Chemie · Klasse 5–13 · aktualisiert
Chemische Informationen sicher kommunizieren
Du erschließt Chemieinformationen und erklärst sie mit passenden Worten, Darstellungen und Belegen.
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Kurz gesagt
Chemische Informationen kommunizierst du, indem du die passende Aussage auswählst, verständlich darstellst und mit anderen besprichst. Achte auf Zielgruppe, Quelle, Bedingungen und den Unterschied zwischen Beobachtung und Deutung.
Chemische Informationen kommunizierst du gut, wenn du sie gezielt erschließt, passend aufbereitest und verständlich austauschst. Dabei müssen Aussage, Fachsprache und Darstellung zum Thema, zum Ziel, zur Situation und zu den Zuhörenden und Lesenden passen.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Lege zuerst eine Frage fest. Beim Erschließen suchst du die passende Aussage; beim Aufbereiten ordnest du die wichtigen Angaben; beim Austauschen erklärst und besprichst du sie. Frage bei Text, Tabelle oder Diagramm: Welche Angabe beantwortet meine Frage? Was bleibt unklar oder unbelegt?
Ein Darstellungswechsel überträgt dieselbe Aussage in eine andere Form. Ein Text, eine Tabelle, ein Diagramm, eine Grafik, ein Modell und eine Formel zeigen jeweils andere Beziehungen. Erhalte beim Wechsel Bedeutung, Reihenfolge, Bedingungen und Unsicherheiten. Erkläre Formeln und Modelle mit Worten; füge keine unbelegte Behauptung hinzu.
Definition
Kommunikationskompetenz
Kommunikationskompetenz bedeutet, chemische Informationen bewusst zu erschließen, aufzubereiten, darzustellen, auszutauschen und einzuschätzen. Fachlich richtige Einzelsätze allein reichen dafür nicht aus.
Beispiel: Du liest zwei Aussagen über die Untersuchung einer Probe:
- 1Die qualitative Analyse beantwortet: „Welche Stoffe sind enthalten?“
- 2Die quantitative Analyse beantwortet: „Wie viel eines Stoffes ist enthalten?“
- 3Für die Frage nach der Menge ist nur die zweite Aussage direkt relevant. Die erste Aussage betrifft dagegen die Stoffart. Du hast die Informationen nicht bloß übernommen, sondern nach ihrem Bezug zur Fragestellung ausgewählt.
Merke: Prüfe nach einem Darstellungswechsel: Sind Bedeutung, Reihenfolge, Bedingungen und Unsicherheit erhalten?
Teste dich
Alltagssprache hilft beim Einstieg. Fachsprache beschreibt genauer. Wähle die Wörter nach Ziel, Sache, Vorwissen der Zuhörenden und Situation: Gespräch, Vortrag oder Protokoll. Ziel heißt: Willst du informieren, erklären oder überzeugen? Erkläre nötige Fachwörter, ohne die chemische Aussage zu ändern.
Auf der Stoffebene beschreibst du beobachtbare Stoffe und Eigenschaften. Auf der Teilchenebene erklärst du sie mit einem Modell aus nicht direkt sichtbaren Teilchen. Auf der Symbolebene nutzt du Zeichen und Formeln. Sage, wenn du von einer Ebene zur anderen wechselst.
Definition
Adressatengerecht
Eine Erklärung ist adressatengerecht, wenn Wortwahl, Genauigkeit, Umfang und Darstellung zum Vorwissen der angesprochenen Personen passen.
Beispiel: Ausgangsinformation
- 1Bei chemischen Reaktionen werden chemische Bindungen gebildet oder gespalten. Dadurch können sich die Eigenschaften der beteiligten Stoffe verändern.
- 2Für einen fachlich vorbereiteten Kurs kannst du die Bindungsänderung direkt benennen. Für Personen ohne dieses Vorwissen ergänzt du zuerst: Chemische Bindungen beschreiben den Zusammenhalt von Teilchen. Erst danach erklärst du, dass sich dieser Zusammenhalt bei einer Reaktion verändert.
- 3Die Kernaussage bleibt gleich. Du erklärst nur vorher die nötigen Wörter.
Teste dich
Ein Beitrag wählt Quellen und Informationen aus, vereinfacht und formuliert für seine Zielgruppe. Frage: Wer verantwortet die Aussage? Welche Daten sind erkennbar? Was fehlt? Sind Beobachtung, Deutung und Meinung getrennt? Passt die Überschrift zum Inhalt? Stimmen andere Darstellungen in der Kernaussage überein?
Viele Likes zeigen Reaktionen auf den Beitrag. Sie zeigen keine fachliche Prüfung. Unterscheide die Herkunft der Quelle von der fachlichen Aussage.
Definition
Gefilterte Information
Eine gefilterte Information ist eine Information, die durch Auswahl, Vereinfachung, Gewichtung und sprachliche Gestaltung verändert wurde. Deshalb können verschiedene Beiträge dieselbe Ausgangsinformation unterschiedlich darstellen.
Merke: Quellenprüfung und Inhaltsbewertung sind verwandt, aber nicht gleich: Du prüfst einerseits Herkunft und Qualität der Quelle und andererseits die fachliche Aussage selbst.
Beispiel: Prüfe einen Beitrag mit diesen Fragen
- 1Wer ist für die Aussage verantwortlich?
- 2Welche Quellen oder Daten sind erkennbar?
- 3Welche Informationen wurden ausgewählt oder ausgelassen?
- 4Sind Beobachtung, Deutung und Meinung getrennt?
- 5Passt die Überschrift zum tatsächlichen Inhalt?
- 6Stimmen mehrere Darstellungen in ihren Kernaussagen überein?
Teste dich
Eine Erklärung verbindet Frage, Beobachtung oder Daten, passende Deutung und Schluss. Nenne Bedingungen und Grenzen. Modelle können Zusammenhänge erklären; Messdaten können eine Aussage stützen.
Bei einer Erörterung nennst du eine These, Belege, Gegenargumente und Einschränkungen. Wäge sie ab und begründe deinen Schluss. Bei Rückfragen prüfst du, ob ein Wort unklar ist, ein Beleg fehlt oder die Aussage korrigiert werden muss.
Beispiel: Eine strukturierte Erörterung kann so aufgebaut sein:
- 1These: Formuliere die zu prüfende Aussage genau.
- 2Beleg: Nenne passende Daten oder nachvollziehbare fachliche Gründe.
- 3Gegenargument: Zeige eine begründete andere Sicht.
- 4Einschränkung: Benenne, unter welchen Bedingungen die Aussage gilt.
- 5Schluss: Wäge die Argumente ab und formuliere ein begründetes Ergebnis.
- 6Dieser Aufbau trennt Behauptungen von Belegen und macht sichtbar, warum du zu deinem Ergebnis kommst.
Beispiel: Für eine schlüssige Erklärung brauchst du
- 1Formuliere zuerst eine klare Frage.
- 2Nenne die entscheidenden Beobachtungen oder Daten.
- 3Erkläre die Daten mit passenden chemischen Gründen.
- 4Ziehe daraus eine nachvollziehbare Schlussfolgerung.
- 5Nenne Bedingungen und Grenzen deiner Erklärung.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Chemische Informationen kommunizieren
Erschließen
Frage, wichtige Angaben und Quelle prüfen
Aufbereiten
ordnen, deuten und Darstellungen wechseln
Formulieren
Alltags- und Fachsprache bewusst verbinden
Anpassen
Ziel, Sache, Zuhörende und Situation beachten
Prüfen
Auswahl, Blickwinkel, Belege und Unsicherheiten erkennen
Austauschen
erklären, argumentieren und Standpunkte korrigieren
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Einen Produktionsablauf in Worte übertragen
- 1Der Ablauf lautet: Vorbereitung → Reaktion → Aufbereitung. Aufbereitung heißt hier: Das entstandene Gemisch wird weiterverarbeitet. Das ist ein anderer Schritt als das Aufbereiten von Informationen.
- 2Bei der Vorbereitung werden Ausgangsstoffe bei Bedarf erhitzt, zerkleinert oder zusammengedrückt.
- 3Danach reagieren die Stoffe. Schließlich wird das Reaktionsgemisch aufgearbeitet.
- 4Die Pfeile zeigen die Reihenfolge. Der Text erklärt die Schritte, ohne ihre Reihenfolge zu ändern.
Fehler finden
Eine Tabelle verständlich erklären In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Die dritte Zeile vertauscht die Werte: Probe B enthält mit 5 mg je Liter mehr Stoff X als Probe A mit 2 mg je Liter.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Vor dem Erklären kläre ich die und das Vorwissen der Zuhörenden. Beim Darstellungswechsel bleiben und Bedingungen erhalten. Eine Vermutung zur Ursache ist eine .
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback