Juni des Jahres 180 wagten die drei den Aufstieg auf den Chimborazo, dessen Gipfel mit mehr als
- 6200 m Höhe zu den höchsten Erhebungen der Erde zählt. Bis wenige 100 Meter unter den Kraterrand drangen sie vor, ehe eine tiefe Felsspalte den Weg
- versperrte und sie zur Umkehr zwang. Gleichwohl galt die erreichte Höhe über drei Jahrzehnte hinweg als Weltrekord. Der Preis für diese Leistung war hoch.
- Alle drei litten unter den quälenden Symptomen der Höhenkrankheit, Schwindel, Übelkeit sowie Blutungen aus Lippen und Zahnfleisch. Nach raschem Abstieg nach
- erforschte die Expedition den Oberlauf des Maragon im Quellgebiet des Amazonas, überquerte wieder die Anden und untersuchte Inkaüberreste bei Kahamaka.
- Nach ihren Messungen passierten sie den magnetischen Äquator. Humboldt beobachtete vieler Orts die tagesperiodische Schwankung der
- Schallintensität, den später sogenannten Humboldeffekt und lieferte dafür im Jahr 1820 eine Erklärung. Als sie nach vierfacher Antenquerung am 23. Oktober
- 180 in Lima eintrafen, war die zweite große Etappe erfolgreich abgeschlossen. Zwischen etwa 10° nördlicher und 10° südlicher Breite hatten sie Klima und
- Vegetationsstufen des tropischen Hochgebirges in großer Vielfalt durchmessen. Mit der Beobachtung des Merkurtransits am 9. November 180 im
- Hafen von Kalao gelang Humbold zudem eine präzisere Längengradbestimmung Limas, die lange als Richtwert für den gesamten südwestlichen Teil des
- Kontinents diente. Dort studierte er auch die Düngewirkung von Guano, dessen Einsatz in Europa daraufhin Schule machte. Der ursprünglich geplante
- Anschluß an die französische Weltumschiffung zerschlug sich, sodass die Expedition ihre Pläne ändern musste. Nach einem Aufenthalt in Guayakel, wo
- Humboldt durch Temperaturmessungen die später nach ihm benannte kalte Meeresströmung nachwies, begann am 23. März 180 in Akapulko die dritte und
- einjährige Mexikoetappe. Mit Hilfe barometrischer Höhenmessungen entlang der Route von Akapulko über Mexiko Stadt bis nach Verrau entwarf
- Humbold ein detailliertes Höhenprofil Zentralmexikos. In Mexico Stadt sammelte er das Material für sein landeskundliches Hauptwerk über
- das Vizekönigreich Neuspanien. eine umfassende Darstellung politischer, sozialer und ökonomischer Verhältnisse samt weitreichenden
- Bevölkerungsstatistiken. Ein Grundstein der modernen wissenschaftlichen Geographie, vergleichbar seinem Kuba Werk, zu dem er
- im März und April 1804 in Havana Vorstudien anstellte. Außerdem trug er Beobachtungen zu epidemischen Infektionskrankheiten,
- insbesondere zum Gelbfieber zusammen und beschrieb sie später als Herausforderung für Medizin und Gesellschaft. Den Abschluss bildete Besuch in den
- Vereinigten Staaten, wo Humboldt nicht zuletzt aufgrund seiner intensiven Reisekorrespondenz bereits höchstes Ansehen genoss und
- unter anderem drei Wochen als Gast des Präsidenten Thomas Jefferson in Washington und in Philadelphia verbrachte. Am II. Dr. August des
- Jahres4 betraten Alexander von Humboldt und Emme Jacques Alexandre Bonplan in Bordeaux wieder europäischen Boden. Dass ein
- Privatmann eine solch gewaltige Unternehmung vollständig aus eigenen Mitteln finanzierte, war bis dahin beispiellos. Humboldsvermögen war um
- etwa ein Drittel geschmolzen und sollte sich in den drei folgenden Jahrzehnten vollend aufbrauchen, in jener Zeit, in der er sein monumentales Reisewerk in 30
- Bänden verfasste und drucken ließ, das umfangreichste private Forschungsunternehmen seiner Epoche. Obgleich er unter dem Schutz der
- spanischen Krone reiste und für viele Untersuchungen auf die Kooperation der Kolonialverwaltungen angewiesen war, lässt sich aus seinen Tagebüchern und
- späteren Schriften klar ablesen, dass Humbold die bestehenden Verhältnisse für unhaltbar hielt. Gegen die von Monokulturen und Sklavenarbeit geprägte
- gegenwärtige Zwangslage setzte er die Verbindung von natürlicher Ordnung und menschlicher Freiheit. Er schrieb: "Die Abschaffung dieser Zwangslage würde
- Produktion in selbständiger freier Existenz ermöglichen, die Handelsabhängigkeit verringern und eine natürliche Ordnung herstellen. Sklaven
- Hassenders setzten unnatürliche Verhältnisse voraus und begründeten neue noch unnatürlichere. Was aber gegen die Natur ist, ist
- ungerecht, schlecht und ohne Bestand." In seinem politischen Essay über die Insel Kuba formulierte er unmißverständlich:
- "Ohne Zweifel ist die Sklaverei das größte aller Übel, welche die Menschheit gepeinigt haben. Sei es, dass man den Sklaven betrachtet, wie er seiner
- Familie in der Heimat entrissen und in die Schiffsräume eines für den Negerhandel zugerichteten Fahrzeugs geworfen wird, oder dassß man ihn als
- einen Teil der Herde schwarzer Menschen, die auf dem Boden der Antillen zusammengefercht wird, betrachtet. Eine Besserung könne nur von
- europäischen Regierungen ausgehen, welche ein Gefühl für Menschenwert haben und wissen, dass jede Ungerechtigkeit einen Keim der Zerstörung in sich trägt.
- Doch werde es dazu nicht kommen, solange nicht die Gesamtheit der Eigentümer und die Kolonialversammlungen oder Legislaturen die nämliche Ansicht teilen
- und nach einem wohlberechneten Plan zusammenarbeiten, um die völlige Aufhebung der Sklaverei in den Antillen zu erzielen. In einer zu Lebzeiten
- unveröffentlichten Schrift zeigte er sich skeptisch. Die europäischen Regierungen haben so viel Erfolg in der Verbreitung des Hasses und der
- Uneinigkeit in den Kolonien erzielt, daß man in diesen die Freuden des geselligen Lebens kaum kennt. Aus dieser Lage entsteht eine Verwirrung von Ideen und
- unbegreiflichen Meinungen, eine allgemeine revolutionäre Tendenz, aber dieser Wunsch beschränkt sich darauf, die Europäer zu vertreiben und sich
- danach gegenseitig zu bekriegen. Besonders scharf kritisierte er in seinem Reisetagebuch die Willkürherrschaft mancher Mönche in den
- Missionen, vor allem in Venezuela. Durch Intrigen, bei denen indigene Gemeinden durch einseitige Belohnungen gegeneinander ausgespielt worden sein,
- habe sich ein Unterdrückungsregime etabliert. Es gibt keine unbegrenztere Despotie als die der Mönche. Welche schreckliche Vorstellung, daß derselbe
- Mensch, der von den Sünden freispricht, der nach seinem Belieben den mildesten Trost eines zukünftigen glücklicheren Lebens entziehen kann, auch Herr und
- Gebieter über euer Eigentum, die Früchte eures Ackerbaus, eure geringfügigsten Handlungen ist. Der Missionar versucht, sein Dorf wie ein Kloster zu behandeln.
