Biologie · Klasse 7–8 · aktualisiert
Drogen: Wirkung, Abhängigkeit und Hilfe verstehen
Wie wirken Drogen, wann wird Konsum riskant und wo gibt es Hilfe? Hier lernst du, Wirkungen, Abhängigkeit und Warnzeichen einzuordnen.
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Kurz gesagt
Drogen verändern Vorgänge im zentralen Nervensystem und damit Wahrnehmung, Gefühle oder Verhalten. Auch Alkohol und Nikotin können abhängig machen. Wirkung und Risiko hängen unter anderem von Stoff, Menge und Situation ab; bei Atemnot oder Bewusstlosigkeit ist sofort der Notruf 112 nötig.
Alkohol, Nikotin und verbotene Stoffe können Gehirn und Körper beeinflussen. Ihre Wirkung hängt auch von Menge, Häufigkeit und körperlicher Verfassung ab. Hier unterscheidest du akute Risiken, Gewöhnung und Abhängigkeit und erfährst, wann Hilfe wichtig ist.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Psychoaktiv heißt: Ein Stoff verändert Vorgänge im Gehirn. Dadurch können sich Wahrnehmung, Gedanken, Stimmung oder Handeln ändern. Gehirn und Rückenmark bilden das zentrale Nervensystem.
Die Wirkung hängt vom Stoff, der Menge, der Dauer und Häufigkeit des Konsums sowie von Stimmung und körperlicher Verfassung ab. Deshalb kann derselbe Stoff in verschiedenen Situationen anders wirken. Ein angenehmer Effekt schließt gefährliche Folgen nicht aus.
Nervenzellen geben Signale über Botenstoffe und passende Andockstellen, die Rezeptoren, weiter. Nikotin aktiviert bestimmte Rezeptoren für Acetylcholin. Kokain hemmt die Wiederaufnahme von Noradrenalin; der Botenstoff bleibt dadurch länger zwischen Nervenzellen wirksam. Das sind zwei verschiedene Angriffspunkte und keine allgemeine Wirkungsweise aller Drogen.
Definition
Zentrales Nervensystem
Gehirn und Rückenmark bilden das zentrale Nervensystem. Es verarbeitet Informationen und steuert etwa Bewegungen und Wahrnehmungen.
Beispiel: Alkohol: Wirkung und Warnzeichen
- 1Nach Alkohol fühlt sich eine Person zunächst enthemmter. Mit steigender Menge reagiert und bewegt sie sich langsamer.
- 2Viel Alkohol in kurzer Zeit kann zu Bewusstlosigkeit sowie Störungen der Atmung und des Herzens führen. Der frühe angenehme Effekt sagt über den späteren Verlauf wenig aus.
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Abhängigkeit entsteht nicht zwangsläufig aus Konsum. Wiederholung, persönliche Belastungen und das Umfeld können zusammenwirken. Zuerst kann ein Stoff angenehm wirken oder Belastung kurzfristig verdrängen. Die Person möchte das Gefühl erneut erleben oder Unruhe vermeiden. Bei wiederholtem Konsum kann sich der Körper anpassen; Verlangen und Konsum können immer mehr Raum einnehmen. Daraus können psychische und körperliche Abhängigkeit entstehen.
Toleranz bedeutet Gewöhnung: Für eine ähnliche Wirkung ist später mehr nötig. Das macht den Stoff nicht sicher; Organe und Kreislauf können weiter belastet werden. Bei psychischer Abhängigkeit kreisen Gedanken und Handlungen stark um Beschaffung und Konsum. Bei körperlicher Abhängigkeit hat sich der Körper an regelmäßige Zufuhr angepasst. Beim Absetzen können Übelkeit, Schwitzen, Zittern, Schlafstörungen, Schmerzen oder Kreislaufprobleme auftreten. Beide Formen können zusammen vorkommen. Abhängigkeit ist eine Erkrankung, keine bloße Willensschwäche.
Definition
Toleranz
Bei Toleranz braucht eine Person mit der Zeit mehr von einem Stoff für eine ähnliche Wirkung. Die Gewöhnung macht den Stoff nicht ungefährlich.
Definition
Psychische Abhängigkeit
Starkes Verlangen und Gedanken an Beschaffung oder Konsum nehmen viel Raum ein. Der Stoff scheint nötig, um sich gut zu fühlen oder Belastungen auszuhalten.
Beispiel: Gewöhnung und Verlangen unterscheiden
- 1Eine Person nimmt wiederholt einen Stoff, um Niedergeschlagenheit kurz zu verdrängen. Später braucht sie mehr und denkt häufig an den nächsten Konsum.
- 2Die größere benötigte Menge spricht für Toleranz. Die häufigen Gedanken an Konsum sprechen für psychische Abhängigkeit.
- 3Körperliche Beschwerden beim Ausbleiben wären Hinweise auf körperliche Abhängigkeit. Die Belastung selbst wird dadurch nicht gelöst; gesundheitliche, schulische, soziale und finanzielle Probleme können hinzukommen.
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Legal und illegal beschreiben die Rechtslage, nicht zuverlässig das Gesundheitsrisiko. Alkohol, Nikotin und manche Medikamente können verfügbar oder medizinisch vorgesehen sein und trotzdem abhängig machen. Medikamente sollen nach ärztlicher Anordnung eingenommen werden. Auch bei verbotenen Stoffen unterscheiden sich Wirkung und Risiko je nach Stoff, Menge, Konsumform und körperlicher Verfassung.
Manche aufputschenden Stoffe dämpfen Müdigkeit, Hunger, Durst oder Schmerz, obwohl die Belastung weiterbesteht. Bewusstlosigkeit, Atemstörungen, Kreislaufkollaps oder starke Überhitzung nach Konsum sind Zeichen eines möglichen Notfalls. Dann sofort medizinische Hilfe über 112 holen. Auch wenn Stoff oder Menge unbekannt sind, darf Hilfe nicht warten.
Merke: Die Rechtslage sagt wenig über die gesundheitliche Wirkung. Entscheidend sind Stoff, Menge, Situation und Reaktion des Körpers.
Beispiel: Unterdrückte Warnzeichen
- 1Nach einer aufputschenden Substanz fühlt sich eine Person lange leistungsfähig und bemerkt Durst kaum. Sie bewegt sich weiter, während Herzschlag und Körpertemperatur steigen.
- 2Der fehlende Durst beseitigt den Flüssigkeitsbedarf nicht. Fortgesetzte Belastung kann zu Überhitzung oder Kreislaufproblemen führen.
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Risikofaktoren können problematischen Konsum wahrscheinlicher machen: länger anhaltende persönliche oder familiäre Belastungen, Einsamkeit, Langeweile, Niedergeschlagenheit, Gruppendruck oder der Versuch, unangenehmen Gefühlen auszuweichen. Schutzfaktoren helfen bei anderem Umgang mit Belastungen: verlässliche Menschen, offene Gespräche, Konfliktlösungen, Beratung und Wege zur Stressbewältigung. Kein einzelner Faktor entscheidet über eine Abhängigkeit.
Eine Beratungsstelle kann mit Betroffenen Ursachen und nächste Schritte klären; auch Angehörige können sie nutzen. Dort arbeiten unter anderem Fachleute aus Medizin, Psychologie, Sozialpädagogik und Therapie. Behandlung kann je nach Situation ambulant oder stationär stattfinden; Selbsthilfegruppen und Vertraute können ergänzen. Bei möglicher körperlicher Abhängigkeit sollte eine Fachperson zum Entzug beraten; bei Alkoholabhängigkeit kann ein Entzug ohne ärztliche Begleitung gefährlich sein.
Beispiel: Grenzen setzen reicht nicht immer
- 1Eine Person kann bei Gruppendruck klar ablehnen. Bestehen zusätzlich familiäre Konflikte oder seelische Belastungen, braucht sie womöglich mehr Unterstützung.
- 2Sachliche Informationen, eingeübte Entscheidungen, verlässliche Gesprächspersonen und erreichbare Beratung ergänzen die persönliche Grenze.
Beispiel: Eine Behandlung kann mehrere Phasen umfassen
- 1In der Motivationsphase werden Lage und Veränderungswunsch geklärt.
- 2Bei einer Entgiftung wird die Substanz unter Beachtung möglicher körperlicher Entzugsbeschwerden abgesetzt.
- 3In der Entwöhnung entstehen neue Wege im Umgang mit Verlangen und Belastungen.
- 4Bei der Stabilisierung wird der Alltag so gestaltet, dass Rückfällen vorgebeugt wird.
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Alles auf einen Blick
Drogen
Wirkung
Nervensystem, Wahrnehmung und Körperfunktionen verändern sich
Einflussfaktoren
Stoff, Dosis, Dauer, Stimmung und körperliche Verfassung
Abhängigkeit
Toleranz, psychisches Verlangen und körperliche Anpassung
Folgen
gesundheitliche, seelische, soziale, schulische und finanzielle Probleme
Prävention
Risiken erkennen, Entscheidungen üben und Schutzfaktoren stärken
Hilfe
Beratung, Behandlung, Selbsthilfe und Unterstützung durch Vertraute
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Musteraufgabe: Wirkung und Notfall unterscheiden
- 1Fall: Eine Person nimmt auf einer Feier Alkohol zu sich. Sie wirkt erst enthemmt, reagiert später langsam und verliert schließlich das Bewusstsein. Ordne die Veränderungen ein.
- 2Die veränderte Stimmung und die langsamere Reaktion zeigen psychoaktive Wirkungen.
- 3Bewusstlosigkeit ist ein mögliches Zeichen einer schweren Vergiftung.
- 4Jetzt muss jemand sofort den Notruf 112 wählen. Eine spätere Beratung ersetzt die akute Hilfe nicht.
Fehler finden
Fehler finden: Eine erlaubte Substanz In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Richtig: Auch ein rechtlich verfügbares Nikotinprodukt kann abhängig machen. Die Erlaubnis beweist keine gesundheitliche Sicherheit.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Eine beeinflusst Vorgänge im Nervensystem. Bei wird für eine ähnliche Wirkung mehr benötigt. Bei Bewusstlosigkeit nach Konsum ist nötig.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback