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Pierre Pica

Pierre Pica (* 5. Januar 1951 in Nizza) ist ein französischer Linguist und wissenschaftlicher Mitarbeiter (Chargé de Recherche) am CNRS (Centre National de …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Person und Fachgebiet
  2. 2. Forschungsschwerpunkte
  3. 3. Arbeit zum Munduruku
  4. 4. Bedeutung und Einordnung
  5. 5. Ausgewählte Schriften

Person und Fachgebiet

Pierre Pica (* 5. Januar 1951 in Nizza) ist ein französischer Linguist. Er arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter, auf Französisch Chargé de Recherche, am CNRS (Centre National de Recherche Scientifique) in Paris.

Sein Fachgebiet ist die theoretische Linguistik, also die Untersuchung grundlegender Strukturen von Sprache. Besonders wichtig ist für ihn der Vergleich der Syntax. Syntax bezeichnet die Regeln, nach denen Wörter zu Sätzen verbunden werden.

Forschungsschwerpunkte

Pica konzentrierte seine Forschung auf den Begriff der Parameter in der Linguistik. Parameter sind grundlegende Unterschiede, mit denen Sprachen in der theoretischen Sprachwissenschaft verglichen werden können.

Er zeigte außerdem, dass bestimmte Eigenschaften von Reflexivpronomen aus ihren morphologischen Eigenschaften abgeleitet werden können. Reflexivpronomen sind Wörter wie „sich“; Morphologie meint die Form und den Aufbau von Wörtern.

Aktuell untersucht er die Unterscheidung zwischen internen und externen Aspekten der Sprachfähigkeit. Außerdem arbeitet er an einer genaueren Unterscheidung zwischen Kompetenz und Performance. Kompetenz meint das sprachliche Wissen einer Person, Performance die tatsächliche Verwendung dieses Wissens beim Sprechen oder Verstehen.

Arbeit zum Munduruku

Seit etwa 2000 hat Pica seine Arbeit über Munduruku intensiviert. Munduruku ist eine indigene Sprache in Pará in Brasilien.

Gemeinsam mit Stanislas Dehaene und Elizabeth Spelke entwickelte er eine Studie über numerische Ausdrücke und Zählung im Munduruku. Diese Studie untersucht, wie Sprache mit Zahlen, Zählen und Denken zusammenhängt.

Die Forschung betont die Bedeutung solcher Daten für die Untersuchung der Wechselwirkung zwischen Sprachfähigkeit und präverbalem „Kernwissen“. Damit ist ein grundlegendes Wissen gemeint, das vor oder unabhängig von Sprache vorhanden sein kann.

Bedeutung und Einordnung

Picas Forschung zum Munduruku steht im Gegensatz zu einer Hypothese, die mit dem von Sapir und Whorf abgeleiteten Relativismus verbunden ist. Dieser Relativismus wird im Artikel so beschrieben, dass er Wissen und Kultur teilweise auf einen kleinen Satz universeller Prinzipien und Intuitionen zurückführt.

Die Arbeiten führten zu mehreren Publikationen in der Zeitschrift Science. 2018 wurde Pierre Pica zum Mitglied der Academia Europaea gewählt.

Ausgewählte Schriften

Zu Picas Veröffentlichungen gehören unter anderem „Number as a Test case for the Role of language in Cognition“ von 2008, in Zusammenarbeit mit H. de Cruz, erschienen in einem Special Issue von Philosophical Psychology 21.4 bei Routledge.

Weitere genannte Werke sind „Transparence et Opacité - Littérature et sciences cognitives“ von 1988, in Zusammenarbeit mit T. Papp, sowie Beiträge oder Herausgaben im Bereich sprachlicher Variation, darunter Linguistic Variation Yearbook 2005, Band 5, erschienen 2006 bei John Benjamins Pub Co, ISBN 90-272-5475-3, und Linguistic Variation Yearbook. Volume 3 2003, erschienen 2004 bei John Benjamins Publishing Company, ISBN 90-272-5473-7.

Außerdem werden „New bearings in LSP“ von 1981, mit mehreren Mitwirkenden, und „Formes: hommage à Mitsou Ronat“ von 1986 genannt.

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