- Alles geschieht nach dem Ton der Glocken. Der Indio ist nicht einen einzigen Augenblick in seinen Handlungen frei. Der Indio will nichts anbauen,
- weil alles, was er hervorbringt, dem Pater gehört. In Paris suchte Alexander von Humboldt den Anschluss an die wissenschaftlichen Entwicklungen der
- vergangenen fünf Jahre und fand ihn rasch. Die Gelehrtenwelt bereitete ihm einen glanzvollen Empfang. Forscherinnen und Forscher sagten ihm umfassende
- Unterstützung bei der Klärung fachlicher Fragen zu. Dieses Netzwerk war unverzichtbar, denn Humboldt plante weit mehr als eine bloße Schilderung seiner
- Erlebnisse, Eindrücke und Messergebnisse. Wenn er etwa über den Getreideanbau oder die Kakao und Kaffeeernte im Orinoko Gebiet schrieb,
- ordnete er diese Beobachtungen stets in die geographischen und wirtschaftlichen Zusammenhänge der gesamten damals bekannten Welt ein. Verbindungen, die
- sich nur durch das Wissen anderer Experten herstellen ließ. Für diese enge Zusammenarbeit und die bestmögliche verlegerische Qualität seines Reisewerks
- war Paris der ideale Ort. Rückblickend schrieb Humboldt: "Ich wählte Paris zum Aufenthalte, in dem kein Ort des Kontinents damals einen
- gleichzugänglichen Schatz von wissenschaftlichen Hilfsmitteln darbotht, keiner ebenso viel große und tätige Forscher einschloss als jene
- Hauptstadt. Weniger Neigung verspürte er, die Türme Berlins wiederzusehen. Im Sommer des Jahres 180 unternahm er deshalb eine mehrmonatige Italienreise,
- um gemeinsam mit Joseph Louis Gay Lüsaac den Vulkanismus zu studieren und besuchte dabei in Rom seinen Bruder Wilhelm von Humbold, dessen
- eindringlichen Mahnungen und dem werbenden Druck des preußischen Königshauses folgend, reiste Alexander anschließend doch nach Berlin.
- Unmittelbar nach seiner Rückkehr bedachte ihn König Friedrich Wilhelm II. mit einer Pension von 2500 Talern und ernannte ihn bald darauf zum königlichen
- Kammerherrn, beides ohne konkrete Dienstpflichten. Von November des Jahres 1805 an setzte Humboldt seine wissenschaftliche Arbeit
- in Berlin fort. Seine Mitgliedschaft in der preußischen Akademie der Wissenschaften wurde im Jahr 1806 von einer außerordentlichen in eine
- ordentliche umgewandelt und er beteiligte sich in den folgenden Jahren intensiv an ihrer Arbeit. Nach dem militärischen Zusammenbruch Preußens
- infolge der Schlachten bei Jena und Auerstedt im Jahr 1806 erlebte er die Besetzung Berlins durch französische Truppen und die Plünderung von Schloss
- Tegel, das seinem Bruder Wilhelm im Zuge der Erbteilung zugefallen war. Alexanders Berliner Wohnung lag damals in der Friedrichstraße 189.
- Seine guten Kontakte zur französischen Seite nutzte er, um Schäden an den eigenen Familiengütern zu begrenzen und manche Härte der Besatzungspolitik im
- öffentlichen Raum abzumildern. Mehrfach lehnte er Angebote ab, preußischer Kultusminister zu werden. Die Gunst des Königs bewahrte er sich
- trotzdem. Als weltläufiger Gesprächspartner und kundiger Begleiter stand er dem Monarchen gelegentlich zur Verfügung, etwa im Jahr 1814
- bei einem Parisbesuch nach dem Sieg der Koalition über Napoleon oder im Jahr 1822 anlässlich des Kongresses in Verona mit
- anschließenden Besichtigungen in Venedig und Rom. Humbolds weltmännisches verbindliches Auftreten, seine Sprachgewandtheit und fesselnde
- Erzählkunst machten ihn rasch zum Mittelpunkt jeder Gesellschaft. Johann Wolfgang Göte hatte bereits im Jahr 1797
- über ihn gesagt: "Die Gegenwart des Herrn Bergrad von Humbold macht mir, ich darf wohl sagen, eine ganz besondere Epoche, indem er alles in Bewegung
- setzt, was mich von vielen Seiten interessieren kann. Ich darf ihn wohl in seiner Art einzig nennen, denn ich habe niemanden gekannt, der mit einer so
- bestimmt gerichteten Tätigkeit eine solche Vielseitigkeit des Geistes verbende. Es ist inkalkulabel, was er noch für die Wissenschaft tun kann. Als
- die französischen Forderungen nach Kriegschädigung Preußen an den Rand des Ruins brachten, entsandte Freiherr vom Stein, der als Reformer berufen war, im
- November des Jahres 1807 eine Gesandschaft nach Paris. Ihr stand Prinz Wilhelm, der Bruder des Königs, vor Alexander von Humbold
- begleitete sie als Berater. Für ihn bedeutete dies zugleich eine willkommene Gelegenheit, die Arbeit an seinem großen Reisewerk am bestmöglichen Ort
- fortzusetzen. Zwar scheiterte die diplomatische Mission, doch erhielt Humbold ausdrücklich die Erlaubnis in Paris zu
- bleiben. Ein Recht, dass er mit Konsequenz und Geschick fast zwei Jahrzehntelang behauptete. An der Pariser Wissenschaftsszene wirkte er
- gestaltend mit. Bereits im Jahr 1807 zählte er zu den Gründungsmitgliedern der Societ Dary. Dieser Forschungsgemeinschaft schloss sich im
- Jahr 1809 der katalanische Physiker François Aragot an, mit dem Humbold fortan in enger Freundschaft verbunden blieb. Mit Simon Boliva, den er dort
- ebenfalls traf, entwickelte sich zudem eine lebhafte Korrespondenz. In den Jahren bis 1827
- nahm Humboldt bei Jean-Marie Constant Duhamel privaten Mathematikunterricht und besuchte später in Berlin wiederum mathematische Vorlesungen an der
- Universität. Ein weiteres Beispiel für seinen Anspruch, sich methodisch stets auf der Höhe der Zeit zu halten. Beständig äußerte er den Plan, seine
- naturkundlichen Forschungen auf die östliche Hemisphäre auszuweiten, um durch Vergleich und Differenzierung ein umfassendes Bild aus der
- Vielgestaltigkeit der Erde und ihrer Bewohner zu gewinnen. Besonders lockten ihn Indien, der Himalaya und Tibet. Als er im Jahr 1811 bereits zum zweiten Mal
- das Angebot erhielt, an einer russischen Expedition teilzunehmen, schrieb er: "Es kostet mir viel, die Hoffnung aufzugeben, die Ufer des Ganges mit
- ihren Bananenbäumen und Palmen zu sehen. Ich bin jetzt 42 Jahre alt und wünsche eine Expedition zu unternehmen, welche 7 bis 8 Jahre dauert. Aber um die
- Equinoalgegenden Asiens zu opfern, ist es nötig, daß der Plan, den man mir vorzeichnen wird, ausgedehnt und breit sei. Der Kaukasus zieht mich weniger an
- als der Beikalsee und die Vulkane der Halbinsel Kamchatka. Kann man nach Kabul, Samarkant und Kaschmir eindringen? Napoleons
- Russlandfeldzug im Jahr 1812 machte diese Pläne zu nichte. Eine neue vielversprechende Option ergab in den Jahren 1817 und 1818,
- als sein Bruder Wilhelm Preußischer Gesandter in London war. Alexander erwarb die Unterstützung des Prinzregenten und von George Kenning,
- dem Präsidenten des Board of Control der britischen Ost-Indienkpanie, sowie eine Finanzierungszusage von König Friedrich Wilhelm dem II. Nach über
- zweijährigen intensiven Vorbereitungen scheiterte das Projekt vermutlich an Widerständen innerhalb der Ost-Indienkpanie. Humbolds kritischer
- Blick auf koloniale Verhältnisse war dort nicht überall willkommen. Die Aufarbeitung der Amerikareise trieb Humbold unterdessen systematisch voran.
- Schon während der Expedition hatte er durch dichte Korrespondenz und durch das Versenden von Belegstücken aus der mit Emy Jacques Alexandre Bonplan angelegten
- Pflanzensammlung dafür gesorgt, dass die Reise in den europäischen Wissenschaften stetige Beachtung fand. In Berlin nahm Karl Ludwig Wildenau,
- Direktor des Botanischen Gartens, und früher Förderer Humbolds, die Sendungen entgegen und begann zu publizieren. Andere große Sammlungsanteile gab
- Humbold an das Museum National Distoire naturell in Paris, eine damals weltweit einzigartige, von Anfang an global ausgerichtete Institution. Erst ab dem
- Jahr 1813, als Karl Sigismund Kund in Paris die systematische Bearbeitung übernahm, nahm die Dokumentation der botanischen Erträge konkrete Formen an.
- In den sieben Bänden der Nova Genera Plantarum veröffentlichte Kund zwischen den Jahren 1815 und 1825
- den botanischen Ertrag der amerikanischen Forschungsreise. Zugleich wuchs das amerikanische Reisewerk Voyage au Equinoxial du
- Nouveau Continent weit über die ursprüngliche Konzeption hinaus. Die 30 Bände erschienen zwischen den Jahren und 1834.
