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Soziale Segregation an Grundschulen | Team UPWARD

Team UPWARD18:20 54.099 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 152 Zeilen
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  1. Laura im Off: Berlin-Neukölln. Mehr soziale Durchmischung geht eigentlich nicht.
  2. An den Schulen sieht es anders aus. Anne-Marja: Alle kommen hierher und finden es so cool.
  3. Aber die Kinder dann auf die Schule hierher zu geben? Da ist dann zu viel Nähe oder so mit den Leuten und mit dem Kiez an sich.
  4. Laura im Off: Viele Eltern in Deutschland wollen nicht irgendeine Grundschule für ihr Kind.
  5. Und das hat Folgen fürs soziale Miteinander. Ali: Wir sind ein Land und wir wollen zusammen wohnen, zusammen leben.
  6. Das ist unser Land, unsere Zukunft, auch für unsere Kinder. Oliver Kaczmarek: Wichtig ist aber, dass bei den Schulen, die es brauchen, das Geld auch
  7. ankommt. Da müssen wir noch besser werden.
  8. Marcel Helbig: Die Grundschule ist die Schule für alle Kinder. Was jetzt passiert, auch gerade in Berlin, ist, dass sich das langsam auflöst.
  9. Laura: Ich komme aus einer Kleinstadt. Und als ich vor etlichen Jahren in die Grundschule gekommen bin, haben sich meine Eltern gar
  10. nicht die Frage gestellt, auf welche Grundschule ich komme. Ich bin einfach in die nächstbeste gegangen, und fertig ist.
  11. Seit einigen Jahren wohne ich hier in Berlin und hier läuft das Ganze ein bisschen anders ab.
  12. Denn seit Jahren ist es hier ein bisschen Trend geworden, dass man nicht mehr die Einzugsschule, also die Kiezschule nimmt, die in der Nachbarschaft ist, sondern sich eine bessere und eine passendere
  13. Schule suchen möchte. Und genau mit diesem Phänomen habe ich mich in den letzten Monaten beschäftigt, zusammen
  14. mit meinem Kollegen Nico. Wir haben eine Mutter aus Berlin-Neukölln begleitet, die echt sei Monaten hin- und hergerissen
  15. ist, auf welche Schule sie ihren Sohn jetzt eigentlich schicken soll. Zum einen ist da die Privatschule, die ein bisschen weiter weg ist, oder doch vielleicht
  16. die Kiezschule direkt bei ihr in Nord-Neukölln. Was ich mich eigentlich während der ganzen Recherche gefragt habe: Gibt es wirklich so
  17. was wie gute und schlechte Schulen? Und wenn ja, was passiert eigentlich mit den Kindern, die auf den vermeintlich schlechten
  18. kommen? Anne-Marja: August.
  19. Willst du es mal so schreiben? Probier mal.
  20. "Katza" hast du jetzt geschrieben. August: Katzaaaa.
  21. Anne-Marja: Wenn hier vorne noch ein K ist, dann steht da Katza. Ich glaube, da denkt man gar nicht so krass darüber nach, wenn man ein Kindergartenkind
  22. hat und dann irgendwann auf einmal musst du halt, dann kommt dieses Thema Schule. Und ja, das sind dann so viele Dinge, die einem im Kopf herumschwirren.
  23. Das Thema kommt so plötzlich in dein Leben, und du musst eine mega informierte Entscheidung treffen, weil das wahrscheinlich sehr stark die Entwicklung deines Kindes beeinflusst.
  24. Ich habe echt viele Wochen und Monate jetzt mich mit diesem Thema beschäftigt. Und habe immer noch nicht das Gefühl, dass ich etwas bewusst steuern kann.
  25. Also ich habe auch das Gefühl, ganz viel liegt nicht in meiner Macht. Und das macht natürlich auch Angst oder so ein bisschen ohnmächtig.
  26. Laura im Off: Viel Zeit ist nicht mehr. August soll jetzt in diesem Sommer auf die Grundschule kommen.
  27. Seine Mama steckt in einem Dilemma: Soll er auf die Kiezschule oder nicht? Anne-Marja: Wovor habe ich genau Angst?
  28. Ist es wirklich, dass ein hoher Prozentsatz von Kindern nichtdeutscher Herkunft ist? Nein, das ist es ganz sicher nicht.
