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Transkription (Filmanalyse)
Einstellungsgrafik (Darstellung eines Filmausschnittes in seiner Feinstruktur mit der Möglichkeit etwa Kamerabewegungen oder Einstellungsgrössen einzuzeichnen) …
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Grundidee und Zweck
Die Transkription ist in der Filmanalyse die Übertragung von Inhalten eines Films in eine schriftliche Form. Das Ergebnis wird als Filmtranskript oder Filmprotokoll bezeichnet. Zusätzlich werden die erfassten Inhalte anhand einer Grafik visualisiert.
In vielen Vorgehensweisen gilt die Transkription als erster Schritt der Filmanalyse. Einige Filmwissenschaftler betrachten sie sogar als ein unbedingt notwendiges Analysegerüst. Ihr Zweck besteht darin, filmische Inhalte übersichtlich, präzise und zitierbar festzuhalten. Dadurch unterstützt sie die anschließende Analyse.
Welche Informationen gesammelt werden, hängt von der jeweiligen Analyseabsicht ab. Die Daten können deshalb je nach Untersuchung deutlich voneinander abweichen.
Erfasste Filmdaten
Vor der eigentlichen Transkription wird festgelegt, welche Filminformationen protokolliert werden sollen. Dafür wird eine Vorlage erstellt, die die ausgewählten Informationen meist in einer Tabelle anordnet. Während der Betrachtung des Films können die einzelnen Inhalte dadurch strukturiert notiert werden.
Es haben sich zwei Grundformen des Filmprotokolls etabliert:
- Im Einstellungsprotokoll ist die Einstellung die kleinste Einheit. Eine Einstellung bezeichnet den ununterbrochenen Abschnitt zwischen zwei Schnitten.
- Im Sequenzprotokoll werden meist mehrere Subsequenzen zu einer Sequenz zusammengefasst. Eine Sequenz bildet damit eine übergeordnete Einheit der Filmstruktur.
Beide Formen dienen als Muster für die Notierung weiterer Filminhalte. Im Einstellungsprotokoll kann beispielsweise die Einstellungsgröße erfasst werden, im Sequenzprotokoll etwa das Setting, also der Handlungsort beziehungsweise die räumliche Situation.
Häufige Datenfelder sind die Einstellungsnummer und der Beginn der Einstellung. Sie erleichtern die Einordnung in den Film. Außerdem werden die Bild- und Tonebene inhaltlich beschrieben. Zur Untersuchung der Kamerastrategie können Einstellungsgröße, Einstellungsinhalt, Einstellungsperspektive und Kamerabewegung aufgenommen werden.
Prüfung und Auswahl der Daten
Die im Filmprotokoll gesammelten Daten werden vor der eigentlichen Filmanalyse auf ihre Relevanz und Aussagekraft geprüft. Dabei kann sich herausstellen, dass Datenfelder, die vor der Protokollierung zunächst wichtig erschienen, für die konkrete Untersuchung nicht benötigt werden.
Solche Datenfelder können entfallen. Andere Informationen werden strukturiert oder zu Gruppen zusammengefasst. Die Datenanalyse dient somit dazu, das Protokoll auf die nachfolgende Filmanalyse auszurichten und die erfassten Informationen übersichtlich nutzbar zu machen.
Formen der Visualisierung
Nach Filmprotokoll und Datenanalyse werden die gewonnenen Daten durch eine geeignete Visualisierung in eine verständliche und aussagekräftige Form gebracht. Häufig verwendete Formen sind:
- Ein Standbild bildet ein einzelnes Filmbild oder eine Gruppe von Einzelfilmbildern ab.
- Eine Sequenzgrafik stellt den gesamten Film und seine Struktur anhand einer Zeitleiste dar. Dabei können Sequenzen und Subsequenzen unterschieden und Handlungsinhalte zur Orientierung und Untersuchung der Filmstruktur angegeben werden.
- Eine Einstellungsgrafik zeigt einen Filmausschnitt in seiner Feinstruktur. In ihr können beispielsweise Kamerabewegungen oder Einstellungsgrößen eingezeichnet werden.
- Eine Zeitachse stellt einen Film so dar, dass Strukturen und das Auftreten untersuchungsrelevanter Faktoren notiert werden können. Sie ermöglicht außerdem den strukturellen Vergleich verschiedener Filme.
- Eine Schnittfrequenzgrafik ist eine gewichtete Zeitachse. Sie dient dazu, die Anzahl der Schnitte pro Minute darzustellen.
Als Beispiele werden Visualisierungen zum Film „Winchester ’73“ genannt. Dazu gehören eine Sequenzgrafik, eine Schnittfrequenzgrafik mit markierten und inhaltlich beschriebenen Sequenzen sowie eine Zeitleiste. In der Zeitleiste können unter anderem das Auftauchen einer Figur, bestimmte inhaltliche Stellen und der Einsatz von Montage dargestellt werden.