- Zehn Bände im Folio, 20 im Quartformat. Neben zahlreichen Fachgelehrten aus unterschiedlichen Disziplinen, die inhaltlich zuarbeiteten, waren annähernd
- 50 Spezialistinnen und Spezialisten für die bildlichen Darstellungen tätig. Allein die Kupferstiche summierten sich auf 1452.
- Was seinen Qualitätsmaßstäben nicht genügte, ließ Humbold auf eigene Kosten neu fertigen, bis hin zu bereits gestochenen Platten, fertigen Drucklagen
- und im Extremfall sogar einem ganzen Band. Im Jahr 1827 schließlich, als die Vorarbeiten für die Gesamtpublikation im Wesentlichen
- abgeschlossen waren, entfiel aus Berliner Sicht der Grund für den Daueraufenthalt in Paris. Der König beorderte seinen Kammerherrn zurück.
- ernannte er ihn zum wirklichen geheimen Rat mit dem Prädikat Exzellenz. Humboldt nahm es mit der Heimkehr indess nicht eilig und reiste zunächst nach London,
- um Kontakte zu pflegen und das Gesellschaftsleben zu genießen. Dort wagte er im Alter von 57 Jahren anlässlich des ersten Tunnelbaus unter
- der Temse spektakuläre Tauchfahrt. In einer an einem Schiffskran befestigten rund 2 Tonnen schweren Taucherglocke mit dicken Glasscheiben, die den Blick in
- das trübe Flusswasser erlaubten, ließ sich Humbold gemeinsam mit dem Konstrukteur und dem betagten Philosophen Jeremy Benthem auf eine
- Tiefe von 11 m absenken. Die Atemluft wurde über einen Lederschlauch von der Oberfläche zugeführt. Nur wenige Tage später brach die Baustelle ein. Zurück
- in Berlin wurde Humbold sofort zum Motor und Kristallisationspunkt einer aufstrebenden Wissenschaftsszene. Seine am 3. November 1827
- an der Universität begonnen Vorlesungen mit sehr weitem Themenspektrum waren so überlaufen, dass er sie ab dem 6. Dezember desselben Jahres in der rund
- 1000 Zuhörer fassenden Singakademie als verdichtete öffentlich zugängliche Reihe fortsetzte. An der Universität hielt er schließlich etwa einstündige Vorträge.
- In der Singakademie kamen sechse hinzu, für jeweils zwei Stunden angesetzt. Später wurden beide Zyklen als Kosmosvorlesungen bezeichnet. Das
- Publikum war gesellschaftlich breit gemischt, Frauen eingeschlossen. Obwohl ursprünglich geplant, erschien keine von Humbold autorisierte
- Druckfassung. Inhalte sind ausschließlich durch mehrere Nachschriften aus dem Hörerkreis überliefert. Aus der Universitätsreihe
- existieren mehrere Hefte, während die einzige bislang bekannte Mitschrift der Singakademie Reihe von Henriette Kohlrausch stammt. Der Vortragszyklus
- schrieb Rüdiger Scharper schafft eine neue Form von Öffentlichkeit. Humbold ist Stadtgespräch. Wie schon in den zwei Jahrzehnte zuvor
- erschienenen Ansichten der Natur, vermochte er sein deutsches Publikum in allgemeinverständlicher bildreicher Sprache zu fesseln und das Interesse an
- erdkundlichen und naturwissenschaftlichen Fragen neu zu entfachen. Vergleichbare Ausstrahlung entfaltete er als Organisator und
- Präsident des hochkarätig besetzten Naturforscherkongresses des Jahres 1828 in Berlin, dessen Tagungsmodus mit
- Fachabteilungen Maßstäbe für künftige Veranstaltungen setzte. Nicht lange nach seiner Rückkehr aus Paris, für das ihm künftig pro Jahr ein
- viermonatiger Aufenthalt bewillig wurde und auf dem Höhepunkt seiner glänzenden Berliner Vortrags- und Vermittlungserfolge ergriff Alexander
- von Humbold die Chance doch noch zu seiner lange ersehnten östlichen Forschungsreise aufzubrechen und zwar 37 Jahre nach den ersten Überlegungen.
- Ausgangspunkt war eine Bitte des russischen Finanzministers Georg von Kankrien: Humboldt möge zur geplanten Einführung einer Platinwährung in
- Russland Stellung nehmen. Diese wurde im Jahr 1828 trotz Humbolswarnung verwirklicht und scheiterte im Jahr 1845.
- Kanin interessierte sich jedoch ebenso für den Geognbauexperten Humbold und stellte ihm eine Forschungsreise in den Ural und darüber
- hinaus in Aussicht, um Aufschluss über ausbeutbare Lagerstätten zu gewinnen. Humbold zögerte nicht, obwohl er dabei Rücksicht auf Regierungsinteressen
- nehmen musste und sich die Unternehmung deutlich von seiner amerikanischen Expedition unterschied, bei der er völlig frei hatte entscheiden können.
- Die Beziehungen zwischen dem preußischen König Friedrich Wilhelm dem II und dem russischen Zaren Nikolaus dem I waren damals ausgezeichnet und Humbols eigene
- Mittel hätten eine derartige Unternehmung nicht mehr getragen. In diese Reise fiel sein 60. Geburtstag. Er war also etwa doppelt so alt wie zu
- Beginn seiner Amerikafahrt. Als wissenschaftliche Begleiter wählte er den Mediziner, Theologen und Botaniker Christian Gottfried Ehrenberg
- sowie den Chemiker und Mineralogen Gustav Rose. Beide sollten die Expeditionsergebnisse in ihren Fächern auswerten. Humboldt selbst widmete sich
- vor allem geomnetischen und astronomischen Beobachtungen und betrachtete die physische Geografie im Überblick. Am Anfang stand ein
- dreiwöchiger Aufenthalt am Hof in St. Petersburg, wo Humbold die Zarin unter anderem mit der Vorhersage zu erwartender Diamantfunde im Ural
- fesselte. Funde, die noch während der Reise tatsächlich eintrafen. Ab dem 20. Mai 1829 reiste die Gruppe in drei gefederten
- Wagen gezogen von 16 Pferden. Mit dabei waren im deutlichen Kontrast zu den amerikanischen Reisen ein Koch und Humbolsdiener Johann Seifert. Seifert
- stand seit dem Jahr 1826 aufgrund königlicher Verfügung in Humboldsdiensten. Die vereinbarte Route führte über
- Moskau, Kasan und Perm zunächst nach Jekaterinburg am Ural. Eine nördliche Schleife diente dort detaillierten Untersuchungen und brachte eine reiche
- geologische Sammlung ein. Tobolsk an der Einmündung des Tobol in den Irtisch hätte eigentlich den östlichen Umkehrpunkt bilden sollen. Humboldt aber
- drängte weiter bis zum Alteigebirge und an die chinesische Grenze. Er ließ Kannen wissen, die Expedition sei dem Zeitplan weit voraus und stellte ihn mit
- dieser Ausdehnung der Strecke vor vollendete Tatsachen ebenso später beim Vorstoß an der Wolger entlang bis zum Kaspischen Meer. Über die lästige
- Überwachungspraxis notierte Humbold trocken: "Kein Schritt, ohne dass man ganz wie ein Kranker unter der Achsel geführt wird. Das zarristische Regime
- ließ seine Eigenmächtigkeiten gewähren. Tatsächlicher Umkehrpunkt wurde nach der Inspektion der Silbergruben im Al und nach Kontakt zu chinesischen Grenzposten
- der Ort BTI. Der Rückweg führte von Semipalatinsk über Omsk und Miask nach Ohrenburg am südlichen Ausgang des Urals und nach dem zweiten programmwidrigen
- Abstecher von Astrahann über Woronisch und Moskau zurück nach St. Petersburg, das am 13. November 1829 erreicht wurde. Binnen eines knappen
- halben Jahres legte die Expedition mehr als 18 000 km zurück, gezogen von über 12000 Pferden. Das hohe Reisetempo erschwerte die sorgfältige Aufnahme und
- sofortige Verschriftlichung von Beobachtungen und Messungen. Während Humbold und Jacques Alexandre Bonplan in Amerika innerhalb von 5 Jahren rund 8000
- km zurückgelegt hatten, bewältigte er nun in nur 8 Monaten mehr als die doppelte Strecke. Diese Verdichtung prägte den Charakter seiner Notizen und
- deren spätere Bearbeitung nachhaltig. Zar Nikolaus I. und sein Finanzminister hatten Humbold in diskret Kenntnis seiner angespannten Finanzen mit 20.000
- Rubeln großzügig ausgestattet ohne Rechenschaftspflicht. Humboldt gab das gute Drittel, das nicht verbraucht wurde, zurück und regte an,
- die Ersparnis für weitere Forschungsunternehmungen zu verwenden. In diese Richtung zielte auch sein zusammenfassender Vortrag am 28.