  29. Aber habe ich vielleicht Angst, dass die Klassen sehr groß sind, dass es sehr laut ist, dass da einfach sehr viel Dinge untergehen, die jetzt die Inhalte angeht, weil im sozialen
  30. Gefüge ganz viel nicht richtig hinhaut. Auf der anderen Seite denke ich auch: Okay, wenn alle Stricke reißen, sind wir an der
  31. Rixdorfer. Und das wird auch gut.
  32. Das wird auch gut. Wir machen das Beste draus.
  33. Mal gucken, was das Universum für uns bereithält. Laura: Das war jetzt erst mal nur ein sehr kurzer Ausschnitt aus dem Film.
  34. Aber was ich dazu sagen muss, und ich habe Anne-Marja mehrere Male getroffen: Sie hat wirklich total mit sich gehadert.
  35. Sie hat mit vielen Eltern gesprochen, war an vielen Schulen, hat sich die angeschaut, und war wirklich hin- und hergerissen zwischen der privaten Schule und der staatlichen Kiezschule.
  36. Laura im Off: Warum zögert Anne-Marja, ihren Sohn hierher zu schicken? Frau Demir: Erstmal einen wunderschönen guten Morgen, liebe 1b.
  37. Laura im Off: Erste Stunde an der Rixdorfer Grundschule, wegen Corona gerade im Wechselunterricht mit weniger Kindern.
  38. Das könnte Augusts Schule werden. Frau Demir wäre dann seine Klassenlehrerin.
  39. Frau Demir: Hallo. Schüler: Hallo, Zebra!
  40. Frau Demir: Wie wird das Ö geschrieben, Ahmet weißt du das? Möchtest du das mal in die Luft schreiben?
  41. Herr Duran: Wollen wir zusammen, ja? Hochheben, unseren rechten Arm, und dann so und dann Pünktchen und noch ein Pünktchen.
  42. Und jetzt das kleine ö, ja? Laura im Off: Herr Duran unterstützt Frau Demir auf Deutsch und Türkisch, um alle Kinder
  43. zu erreichen. Zweisprachige Klassen wie die 1b haben jede Woche fünf Extra-Stunden Türkisch-Unterricht.
  44. Frau Demir: Wir haben Kinder, die zu Beginn teilweise gar nicht die deutsche Sprache beherrscht haben.
  45. Die Hoffnung ist, dass, wenn die Kinder ihre eigene Muttersprache auf einem höheren Niveau erlernen, dass sie dann auch die deutsche Sprache besser lernen.
  46. Schülerin: Was heißt das? Frau Demir: Sag es auf Türkisch.
  47. Schülerin: Corba. Frau Demir: Corba.
  48. Corba ist eine Suppe. Schüler: Löffel, Löffel.
  49. Frau Demir: Du bist super, ganz toll mein Lieber, echt. Und damit meine Lieben verabschiede ich mich von euch.
  50. Und ihr habt heute wieder so toll mitgearbeitet, dass ich jetzt mit einem ganz tollen, schööönen Gefühl in die nächste Klasse gehe.
  51. Tschüss, meine Lieben! Schüler: Tschüss, Frau Demir!
  52. Frau Demir: Und dann kommt sowas noch dazu. Danke schöne!
  53. Ich wünsche dir noch einen schönen Geburtstag heute, ja! Feier schön!
  54. Hallo, mein Süßer, wie geht es dir? Alles gut bei dir?
  55. Alles gut? Laura im Off: Auf der Rixdorfer Grundschule sind nur wenige Kinder, die mit ihren Eltern
  56. Deutsch sprechen. Der sogenannte ndH-Anteil, also Kinder nichtdeutscher Herkunftssprache, liegt hier bei etwa 90 Prozent.
  57. Diese Zahlen veröffentlicht das Land Berlin. Einsehbar für alle.
  58. Frau Demir: Da sind immer noch, und das ist das Traurige, diese Berührungsängste vorhanden. Und der Anteil der Kinder mit Immigrationshintergrund gibt keine Aussage darüber, welche Qualität
  59. im Unterricht oder auch im Lernen vorliegt. Der andere Grund ist eben, dass sie befürchten, dass es hier viel mehr Konflikte, viel mehr
  60. Streitereien gibt. Und wir haben nicht viel mehr und aber auch nicht viel weniger Konflikt und Streitereien.
  61. Und ich sage immer meinen Eltern: Konflikte, wenn sie hier in der Schule stattfinden, in einem geschützten Raum, sind Anlass zum Lernen, ja.
  62. Und zum Fördern der sozialen Kompetenzen. Laura: In Berlin werden Schulen wie die Rixdorfer, die wir gerade gesehen haben, oft als Brennpunktschulen
  63. gelabelt. So ein bisschen nach dem Motto: viele türkisch- und arabischsprachige Familien, viele Probleme.
