Informatik · Klasse 7–10 · aktualisiert
Halbleiter einfach erklärt: Silizium und Dotierung
Du lernst, warum Halbleiter wie Silicium ihre Leitfähigkeit ändern, was Elektronen und Löcher sind und wie daraus Transistoren und Chips entstehen.
0 von 10 Aufgaben gelöst
Kurz gesagt
Ein Halbleiter leitet Strom besser als ein Nichtleiter, aber schlechter als ein Leiter. Seine Leitfähigkeit steigt bei Wärme und lässt sich durch Dotieren mit Fremdatomen gezielt ändern, bei Silicium meist mit Phosphor (n) oder Bor (p). So entstehen Transistoren und Chips.
In Handys und Computern arbeiten winzige Chips, meist aus Silicium. Sie können rechnen, speichern und Bilder zeigen. Möglich macht das ein Material, dessen Leitfähigkeit man verändern kann. Hier lernst du, wie das funktioniert.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
5 Abschnitte
Ein Halbleiter ist ein Festkörper, dessen elektrische Leitfähigkeit zwischen der von Leitern und der von Nichtleitern liegt. Ein Beispiel für einen Halbleiter ist Silicium. Strom bedeutet: Ladungsträger bewegen sich. Ladungsträger sind kleine Teilchen mit einer elektrischen Ladung, zum Beispiel Elektronen.
Anders als in Metallen gibt es in einem Halbleiter zunächst keine freien Ladungsträger. Sie müssen erst entstehen, zum Beispiel durch Erwärmung. Deshalb steigt die Leitfähigkeit eines Halbleiters steil mit der Temperatur an. Bei extrem niedriger Temperatur, nahe dem absoluten Nullpunkt, ist ein Halbleiter ein Nichtleiter.
Der zweite Weg ist das Dotieren. Dabei bringt man Fremdatome in den Kristall. Fremdatome sind Atome einer anderen Sorte als das Grundmaterial. Bei Silicium nimmt man meist Bor oder Phosphor. Die Fremdatome verändern das Verhalten der Elektronen und damit die Leitfähigkeit gezielt. In manchen Halbleitern reicht schon ein Fremdatom auf 10 Millionen Halbleiteratome für eine extreme Änderung.
Definition
Dotieren
Dotieren heißt: Fremdatome in einen Halbleiterkristall einbringen. Dadurch ändert man die elektrische Leitfähigkeit gezielt.
Merke: Die Leitfähigkeit eines Halbleiters ist veränderbar, weil Wärme freie Ladungsträger entstehen lässt und weil Fremdatome beim Dotieren das Verhalten der Elektronen ändern.
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Im Siliciumkristall sind die Außenelektronen der Atome (Valenzelektronen) zunächst fest in Bindungen gebunden. Durch Wärme oder durch Licht bekommen einige Elektronen genug Energie und werden frei beweglich. Elektronen sind negative Ladungsträger. An ihrer alten Stelle fehlt dann ein Elektron. Diese freie Stelle heißt Loch oder Defektelektron.
Ein Loch ist ein gedachter positiver beweglicher Ladungsträger. Es beschreibt das Fehlen eines Valenzelektrons. Der reale Ladungstransport findet weiterhin durch Elektronen statt.
Ein Elektron kann sich frei bewegen. Ein Loch bewegt sich anders: Ein Nachbarelektron springt in das Loch und lässt an seinem alten Platz ein neues Loch zurück. Von außen sieht es so aus, als wanderte ein positives Teilchen in die Gegenrichtung. Beim Anlegen einer Spannung tragen Elektronen und Löcher zum Strom bei.
Definition
Loch (Defektelektron)
Ein Loch ist eine Stelle, an der ein Valenzelektron fehlt. Man beschreibt es als gedachten, positiven, beweglichen Ladungsträger.
Beispiel: Das Loch als Luftblase
- 1Stell dir eine Flasche voll Wasser mit einer Luftblase vor.
- 2Wenn die Blase nach oben steigt, rückt das Wasser nach unten nach.
- 3Beim Loch rücken Elektronen nach. Das Loch wandert in die Gegenrichtung.
- 4Dieser Vergleich mit einer Luftblase in einer Flüssigkeit zeigt: Das Loch ist die Lücke, nicht ein neues Teilchen.
Teste dich
Silicium ist vierwertig: Jedes Atom hat vier Außenelektronen, die vier Bindungen zu den Nachbarn bilden. Beim Dotieren ersetzen Fremdatome einzelne Siliciumatome.
Bei der n-Dotierung nimmt man fünfwertige Fremdatome, zum Beispiel Phosphor. Sie heißen Donatoren (lateinisch für „schenken“). Ein Außenelektron wird für die Bindungen nicht gebraucht und ist fast frei beweglich. Das n steht für die negative Ladung der Elektronen. Vorwiegend leiten dann Elektronen.
Bei der p-Dotierung nimmt man dreiwertige Fremdatome, zum Beispiel Bor. Sie heißen Akzeptoren (lateinisch für „annehmen“). Ihnen fehlt ein Elektron für die Bindungen, es entsteht ein Loch. Das p steht für die positive Ladung der Löcher. Vorwiegend leiten dann Löcher.
Genannt werden für n-Gebiete Phosphor, Arsen oder Antimon, für p-Gebiete Bor, Indium, Aluminium oder Gallium.
| Merkmal | n-Dotierung | p-Dotierung |
|---|---|---|
| Fremdatom hat | fünf Außenelektronen | drei Außenelektronen |
| Name | Donator | Akzeptor |
| Beispiel | Phosphor | Bor |
| Vorwiegend leiten | Elektronen | Löcher |
Merke: Fünfwertig wie Phosphor gibt n, dreiwertig wie Bor gibt p, wenn Silicium das Grundmaterial ist.