- November 1829 vor der russischen Wirtschaftselite in Gegenwart des Königs und anderer Honorationen, indem er appellierte: "Ein
- Land, das sich über mehr als 135 Längengrade erstreckt, von der fruchtbaren Zone der Olivenbäume bis zu den Landstrichen, wo der Boden nur noch
- mit flechtenartigen Pflanzen bedeckt ist, kann mehr als jedes andere das Studium der Atmosphäre, die Erkenntnisse über die durchschnittliche
- Jahrestemperatur und was noch wichtiger für den Zyklus der Vegetation ist das Studium der Verteilung der Jahreswärme auf die
- verschiedenen Jahreszeiten vorantreiben, wenn die variierenden Isothermen oder Linien gleicher Wärme aufgrund präziser Beobachtungen aufgezeichnet werden und
- dies mindestens 5 Jahre lang im europäischen Russland und in Sibirien fortgeführt wird, wenn sie verlängert werden bis zu den westlichen Küsten
- Amerikas, dann wird die Wissenschaft von der Verteilung der Wärme auf der Erdoberfläche und in den Schichten, die unserer Forschung zugänglich sind, auf
- soliden Grundlagen basieren. Tatsächlich ließ die russische Regierung anschließend ein Netz von Messstationen anlegen, das unter anderem Luftdruck,
- Temperatur, Windrichtung und Niederschlagsmengen erfasste. Die Daten bildeten später eine empirische Grundlage für Humboldsbetrachtungen in
- der Asentrale von 1843. Im Vergleich zur Amerikareise zeigte sich Humboldt von der Russland Expedition im Nachgang deutlich weniger
- inspiriert. Hier schwang die Enttäuschung mit, dass ihm verwehrt blieb, nach den amerikanischen Tropen auch die tropischen Regionen Asiens oder
- Afrikas zu erforschen. Flora und Fauna des Urals erschienen ihm wenig reizvoll, ja ermüdend monoton. Sibirien ist die Fortsetzung der Hasenheide. Gleichwohl
- diente diese zweite und letzte große Expedition, der die Publikation Asie zentral folgte, als Fundament, um per Analogie und Kontrast beide Hemisphären
- zu vergleichen. Sie legte damit die entscheidenden Voraussetzungen für sein Modell einer physischen Weltbeschreibung im Kosmos. Zum Jahreswechsel 1829 auf
- nach Berlin zurückgekehrt, sah sich Humboldt drei Hauptaufgaben gegenüber, seinen höfischen Verpflichtungen, seiner wissenschaftspolitischen Arbeit und der
- Fortführung bzw. Vollendung des Reisewerks. Das Angebot, Direktor des von Karl Friedrich Schinkel erbauten Museums zu werden, wiesärgert als
- unpassend zurück. Stattdessen kamen ihm die insgesamt acht diplomatischen Missionen nach Paris. zwischen den Jahren 1830 und 1848 entgegen, die er
- stets auch für wissenschaftliche Kontakte und Arbeiten nutzte. Politisch blieb der am Hof begünstigte als Republikaner und Freigeist
- verschriene Humbold zwar ein Grenzgänger mit begrenztem Einfluss, doch bei Kunstförderung, wissenschaftlichen Berufungen oder der Unterstützung
- technologischer und industrieller Innovationen vertrauten ihm seine Monarchen und der Hof glänzte mit dem internationalen Ruf des Gelehrten. Was
- Humboldt in dieser dritten Lebensphase für den wissenschaftlichen und kulturellen Aufstieg Berlins tat, kann kaum überschätzt werden. Seit seiner
- Rückkehr im Jahr 1827 war er regelmäßiger Gast an der königlichen Tafel, hielt abendsvorlesungen und Vorträge für die
- Hofgesellschaft und war als Kammerherr 1835 bis zur Thronbesteigung des Kronprinzen Friedrich Wilhelm im Jahr 1840, dessen
- Vorleser. In Schloss Schalottenhof ließ der Kronprinz eigens das Zellzimmer für Humbold einrichten. Zugleich koordinierte Humboldt, gestützt auf sein
- weit verzweigtes Netzwerk und die Nähe zum König, in bemerkenswerter Weise wissenschaftliches Metzenatentum. Er förderte Nachwuchskräfte wie den
- Südamerika Forscher Hermann Burmeister, den Mathematiker Gotthold Eisenstein und den Ägyptologen Heinrich Brucksch. Friedrich Wilhelm II. ernannte ihn im
- Jahr 1827 zum Präsidenten einer Kommission zur Prüfung von Unterstützungsanträgen von Gelehrten und Künstlern. Als Friedrich
- Wilhelm im Jahr den Orden Purlemerit für Wissenschaften und Künste stiftete, machte er Humbold zu dessen Kanzler und folgte bei der
- Berufung der 30 deutschen und 25 ausländischen Mitglieder zu meist dessen Vorschlägen. Auf Einladung des Königs nahm Humbold an der Kölner Dombaufeier
- im September 1842 sowie am Dombaufest im August 1848 Teil. Im Januar kehrte Humboldt kurz vor Ausbruch der
- Februarrevolution aus Paris nach Berlin zurück und wurde Zeuge der Märzrevolution. Nachdem Friedrich Wilhelm II am 21. März
- mit schwarz-rot goldener Armbinde durch die Stadt geritten war und er und seine Minister gesprochen hatten, wünschte das Volk Alexander von Humbold auf dem
- Schlossbalkon zu sehen. Humboldt erschien, schwieg jedoch und verneigte sich. Am Folget reite sich der baldigjährige
- in den Zug ein, der die zivilen Opfer vom Gendarmenmarkt am Schloss vorbei zum Friedhof der Märzgefallenen geleitete. Ein klares
- öffentliches Bekenntnis zur Revolution vermiet er. Seine Haltung war von einem politisch liberalen Rechtsverständnis geprägt, zugleich aber ambivalent in den
- Äußerungen und kaum auf einen offenen Konflikt mit dem Monarchen ausgerichtet. In seinen letzten Jahren erlebte Humbold im März 1857
- die späte Genugtuung, dass der preußische Landtag ein Gesetz gegen die Sklaverei beschloss, für das er sich stark eingesetzt hatte. Sklaven werden
- von dem Augenblicke an, wo sie preußisches Gebiet betreten, frei. Das Eigentumsrecht des Herrn ist von diesem Zeitpunkt ab erloschen. Sein Vermögen
- hatte er bereits mit der kostspieligen Publikation des Reisewerks aufgebraucht. Als Kammerherr in Berlin musste er Kredite bei der preußischen
- Seehandlungsgesellschaft und beim Bankhaus Mendelzon und Kompanie aufnehmen. Bisweilen konnte er seinem langjährigen Diener Johann Seifert den
- Lohn nicht zahlen. Schließlich setzte er Seifer zu seinem Erben ein. Nach einem Schlaganfall im Februar 1857 bat er den König seine Verbindlichkeiten
- beim Bankhaus Mendelshn zu übernehmen, um Seifers Versorgung zu sichern, eine Zusage, die nach Humboldsst Tod eingelöst wurde. In den beiden letzten
- Lebensjahren war Humbold vom Hofdienst entbunden. König Friedrich Wilhelm war selbst schwer erkrankt und suchte Heilung in Italien, während Wilhelm der
- I. die Regentschaft übernahm. Humboldt konzentrierte sich auf die Arbeit am Kosmos. Am 6. Mai 1859 starb Alexander von Humbold in seiner
- Berliner Wohnung, umsorgt von seiner Nichte Gabriele von Bülo, nachdem er seit dem 21. April das Bett nicht mehr hatte verlassen können. Vier Tage später
- erlebte Berlin einen Tag tiefer Volkstrauer. Der Leichenzug von der Uranienburger Straße Nummer 67 bis zum Dom galt nach zeitgenössischen Berichten
- als ebenso eindrucksvoll wie jener der Märzgefallenen. In der folgenden Nacht brachte man den Sarg in den Park von Schloss Tegel, wo
- Humbold am 11. Mai im Familiengrab seine letzte Ruhe fand. Da die preußische Regierung Humboldsbibliothek nicht erwerben
- wollte, verkaufte Johann Seifert sie nach London, wo sie wenige Jahre später zum größten Teil einem Brand zum Opfer fiel. Der wissenschaftliche Nachlass
- gelangte überwiegend an die preußische Akademie der Wissenschaften und die Staatsbibliothek zu Berlin. Aufgrund kriegsbedingter Auslagerungen befindet
- sich ein Teil heute in der Bibliothek in Krakau. Seit den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts wird der Nachlass editorisch erschlossen. Zunächst an der
- Alexander von Humbold Forschungsstelle der Akademie der Wissenschaften der DDR. Heute an der Berlin brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Besonders
- die Lebenssumme Kosmos begründete Humbolds anhaltende Popularität. Seit dem Jahr widmete er sich dieser Gesamtschau der
- wissenschaftlichen Welterforschung, die zwischen den Jahren 1845 und 1862 in fünf Bänden erschienen. Damit
- verwirklichte er die Vision, die ihn seit Beginn seiner naturforschenden Tätigkeit leitete. Im Jahr 1834 schrieb er an Karl August Warrenhagen
- von Ens: "Ich habe den tollen Einfall, die ganze materielle Welt, alles, was wir heute von den Erscheinungen der Himmelsräume und des Erdenlebens, von
- den Nebelsternen bis zur Geographie der Mose auf den Granitfelsen wissen, alles in einem Werke darzustellen und in einem Werke, das zugleich in lebendiger
- Sprache anregt und das Gemüt ergötzt." Und im Vorwort bekannte er, ich übergebe am späten Abend eines vielbewegten Lebens, dem deutschen Publikum, ein
- Werk, dessen Bild in unbestimmten Umrissen mir fast ein halbes Jahrhundert lang vor der Seele schwebte. In manchen Stimmungen habe ich dieses
- Werk für unausführbar gehalten und bin, wenn ich es aufgegeben, wieder vielleicht unvorsichtig zu demselben zurückgekehrt.
- Ich widme es meinen Zeitgenossen mit der Schüchternheit, die ein gerechtes Misstrauen in das Maß meiner Kräfte mir einflößen muss. Ich suche zu vergessen,
- dass lange erwartete Schriften gewöhnlich sich minder Nachsicht zu erfreuen haben. Ges frühe Ermutigung, da ihre Beobachtungen vom Element, die
- meinigen aber von der Gestalt ausgehen, so können wir nicht genug eilen, uns in der Mitte zu begegnen, fand im Kosmos nachhaltige Resonanz. Humbold
- formulierte: "Die Natur ist für die denkende Betrachtung Einheit in der Vielheit, Verbindung des Mannigfaltigen in Form und Mischung, inbegriff der
- Naturdinge und Naturkräfte als ein lebendiges Ganze." Auf diesem Wege reicht unser Bestreben über die enge Sinnenwelt hinaus und es kann uns
- gelingen, die Natur begreifend den rohen Stoff empirischer Anschauung gleichsam durch Ideen zu beherrschen. Zugleich warnte er, aus unvollständigen
- Beobachtungen und noch unvollständigeren Induktionen entstehen irrige Ansichten von dem Wesen der Naturkräfte, während die wissenschaftliche Naturkunde
- untersuchend und darum zweifelnd das Festgründete von dem bloß wahrscheinlichen Trend und sich täglich durch Erweiterung und Berichtigung ihrer
- Ansichten vervollkommnet und er betonte die gesellschaftliche Bedeutung von Wissen. Wissen und erkennen sind die Freude und die Berechtigung der
- Menschheit. Sie sind Teile des Nationalreichtums. Diejenigen Völker, welche an der allgemeinen industriellen Tätigkeit
- zurückstehen, werden unausleiblich von ihrem Wohlstande herabsinken. Der Kosmos wurde mit einer Gesamtauflage von 87 000 Exemplaren zu einem europaweiten
- Bestseller. Er begeisterte Studierende, Wissenschaftler, Künstler und Politiker. Gleichwohl war er kein leichtes Lesebuch. Lange oft fremdsprachige
- Zitate, Forschungsdiskussionen, Anmerkungen, etymologische Exkurse sowie eine Fülle von Daten und historischen Einschüben prägen den Text. Aus dem Werk
- gingen zahlreiche populärere naturhistorische Schriften hervor, die häufig Kosmos im Titel trugen. Zeitweilig erwog Humbold selbst auch aus
- finanziellen Gründen eine Kurzfassung als Mikrokosmos. Alexander von Humbolds Denken war im umfassenden Sinn auf die Welt als Ganzes
- gerichtet. Der Humboldforscher Otma unterscheidet dabei drei wesentliche Bedeutungsebenen. Eine auf das weltallbezogene kosmische
- Ebene, eine planetarische Ebene, die unter anderem den Welthandel einschließt, sowie eine philosophisch abstrakte Dimension, die etwa als
- Weltanschauung begegnet. Humbolds Forscherinteresse und seine Wissenschaftskonzeption zielten nicht nur auf einzelne
- Gegenstände, sondern wurden aufgrund ihrer ethischen Fundierung und einer an den Interessen der gesamten Menschheit ausgerichteten politischen
- Verantwortlichkeit zu einer kosmopolitischen Wissenschaft. Nach seinem eigenen Bekunden gingen bei ihm wissenschaftliche und literarische
- Interessen Hand in Hand. oder wie es bündelt, Ästhetik ist für Humbold keine bloße Zierde oder schöne Dreingabe, sondern ein eigenes spezifisches
- Verknüpfungswissen, das alles mit allem zu verbinden vermag. Als Forscher setzte Humbold auf weltweite Vernetzung und förderte sie mit unermüdlicher
- Korrespondenz sowie als Organisator von Begegnungen und Ergebnisaustausch. Seine vielfältigen Leistungen brachten ihm höchste internationale Anerkennung
- ein. In Frankreich, wo er jahrzehntelang an seinem Reisewerk arbeitete, erwarb er sich den Ruf, der größte Gelehrte des Jahrhunderts und der Aristoteles der
- Moderne zu sein. in Mexiko. Wo er durch seinen Essai Politik sur le Royaum de la Nouvelle Espagne stark auf das nationale Selbstverständnis und die Unabhängigkeit
- von Spanien einwirkte, wurde er als einziger Ausländer kurz nach seinem Tod im Juli 1859 von Staatspräsident Benito Juarez zum
- Benemerito de la Patria erklärt und in Deutschland, wo er schon bald nach seiner Rückkehr als zweiter Entdecker Amerikas gefeiert wurde, verehrte man in
- ihm die wissenschaftliche Autorität seiner Zeit. Zu den Feldern, zu denen Humbold grundlegendes Beitrug, zählt Anatomie, Altertumswissenschaft,
- Botanik, Geologie, Geschichtswissenschaft, Mathematik, Philogie, Astronomie und Zoie. Charakteristisch ist sein
- Disziplinenübergreifendes Querdenken und Zusammenden stets auf das Ganze gerichtet und weit über bloßes Messen und statistische Datenerhebung hinaus.
- Die Horizonte seines Denkens waren offen, so offen wie nur selten in der Geschichte des abendländischen Denkens. Wissenschaft und Bildung sollten keine
- Bildungsbrocken aufhäufen. Wirkliche Bildung zielte für Alexander von Humbold vielmehr auf eine Kernkompetenz, die Fähigkeit zum Zusammendenken.
