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Deutsch · Klasse 11–13 · aktualisiert

Das Parfum von Patrick Süskind: Analyse

Ein Mörder mit genialer Nase und ohne eigenen Geruch: Du untersuchst Handlung, Grenouille, das Geruchsmotiv, die Erzählweise und die Genremischung.

0 von 12 Aufgaben gelöst

Das Parfum von Patrick Süskind: Analyse

Kurz gesagt

„Das Parfum. Die Geschichte eines Mörders“ (1985) ist ein Roman von Patrick Süskind. Jean-Baptiste Grenouille hat einen übermenschlichen Geruchssinn, aber keinen eigenen Geruch. Im Frankreich des 18. Jahrhunderts tötet er junge Frauen, um aus ihrem Duft ein Parfum zu machen, das Liebe erzwingt.

Patrick Süskinds Roman „Das Parfum. Die Geschichte eines Mörders“ erzählt den Lebensweg Jean-Baptiste Grenouilles. Er besitzt einen übermenschlichen Geruchssinn, hat aber keinen eigenen Geruch. Aus seinem Wunsch, Düfte zu beherrschen und Liebe zu erzwingen, entsteht eine Mordserie. Auf dieser Seite untersuchst du, wie Handlung, Hauptfigur, Geruchsmotiv, Erzählweise und Gattungsmischung zusammenwirken. Spoilerhinweis: Die Seite behandelt die gesamte Handlung einschließlich des Endes.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.

4 Abschnitte

„Das Parfum. Die Geschichte eines Mörders“ erschien 1985. Der Roman spielt überwiegend im Frankreich des 18. Jahrhunderts und umfasst vier Teile mit insgesamt 51 fortlaufend nummerierten Kapiteln. Diese Ordnung klingt zunächst nach einer erfolgreichen Entwicklung. Grenouille wird tatsächlich immer geschickter. Menschlich reift er jedoch nicht: Er sucht weder Gemeinschaft noch Verantwortung, sondern Macht über andere. Grenouille wird am 17. Juli 1738 an einer Fischbude in Paris geboren. Seine Mutter will ihn beseitigen, doch sein Schrei rettet ihn. Nach mehreren Pflegestellen wächst er bei Madame Gaillard ohne Liebe und Geborgenheit auf. Andere Menschen bemerken früh, dass ihm ein Eigengeruch fehlt. Seine übrige Entwicklung verläuft verzögert. Dafür kann er mit seiner Nase unsichtbare Dinge und Lebewesen unterscheiden und orten. Als Achtjähriger wird er an den Gerber Grimal verkauft und ausgebeutet.

Vom ersten Mord zum Parfümeurhandwerk: In Paris entdeckt Grenouille den Duft eines jungen Mädchens. Er erwürgt es und nimmt seinen Duft in sich auf. Danach steht für ihn fest: Er will Düfte dauerhaft bewahren und der größte Parfümeur werden. Beim Parfümeur Baldini beweist er, dass er bekannte Parfums nachbilden und neue schaffen kann. Grenouille lernt handwerkliche Verfahren und erhält schließlich seinen Gesellenbrief. Als er erfährt, dass es in Grasse weitere Methoden der Duftgewinnung gibt, zieht er nach Süden.

Rückzug und Erkenntnis: Grenouille lebt sieben Jahre allein in einer Höhle auf dem Plomb du Cantal. Dort genießt er die in seinem Gedächtnis gespeicherten Düfte. Ein Albtraum macht ihm jedoch seine eigene Geruchlosigkeit bewusst. Nach seiner Rückkehr in die Gesellschaft stellt er ein Parfum her, das ihm den Geruch eines gewöhnlichen Menschen gibt. Die anderen akzeptieren ihn nun. Grenouille erkennt daran, dass Menschen durch Gerüche manipulierbar sind.

Mordserie und Meisterparfum: In Grasse erlernt Grenouille besonders Verfahren der Enfleurage, mit denen Duftstoffe in Fett aufgenommen werden. Er entwickelt daraus eine Methode, menschliche Körperdüfte einzufangen. Für sein geplantes Meisterparfum ermordet er 24 junge Frauen. Ihre Düfte sollen den Duft Laures, seines Hauptopfers, wie ein Diadem umgeben. Obwohl Laures Vater Antoine Richis die Gefahr erkennt und flieht, verfolgt Grenouille seine Tochter anhand ihres Geruchs. Er tötet sie und vollendet das Parfum.

