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Sejong (Stadt)
Es ist die führende Smart City in Korea und wird häufig als Standard für andere Städte angesehen, die mit der Entwicklung der Smart City-Infrastruktur …
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Überblick und Bedeutung
Sejong (세종) ist eine südkoreanische Planstadt, die am 1. Juli 2012 eröffnet wurde. Sie hat den Status einer besonderen autonomen Stadt. Ihr wichtigster Zweck ist, Ministerien und Verwaltungen aus Seoul aufzunehmen und damit staatliche Funktionen räumlich zu verlagern. Die Verwaltung hat ihren Sitz in Sejong.
Die Stadt umfasst 805,11 km². Bei der Volkszählung 2025 hatte sie 392.471 Einwohner und eine Bevölkerungsdichte von 487 Einwohnern je km². Sie liegt bei 36° 29′ N und 127° 17′ O.
Sejong wurde als Smart City, also als Stadt mit digital vernetzter und nachhaltiger Infrastruktur, geplant. Sie wird als führende Smart City Koreas und als Vorbild für andere Städte beschrieben. Der Bau soll 2030 abgeschlossen sein. Dann sollen alle Regierungsgebäude aus Seoul nach Sejong verlegt sein; geplant war eine Bevölkerung von etwa 500.000 Einwohnern Ende 2030.
Lage und Name
Sejong wird vom Fluss Geumgang durchflossen. Die Stadt ist von den Provinzen Chungcheongnam-do und Chungcheongbuk-do sowie von der Stadt Daejeon umgeben. Seoul liegt 121 km nördlich.
Der offizielle Name lautet Besondere autonome Stadt Sejong (세종특별자치시; revidierte Romanisierung: Sejong Teukbyeol-jachisi). Der Name erinnert an König Sejong (1397–1450), den vierten König der Joseon-Dynastie und Erfinder des koreanischen Alphabets Hangul (한글). Das Gebiet hieß zuvor Yeongi (연기; Hanja: 燕岐).
Entstehung und Ausbau
2003 plante Präsident Roh Moo-hyun, die Hauptstadt Südkoreas von Seoul in die Provinz Chungcheongnam-do zu verlegen. Das Verfassungsgericht verhinderte den Plan 2004. Die Regierung beschloss deshalb Anfang 2007 einen besonderen Verwaltungsdistrikt, der zunächst neun Ministerien und vier nationale Agenturen aufnehmen sollte. Vorgesehen waren 20.000 Einwohner Ende 2012, 300.000 im Jahr 2020 und etwa 500.000 bei der Fertigstellung 2030. Die Projektkosten werden mit 20 Milliarden Dollar angegeben.
2009 kritisierte Premierminister Chung Un-chan den Bau als wirtschaftlich ineffizient. Er fragte außerdem, ob Sejong Hauptstadt eines vereinten Koreas sein könne oder sich zu einer Satellitenstadt Seouls entwickeln werde. Präsident Lee Myung-bak schlug stattdessen ein Wissenschafts- und Bildungszentrum vor. Das Parlament lehnte diesen Vorschlag ab; Chung trat Ende Juli 2010 zurück.
Der Ausbau als Zentrum für Wissenschaft, Bildung und Wirtschaft wurde weiterverfolgt. Vorgesehen waren neun Ministerien, zwei Regierungsbüros, zwei Regierungsagenturen und 16 staatliche Forschungsinstitute; Präsidialamt sowie Außen- und Verteidigungsministerium sollten in Seoul bleiben. Ende Juni 2012 lebten 6.000 Menschen in Sejong; damals bestand lediglich das erste Dorf Cheot Maeul. Ende 2012 zogen sieben Ministerien und das Büro des Ministerpräsidenten in den Regierungskomplex. Dieser wurde 2014 offiziell eröffnet. Nach der dritten Umzugsphase im Oktober 2014 sollten 16 Ministerien und 20 staatliche Behörden dort angesiedelt sein, mit etwa 10.000 Regierungsmitarbeitern und 3.000 Wissenschaftlern.
Bis 2019 war unter Experten umstritten, ob die Stadt die Erwartungen erfüllt. Kritiker bezeichneten sie als glanzlos, schwer zugänglich und schlecht gestaltet. Befürworter verwiesen auf günstigeren luxuriösen Wohnraum, moderne Eigentumswohnungen, öffentliche Grünflächen sowie automatisierte Müllabfuhr, abfallfreie Lebensmittelentsorgung, Ladestationen für Elektroautos, solarbetriebene Gebäude, digitale Beschilderung, Videoüberwachung und Sicherheits- und Feinstaubwarnungen.
Regierungskomplex und Infrastruktur
Der Regierungskomplex Sejong liegt im Zentrum des Landes. Nahe Hochgeschwindigkeitsstrecken, Schnellstraßen und Autobahnen sollen ermöglichen, ihn aus ganz Südkorea innerhalb von zwei Stunden zu erreichen. Seine 15 Ministeriumsgebäude sind miteinander verbunden und stehen auf 596.000 Quadratmetern, einer Fläche von 81 Fußballfeldern. Der Komplex ist erdbebenresistent, besonders energieeffizient und mit Grünflächen sowie einer umweltfreundlichen Abfallbehandlungsanlage ausgestattet.
Ein Videokonferenzsystem verbindet zehn Regierungskomplexe im Land mit 17 Stadt- und Provinzregierungen. Dadurch soll die räumliche Entfernung weniger ineffizient machen. 2015 fanden 363 Videokonferenzen statt. Für mehr als 15.000 Beamte und Angestellte gibt es unter anderem Kantinen, Cafeterien, Cafés, 9 Kindertagesstätten, Turnhallen und Außensportanlagen.
Der Komplex besitzt den weltweit größten Dachgarten: Er verbindet 15 Dächer und kann besucht sowie bewandert werden. 2015 besuchten ihn rund 11.000 Bürger. Das Sejong Convention Center dient kulturellen Veranstaltungen, Konferenzen, Banketten und Ausstellungen; 2015 wurden dort über 480 Veranstaltungen, Messen und Workshops durchgeführt.
Verwaltungsgliederung
Zu Sejong gehören die Gemeinde Jochiwon-eup sowie die Gemeinden Yeongi-myeon, Yeondong-myeon, Bugang-myeon, Geumnam-myeon, Janggun-myeon, Yeonseo-myeon, Jeonui-myeon, Jeondong-myeon und Sojeong-myeon.
Als Verwaltungsviertel (dong) sind Hansol-dong, Saerom-dong, Dodam-dong, Areum-dong, Jongchon-dong, Goun-dong, Boram-dong, Sodam-dong, Daepyeong-dong, Dajeong-dong, Haemil-dong und Bangok-dong aufgeführt.