  64. Und wenn die Schule erst mal so ein Label hat, schreckt das viele Eltern ab. So wie Anne-Marja, die wir Anfang des Films kennengelernt haben.
  65. Und das merkt wiederum der Schulleiter der Rixdorfer Grundschule. Mit dem haben wir auch darüber gesprochen.
  66. Herr Kolbe: Wir haben das schon in Anmeldegesprächen relativ häufig gehört, von bildungsnahen Eltern, dass sie, ähm, sich dann doch für eine andere Schule entschieden haben.
  67. Was wirklich dahinter steckt bei den Eltern, ob das vielleicht auch eine Sorge ist vor, dass ihr Kind hier Deutsch verlernt oder so, das weiß ich nicht.
  68. Das kann man vermuten, aber es ist nicht so. Wir verlernen kein Deutsch.
  69. Laura im Off: In Berlin hat sich im Schuljahr 2020/21 etwa ein Drittel der Eltern gegen die Einzugs-Grundschule entschieden.
  70. Diesen Trend gibt’s in vielen deutschen Städten, aber auch immer häufiger auf dem Land.
  71. Und offenbar spielen Vorurteile eine große Rolle, wenn Eltern für ihr Kind nach der besten Grundschule suchen.
  72. Ich verabrede mich mit Marcel Helbig. Laura: Herr Helbig, können Sie mich hören?
  73. Laura im Off: Er ist Bildungsforscher an der Uni Erfurt. Ich möchte wissen, warum viele Eltern sich gegen die Einzugsschule entscheiden.
  74. Marcel Helbig: Vordergründig ist es die Qualität von Schule. Das sind kleine Klassen.
  75. Das ist dies, das ist jenes. Da wird irgendwie versucht, das Ganze zu zu rationalisieren, warum man etwas tut oder
  76. nicht tut. Vor allem bei den Akademikereltern: Ich will auf keinen Fall diese Schule nicht wählen,
  77. weil hier 70 oder 80 Prozent Migranten sind. Weil sie auch ganz genau wissen, wenn sie danach gefragt werden, dass das nicht opportun
  78. ist, also nicht sozial erwünscht ist, dass sie das auch antworten. Und so kommt man in so einem Interview als auch in einer wissenschaftlichen Befragung
  79. eigentlich nie wirklich an diesen Punkt heran, dass es ein Unwohlsein mit der sozialen Situation ein Stück weit gibt.
  80. Vielleicht ist das auch das Dahinterliegende: Man will nicht mit den armen Kindern zusammen sein.
  81. Laura: Gibt es gute und schlechte Schulen, und woran liegt es? Marcel Helbig: Es gibt bestimmt gute und schlechte Schulen, aber es gibt überhaupt gar keinen
  82. Grund, in Berlin anzunehmen, gerade in diesem Grundschulbereich, dass eine Schule besser wäre als die andere, weil ehrlich gesagt: Die Informationen, die wir darüber haben,
  83. wie gut so eine Schule ist oder nicht ist, die sind sehr gering. Anders als in den USA und Großbritannien wissen wir nicht: Okay, das ist die Ausgangskompetenz
  84. meiner Schule und das ist die Endkompetenz. Und dann hat man vielleicht noch ein bisschen was mit sozialer Zusammensetzung, was in diesem
  85. Topf mit gegärt hat einfach. Man kann am Ende gar keine richtige Aussage darüber treffen und so bleibt das alles im
  86. Subjektiven. Laura im Off: Trotzdem: Viele Eltern, wie Anne-Marja, sind unsicher, wollen die beste
  87. Grundschule für ihr Kind finden. Und weil es oft nicht so einfach geht, sich seine Wunschschule auszusuchen, sagen sich
  88. viele: privat statt öffentlich. Versagt hier unser staatliches Schulsystem?
  89. Darüber spreche ich gleich noch mit einem Bildungspolitiker aus dem Bundestag. Privatschulen locken auch mit alternativen Konzepten.
  90. So machen es zum Beispiel die Waldorf- und Montessori-Schulen. Es gibt aber auch viele Privatschulen mit kirchlichen Trägern.
  91. Ob Privatschulen besser als staatliche sind, ist nicht belegt. Der Anteil der Schüler:innen auf Privatschulen hat sich in den letzten 30 Jahren fast verdoppelt.
