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Substantivität (Textilchemie)
Dabei spielen vor allem Dipolkräfte, Van-der-Waals-Kräfte und Wasserstoffbrücken-Bindungen zwischen Farbstoffmolekülen und der Cellulose eine Rolle. Dadurch …
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Bedeutung und Wirkung
Die Substantivität beschreibt in der Textilchemie, wie gut ein Farbstoff oder Textilhilfsmittel aus einem flüssigen Medium auf ein textiles Substrat aufzieht und dort fixiert wird. Besonders wichtig ist sie bei der Textilfärbung von Cellulosefasern mit sogenannten substantiven Farbstoffen, auch Direktfarbstoffe genannt.
Die Bindung zwischen Farbstoff und Cellulose entsteht vor allem durch Dipolkräfte, Van-der-Waals-Kräfte und Wasserstoffbrücken-Bindungen. Dadurch lässt sich der Farbstoff aus dem gefärbten Textil deutlich schlechter auswaschen. Die Waschechtheit, also die Beständigkeit der Färbung beim Waschen, wird dadurch verbessert.
Messgröße und Verfahren
Ein Maß für die Substantivität bei Färbetechniken von Textilien ist der Henrysche Verteilungskoeffizient H:
H = Masse Farbstoff auf der Faser / Masse Farbstoff im Färbebad
Dabei gilt: H > 60 % bedeutet hohe Substantivität, H < 40 % bedeutet niedrige Substantivität.
Das Ausziehverfahren eignet sich besonders für Faser-Farbstoff-Kombinationen mit hoher Substantivität. Beim Klotz-Verfahren und beim Kontinue-Verfahren kann eine hohe Substantivität dagegen problematisch sein, weil sie eine gleichmäßige Färbung der Textilien erschwert.