Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Suchá (Havlíčkův Brod)

Suchá (deutsch Dürre) ist ein Ortsteil der Stadt Havlíčkův Brod in Tschechien. Er liegt sechs Kilometer südlich des Stadtzentrums von Havlíčkův Brod und …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Lage und Grunddaten
  2. 2. Entwicklung seit dem Mittelalter
  3. 3. Verwaltung und Bevölkerungsentwicklung
  4. 4. Ortsteile und Sehenswürdigkeit

Lage und Grunddaten

Suchá ist ein Ortsteil der Stadt Havlíčkův Brod in Tschechien. Der Ort liegt sechs Kilometer südlich des Stadtzentrums und gehört zum Okres Havlíčkův Brod im Kraj Vysočina. Suchá umfasst eine Fläche von 743 ha, liegt auf 500 m n.m. und hatte 2011 insgesamt 194 Einwohner. Die geografische Lage wird mit 49° 33′ 19″ N, 15° 34′ 32″ O angegeben. Die Postleitzahl lautet 580 01, das Kfz-Kennzeichen J.

Suchá liegt am Oberlauf des Lázeňský potok. Dieser Bach ist dort in einer Kaskade von Teichen angestaut. Die Landschaft gehört zur Hornosázavská pahorkatina, einem Hügelland an der oberen Sázava. In der Umgebung liegen mehrere Erhebungen: östlich der Teclův kopec mit 547 m n.m., südöstlich der Hutský vrch mit 594 m n.m. und westlich der Mandlův kopec mit 524 m n.m.

Östlich des Ortes verläuft die Staatsstraße I/38 zwischen Havlíčkův Brod und Štoky. Als weitere Straßenverbindung ist die Straße Okrouhlička–Svatý Kříž angegeben. Zu den nahe gelegenen Orten gehören im Norden Lázně, Svatý Kříž und Ovčín, im Osten Vysoká und Čistá, im Süden Okrouhlička, Studénka und Skřivánek sowie im Westen Lípa, Hladový Mlýn und U Kostelíka. Weitere Nachbarorte sind Mendlova Ves, Nový Svět, Lesní Domek, Šlapanov, Květnov, Kochánov, Lipský Dvorek, Dobrohostov, Michalovice und Petrkov.

Entwicklung seit dem Mittelalter

Im 13. Jahrhundert begann in der Region der Silberbergbau. Bei der heutigen Einschicht U Kostelíka ist seit 1278 über dem Tal des Baches Žabinec eine Ansiedlung von Bergleuten nachweisbar. Zu ihr gehörten eine Bergkirche, die der heiligen Margarethe geweiht war, und ein Friedhof. Das Dorf Suchá, das zur Herrschaft Lipnice gehörte, wurde 1351 erstmals erwähnt.

Im Jahr 1422 zerstörten die Hussiten unter Jan Žižka die Bergkapelle. Im 16. Jahrhundert gehörte Suchá Johann von Leipa. Er verkaufte das Dorf 1533 zusammen mit Perknov an Peter von Kamberk. Später erwarben die Herren Trčka von Lípa Suchá und ordneten es ihrer Herrschaft Světlá zu.

Jan Rudolf Trčka von Lípa hatte die Herrschaft Světlá 1597 von seinem Bruder Maximilian geerbt. 1598 verkaufte er Suchá sowie mehrere Höfe – Termesivy, Spálené dvory, Pavučkovy dvory, Šenklhofy und Kylhofy – an Johann Güglinger von Kneiselstein, den Hauptmann von Swietla, der auch Jan Gyglingar z Kneislštejna genannt wird. Güglinger veräußerte Suchá im Jahr 1600 zusammen mit zwei Höfen der Spálené dvory und einer freien Schenke an einen Bürger aus Deutschbrod.

1712 ließ der Deutschbroder Dechant Johann Seidl die zerstörte Kirche bei Dürre als Kapelle wiederaufbauen. Außerdem ließ er in Heiligenkreuz eine Filialkirche errichten. Während der Josephinischen Reformen wurde diese Kirche zur Lokalkirche erhoben. Die Margarethenkapelle bei Dürre wurde dagegen aufgehoben.

Verwaltung und Bevölkerungsentwicklung

1840 lag das Dorf Dürre beziehungsweise Sucha im Caslauer Kreis. Es bestand aus 22 Häusern und hatte 138 Einwohner. Zu Dürre gehörte auch ein einschichtiges Bauernhaus, das aus der früheren Margarethenkapelle hervorgegangen war. Pfarrort war Heiligenkreuz. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts blieb Dürre der königlichen Stadt Teutschbrod untertänig.

Nach der Aufhebung der Patrimonialherrschaften bildete Dürre / Suchá ab 1849 zusammen mit dem Ortsteil Heiligenkreuz / Svatý Kříž eine Gemeinde im Gerichtsbezirk Deutschbrod. Seit 1868 gehörte der Ort zum Bezirk Deutschbrod.

Die Einwohnerzahl und die Zahl der Häuser entwickelten sich anschließend wie folgt: 1869 lebten 152 Menschen in 24 Häusern. Im Jahr 1900 hatte Dürre 169 Einwohner, 1910 ebenfalls 169. 1930 wurden 189 Einwohner und 35 Häuser gezählt. Am 30. April 1976 wurde Suchá nach Havlíčkův Brod eingemeindet. Beim Zensus von 2001 lebten in den 61 Häusern des Dorfes 207 Personen.

Ortsteile und Sehenswürdigkeit

Zu Suchá gehören die Einschichten U Kostelíka und U Michlů. Eine Einschicht ist eine einzelne, vom geschlossenen Dorf abseits gelegene Siedlung oder Hofstelle. Der Katastralbezirk Suchá u Havlíčkova Brodu umfasst die Ortsteile Suchá und Svatý Kříž, auf Deutsch Heiligenkreuz.

Als Sehenswürdigkeit wird das Gehöft U Kostelíka genannt. Es entstand an der Stelle der aufgehobenen Margarethenkapelle. Damit steht es in direktem Zusammenhang mit der mittelalterlichen Bergbausiedlung, der dort nachweisbaren Bergkirche seit 1278 und der später aufgehobenen Kapelle.