  92. Inzwischen gehen 1 Millionen Schüler:innen in auf private Schulen. Das ist jedes elfte Kind.
  93. Und das hat krasse Folgen. Laura: Ist es schlimm, dass immer mehr Menschen an Privatschulen gehen für unsere Gesellschaft?
  94. Ist es schlimm, dass immer mehr Menschen auf Privatschulen gehen, den privaten Weg wählen - für die Gesellschaft?
  95. Marcel Helbig: Das wäre kein Problem, wenn die Privatschulen ein Abbild der Gesellschaft wären.
  96. Und das sind sie ganz offensichtlich nicht, sodass wir im Endeffekt Akademikerschulen, also wo fast nur Akademikerkinder drin sind.
  97. Was jetzt passiert, also dadurch, dass wir eher die sozial höher gestellten Schichten in diesen Privatschulen haben, die können sich über Schulgelder eine bessere Bildung
  98. erkaufen. Umso mehr Geld ich generiere, umso besser, nur an Geld, ist meine Schule.
  99. Und somit, wenn ich da Tür und Tor öffne, dann wird sich das so verschieben, dass natürlich die Eltern, die es sich leisten können, die wollen das Beste für ihr Kind.
  100. Und so verschiebt sich das. Und da leidet natürlich kein einziges Kind auf der Privatschule darunter.
  101. Aber es führt dazu, dass ich eine starke soziale Spaltung zwischen diesen Schulformen hinbekomme, die eine Eigendynamik ein Stück weit annimmt.
  102. Laura: Das fand ich jetzt schon ein bisschen krass, zu hören, dass sich so viele Eltern einfach Bildung erkaufen wollen durch diese Privatschulen.
  103. Und vor allem an Grundschulen, wo ja wirklich alle Kinder aus allen sozialen Schichten zusammen kommen sollten hier in Deutschland.
  104. Ich habe tatsächlich auch im Lauf der Recherche mit einem Vater gesprochen, der mit dem Gedanken Privatschule gespielt hat, sich dann aber doch von der Kiezschule hat überzeugen können.
  105. Und das war die Rixdorfer Grundschule, von der wir schon am Anfang berichtet haben. Laura im Off: Das hier ist er.
  106. Ali Murioglu wohnt auch in Neukölln hat seine drei Kinder auf diese Grundschule geschickt. Aus seiner Nachbarschaft kennt er aber viele, die das nicht getan haben.
  107. Ali: Ich will solche Eltern nicht so kritisieren. Aber ich finde schade, sehr schade.
  108. Die sollen auch unsere Kultur, auch andere Kultur kennenlernen. Die Rixdorfer Grundschule ist wie ein Mosaikstein vieler Nationalitäten mit vielen Sprachen.
  109. Was die Eltern dieser Kinder denken, kann ich mir ungefähr ahnen. Das heißt nicht so Gutes für Berlin.
  110. Die wollen ihre Kinder nicht mit unseren Kindern zusammen in einer Klasse haben und ich frage mich: Warum?
  111. Wir sind ein Land hier, und wir wollen zusammenwohnen, zusammenleben. Das ist unser Land.
  112. Das ist unsere Zukunft, vor allem für unsere Kinder. Laura im Off: Soziale Gerechtigkeit, Miteinander, Chancengleichheit – das sind die klassischen
  113. Themen der SPD. Deswegen spreche ich gleich mit Oliver Kaczmarek.
  114. Der ist bildungspolitischer Sprecher der SPD im Bundestag, beschäftigt sich also seit Jahren mit dem Thema Bildung.
  115. Laura: Ich bin echt gespannt, was er zu unserem Thema zu sagen hat. Weil er auf seiner Website richtig groß stehen hat: Bildungsgerechtigkeit, das ist mir wichtig!
  116. Deswegen, mal schauen. (Laura lacht)
  117. Laura: Ne, der ist zu jung. Der ist zu jung.
  118. Laura: Laura Kingston. Oliver Kaczmarek: Hallo, Frau Kingston.
  119. Laura: Vor drei Jahren haben Bildungsforscher herausgefunden, dass die Qualität an den Schulen so schlecht wie nie ist.
  120. Der Lehrerverband hat Ihnen als Bundespolitik vorgeworfen, dass Sie der Segregation, die da gerade stattfindet, einfach nur zuschauen.
  121. Was hat sich seitdem getan? Oliver Kaczmarek: Also erst mal glaube ich, ist das nicht nur eine Aufgabe des Bundes
  122. oder nur der Ländern oder nur der Kommunen, sondern von allen staatlichen Ebenen. Wir haben ja hier das Grundgesetz geändert, damit wir besser zusammenarbeiten können,
  123. damit wir überhaupt das Geld zur Verfügung stellen können für die digitale Ausstattung, für den Ganztag, für andere Dinge.
