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Deutsch · Klasse 11–13 · aktualisiert

Novalis: Leben, Werke und Ideen verstehen

Novalis alias Friedrich von Hardenberg: Leben zwischen Dichtung und Bergbau, „Hymnen an die Nacht“, Blaue Blume, Romantisierung und Deutung.

0 von 12 Aufgaben gelöst

Novalis: Leben, Werke und Ideen verstehen

Kurz gesagt

Novalis ist das Pseudonym von Georg Philipp Friedrich von Hardenberg (1772–1801), einem Dichter und Denker der Frühromantik, der auch im Bergbau und in der Salinenverwaltung arbeitete. Bekannt sind die „Hymnen an die Nacht“ (1800) und „Heinrich von Ofterdingen“ mit der Blauen Blume, dem Symbol romantischer Sehnsucht.

Novalis heißt eigentlich Georg Philipp Friedrich von Hardenberg. Er lebte von 1772 bis 1801, gehört zur Frühromantik und verband Dichtung mit Philosophie, Naturwissenschaft und praktischer Arbeit. Wenn du seine Texte deutest, solltest du deshalb Lebensereignisse als möglichen Kontext nutzen – aber nie als alleinigen Beweis für die Bedeutung eines Werkes.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.

4 Abschnitte

Hinter dem Namen Novalis steht Georg Philipp Friedrich von Hardenberg. Er wurde am 2. Mai 1772 auf Schloss Oberwiederstedt geboren und starb am 25. März 1801 in Weißenfels. Das Pseudonym verwendete er seit seinen Veröffentlichungen von 1798. Es knüpft an den alten Familiennamen „de novali“ an und lässt sich sinngemäß mit „vom Neuland“ verbinden. Novalis war nicht nur Dichter. Er studierte Jura, später unter anderem Bergbaukunde, Geologie, Chemie und Mathematik, und arbeitete in der Verwaltung von Salinen und im Bergbau. Das Bild vom weltfremden Träumer erfasst also nur einen Teil seiner Person. Die Zeittafel zeigt, wie rasch sich sein Leben entwickelte. Sophies Krankheit und Tod wirkten auf sein Nachdenken über Liebe, Tod, Religion und eine „höhere“ Wirklichkeit ein. Daraus folgt aber nicht, dass jedes Bild in einem Gedicht verschlüsselte Biografie wäre. Seine Texte prägten ebenso philosophische Studien, religiöse Vorstellungen, Lektüren, Formexperimente und seine naturwissenschaftliche Arbeit. Auch die spätere Verlobung mit Julie von Charpentier ist wichtig: Novalis blieb der Erinnerung an Sophie verbunden und wandte sich zugleich wieder dem irdischen Leben, seiner Arbeit und einer möglichen Zukunft mit Julie zu. Diese Spannung ist Kontext, aber kein Beweis für die Bedeutung einzelner Figuren oder Motive.

Definition

Frühromantik

Die Frühromantik ist eine literarische und philosophische Bewegung um 1800. Ihre Autorinnen und Autoren wollten Gegensätze wie Vernunft und Gefühl, Wissenschaft und Kunst oder Alltag und Fantasie neu aufeinander beziehen. Offene Formen und das Nachdenken über Kunst wurden dabei besonders wichtig.

WannWas
1772Geburt auf Schloss Oberwiederstedt
1790–1794Jurastudium in Jena, Leipzig und Wittenberg
1794Beginn der Verwaltungspraxis in Tennstedt; Begegnung mit Sophie von Kühn
1795Verlobung mit Sophie von Kühn
1797Tod Sophies; Beginn des Studiums an der Bergakademie Freiberg
1798Veröffentlichungen unter dem Namen Novalis; Verlobung mit Julie von Charpentier im Dezember
1799Rückkehr in die Salinenverwaltung; Ernennung zum Salinenassessor
1800Veröffentlichung der „Hymnen an die Nacht“; Ernennung zum Supernumerar-Amtshauptmann (Anwartschaft auf eine höhere Beamtenstelle)
1801Tod in Weißenfels

Merke: Biografie eröffnet Fragen an einen Text. Belege für eine Deutung müssen aus dem Text selbst kommen.

Teste dich

LeichtWelche Aussage ordnet Novalis am genauesten ein?
MittelEine Schülerin behauptet: „Die Nacht steht bei Novalis immer nur für Sophie, weil Sophie starb.“ Was ist die beste Prüfung dieser Aussage?

Alles auf einen Blick

Novalis

  • Leben und Beruf

    1772–1801, Jura, Bergbau und Salinenverwaltung, Sophie von Kühn und Julie von Charpentier

  • Werke

    „Hymnen an die Nacht“, „Heinrich von Ofterdingen“, Fragmente und Studienhefte

  • Blaue Blume

    Symbol romantischer Sehnsucht aus dem „Heinrich von Ofterdingen“

  • Ideen

    Romantisierung, magischer Idealismus, Poesie und Wissenschaft verbinden

  • Deuten

    Textbeobachtung, begründete Schlussfolgerung, Kontext ohne biografischen Kurzschluss

Musteraufgabe · Schritt für Schritt

Prüfe die Aussage: „Novalis war ein weltfremder Träumer.“

  1. 1Behauptung klären: Gemeint ist ein Dichter, der vor der Wirklichkeit in Traum und Nacht flieht.
  2. 2Leben prüfen: Er studierte Jura, ab 1797 an der Bergakademie Freiberg, wurde 1799 Salinenassessor und 1800 Supernumerar-Amtshauptmann.
  3. 3Werk prüfen: Nacht und Sehnsucht prägen die „Hymnen an die Nacht“. Die Romantisierung soll das Höhere aber gerade auf die erfahrbare Welt beziehen.
  4. 4Urteil: Das Klischee erfasst nur einen Teil. Praktische Arbeit, Wissenschaft und Dichtung gehörten für Novalis zusammen.

Fehler finden

Paul deutet die Nacht in einer Hymne in vier Schritten. In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.

Lückentext

Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.

Novalis ist das Pseudonym von Friedrich von . Die Blaue Blume stammt aus . Die Formel „progressive Universalpoesie“ prägte vor allem .

Karteikasten

Erst selbst überlegen, dann umdrehen.

Übung mit Feedback

Abschluss-Check: Novalis

LeichtWelche Lebensdaten gehören zu Novalis?
MittelWarum passen Bergbau und Poesie bei Novalis zusammen?
SchwerEine Deutung erklärt die Blaue Blume ausschließlich mit Sophies Tod. Was fehlt vor allem?

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