Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Randal Bryant

Bryant wuchs in Birmingham (Michigan) auf und studierte ab 1970 an der University of Michigan mit dem Bachelor-Abschluss in Angewandter Mathematik …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Fachgebiet und Bedeutung
  2. 2. Ausbildung und akademischer Werdegang
  3. 3. Auszeichnungen und Mitgliedschaften
  4. 4. Ausgewählte Schriften

Fachgebiet und Bedeutung

Randal E. Bryant (geboren am 27. Oktober 1952) ist ein US-amerikanischer Informatiker. Er ist vor allem für Systeme zur formalen Verifikation digitaler Hardware bekannt. Bei der formalen Verifikation wird mit mathematischen Verfahren geprüft, ob eine digitale Schaltung bestimmte Eigenschaften erfüllt.

Eine besonders bedeutende Arbeit veröffentlichte Bryant 1986. Darin beschrieb er die formale Manipulation Boolescher Funktionen mithilfe binärer Entscheidungsdiagramme. Boolesche Funktionen verknüpfen Wahrheitswerte wie „wahr“ und „falsch“; binäre Entscheidungsdiagramme stellen solche Funktionen als gerichtete Entscheidungsstrukturen dar. Die Arbeit zählt zu den meistzitierten Arbeiten der Informatik. Bryant entwickelte außerdem Verifikationsmethoden, die Hardware mithilfe von Simulationsprogrammen auf unterschiedlichen Abstraktionsebenen untersuchen.

Ausbildung und akademischer Werdegang

Bryant wuchs in Birmingham im US-Bundesstaat Michigan auf. Ab 1970 studierte er an der University of Michigan und erwarb dort 1973 den Bachelor-Abschluss in Angewandter Mathematik. Ab 1974 studierte er am Massachusetts Institute of Technology. Dort wurde er 1981 bei Jack B. Dennis mit der Dissertation „A Switch-Level Simulation Model of Integrated Logic Circuits“ promoviert.

Nach der Promotion war Bryant als Assistant Professor am California Institute of Technology tätig. Seit 1984 lehrt er an der Carnegie Mellon University: zunächst als Assistant Professor, ab 1987 als Associate Professor und ab 1992 als Professor. Von 1999 bis 2004 leitete er die Fakultät für Informatik. Seit 2004 ist er Dekan der School of Computer Science. 1990/91 arbeitete er als Gastwissenschaftler an den Fujitsu Laboratories in Kawasaki, Japan.

Von 1989 bis 1995 war Bryant Associate Editor und von 1995 bis 1997 Herausgeber der Fachzeitschrift „IEEE Transactions on Computer-Aided Design of Integrated Circuits and Systems“.

Auszeichnungen und Mitgliedschaften

Bryant erhielt 1998 den Paris-Kanellakis-Preis, 2007 den IEEE Emanuel R. Piore Award und 2009 den Phil Kaufman Award. Er ist Fellow des Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) und der Association for Computing Machinery (ACM). Außerdem ist er Mitglied der National Academy of Engineering (seit 2003) und der American Academy of Arts and Sciences (seit 2010).

Ausgewählte Schriften

Zu Bryants Veröffentlichungen gehören:

  • „Graph-Based Algorithms for Boolean Function Manipulation“, erschienen 1986 in „IEEE Transactions on Computers“, Band C-35, Seiten 677–691. Der Beitrag wurde 1990 in M. Yoelis „Formal Verification in Hardware Design“ nachgedruckt, auf den Seiten 253–267.
  • „Symbolic Boolean Manipulation with Ordered Binary Decision Diagrams“, erschienen 1992 in „ACM Computing Surveys“, Band 24, Seiten 293–318.
  • Gemeinsam mit Dave O’Hallaron verfasste er „Computer Systems: A Programmer’s Perspective“ (2003; 2. Auflage, Prentice-Hall 2011).
  • Gemeinsam mit C. Meinel schrieb er „Ordered Binary Decision Diagrams“ für den Sammelband „Logic Synthesis and Verification“ von S. Hassoun und T. Sasao (Kluwer, 2001).
  • Gemeinsam mit J. H. Kukula veröffentlichte er „Formal Methods for Functional Verification“ im Sammelband „The Best of ICCAD: 20 Years of Excellence in Computer-Aided Design“ von A. Kuehlmann (Kluwer, 2003).

Weiterlesen