Grenouille wird festgenommen und zum Tod verurteilt. Auf dem Weg zur Hinrichtung verwendet er einen Tropfen seines Parfums. Die Menge hält ihn plötzlich für unschuldig und verehrt ihn. Selbst Richis möchte ihn als Sohn annehmen. Grenouille erkennt jedoch, dass die Menschen nur seine Duftmaske lieben. Das Ende: Grenouille kehrt an seinen Geburtsort in Paris zurück. Dort übergießt er sich mit dem restlichen Parfum. Eine Gruppe gesellschaftlich Ausgestoßener zerreißt und verspeist ihn, weil sie ihn unter der Wirkung des Duftes für ein engelhaftes Wesen hält. Die Beteiligten erleben ihre Tat als Handlung aus Liebe. Bei einzelnen Jahres- und Tagesangaben des Endes besteht in der überlieferten Darstellung eine chronologische Unstimmigkeit. Für die Deutung ist vor allem die Kreisstruktur entscheidend: Grenouille stirbt dort, wo sein Leben begonnen hat.

Merke: Grenouilles handwerklicher Aufstieg ist kein moralischer Fortschritt. Gerade seine wachsende Meisterschaft ermöglicht immer größere Verbrechen.

Beispiel: Vier Teile wie eine Handwerkerausbildung

  1. 1In den Lehrjahren entdeckt Grenouille seine Begabung und erlernt das Parfümeurhandwerk.
  2. 2In den Wanderjahren zieht er sich von den Menschen zurück und erkennt die Bedeutung seiner Geruchlosigkeit.
  3. 3In den Meisterjahren vervollkommnet er seine Technik und stellt sein mächtigstes Parfum her.
  4. 4Der kurze vierte Teil bildet den Epilog: Grenouille kehrt nach Paris zurück und führt seinen eigenen Tod herbei.

Teste dich

LeichtWelche Aussage beschreibt den Aufbau des Romans am treffendsten?
MittelWarum verlässt Grenouille die Höhle auf dem Plomb du Cantal?

Alles auf einen Blick

Das Parfum (Süskind)

  • Handlung

    Ausbildung, Rückzug, Mordserie, Meisterparfum und Rückkehr

  • Grenouille

    Geruchsgenie ohne Eigengeruch, Künstler und Mörder

  • Geruch

    Identität, Duftmaske, Manipulation und scheinbare Liebe

  • Erzählweise

    auktorial, chronologisch, genau und ironisch; Synästhesien machen Gerüche vorstellbar

  • Genres

    Bildungs-, Kriminal-, Künstler- und historischer Roman

  • Postmoderne

    Gattungsmischung, Intertextualität und Deutungsoffenheit

Musteraufgabe · Schritt für Schritt

Aufgabe: Zeige, wie die Hinrichtungsszene Grenouilles Macht und sein Scheitern verbindet.

  1. 1Beobachtung: Auf dem Weg zur Hinrichtung verwendet Grenouille einen Tropfen seines Parfums.
  2. 2Wirkung: Die Menge hält ihn plötzlich für unschuldig und verehrt ihn; selbst Richis möchte ihn als Sohn annehmen.
  3. 3Macht: Das Parfum rettet ihn und beherrscht sogar den Vater seines letzten Opfers.
  4. 4Scheitern: Grenouille erkennt, dass die Menschen nur seine Duftmaske lieben, nicht ihn selbst.
  5. 5Deutung: Die Szene zeigt die zentrale Paradoxie der Figur: Er kann Liebe künstlich erzeugen, bleibt als Person aber ungeliebt.

Fehler finden

Tim ordnet „Das Parfum“ in seiner Einleitung ein. In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.

Lückentext

Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.

Grenouille besitzt keinen eigenen . Deshalb erschafft er künstliche , mit denen er die Wahrnehmung anderer manipuliert. Das Meisterparfum erzeugt scheinbare , doch sie gilt nur der künstlichen Wirkung und nicht seiner Person.

Karteikasten

Erst selbst überlegen, dann umdrehen.

Übung mit Feedback

Abschluss-Check: Das Parfum (Süskind)

LeichtWas ist Grenouilles entscheidende Besonderheit?
MittelWarum bedeutet die Rettung vor der Hinrichtung keinen wirklichen Erfolg für Grenouille?
SchwerEine Schülerin schreibt: „Grenouille ist ein erfolgreicher Bildungsheld, weil er am Ende sein Handwerk perfekt beherrscht.“ Welche Antwort ist am überzeugendsten?

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