  124. Ich glaube auch, dass das der richtige Weg ist, dass wir zusammenarbeiten. Ich will aber auch noch mal einen Satz sagen, weil mir das auch aufgefallen ist in der Debatte:
  125. Diversität ist doch in unserer Gesellschaft eigentlich der Normalfall. Das sieht man in Berlin, das sieht man allen Städten.
  126. Und ich finde, alle müssen sich auf diese Herausforderung einstellen. Der Bund muss Geld geben.
  127. Jetzt könnte ich die Milliarden-Summen aufzählen. Wichtig ist aber, dass bei den Schulen, die es brauchen, das Geld auch ankommt.
  128. Da müssen wir noch besser werden. Da müssen wir gezielter verteilen.
  129. Nicht nur mit der Gießkanne. Und ich finde, alle müssen sich dieser Herausforderung Diversität stellen.
  130. Das wäre zum Beispiel aus meiner Sicht auch eine Anforderung an Schulen in privater Trägerschaft, dass sie auch divers sind.
  131. Und auch, nicht nur was die nationale Herkunft angeht, sondern auch, was die soziale Zusammensetzung ihrer Schülerschaft angeht, sich dieser Herausforderung stärker annehmen.
  132. Ich glaub, das ist wichtig, weil Diversität und Vielfalt der Normalfall unserer Gesellschaft hier in Deutschland ist.
  133. Laura: Aber wäre es nicht schön, wenn man der Schule ums Eck einfach vertrauen könnte? Wenn man weiß, die ist genug gefördert?
  134. Das ist eine staatliche Schule, der ich vertrauen kann. Die Bildungspolitik hat genug gemacht, dass ich weiß, es gibt ein gewisses Qualitätslevel.
  135. Wäre das nicht anstrebenswert? Oliver Kaczmarek: Qualität, also lesen, rechnen, schreiben lernen, das ist schon wichtig.
  136. Das muss an allen Schulen gleichermaßen gewährleistet sein. Ich bin mir gar nicht sicher, ob man das Vertrauen allein durch Geld und durch bestärkende Aussagen
  137. herstellen kann. Oder ob man nicht einfach die Erfahrung stärken muss.
  138. Menschen bestärken muss auch darin, sich für Schulen und für Gemeinsamkeit und Vielfalt zu entscheiden.
  139. Oliver Kaczmarek: Bis demnächst! Laura: Bis dann, tschüss!
  140. Laura: Nach dem Gespräch mit Herrn Kaczmarek muss ich sagen: Ich bin ja schon ganz froh, dass er es auf dem Schirm hat, also dass es ein Problem ist, die soziale Spaltung an den
  141. Grundschulen, aber er hat ja so sehr auf die Gesellschaft verwiesen, dass die Gesellschaft was daran ändern muss.
  142. Und ich weiß nicht, ob das so die Antwort ist, oder ob die Politik da nicht noch ein bisschen mehr tun könnte tatsächlich auch.
  143. Ist ein bisschen unbefriedigend, aber ja, ist jetzt so. Laura im Off: Bei Anne-Marja aus Berlin-Neukölln gab es ein paar Wochen nach den Schul-Bewerbungen
  144. Neuigkeiten. Anne-Marja: Ich muss euch erst mal was ganz Wichtiges sagen, okay.
  145. Also pass auf. Ich habe einen Anruf bekommen von einer Schule.
  146. Eine gaaanz tolle Schule und zwar eigentlich die coolste Schule für dich, August. Und die wollen dich total gerne haben.
  147. Die wollen unbedingt, dass du auf die Schule gehst. Und zwar ist das die, das ist die freie Schule am Mauerpark.
  148. (August freut sich) Anne-Marja: Das ist die schönste Schule, die wir uns für August vorstellen können.
  149. Das wird so cool. Laura: Jetzt seid ihr dran.
  150. Wie war es denn bei euch an der Grundschule mit der sozialen Durchmischung? Und wenn es interessiert, wie es dann weitergeht an den weiterführenden Schulen: Wir vom Team
  151. UPWARD haben eine Abiturientin begleitet. Hier könnt ihr euch das Video anschauen.
  152. Und wenn ihr die komplette Reportage anschauen wollt, die mein Kollege Nico und ich gemacht haben, dann klickt einfach hier.

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