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Durch geschickte Kombination von n- und p-dotierten Bereichen entstehen Bauelemente. Ein Beispiel ist der Bipolartransistor: Drei Schichten npn oder pnp ergeben ihn. Die Buchstaben zeigen die Abfolge der Dotierungsschichten.
Ein Transistor steuert oder verstärkt meistens niedrige Spannungen und Ströme. In integrierten Schaltkreisen dient er zumeist als Ein/Aus-Schalter. Er schaltet einen Teilstrom ein oder aus.
Ein integrierter Schaltkreis (IC) ist eine elektronische Schaltung auf einem dünnen Plättchen aus Halbleiter-Material. Er enthält typischerweise zahlreiche miteinander verbundene Bauelemente wie Transistoren und Dioden. Ein solches Plättchen nennt man Chip. Heutzutage können integrierte Schaltkreise viele Milliarden Bauelemente umfassen, auch in Mikroprozessoren und Speicherchips. Mehr als 99 Prozent der integrierten Schaltkreise nutzen Silicium als Substratmaterial, also als Trägermaterial.
Definition
Integrierter Schaltkreis
Eine elektronische Schaltung auf einem dünnen Halbleiterplättchen. Sie enthält typischerweise viele verbundene Bauelemente wie Transistoren.
Merke: Verschieden dotierte Bereiche bilden Bauelemente wie Transistoren. Viele verbundene Bauelemente auf einem Plättchen ergeben einen integrierten Schaltkreis, also einen Chip.
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Ein Wafer ist eine meist weniger als ein Millimeter dünne Scheibe aus einem Halbleiter-Einkristall, meist aus Silizium. Auf ihm müssen Bereiche festgelegt werden, die ein Prozessschritt (zum Beispiel Dotieren) verändern soll, und Bereiche, die er nicht verändern soll. Dafür gibt es die Fotolithografie, ein fotografisches Verfahren. Das ist eine vereinfachte Darstellung.
Zuerst wird ein lichtempfindlicher Fotolack auf den Wafer aufgeschleudert. Dann wird das Abbild einer Maske mit Licht (heute meist ein aufgeweiteter Laserstrahl) auf den Lack übertragen. Danach wird der Lack im chemischen Bad entwickelt. Beim Positivlack werden die belichteten Bereiche herausgelöst, beim Negativlack die unbelichteten. Eine Wärmebehandlung stabilisiert die Lackstrukturen.
Jetzt deckt der Lack die Teile des Wafers ab, die unverändert bleiben sollen. Es folgt ein Prozessschritt wie Dotieren, Abscheiden oder Ätzen. Zum Schluss wird der Lack entfernt.
| Reihenfolge | Was passiert |
|---|---|
| Zuerst | Ein lichtempfindlicher Fotolack wird auf den Wafer aufgeschleudert |
| Danach | Das Abbild einer Maske wird mit Licht auf den Lack übertragen (Belichten) |
| Dann | Der Lack wird im chemischen Bad entwickelt, eine Wärmebehandlung stabilisiert ihn |
| Weiter | Ein Prozessschritt folgt, zum Beispiel Dotieren, Abscheiden oder Ätzen |
| Zum Schluss | Der Fotolack wird entfernt |
Merke: Vereinfachte Reihenfolge: Lack aufschleudern → belichten → entwickeln → Prozessschritt → Lack entfernen.
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Alles auf einen Blick
Halbleiter
Halbleiter
Die Leitfähigkeit liegt zwischen Leitern und Nichtleitern und steigt steil mit der Temperatur.
Dotieren
Fremdatome ändern die Leitfähigkeit gezielt, in manchen Halbleitern schon in geringsten Mengen.
Loch
ein gedachter positiver Ladungsträger. Der reale Ladungstransport findet weiterhin durch Elektronen statt.
n und p
fünfwertig wie Phosphor gibt n, dreiwertig wie Bor gibt p (bei Silicium).
Chip
Transistoren sind in integrierten Schaltkreisen zumeist Ein/Aus-Schalter. Ein Chip enthält typischerweise viele verbundene Bauelemente.
Fotolithografie
Lack aufschleudern, belichten, entwickeln, Prozessschritt, Lack entfernen (vereinfacht).
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Drei Fremdatome zuordnen (ausgedachte Aufgabe)
- 1Aufgabe: Ordne Antimon, Indium und Aluminium einer Dotierung zu. Das Grundmaterial ist Silicium.
- 2Regel: Für n-Gebiete nimmt man fünfwertige Elemente, zum Beispiel Phosphor, Arsen oder Antimon.
- 3Regel: Für p-Gebiete nimmt man dreiwertige Elemente, zum Beispiel Bor, Indium, Aluminium oder Gallium.
- 4Antimon steht bei den n-Elementen: n-Dotierung, Donator, zusätzliches Elektron.
- 5Indium steht bei den p-Elementen: p-Dotierung, Akzeptor, Loch.
- 6Aluminium steht ebenfalls bei den p-Elementen: p-Dotierung.
Fehler finden
Prüfe die Aussagen zu Löchern und Elektronen In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 4Das Loch wird nur als Teilchen gedacht. Richtig: Der reale Ladungstransport findet weiterhin durch Elektronen statt, die nachrücken.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Silicium ist vierwertig. Ein fünfwertiges Fremdatom wie Phosphor macht den Kristall . Ein dreiwertiges Fremdatom wie Bor sorgt in Silicium für . Bei der Fotolithografie wird der Fotolack zuerst auf den Wafer und danach durch eine Maske belichtet.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback