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Varinder Aggarwal
Seine Arbeit fand unter anderem Anwendung in Impfstoffen gegen Tuberkulose. 2003 erhielt er den Green Chemistry Award der Royal Society of Chemistry (RCS), 2004 …
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Überblick
Varinder Kumar Aggarwal (* 1961 in Kalianpur, Uttar Pradesh) ist ein indischstämmiger britischer Chemiker. Sein Fachgebiet ist die organische Chemie, besonders die organische Synthese, also die gezielte Herstellung organischer Verbindungen. Er ist Hochschullehrer an der Universität Bristol und arbeitet dort seit 2000 als Professor für synthetische Chemie sowie seit 2019 als Alfred Capper Pass Professor für Chemie.
Ausbildung und Laufbahn
Aggarwal kam 1963 mit seiner Familie nach Großbritannien. Er wuchs in Schottland und Nottingham auf. Ab 1980 studierte er Chemie an der Universität Cambridge, wo er 1983 den Bachelor-Abschluss erhielt. 1986 wurde er bei Stuart Warren promoviert; seine Dissertation trug den Titel „Stereocontrolled synthesis with phenylthio migration“.
Als Post-Doktorand arbeitete Aggarwal bei Gilbert Stork an der Columbia University. Danach forschte und lehrte er an mehreren Universitäten: an der Universität Bath als Lecturer von 1988 bis 1991, an der Universität Sheffield als Lecturer ab 1991, Reader ab 1995 und Professor ab 1997. Seit 2000 ist er Professor an der Universität Bristol.
Forschung
Aggarwal befasste sich mit der Synthese komplexer, biologisch wirksamer Moleküle. Solche Moleküle verlangen von Natur aus oft eine asymmetrische Synthese. Damit ist eine Herstellung gemeint, bei der gezielt eine bestimmte räumliche Form eines Moleküls entsteht.
Er entwickelte Methoden, um solche Synthesen durch Katalyse zu beschleunigen. Katalyse bedeutet, dass ein Stoff eine chemische Reaktion schneller oder gezielter ablaufen lässt, ohne dabei selbst verbraucht zu werden. Besonders wichtig sind seine Arbeiten zu Yliden für die Wittig-Reaktion und die Johnson-Corey-Chaykovsky-Reaktion. Ylide sind reaktive organische Verbindungen, die in bestimmten Synthesereaktionen eingesetzt werden. Seine Forschung fand unter anderem Anwendung in Impfstoffen gegen Tuberkulose.
Gastprofessuren und Auszeichnungen
Aggarwal war Gastwissenschaftler und Gastprofessor an zahlreichen britischen und ausländischen Universitäten. Unter anderem war er 2014 Swiss Chemical Society Lecturer, 2017 Adolf Lieben Lecturer in Österreich und 2018 Kurt Alden Lecturer an der Universität zu Köln.
Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen: 2003 den Green Chemistry Award der Royal Society of Chemistry (RCS), 2004 deren Reaction Mechanism Award, 2009 deren Organic Stereochemistry Award und 1998 den Corday-Morgan-Preis. 2008/09 war er Tilden Lecturer der RCS. 2006 erhielt er den Royal Society Wolfson Merit Award. 2013 bekam er den Perkin Prize for Organic Chemistry der RCS, laut Laudatio für seine „wahrhaft grundlegenden Beiträge zum Gebiet der synthetischen organischen Chemie“. 2019 erhielt er die Davy-Medaille und den Arthur C. Cope Scholar Award der American Chemical Society. 2016 wurde ihm ein Humboldt-Forschungspreis verliehen. Für 2025 wurde ihm der Horst-Pracejus-Preis zugesprochen.
Aggarwal ist Fellow der Royal Society seit 2012 und Fellow der RCS. 2020 wurde er zum Mitglied der Academia Europaea gewählt.