- Sie bildet die entscheidende Grundlage eines Zusammenlebens in wechselseitiger Achtung der Differenz. Nicht nur in der Natur ist für Humbold alles
- Wechselwirkung. Gerade dieser Ansatz, der Natur und Geisteswissenschaften in ihren Methoden respektiert und zugleich gezielt
- miteinander verschaltet, verleih Forschung Lösungskraft und öffentliches Gehör. Reisen und forschen, resüiert Rüdiger Scharper, kommunizieren und
- schreiben, die Welt als globales Geschehen am jeweiligen Ort durchdringen und immer in Bewegung sein, den Informationsfluss beschleunigen. Das ist
- die Humboldformel. Humbolskosmos erwuchs aus dauerhaftem persönlichem Austausch über Disziplingrenzen hinweg. So konnte er
- spezialisierte Wissensbestände integrieren, auch wenn er sie nicht selbstvertieft betrieb. Zugleich blieb er sich der Lückenhaftigkeit und
- Vorläufigkeit eigener Ergebnisse bewusst. So heißt es im zweiten Band des Kosmos. Durch den Glanz neuer Entdeckungen angeregt, mit Hoffnungen
- genährt, deren Täuschung oft spät erst eintritt, wähnt sich jedes Zeitalter dem Kulminationspunkt im Erkennen und Verstehen der Natur nahe gelangt zu
- sein. Lebender und der großen Idee von der Bestimmung unseres Geschlechtes angemessener ist die Überzeugung, dass der eroberte Besitz nur ein sehr
- unbeträchtlicher Teil von dem ist, was bei fortschreitender Tätigkeit und gemeinsamer Ausbildung die freie Menschheit in den kommenden Jahren
- erringen wird. Jedes Erforschte ist nur eine Stufe zu etwas höherem in dem verhängnisvollen Laufe der Dinge. Kein Wunder, dass Et festhält, wenn unser
- Jetztzeitalter das Netzzeitalter ist, dann ist Alexander von Humboldt gewiss dessen wissenschaftlicher Vordenker. Sah sich der 20-jährige noch als Fremdling
- zwischen den Wissenschaften, wurde er nach seiner Amerika Reise zum unermüdlichen Kommunikator zwischen den Disziplinen. Mehr als 30.000 Briefe
- belegen seine weltweite Korrespondenz. Sie verschaffte ihm Zugang zu regionalen Wissensbeständen und half Spezialwissen für seine eigenen Fragehorizonte
- fruchtbar zu machen. Salons und gesellschaftliche Begegnungen dienten ihm als mobile Akademie. Oft begleitete er Gesprächspartner noch stundenlang
- nach Hause. Ohne das Gespräch und ohne die Salons ist Humbolds Existenz unvorstellbar. Seine Publikationen zeigen, wie dieser
- vielquellige Forschungsprozess Sichtweisen fortwährend prüft und korrigiert. Auf diese Weise entsteht ein offenes: "Neue Untersuchungsergebnisse
- und Einsichten möglichst rasch einbeziehendes Forschungs- und Diskussionsklima, in dem Wissen nicht als statischer
- Besitz eines einzelnen, sondern als dynamischer Prozess einer Gemeinschaft verstanden wird. Die Vielzahl unterschiedlicher Perspektivierungen und
- Ansichten der dargestellten Gegenstände wird ständig durch neue Einsichten angereichert, die durch eigene Untersuchungen oder durch die
- Forschungen anderer erzielt wurden. Gegen zeitgenössische Abwertungen amerikanischer Kulturen entwickelte Humbold ein nuanciertes Gegenbild. Bei
- aller neuhumanistischen Maßstabsetzung durch die Antike arbeitete er das Regionale präzise heraus und verband es mit Fragestellungen von allgemeiner
- menschitlicher Bedeutung, transareal vergleichend, interkulturell sensibel. Seine Lust am Kühnen Vergleich provozierte mit Absicht die Leserschaft
- zum Mitvergleichen. Der kühne Vergleich zielt auf die Aktivierung der Leserschaft und beabsichtigt, diese selbst zum ständig vergleichenden Denken
- zu provozieren. Das Fremde soll durch die Kategorien des Eigenen bewusst verfremdet. Das eigene durch jenes Fremde so verändert werden,
- dass ein Art Außenblick auf das Eigene entsteht. Eigenes und fremdes sind nicht klar voneinander geschieden. Alles ist viel mehr mit allem verbunden. Typisch
- ist auch, dass Humbols Großprojekte offen bleiben. Vom amerikanischen Reisebericht, der nur ungefähr ein Drittel der Route abdeckt, über
- Ansichten der Natur, Relation, Historik und Asie zentrale bis zum Kosmos, hat er kein Hauptwerk im strengen Sinn abgeschlossen. Aus gutem Grund. Der
- Kosmos war die angestrebte Summe und echte Wissenschaft bleibt prinzipiell unabgeschlossen. Über mehr als sieben Jahrzehnte des
- Büchermachens entstand ein ebenso dichtes wie mobiles Netzwerk an wechselseitigen intratextuellen Bezügen. Dieser Gesamttext bildet gewiss so etwas
- wie eine intellektuelle Biographie Humbolz, zugleich aber und vor allem eine in stetiger Bewegung befindliche Gesamtheit, die nicht durch eine
- homogene Struktur, sondern vielmehr durch eine fraktale Strukturierung zusammengehalten wird. In jedem Bruchstück leuchtet die Gesamtheit auf.
- Zu seinem Stil bekannte er selbst gegenüber Karl August Warnhagen von Ense. Die Hauptgebrechen meines Stils sind eine unglückliche Neigung zu allzu
- dichterischen Formen, eine lange Partizipialkonstruktion und ein zu großes Konzentrieren vielfacher Ansichten, Gefühle in einen
- Periodenbau. Ich glaube, dass diese meiner Individualität anhangenden Radikal übel durch eine daneben bestehende ernste Einfachheit und
- Verallgemeinerung ein Schweben über der Beobachtung, wenn ich Eitel so sagen dürfte, gemindert werden. Ein Buch von der Natur muss den Eindruck, wie die
- Natur selbst hervorbringen. Worauf ich aber besonders in meinen Ansichten der Natur geachtet, ich habe gesucht, immer wahr beschreibend, bezeichnend,
- selbstzientifisch wahr zu sein, ohne in die dürren Regionen des Wissens zu gelangen. Und er formulierte zwischen Genugttuung und Melancholie sein
- Forscher Fazit: "Dies ist das Schicksal des Menschen." Man erreicht das Ende des eigenen Lebens und vergleicht nicht ohne Traurigkeit
- das Wenige, das man hervorgebracht hat, mit all jenem, was man hätte unternehmen wollen, um das Reich der Wissenschaften zu erweitern. Als Vordenker einer
- globalisierten Wissenschaft besitzt Humbolsatz hohe Aktualität. Er überwindet sterile Gräben zwischen Spezial und Grundlagenforschung und
- verbindet Kontinente, Kulturen, Sprachen und Disziplinen. Andrea Wolf akzentuiert dazu Humbolds Programmsatz an Gothe. Die Natur muß gefühlt werden. Er trug
- andererseits Instrumente durch Lateinamerika und maß alles messbare, betonte andererseits aber, dass Gefühle im Umgang mit der
- Natur ebenso wichtig sein. Sein Werk verstand er bewusst als unabgeschlossenes Vorhaben. Humboldt selbst überspielt dabei die raschen
- Veränderungen seines veröffentlichten Wissenstands keineswegs, sondern unterstreicht viel mehr den Charakter seines Buches als eines fortlaufenden,
- nie abgeschlossenen Prozesses. Zentral war ihm, komplexe Zusammenhänge so darzustellen, dass sie in ihren Grundzügen überschaubar und
- nachvollziehbar werden. Also die Popularisierung als Form der Demokratisierung wissenschaftlicher Erkenntnisweisen.
- Charper sieht in ihm daher eine wandelbare Projektionsfigur für Zukunftsfragen von Klimawandel und weltweiter Verflechtung bis zu
- Menschenrechten und einer humanen Wissenschaft. Auch fachlich hinterließ er tiefe Spuren. Bereits um das Jahr
- unternahm er magnetische Beobachtungen, erkannte kurz darauf den Magnetismus eines fränkischen Basaltkegels und erhielt vor seiner Amerikareise präzise
- Instrumente zur Messung von Inklination, Deklination und Intensität. Er zeigte, dass die Stärke des Erdmagnetfelds vom Äquator zu den Polen
- zunimmt, prägte den Begriff Magnetsturm, initiierte ein weltweites Netz synchroner Messstationen und führte auf der Russlandreise an 27 Orten
- Magnetmessungen durch. In der Astronomie eignete er sich die astronomischgeätische Ortsbestimmung an, kartierte bislang
- unzureichend bekannte Räume, beobachtete in Kumana die Leoniden Sternschnuppenfälle und gehörte zu den ersten, die deren Periodizität
- erkannten. Den südlichen Sternhimmel erfasste er systematisch nach Helligkeit und Farbe. Im Kosmos bündelte er das damalige astronomische Wissen, gestützt
- auf engen Austausch mit führenden Astronomen und triebau der Berliner Sternwarte mit voran. Geologisch wandelte er sich, gestützt auf seine
- Anden und Mexikoerfahrungen, vom neptunistischen Schüler Abraham Gottlob Wernas zum Vulkangeologen, der die tiefgreifende, tektonisch
- gebundene Natur des Vulkanismus erkannte, lineare Vulkanetten beschrieb, den Zusammenhang von Vulkanen und Erdbeben betonte und den
- Paradigmenwechsel zur Plutonistik mit vollzog. Italien blieb dafür der obligatorische Ort empirischer Studien. Zusammen mit Joseph Louis Gay Lak und
- Leopold von Buch bestieg er mehrfach den Wesuv und wurde am z. August des Jahres 180 Augenzeuge eines Ausbruchs. Vollgerichtig ordnete er sich in der
- reformierten Berliner Akademie dem Fach Mineralogie und Geognosie zu. Alexander von Humbold prägte die Geographie in herausragender Weise. Seine monumentalen
- Reisewerke, der Kosmos und weitere große Gesamtdarstellungen machten seine Bedeutung ebenso sichtbar wie zahlreiche präzise Einzelstudien.
- Methodisch arbeitete er empirisch und physikalisch vergleichend und zielte stets auf theoretische Verallgemeinerung. Er gilt als Anreger
- der heutigen Klimatologie und Geophysik sowie als Begründer der Geomorphometrie, also der quantitativen Erfassung des Erdreliefs.
- Erste Arbeiten dazu veröffentlichte er im Jahr 1816 und im Jahr 1825. Sein Forschungsansatz wie auch seine
- Darstellungsweise folgten der dreidimensionalen Verbreitung der Geofaktoren. Bereits im Jahr 1817
- führte er Ishermen ein. um den globalen Temperaturverlauf anschaulich zu machen. Aus ihren Abweichungen von der Parallelität zu den breiten Kreisen
- entwickelte er einen weit gespannten Deutungsversuch. Humboldt beschrieb außerdem den weltweiten Verlauf biogeographischer Höhengrenzen und der
- Schneegrenze ermittelte die mittlere Abnahme der Wärme mit der Höhe und stellte in den Anden ein Minimum des vertikalen Temperaturgradienten
- in der Höhenstufe von 1000 bis 2500 m fest verursacht, wie er richtig erkannte, durch die Freisetzung von Kondensationsenthalpie
- in der Wolkenbildung dieser Höhenlage. Durch systematische Messungen belegte er den ävatorialen Tiefdruckgürtel zwischen den subtropischen Hochdruckgebieten
- beider Hemisphären. Die zeitliche Koinzidenz von Passatabschwächung und Beginn der tropischen Regenzeit führte er auf die Jahreszeitliche Verlagerung
- der Windgürtel zurück. Zugleich dachte er über die Zirkulation der Ozeane nach, erkannte die polare Herkunft der antropischen Ostseiten aufquellenden
- kalten Tiefenwässer und stellte den Zusammenhang zwischen niedriger Wasser und Lufttemperatur an der peruanischen Küste her. Als Ursachen der
- Meeresströmungen benannte er die Driftwirkung der Winde. Dichte Unterschiede infolge von Temperatur und Salzgehalt sowie die ablenkende Kraft
- der Erdrotation. Schon im Jahr 1831 formulierte Humbold einen Klimabegriff, der bis heute weith akzeptiert ist. Er
- forderte eine mathematische Betrachtung der Klimate, also die Auswertung systematisch gesammelter Messdaten und setzte sich für dichte Netze
- meteorologischer Stationen ein, etwa für die Gründung des preußischen Meteorologischen Instituts im Jahr 1847. Früh beschrieb er die elementaren
- Klimafunktionen des Waldes. Auf Reisen sah er schädliche menschliche Eingriffe in funktionierende Ökosysteme. Zuerst am Valenciaasee in Venezuela.
- Übermäßige Entwaldung und Gewässerumleitungen beeinträchtigten Wasserhaushalt und Klima. Diesen anthropogenen Wirkungen maß er vor allem
- lokale bis regionale Bedeutung bei, ebenso wie dem Effekt der Entstehung großer Dampf und Gasmassen an den Mittelpunkten der Industrie. Seine
- Beobachtungen zu Klima und Landschaftszerstörung wirkten in Frankreich über Jean-Baptist Buso, in Deutschland über Karl Fras und
- in den Vereinigten Staaten über George Perkins Mars und Henry David Throw nach. Dann flaute das wissenschaftliche Interesse ab und lebte erst in den 80er
- Jahren des 20. Jahrhunderts wieder auf, mit der in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts sich verbreitenden Deutung geologische Erscheinungen wie Findlinge,
- Gletscherschrammen oder Moränen seien durch großräumige Eisbedeckungen Nordeuropas und der Alpen erklärbar tat sich Humbold schwer. Anders als Leopold
- von Buch bekämpfte er die Vertreter dieser Verbindung von Geologie und Klimawandel jedoch nicht. Die Weite seines Ansatzes wirkte in die
- Fachstruktur hinein. In Deutschland wurde die Geographie besonders im 20. Jahrhundert zu einem interdisziplinären Fach mit gleichberechtigtem Anteil
- historischer und sozialwissenschaftlicher Komponenten neben den naturwissenschaftlichen Teilen. Der Biograf Hannob urteilte
- prägnant. Humbold war erweisbar der größte Geograf der Neuzeit, der anregendste thematische Kartograf und der maßgebende Forschungsreisende seiner
- Zeit. Mit der zeitgenössischen Naturphilosophie stand Humbold in kritischem Kontakt. Seit 1805 korrespondierte er jahrzehntelang mit
- Friedrich Wilhelm Joseph Schelling. Zunächst beeindruckte ihn Schellings Versuch, eine Naturphilosophie zu begründen, die sich ausdrücklich auf
- Erfahrungswissenschaften stützt. Humboldt hoffte auf Hilfe bei der theoretischen Durchdringung des empirischen Materials und beim Auffinden
- von Naturgesetzen. Einen Berührungspunkt bildete die damals verbreitete Idee einer Lebenskraft. In seinen physiologischen Experimenten
- teilte Humboldt zunächst diese Vorstellung, gelangte jedoch allmählich zu der Einsicht, dass Lebensäußerungen mit bekannten Naturgesetzen erklärbar
- sind. Diese Entwicklung spiegelt seine einzige literarische Erzählung, die Lebenskraft oder der rodische Genius, die er im Jahr 1795
- für Friedrich Schillers Zeitschrift die Horen verfasste. Später schrieb er der Naturphilosophie keine inspirierende Wirkung mehr zu. Im Kosmos wiederholte
- er Positionen, die er bereits in seinen Kosmosvorlesungen des Jahres 1827 vertreten hatte. Er rechnete die Naturphilosophie zu den Disziplinen, die
- sich in Dunkelheit hüllen, geißelte ihre abenteuerlich symbolische Sprache und einen Schematismus, der enger sei, als ihn jemals das Mittelalter der
- Menschheit aufgezwungen hat. Zudem kritisierte er Schellings Vermischung von Natur, Philosophie und Christentum und zitierte im Kosmos nur wenige
- Naturphilosophen. Teil seiner Netzwerke blieben dennoch einige ihrer Anhänger, etwa Karl Gustav Caros. Deutlicher als gegen Schelling
- richtete sich seine unausgesprochene Kritik gegen Georg Wilhelm Friedrich Hegel. Zeitgenossen erlebten Humboldt als
- außergewöhnlich tatkräftig und er sich selbst ebenso. Adelbert von Schamisso bekannte 1810. Solche Tätigkeit, Schnelligkeit und
- Festigkeit ist noch nie gesehen worden. In Salon etwa bei Rahel Warnhagen erzeugten sein plötzliches Auftauchen, die funkelnde Konversation und sein
- ebenso rasches Verschwinden, eine faszinierende Unruhe. Noch ein halbes Jahr vor seinem Tod beschrieb Bayer Taylor ihn als tätig bis zur
- Rastlosigkeit. Humboldt sprach leicht und schnell, wechselte mühelos zwischen Sprachen, saß nie länger als 10 Minuten, sprang auf,
- zeigte Bilder oder Bücher. Er selbst schrieb: "Voller Unruhe und Erregung freue ich mich nie über das Erreichte und bin nur glücklich, wenn ich etwas
- Neues unternehme und zwar drei Sachen mit einem Mal und noch nicht 30jährig. Ich weiß wohl, daß ich meinem großen Werke über die Natur nicht gewachsen
- bin. Aber dieses ewige Treiben in mir, als wären es zehntausend Säue, wird nur durch die stäte Richtung nach etwas Großem und bleibendem erhalten. Dem
- Astronomen Jean-Baptist Joseph de Lambre bekannte er am 29. Juli 1803: "Jeder Mann hat die Pflicht in seinem Leben den Platz zu suchen, von dem aus
- er seiner Generation am besten dienen kann." Über Schlaf sagte er spöttisch: "Meine Gesundheit erlaubt die nächtliche
- Arbeitsamkeit. Die Notwendigkeit des periodischen Schlafs ist ein Vorurteil", sage ich oft scherzhaft.
- Und an Joseph Louis Gay Lüsack schrieb er 1842: "Ich habe mir niemals Illusionen gemacht über mein wissenschaftliches Verdienst.
- Ich bin weit unter dem geblieben, was ich hätte sein können, weil ich meine Kräfte nicht zu konzentrieren vermochte. Meine Lebensumstände, die Verbindung mit
- zwei Kontinenten mit berühmten Männern während mehr als eines halben Jahrhunderts, haben mich weit mehr geformt als meine Arbeiten, die sehr
- unvollständig geblieben sind. Sech Wochen vor seinem Tod ließ er eine Zeitungsanzeige veröffentlichen, in der er bat die vielen Zusendungen, Modelle,
- Maschinen und Naturalien, Anfragen über Luftschiffart und Anerbietungen, mich häuslich zu pflegen einzustellen, damit er ihn bei ohne dies abnehmenden
- physischen und geistigen Kräften noch Ruhe und Muße zur eigenen Arbeit fände. Auch die Außen und Binnenwahrnehmung war ambivalent.
- Wilhelm von Humbold beschrieb seinen Bruder gegenüber Caroline als nach außen gewandt und glänzend mit der Folge, dass sein Zeigen Wollen von manchen als
- Eitelkeit missverstanden werde. Friedrich Schiller urteilte zunächst schroff Alexandern habe ich noch kein rechtes Urteil. Ich fürchte aber, trotz
- aller seiner Talente und seiner rastlosen Tätigkeit, wird er in seiner Wissenschaft nie etwas Großes leisten. Es ist der nackte, schneidende Verstand,
- der die Natur, die immer unfasslich und in allen ihren Punkten ehrwürdig und unergründlich ist, schamlos ausgemessen haben will und mit einer Frechheit, die
- ich nicht begreife, seine Formeln, die oft nur leere Formeln und immer nur enge Begriffe sind, zu ihrem Maßstab macht. Kurz, mir scheint er für seinen
- Gegenstand ein viel zu grobes Organ und dabei ein viel zu beschränkter Verstandesmensch zu sein. Mit Johann Wolfgang von Gote verband Humbold eine
- über dreieinhalb Jahrzehnte reichende respektvolle Arbeitsbeziehung. Gemeinsam entstand 1795 Götes, erster Entwurf einer allgemeinen
- Einleitung in die vergleichende Anatomie. Göte unterschied ihre Methoden so: Er selbstgehe von der Gestalt und vom ganzen aus. Humbold vom Element bzw.
- vom Teil. Trotz Differenzen, etwa über Vulkanismus oder Götes Farbenle, die Humbold ablehnte, lobte Göte ihn als Brunnen mit vielen Röhren, wo man
- überall nur Gefäße unterzuhalten braucht und wo es uns immer erquicklich und unerschöpflich entgegenströmt. Charles Darwin bereitete seine
- Biegelreise mit Humbolds Tropenbericht vor. Stil und Blickweise ähnelten einander so sehr, daß Zeitgenossen es bemerkten.
- Die persönliche Begegnung am 29. Januar 1842 in London enttäuschte Darwin wegen Humbolds monologischer Art. Doch nach
- der eigenen Reise gesteht er, er habe ihn immer bewundert. Nun aber bete ich ihn an. Später rühmte er ihn als größten
- wissenschaftlichen Reisenden überhaupt. Gleichwohl ist Humbold kein vordarwinischer Darwinianer. Spekulative Aussagen zur Entstehung und Wandlung von
- Arten lehnte er seinem Empirismus treu ab. Nach seinem Tod ehrte die Berliner Akademie am 1. Juli 1859 Humbold in einer Gedenkrede von August
- BG. Es ist ein glänzendes Gestirn im Reich des Geistes für diese Welt erloschen. Unbestritten bleibt er in allgemeiner
- Anerkennung die erste wissenschaftliche Größe seines Zeitalters. Indem wir nun sein Brustbild in der Nähe des Leibnitzchen aufstellen, ehren mehr uns
- als ihn, der nicht eine Büste in diesem düster überwölbten Saal, sondern ein Standbild unter freiem Himmelsgewölbe des göttlichen Kosmos neben den
- Wohltätern des Vaterlandes verdient. Christian Gottfried Ehrenberg sah mit seinen Schriften eine neue Epoche der Erd- und Weltanschauung beginnen. Später
- setzten sich Rudolf Wircho und andere für ein Nationaldenkmal ein. Kaiser Wilhelm. erlaubte schließlich die Denkmäler vor der Universität,
- allerdings niedriger als die Figuren der Generäle Bü und Scharnhorst. Eingeweiht wurden sie am 28. Mai 1883. International war die Wertschätzung
- nicht minder groß. Claude Louis Bertolet nannte ihn eine ganze Akademie in einer Person. Die Pariser Akademie prägte eine Gedenkmünze für den größten Gelehrten
- seines Jahrhunderts und den neuen Aristoteles. Simon Boliva sah in ihm den wahren Entdecker der neuen Welt. Mexikos
- Präsident Benito Juarez erklärte ihn am 28. Juni 1859 zum Wohltäter des Vaterlandes. Zum hundersten Geburtstag feierten Städte
- weltweit mit den größten Veranstaltungen in den Vereinigten Staaten. Von San Francisco bis Philadelphia und von Chicago bis Charleston gab es
- Straßenumzüge, Festessen und Konzerte. In New York folgten tausende den Musikkapellen und die New York Times schrieb: "Keine Nation könne seinen Ruhm
- für sich beanspruchen." In Berlin kamen trotz sindflutartiger Regengüsse 80.000 Menschen zusammen. Ämter und Behörden blieben geschlossen.
- Das Humbold im deutschsprachigen Raum phasenweise verengt oder verzerrt rezipiert wurde, hatte auch mit politischer Rivalität und freihändig
- bearbeiteten Volksausgaben zu tun. Neuere Originaleditionen seiner Schriften helfen, verschüttete Traditionslinien wieder sichtbar zu
- machen. Seit den 1980er Jahren wird Humbold gelegentlich als erster Ökologe gerühmt. Zugleich warnen Historiker vor unkritischer Heroisierung.
- Matthias Glaubrecht moniert: Humbold habe wichtige Vorläufer in der Pflanzen und Tiergeographie zu wenig gewürdigt. Sein kosmischer Ansatz sei überholt,
- weshalb er auch keinen echten Zugang zu Darwins Evolutionstheorie fand. Benedikt Wallendar zeigt, dass die Humboldre Rezeption oft weniger von
- Erkenntnissuche als von Deutungsdrang und Instrumentalisierung geprägt war. Im 19. Jahrhundert in Deutschland stark antifranzösisch,
- im Kaiserreich national vereinnahmt, in der Weimarer Zeit als kosmopolitischer Humanist hochgehalten und im Nationalsozialismus als Kämpfer mythisch
- überhöht. Zwei Weltkriege dämpften international den Enthusiasmus für Humbold. In den Vereinigten Staaten wurden sogar Straßennamen entfernt.
- Während der deutschen Teilung nutzten beide Staaten seine Gestalt jeweils für eigene Deutungen. Anlässlich seines 250. Geburtstags im Jahr 2019 fanden
- zahlreiche Veranstaltungen in Berlin statt und das im Jahr 2021 eröffnete Humbold Forum knüpft programmatisch an seine Idee an Natur und Kultur gemeinsam
- zu betrachten. Insgesamt wurde Humbold weltweit in außergewöhnlicher Weise geehrt durch Mitgliedschaften, Ehrendoktorate, hohe Orden, Denkmäler,
- Briefmarken und Münzen und durch eine beispiellose Zahl von Namensträgern in Biologie, Geographie und Institutionen. Nach niemandem sonst sind mehr Orte und
- Objekte benannt. Damit endet unsere heutige Folge. Humbold bleibt der Forscher der Natur und Kultur als Einheit Verstand und damit Spuren bis in
- unsere heutige Zeit hinterlassen hat. Wenn euch diese Folge gefallen hat, lasst gerne ein Like da, teilt sie mit anderen Geschichtsinteressierten und
- abonniert unseren Kanal. Vielen Dank fürs Zuhören und auf Wiederhören.