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Schluchtensteig
Der Schluchtensteig ist ein Fernwanderweg durch den Südschwarzwald von Stühlingen nach Wehr. Der 119 Kilometer lange Weg ist in sechs Tagesetappen …
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Überblick und Kennzeichnung
Der Schluchtensteig ist ein 119 Kilometer langer Fernwanderweg im Südschwarzwald in Baden-Württemberg. Er führt von Stühlingen an der deutsch-schweizerischen Grenze nach Wehr und ist in sechs anspruchsvolle Tagesetappen eingeteilt. Der höchste Punkt liegt am Krummenkreuz bei 1.148 m, der niedrigste in Wehr bei etwa 350 m.
Die beste Wanderzeit reicht von Mai bis Oktober. Mit dem ersten Schnee, meist ab November, wird eine Begehung nicht mehr empfohlen. Der Weg ist mittel bis schwer und durchgängig mit der Schluchtensteigraute des Schwarzwaldvereins markiert: einem stilisierten Flusslauf mit Berg und Tal in einer grünen Raute. Die Ortsgruppen des Schwarzwaldvereins sorgen für die Beschilderung.
Der Weg trägt das Prädikat „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“. Mehr als 50 Prozent der Strecke verlaufen auf naturbelassenen Wegen, 16,4 Prozent sind asphaltiert.
Entstehung und Landschaftsräume
Die Strecke wurde 2006 als gemeinsames Projekt der Gemeinden an der Route, des Schwarzwaldvereins, des Trägervereins Naturpark Südschwarzwald, des Landkreises Waldshut und der Schwarzwald Tourismus GmbH geplant. 2007 wurde sie angelegt und ausgeschildert; am 5. Juni 2008 begann die erste Saison mit der offiziellen Einweihung. Seit 2012 gehört der Weg zu Top Trails of Germany. Die zuletzt notwendige Nachzertifizierung im Abstand von drei Jahren erfolgte 2025.
Der Steig führt durch die Wutachschlucht, über Lenzkirch zum Schluchsee, nach St. Blasien sowie über die Hochflächen von Dachsberg und Ibach. Den Abschluss bildet der Abstieg von Todtmoos durch das Wehratal nach Wehr. Zu wichtigen Zielen gehören das seit 1939 ausgewiesene Naturschutzgebiet Wutachschlucht, das Flusskraftwerk Stallegg, der Schluchsee als größter See des Hochschwarzwaldes, der Dom St. Blasien sowie Hochtal und Hochmoore bei Ibach.
Von Stühlingen zur Schattenmühle
Die erste Etappe von Stühlingen nach Blumberg ist 18,7 Kilometer lang, dauert etwa 5,5 Stunden und gilt als schwer. Vom Bahnhof Stühlingen führt sie entlang der Wutach zum Bahnhof Weizen mit der Museumsbahn Sauschwänzlebahn. In der Wutachschlucht geht es über die Wutach, durch das Naturschutzgebiet Wutachflühen und über den Aussichtspunkt Wutachflühen zur Ottilienhöhe. Danach wird der Buchberg auf 880 m erreicht; von dort folgt ein steiler Abstieg nach Blumberg.
Die zweite, ebenfalls schwere Etappe führt auf 20,4 Kilometern in etwa 6,5 Stunden von Blumberg zur Schattenmühle. Durch die Schlucht des Schleifenbachs mit Wasserfall gelangt man nach Achdorf und an die Wutach. Hinter der Wutachmühle wird das Tal eng und schluchtartig. Die Route führt an der Gauchachmündung, der Wutach-Versickerung und der Schurhammerhütte vorbei. Bei der Wutachversickerung tritt Wasser, das etwa drei Kilometer flussaufwärts versickert ist, wieder aus dem Berg. Über die Dietfurt-Brücke endet die Etappe an der Schattenmühle.
Durch Wutachgebiet und zum Schluchsee
Die dritte Etappe von Schattenmühle nach Oberfischbach umfasst 18,9 Kilometer bei ungefähr 6 Stunden Gehzeit und ist schwer. Der Weg erreicht beim Räuberschlössle wieder die Wutach; auf diesem Felsen lag im 14. Jahrhundert die Burg Neu-Blumegg. Das Flusskraftwerk Stallegg ist das älteste Flusskraftwerk Badens, erzeugte von 1889 bis 1979 Strom und wurde 2000 wieder reaktiviert. An der Haslachmündung wird die Wutach als Gutach bezeichnet. Über Rechenfelsen und Höllochfelsen, die Trasse der 1976 stillgelegten Haslachtalbahn, Lenzkirch und das Schwendetal geht es nach Oberfischbach.
Die vierte Etappe nach St. Blasien ist 19,7 Kilometer lang und dauert rund 6,5 Stunden. Vom Bildstein führt sie hinunter zum Schluchsee bei Aha und am Ufer zum Unterkrummenhof. Anschließend geht es durch Wald und über Almwiesen zum Krummenkreuz, dem höchsten Punkt der gesamten Tour mit 1.148 m. An den mit Elektrozäunen umgebenen Almen wird der Weg durch schmale hölzerne Furten geführt. Über Althütte und die Windbergschlucht steigt die Route in das Tal der Alb nach St. Blasien ab.
Über Dachsberg und Ibach nach Todtmoos
Die fünfte Etappe von St. Blasien nach Todtmoos ist 19,3 Kilometer lang, dauert etwa 6 Stunden und ist schwer. Sie verlässt St. Blasien durch den Kurgarten und führt über Schwandbrünnele zum Aussichtsturm auf dem Lehenkopf. Über Rüttewies, Horbach und den Klosterweiher gelangt die Route zur Friedrich-August-Grube, die heute als Spielbergwerk und Naturschutzgebiet genutzt wird.
Nach dem Bereich von Oberibach führt der Weg an der Wehraquelle vorbei zum Ibacher Kreuz. Von dort geht es durch das obere Tal der Wehra bergab nach Todtmoos. Der Dom zu St. Blasien, der Lehenkopf mit Aussichtsturm sowie die Hochflächen bei Ibach gehören zu den prägenden Punkten dieses Abschnitts.
Durch das Wehratal zum Ziel
Die letzte Etappe von Todtmoos nach Wehr ist mit 23,2 Kilometern die längste. Für die schwere Strecke werden etwa 8 Stunden angegeben. Sie führt über Schwarzenbach und den alten Hornweg zur Zumkeller-Säge. Nach dem Überqueren der Landesstraße 148 trifft der Schluchtensteig wieder auf die Wehra und verläuft gemeinsam mit dem Wehratalweg.
Hinter Todtmoos-Au wird das Tal eng und schluchtartig. Die Route verläuft zunächst oberhalb der Wehra, quert sie über eine alte steinerne Brücke und steigt anschließend wieder steil an. Durch den Wald führt sie zum Wehra-Stausee. Dort trifft sie auf den Hotzenwald-Querweg, überquert die Staumauer und folgt dem Fluss bis nach Wehr. In Wehr kreuzt der Weg den Hochrhein-Querweg und endet dort.